Buchen in alten Ansichten Band 1

Buchen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0845-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Buchen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Schon die ersten schriftlichen Erwähnungen im Lorscher Codex (773) zeigen, daß Buchen kein kleiner und auch kein armer Ort war: Buchener Bürger machen dem Kloster namhafte Schenkungen. Unter den Adeligen von Dürn vergrößerte es sich, so daß diese es (vor 1280) zur Stadt erhoben. Inzwischen war eine Stadtbefestigung errichtet worden, die ihre erste Bewährungsprobe 1382 bestand. 1309 verkauften die Dürner Buchen an die Erzbischöfe von Mainz. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich nun. Die alte Stadtburg wird zur Sommerresidenz ausgebaut, die Stadtkirche neu erbaut, und die Befestigungsanlagen werden verstärkt.

Zahlreiche Gewerbe (Gerber, Tuchmacher und Töpfer), sowie die Einrichtung von Märkten, brachten einen Aufschwung, der sich zur Sage vom 'Talerstädtchen' verdichtete: in ihrem Übermut sollen die Buchener behauptet haben, sie könnten ihre Marktstraße mit Talern pflastern.

Der Neun-Städte-Bund und die Beteiligung im Bauernkriege (Götz von Berlichingen hatte in Buchen 1525 die Hauptmannschaft übernornmen), brachten noch einmal einen Höhepunkt. Mit dem Strafgericht über die Bauern und dem Erlaß einer die Macht der Stadtverwaltung brechenden Stadtordnung (1528) stockte jedoch die weitere Entwicklung.

Noch 1930 (mit Bildern aus diesem Jahr endet unser Büchlein) war Buchen kaum über seine alten Stadtmauern hinausgewachsen. Es blieb zwar Amtsstadt, auch Sitz eines Bezirkes, später sogar eines Kreises, aber es lag 'Abseits der Heerstraße' (Titel eines Buches über den Bezirk Buchen 1929/1930). Die Mauern hielten weder den Schweden (1631) noch den Franzosen (1688) mehr stand, und die alte Rörnerstraße hatte keine Bedeutung mehr. Der Hauptverkehr ging vom Neekar über Adelsheim nach Würzburg (B 292). Erst 1812 bekam Buchen eine Posthalterei auf einer neu eingerichteten Postroute (heute noch: 'Odenwaldpost'). Auch die erste Eisenbahn in unserem Raum berührte Buchen nicht. 1887 aber wurde der Anschluß hergestellt.

Im Jahre 1803 war zudem noch das Kurfürstentum Mainz aufgelöst worden. Für seine linksrheinischen Verluste wurde das Haus Leiningen mit einem Fürstentum in unserem Raume entschädigt. Anerkennenswerte Bemühungen der Leininger endeten schon 1806, als Buchen zu Baden kam. Nun lag es erst recht abseits. Namen wie 'Badisches Hinterland' oder gar 'Badisch-Sibirien' kamen auf.

In der Münstersehen Kosmographie und in Merians Topographien wird Buchen zwar beschrieben und auf den Karten verzeichnet, einen Holzschnitt oder einen

Kupferstich sucht man jedoch vergeblich. Lediglich auf einem Jagdgrenzplan (Beilage zu Prozeßakten) ist eine Silhouette Buchens zu sehen (zirka 1590). Erst nach 1800 entstehen einige gemalte Ansichten, später auch Lithographien, Der erste Fotograf, Kar! Weiss (1876-1956), eröffnete 1894 sein Atelier in Buchen. Altere Bilder stammen von M. Hofert im heutigen Stadtteil Bödigheim.

Kriege und verheerende Brände haben der Stadt oft schweren Schaden zugefügt: so brannte im Dreißigjährigen Kriege die halbe Stadt nieder, eine Feuersbrunst im Jahre 1717 vernichtete das Rathaus und die Marktstraße. Außer ·der Kirche und dem 'Steinernen Bau' waren alle Häuser Holzfachwerkbauten. Doch die fleißigen Buchener bauten in kurzer Zeit alles wieder auf, schöner und stabiler, und erweiterten Gassen und Plätze.

Daß das Städtchen eine Zeit des Stillstandes erlebte und sich kaum erweiterte, kann man vom heutigen Standpunkt fast als einen Glücksfall betrachten. Der Zweite Weltkrieg verschonte Buchen, auch die neuen Städteplaner (die zum Teil mehr historische Substanz zerstörten als der Krieg) kamen in Buchen nicht zum Zuge.

So kann die unter Bürgermeister Josef Frank tatkräftig und mit schönen Erfolgen begonnene Stadtsanie-

rung das alte Stadtbild schonen und trotzdem den Kern bewohnbar und lebendig erhalten. Buchen hat einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Die vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg entstandenen neuen Stadtteile stellen aber nur eine moderne Fassung eines alten Schmuckstückes dar!

Folgenden Institutionen und Personen sei für die Überlassung von Bildern und die Genehmigung zu deren Abdruck gedankt: Stadtarchiv Buchen (30), Bezirksmuseum Buchen (16), Ams (2), Ganz (3), Rüdt von Collenberg (2), Stolz (6), Wesseis (9), Wiedemer (4), Wittemarm (1) und Zagatta (4).

Für die Texte bot vor allem die Zeitschrift des 'Vereins Bezirksmuseum Buchen e.V.', 'Der Wartturm', eine gute Hilfe.

1. Buchens Lage.

Buchen liegt anmutig am rechten, ansteigenden Ufer der Morre, bevor diese ins Mühltal und damit ins Waldgebiet eintritt, Das linke Ufer (im Vordergrund) blieb vorerst unbebaut. Die Stadt, 339 Meter über dem Meeresspiegel, ist von einigen Anhöhen umgeben. Auf einer steht noch ein Wartturm. Von ihm aus hat man den Ort am schönsten vor sich liegen, und die meisten 'Gesamt'- oder 'Total'Ansichten wurden von hier aus aufgenommen. Der Wächter hatte Ausblick nach allen Seiten, um Freund oder Feind ausmachen zu können, der Anreisende jedoch, er mag von Heidelberg oder Würzburg, Frankfurt oder Nürnberg kommen, sieht die Stadt erst, wenn er den letzten Hügel überschritten hat. (Älteste bekannte Fotografie, nach 1887.)

2. Buchen aus der Luft.

Die in den zwanziger Jahren gemachte Aufnahme zeigt noch deutlich den alten Stadtkern. Man glaubt die alten Mauern noch zu sehen. Nur hie und da, an den Ausfallstraßen, wurden einige Neubauten errichtet. Jetzt ist Buchen nach allen Seiten über diesen Kern hinausgewachsen, ganze Stadtviertel wurden vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet, als für Ausgebombte und Flüchtlinge Wohnraum geschaffen werden mußte. Für ihren Lebensunterhalt war auch die Ansiedlung von Industrie notwendig. Eine ganze Schulstadt ist entstanden, Sportplätze, Turnhallen, Hallenbad und so weiter.

3. Die feste Stadt.

Die Tal1age an einer Furt bewirkte ein Zusammentreffen vieler Straßen und Wege an diesem Punkte. Nicht immer waren es harmlose und friedliche Reisende, die hier durchzogen. Zwischen 1237 und 1242 wurden deshalb schon zwei Gräben und eine Ringmauer angelegt, die ihre Bewährungsprobe 1382 bestanden. Kurfürst Ruprecht von der Pfalz, der mit Erzbischof Adolf von Mainz im Streite lag, konnte die Stadt nicht erobern. Um 1490 wird eine zweite Ringmauer geschaffen und die Vorstadt in die Ummauerung einbezogen. Ansehnliche Reste dieser Wehranlagen sind an verschiedenen Stellen noch erhalten. Hier ein Teil des Grabens, der damals noch der Entwässerung diente, mit einem Stück der Stadtmauer in der Nähe des heutigen Joseph-Martin-Kraus-Platzes.

4. Idylle am Stadtgraben.

Als die alte Stadtmauer ausgedient hatte, wurde sie an vielen Stellen niedergerissen. Fast überall gucken heute Häuschen, die sich an sie anlehnen oder auf ihren Grundmauern gebaut wurden, lustig über sie hinweg. Kleine Gärtchen breiteten sich vor ihr aus. Die Seiler sollen in früheren Jahren hier ihre Seile gedreht haben. Im Graben fließt noch Wasser, über kleine Fußstege gelangt man auf den Wall, hinter dem die 'Schütt' liegt, aufgeschüttet, wie der Name sagt. Unser Bild stammt noch aus der Zeit vor dem Durchbruch beim Küfer Wörner zur Kellereistraße hin. Die warmen Südwände verloekten manchen Gartenbesitzer, hier ein edleres Obst oder sogar einen Weinstock zu ziehen.

5. Der Stadtturm.

Von den zahlreichen Türmen rund um die Stadtmauer ist nur einer stehen geblieben. 1853 wollte das Bezirksamt auch ihn abreißen lassen, als einen 'finsteren Gesellen des Mittelalters', aber Bürgerausschuß und Gemeinderat widersetzten sich mit neununddreißig von siebenundvierzig Stimmen. So blieb Buchen ein Wahrzeichen erhalten. Nach dem Brande von 171 7, der auch ihn in Mitleidenschaft zog, wurde der zur Innenseite gekehrte offene Teil geschlossen (eine Wappentafel mit der Jahreszahl 1719 zeigt diese Baumaßnahme an) und die heutige barocke Haube aufgesetzt. Als es keinen Türmer mehr gab, war das Stübchen Domizil anderer 'Einsiedler'. So bewohnte es der Maler Ludwig Schwerin, der aus Buchen stammt, einige Zeit. Heute ist rechts von ihm ein Durchbruch für Fußgänger geschaffen worden.

6. Soll die Stadtmauer erhalten bleiben?

Wie vordem um den Stadtturm ging es 1921/1922 um den Erhalt der Stadtmauer. Anlaß war der Bau einer neuen Volksschule am Kirchplatz in der Nähe der alten Stadtmauer. Nun plädierte das Bezirksamt Buchen, das seinerzeit den Abbruch des Stadtturms angeordnet hatte, für die Mauer: man solle vom alten Buchen lassen, was noch da ist. Das Ministerium für Kultus und Unterricht in Karlsruhe ließ sich dahingehend vernehmen, daß von seiten der Denkmalpflege kein Interesse an der Erhaltung bestehe, da sie mit beträchtlichen Kosten verbunden sei. Auf unserem Bilde vom Juni 1921 ist neben den Gerüsten für den Neubau der Schule noch der gesamte Rest der dortigen Mauer zu sehen.

7. Noch weitgehend intakte Stadtmauer am 'Graben'.

Noch weitgehend erhalten ist die Stadtmauer am 'Graben'. Eine eingemauerte Kanonenkugel erinnert an eine Belagerung. An anderer Stelle zierte die Stadtmauer einst der 'Blecker', eine Figur, die ihr blankes Hinterteil nach außen kehrte. Ob sie böse Geister abschrecken sollte, wie die einen meinen, ob sie ein Zeichen des Hochmuts der Buchener und ihrer Verachtung der Umlandbewohner gewesen ist, ist unsicher. Pfarrer Weigand fand sie 1906 im Garten eines Bildhauers in Grünsfeld wieder und brachte sie nach Buchen zurück. Nun wurde sie fast zum Idol der Buchener, wo sie speziell an Fastnacht eine große Rolle spielt. Das Original steht heute im Bezirksmuseum zwischen 'Neidbalken', die tatsächlich eine Art Abwehrzauber darstellten.

8. Der 'Blecker-Club'.

Der 'Blecker' wurde bald nach seiner Rückkehr in das Buchener Fastnachtgeschehen einbezogen. Keine Schreckfigur mehr, auch keine 'Götz'-Andeutung, im Gegenteil: es ist zu einer hohen Ehre geworden, ihm durch Küssen des Hinterteils seine 'Referenz' zu erweisen. Zur Pflege der 'Buchener Faschenaacht' und allgemein der Kultur und des Heimatgedankens wurde am 17. November 1913 in der Restauration 'Wittemann' ein 'Jung-Blecker-Club' gegründet, der seine Tätigkeit zwar während des Ersten Weltkrieges einstellen mußte, aber schon 1919 neugegründet wurde. Die Pflege der 'Faschenaacht' hat nun die 'Narrhalla' übernommen, der Bleeker-Club unterstützt heute unter anderem den 'Verein Bezirksmuseum'. Unser Bild zeigt den Bleeker-Club bei einer Sitzung im Februar 1919.

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