Brigachtal in alten Ansichten Band 2

Brigachtal in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Itta
Gemeente
:   Brigachtal
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5923-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brigachtal in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

'Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg!' Vielen älteren Menschen dürfte dieser Merksatz aus dem Erdkundeunterricht noch in Erinnerung sein. Auf ihrem windungsreichen Lauf zwischen den beiden Städten VillingenSchwenningen und Donaueschingen - wo sie mit der genannten Breg die Donau zu Weg bringt - berührt die Brigach die Gemarkung der sieben einst selbständigen Gemeinden Rietheim (rechts der Brigach), Marbach, Kirchdorf, Klengen (links der Brigach), Überauchen (rechts), Grüningen (beiderseits der Brigach) und Aufen (rechts).

Seit der Gemeindereform in den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts gehören Rietheim und Marbach als Stadtbezirke zu Villingen-Schwenningen; Grüningen schloß sich der Stadt Donauschingen an, wohin Aufen schon 1935 eingemeindet worden war. Die drei am engsten beieinander liegenden Ortschaften Kirchdorf, Klengen und Überauchen schlossen sich zur neuen Gemeinde 'Brigachtal' zusammen. Lange hatten sich die Gemeinden ihre Selbständigkeit bewahrt und sich beispielsweise schon im 16. Jahrhundert während des Bauernkrieges gegen die Stadtherren von Villingen zusammengeschlossen. So versammelten sich 1524 in der KIengener Mühle aufständische Bauern unter Führung des Rietheimers Oswald Meder, um in mehreren Artikeln ihre Forderungen an die Villinger Stadtherren zu richten. Bekanntlich wurden diese Forderungen wie der gesamte Bauernaufstand niedergeschlagen. Heute ist das Verhältnis der Gemeinden zu den Städten viel weniger martialisch. Die Landgemeinden versuchen auch heute noch, ihren dörflichen Charakter zu bewahren - auch wenn Neubaugebiete das Gesicht der Ortschaften verändern.

Da in diesem Bändchen alte Ansichten aus den genarmten sieben Brigachtal-Gemeinden vorgestellt werden, soll auch ein älteres schriftliches Zeugnis über das Brigachtal hier zitiert werden. Der Text, von einem Autor namens Tevter, stammt aus 'Schwarzwälder gemeinnützige Blätter', einer Beilage zum Schwarzwälder Wochenblatt aus dem Jahre 1861. Um die Eigenart der zitierten Textes zu erhalten, wurde auch die alte Rechtschreibung beibehalten:

Der Fremdling, dem es bei seinen Reisen auch darum zu thun ist, Land und Volk kennen zu lemen, der von unserer BaarSchwarzwald-Hochebene wohl gehört, sie aber noch nicht gesehen hat, findet sich überrascht nach Ansicht des lebendigen Brigthalbildes und wird aus freien Stücken anerkennen, daß er hier im Brigthale ein nicht geahntes, sehr beachtenswerth einladendes Naturbild des badischen Hochlandes getroffen habe.

Sechs auf einen Bliek dem Touristen sich vor die Augen stellende größtentheils von Stein gebaute reinlich gehaltene Derfschaften Marbach, Kirchdorf, Klengen mit Beckhofen, Grüningen, Überauchen und Rietheim werden bei einer Gemarkungsfläche von 14423 Morgen Wies- und Acker[eld, Almenden und Waldungen von 2 300 Personen bewohnt.

Wie dem Leser dieser Darstellung einleuchten wird, gehört das Brigthal einer der Landwirtschaft und Viehzucht vorzugsweise pflegenden Gegenden an. Seine Ortschaften sind im strengen Sinne des Wortes Bauern-Gemeinden, bestehend aus größem und kleinem Giaerbesitzern, aus Bauern und Taglöhnem.

Ackerbau und Viehzucht bildeten von jeher die Hauptnahrungsquelle der Einwohner. Am linken Ufer der Brig wachsen Waizen, Gerste und Linsen iippiger; Klee und Esparsette

mehr und besser als jenseits, hier aber mehr der Hafer, die Bohnen, Erbsen und Wicken. Spelz (Dinkel, Veesen) ist allgemein im Bau, auch die Futterkräuter und Kartoffeln, weniger die Acker- und gelbe Rübe; Hanf und Flachs blos für den Hausgebrauch; die Repsarten gedeihen nur auf östlicher Linie der Brig.

Der Gewerbsbetrieb war bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts höchst unbedeutend. Ohne drei durch Reisende und Frachtfuhrleute frequent besuchte Gasthäuser zu Marbach, Kirchdorf und Klengen waren nur noch kaum beachtenswerthe Wein- und Bierschänken in den übrigen drei Orten jenseits der Brig, nebst etlichen Maurer-, Zimmer-, Schneider- und Schustermeistern aufzufinden. Nicht einmal ein Bäcker oder Kramer; das Weißbrod kaufte man in der Stadt Villingen, von dort und dem Jahrmarkte beschaffte man sich Kleidungserfordernisse. Schmiede, Sattler und Wagner mußten ebenfalls in der Stadt aufgesucht werden. Das laufende Jahrhundert ließ ein belebteres Treiben eintreten.

Mit diesen wohlmeinenden und wohlgesetzten Worten beschreibt der Autor das eigentliche Brigthal, das sich in einer Weite von 15-20 Minuten und in einer Länge von 2 Stunden zwischen Villingen und Donaueschingen erstreckt. Die zitierte Beschreibung dürfte noch einige Jahrzehnte, bis in unser Jahrhundert hinein, weitgehend zutreffend gewesen sein. Der Verfasser beschließt seine Darstellung mit einer Gesamtcharakterisierung des Brigachtales und seiner Bewohner:

Kur: und wahr gesagt, das Brigachtal ist ein ertragsfahiges, freundlich-romantisches Landschaftehen. dessen Bewohner vermöge ihrer allgemeinen Gesittung, ihres ehrenfesten Charakters, ihres regsamen Strebens in Haus-, Land- und Waldwirthschaft, in Veredelung des Pferde- wie des Hornvieh-

standes, überhaupt durch ihr gunzes Gebahren allseitig sich wiirdig erzeigen.

Sehr vieles hat sich in den über 130 Jahren seit Erscheinen dieses Textes in den Gemeinden des Brigachtales gewandelt. Die Landwirtschaft ist in ihrer Bedeutung als Erwerbszweig stark in den Hintergrund getreten; die weitaus meisten Berufstätigen pendeln aus in umliegende Städte, eine bescheidene Anzahl von Gewerbebetrieben bietet Arbeitsplätze in den Brigachtalgemeinden selbst. Die Gemeinden haben ihre Einwohnerzahlen allein in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zum Teil mehr als verdoppelt. Manche 'Bausünde' ist im Gefolge des Zeitgeistes unterlaufen, mancher heute bedauerte Abriß eines erhaltenswerten Gebäudes mag erfolgt sein. Der aufmerksame Betrachter der folgenden Bilder wird bei einem Vergleich mit den heutigen Gegebenheiten aber auch feststellen können, daß vieles in den alten Ortskernen in seiner Grundstruktur erhalten geblieben ist und unter einer oft gelungenen Erneuerung den alten Charakter bewahrt hat.

Durch die Vorlage dieses Bändchens mit Bildern vornehmlich aus der Zeit zwischen 1880 und 1940 soll nicht einer verklärenden Vergangenheitsseligkeit Vorschub geleistet werden, wohl aber einer begründeten Liebe zur Vergangenheit und Achtung vor der Leistung der Vorfahren. Es geht nicht um ein Schwelgen in der Vergangenheit, sondern um ein bewußtes Leben aus der Vergangenheit.

Allen, die durch die Bereitstellung von Bildern und Weitergabe von Informationen dazu beigetragen haben, gilt an dieser Stelle herzlicher Dank.

1. Karte von 1784 mit den KaiserlichKöniglich- Vorder-Österreichischen Dependenzorten der Stadt Villingen: Marbach, Rietheim, Überauchen, Klengen und Groningen. Der Fürstenbergische Ort Kirchdorf und die zwei St. Georgischen Höfe Beckhofen sind ausgeklammert.

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2. Rietheim; Ortsname 'Heim im Ried'. 1094 erstmals schriftlich erwähnt als Rietheim, 1345 Ryrthaim, 1470 Rietha. Zur Gemeinde gehören DorfRietheim und Weilersmühle. Ortsadel: 1092 ein Sigibot, 1094 ein Walter, 1215 ein Berthold von Rietheim. Letzerer war Plebanus (Leutpriester). Im Jahre 1994 feierte die Gemeinde eindrucksvoll ihr 900jähriges Bestehen.

3. Rietheim wird 1360 als Filiale der Pfarrei Kirchdorf erwähnt. 1487 ist eine Konradskapelle nachgewiesen, Sekundarpatronin ist die Büßerin Magdalena. Im Dreißigjährigen Krieg anno 1633 wurde Rietheim fast völlig zerstört. Der überaus tüchtige Pfarrer Joseph Diem von Kirchdorf ließ 1719 einen neuen Chor errichten. Auf ihren Wunsch wurden die Rietheimer 1797 nach Villingen eingepfarrt, kamen aber später wieder nach Kirchdorf, weil die Villinger Münsterpfarrei mit ihren sieben Geistlichen überlastet war. Seit 1927 ist Rietheim Filiale der Pfarrgemeinde St. Fidelis, Villingen. 1990/91 wurde die Konradskirche vergrößert und umfassend renoviert.

RIET HEIM

im ,,~öroen", am 21. <>uni ISSl, am länglten iS:ag ~ott geb' al!en 'lllenld)en ein Streben nad) 'mabrbeit, 'Dann bleibt aud) bern 'mein bie l:Ld)tbeit unö ~Iarbeit. ~ott lpenbe lonnlid>lten, lonniglten Strcb],

'Den bliibenöen 'Reben im ~lottertal.

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J. VICTOR VON SCHEFFEL

Gasthof zum Löwen, Rietheim bei Villingen

4. Von Ende 1857 bis Sommer 1859 weilte Victor von Scheffel in Donaueschingen. Der Dichter liebte die Freiheit, nicht die Enge im Fürstlichen Archiv. So lernte er bei seinem kurzen Aufenthalt auf der Baar durch Wandern unsere Heimat gut kennen. Ein gern gesehener Gast war 1. Victor von Scheffel bei einem guten Schoppen in Rietheim im 'Löwen'. 1881 war Scheffel drei Wochen in Dürrheim zur Kur; während dieser Zeit schrieb er diese Zeilen bei einem erneuten Besuch im 'Löwen'.

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5. Die Rübenernte gehört zu den letzten Ernten im Jahr. Die Rübenblätter wurden auch eingefahren und als Kraftfutter verwendet. Nach getaner Arbeit war es für die Kinder eine 'Gaude' (Freude), die Rüben auszuhöhlen und am Abend ein Licht hineinzustellen, um andere zu erschrecken.

6. Der Winter hat seinen Einzug gehalten. Was den Kindern oft eine Abwechslung im Alltag brachte, war für die Bauern, die den 'Bahnschlitten ' mit acht und mehr Doppelgespannen an Pferden oder Ochsen fahren mußten, oft eine schwere Arbeit.

7. Die wohlverdiente Sonntagnachmittagsruhe vor dem Gasthaus 'Zum Grünen Baum' in Rietheim. Diese Postkarte von 1906 wurde an Fräulein Mathilde Stemmer nach Trochtelfingen (Hohenzollern) geschickt. Die ehemalige Zehntscheune wandelte sich ab 1722 zum 'Bierhus', Unter dem Besitzer Joharm Meßmer als Metzger und Geschäftsmann kamen 1898 eine Metzgerei und eine Gemischtwarenhandlung hinzu.

8. Marbach gehörte zur Landgrafschaft Breisgau (Gebiet der Stadt Villingen), war kurze Zeit württembergisch und wurde 1806 badisch. Im Kloster St. Gallen ist in einer Urkunde vom 17. Januar 1200 der Ort als 'Marpach' erwähnt. Ende 1886 fand man oberhalb des Dorfes 'auf der Grub' an der Winterhalde beim Steingraben alemannische Plattengräber. Das Kloster Reichenau hatte unter Abt Friedrich von Wartenberg Besitzungen, von diesen mußten die Abgaben in den Kelnhof nach Kirchdorf geliefert werden. Im Vordergrund ein Zug auf der Fahrt in Richtung Donaueschingen sowie die Abzweigung der 1967 abgebauten Nebenstrecke nach Bad Dürrheim. Mit der 1869 angelegten Württembergischen Bahn verfügte Marbach gleichsam über drei Bahnlinien.

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