Brunsbüttel in alten Ansichten

Brunsbüttel in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Lewerenz
Gemeente
:   Brunsbüttel
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5989-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brunsbüttel in alten Ansichten'

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Einleitung

Obwohl Brunsbüttel als Stadt noch recht jung ist, sie wurde am 15. Ianuar 1949 aus der Taufe gehoben, feierte sie im [ahre 1986 ihren 700. Geburtstag mit dem alten Kirchspiel Brunsbüttel, das im jahre 1286 zum erstenmal urkundlich erwähnt wurde.

'Wie alt ist Brunsbûttel?' Diese Frage wird oft gestellt. Es ist interessant, daß in dem Vertrag vom 7. Mai 1281 zwischen Hamburg und Dithmarschen in dreizehn gleichlautenden Urkunden für Dithmarscher Kirchspiele der Name 'Uthaven' genannt wird, man hält diesen Ort für das ältere Brunsbüttel. Die älteste bekannte Urkunde, in der Brunsbüttel erwähnt wird, ist der Vertrag des Kirchspiels Brunsbüttel mit dem Erzbischof Giselbert van Bremen vom 14. Juli 1286.

Zum Kirchspiel Brunsbüttel gehörten neben dem Flecken Brunsbüttel die Dörfer Groden, Süderhusen, Norderhusen, Mühlenstraßen, Oster- und Westerbelmhusen, Pötthusen, Wall, Soesmenhusen, Oldeburwörden und Ostermoor,

Es gab oft Streitigkeiten zwischen Hamburg und Brunsbüttel, das geht aus verschiedenen Urkunden aus den [ahren 1291, 1304,1315,1430 und 1431 hervor. Im Iahre 1491 wurde Brunsbüttel völlig ausgeplündert und anschließend in Schutt und Asche gelegt (Landfeind Claus Engel).

Aber nicht nur Kriege, sondern auch Sturmfluten und Epidemien haben Brunsbüttel immer wieder heimgesucht. So wurde

das DorfSüderhusen mit dreißig Morgen Land im Iahre 1566 vernichtet. Viele Gemeindemitglieder starben 1605 an der Pest. In den [ahren 1617,1628,1656,1664,1674,1684,1685, und 1699 gingen im Kirchspiel Brunsbüttel bei den Sturmfluten 170 Häuser und ca. 500 Morgen an Land verloren. Zu unterstreichen ist das Iahr 1674, bei dieser Sturmflut wurde der ganze Ort nebst Kirche und Schule zerstört. Danach wurde beschlossen, den Ort Brunsbüttel weiter landeinwärts zu verlegen. Als neuen Standort wählte man die Wurt um den neuen Friedhof, den heutigen Kirchplatz.

Der Ort wurde 1627 (Dreißigjähriger Krieg) von den kaiserlichen Truppen unter General Wallenstein als Bollwerk und Elbfestung ausgebaut, danach durfte das alte Brunsbüttel im Iahre 1644 größer gewesen sein als die neue Ansiedlung.

Die schwerste Sturmflut am Weihnachtsabend 1717 ist Bestandteil der Geschichte Brunsbüttels geworden. Es kamen 173 Menschen und 614 Stück Vieh ums Leben, 62 Gebäude wurden weggespült, 198 beschädigt und 772 Morgen Land gingen verloren. Das Eddelflet (heute Braake) wurde hinter dem Schleusenbruch ein reißender Strom. Es konnten größere Schiffe hier einlaufen bis zum Entwässerungssiel am Eddelaker-Haven. Hier wurde dann auch der Umgehungsdeich gebaut, der im Volksmund auch Soldatendeich genannt wurde. Der dänische König entsandte 5 000 Soldaten zur Hilfeleistung für dieses Bauwerk.

Die letzten gewaltigen Anstrengungen zur Abdämmung der Braake wurden am 11. Iuli 1762 von Erfolg gekrönt. Zur Erinnerung setzte man hier auf dem Deich einen Gedenkstein mit der Inschrift: HIER WOR DE KOOG SLOTEN 11.7.1762. So entstand der Brunsbüttel-Eddelaker-Koog, der ein reiner Bauernkoog war. Dadurch konnte die Braake-Mündung zum Bau eines günstig gelegenen Hafens genutzt werden. Es siedelten sich hier Fischer und Schiffer an.

So entstand der Ortsteil 'Neuenkoogshafen', der dann als Brunsbüttelhafen, später als' Alter Hafen' bekannt wurde und als Umschlagshafen für Dithmarschen diente. Von hier wurden landwirtschaftliche Güter, Korn und Butter hauptsächlich nach Hamburg verschiffi. Von 1817 -18 2 4 beteiligte sich Brunsbüttel auch am Walfang. Es wurde die 'Brunsbütteler-Grönlandgesellschaft' gegründet. Man kaufte ein Schiff und taufte es auf den Namen 'Binigkeit von Brunsbüttel'. Es wurden ein Packhaus und eine Tranbrennerei errichtet, daneben entstand auch eine Schiffszimmerei, die dann später als Werft (nach dem Zerfall der Grönlandgesellschaft) betrieben wurde. Durch den Bau der Holsteinischen Marschenbahn im Iahre 1877 verlor der Hafen an Bedeutung. Der Baubeginn des Kaiser-Wilhelm-Kanals im [ahre 1888 brachte dem Hafen einen erneuten Auftrieb. Es wurde hier auch Baumaterial für den Schleusen- und Vorhafenbau angelandet. Dieser Kanal durchschnitt den Brunsbüttel-

Eddelaker-Koog, welcher offiziell im Iahre 1907 die Bezeichnung 'Brunsbüttelkoog' erhielt. Am 20. Juni 1895 wurde der Kaiser- Wilhelm-Kanal eingeweiht, die kaiserliche Jacht 'Hohenzollern' durchschnitt das Band und trat als erstes Schiff seine Reise durch den Kanal an. Doch diese Wasserstraße erwies sich bald als zu klein und wurde in den [ahren 1907-1914 erweitert. Man könnte diesen Kanal als 'Tor zur Welt' bezeichnen, da die Schle~sen ja über Tore verfügen. Mit diesem Kanal ist die Stadt Brunsbüttelkoog zur Großgemeinde herangewachsen. Die Gebietsreform und die Eingliederung der Gemeinde Brunsbüttel mit den Orten Mühlenstraßen, Oster- und Westerbelmhusen, Ostermoor, der Gemeinde Westerbüttel sowie einem Teilstück der Gemeinde Büttel fanden 1970 statt. Als letzte Gemeinde wurde Blangenmoor-Lehe 1972 eingemeindet. Doch seit 1970 trägt die Stadt Brunsbüttelkoog den Namen der Muttergemeinde 'Stadt Brunsbüttel' .

Durch die Landesplanung wurde der Wirtschaftsraum Brunsbüttel zum Kerngebiet der Industrie und des Gewerbes. Eine vorbildliche Infrastruktur wurde hier geschaffen. Leistungsfáhige Hafenanlagen stehen an der EIbe und dem Nord-OstseeKanal zur Verfügung. Straßen- und Schienenwege stellen die Verbindung nach Hamburg und den nordischen Ländern her. Die Großunternehmen wie die RWE-DEA AG, Bayer AG und Hydro Agri GmbH haben hier ihre Zweigwerke. Es ist daher zu

verstehen, daß die Stadt Brunsbüttel mit dem Poststempeltext

, BrunsbütteJ l' Industriestadt im Grünen mit hohem Freizeirwert, geworben hat. Es leben heute ca. 13 750 Einwohner in dieser Schleusen- und Industriestadt. Alle Schularten, zahlreiche Sport-, Spiel- und Erholungsanlagen, eine Stadtbücherei, ein Kreiskrankenhaus, ein modernes Freizeithallenbad an der Braake sowie ein Freibad am Schnittpunkt der Elbe mit dem Nord-OstseeKanal prägen das Stadtbild. Eine Umgehungsstraße mit Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal entlastet den innerstädtischen Verkehr seit 1983. Irn Iahre 1992 wurde das Kultur und Begegnungszentrum 'Elbeforum' mit großem Veranstaltungssaal, Ausstellungshalle und Tiefgarage als neue Attraktion der Öffentlichkeit übergeben. Viele Urlauber erfreuen sich an den Sehenswürdigkeiten wie Heimatmuseum. den Schleusenanlagen mit den Seeschleusen, die vom Segelboot bis zum Kreuzfahrtschiff von mehr als 35 Nationen passiert werden. Wer einmal in Brunsbüttel war, kehrt gerne zurück oder findet hier seinen neuen Heimathafen.

Der Text wurde mit der Chronikgruppe der Volkshochschule Brunsbüttel erarbeitet.

Oktober 1994, Heinz Lewerenz

1 Diese Abbildung war die Titelseite zur Festschrift anläßlich der 700-Jahrfeier der Stadt Brunsbüttel. Die Ansicht aus demjahre 1823 zeigt das alte Kirchspiel Brunsbüttel von Süden her. Es ist ein kolorierter Altonaer Steindruck von J. Leger. Die Bildvorlage wurde vom Schleswig- Holsteinischen Landesmuseum Schloß Gottorf zur Verfügung gestellt.

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2 'Dat Karspel Brunsbüttel to Ditmarschen Anno 1600', so lautet die Legende dieser Reproduktion. FünfKartenwerke wurden von dem Brunsbütteler freischaffenden Künstler Willi Horst Lippen gefertigt und zeigen die Veränderungen von 1600-1900. Es lohnt sich, dieses Kartenwerk zu studieren. denn hier ist die geschichtliche Entwicklung des Ortes zu erkennen. Die Originale der Karten findet man im Heimatmuseum Brunsbüttel.

3 Auf dieser Karte ist der durch die Sturmflut von 1674 entstandene Landverlust zu ersehen. Diese Flut hat die Festung 'Brunsbütrel' sowie die Kirche und die Schule zerstört und ist im Kartenwerk als Alt-Brunsbüttel im Elbstrom zu finden. Nach dieser Katastrophe wurde beschlossen, den Ort Brunsbüttel weiter landeinwärts zu verlegen. Man wählte die Wurt um den Friedhof dem heutigen Kirchplatz.

4 Dieser Grundriß der Festung Brunsbüttel wurde als Wandgemälde von dem Brunsbütteler Künstler Jens Rusch am Hause der Sackstraße Nr. 2 am Markt erstellt. Als Vorlage diente der vom Husumer Kartographen Johannes Meier im Iahre 1648 geschaffene Grundriß. Der Ort wurde 1627 von den kaiserlichen Truppen unter General Wallenstein als Bollwerk und Elbfestung ausgebaut.

5 Dieser Friedhof mit der heutigen [acobuskirche wurde 1654 wegen der ewig wiederkehrenden Überschwemmungen hier auf dieser Wurt angelegt. Der wohlhabende Kirchspielsvogt Matthias Boie hatte diese Landfläche dem Ort geschenkt. In seinem Testament hatte er daraufbestanden, auf diesem 'trockenen' Platz beigesetzt zu werden. Die [acobuskirche wurde hier 1678 errichtet, in der am 16. N 0vember 1679 der erste Gottesdienst abgehalten wurde. Zu erwähnen ist noch, daß die Umsiedlung des Ortes Brunsbüttel in den [ahren 1675 und 1679/80 um die Kirche herum erfolgte. Nach dem GrundriB der Festung

müssen in dem alten Brunsbüttel 140 Häuser vorhanden gewesen sein. Spätere Umsiedlungskarten führten nur noch ca. 100 Häuser auf.

6 Die bildliche Darstellung von WH. Lippert zeigt die überschwemmte Marsch nach dem Deichbruch 1717. Diese Weihnachtssturmflut prägt die Geschichte von Brunsbüttel. Allein im Kirchspiel Brunsbüttel kamen 173 Bürger in den Fluten um. Es stürzten 62 Gebäude ein, 200 Häuser wurden beschädigt, 772 Morgen Land holte sich der 'Blanke Hans', und viele Ländereien waren durch das Salzwasser unbrauchbar geworden.

7 Auch diese Darstellung ist erforderlich, um den ewigen Kampf mit den Sturmfluten in Erinnerung zu rufen. Auf der Zeichnung von WH. Lippert wird der im Iahre 1718 vergebliche Versuch, die Braake abzudämmen, dargestellt. Es wurden viele Anstrengungen unternommen. Erst am 11. Juli 1762 war die gesamte Arbeit von Erfolg gekrönt. Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein auf dem Deiche an diese schwere Zeit.

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