Burgsteinfurt in alten Ansichten

Burgsteinfurt in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Hilgemann
Gemeente
:   Burgsteinfurt
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2415-7
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Burgsteinfurt in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wer sammelt heute schon Ansichtskarten seines eigenen Wohnsitzes? Ansichtskarten wurden und werden in der Regel gekauft, um Verwandten, Freunden und guten Bekannten in aller Welt einen freundlichen, bebilderten Gruß aus der Heimat zukommen zu lassen. Aber sammeln? Wozu schon, wo man doch das, was da abgebildet ist, jederzeit anschaulich vor Augen hat. Bis man dann zu spät entdeckt, daß das alte Bild für alle Zeiten unwiederbringlich dahin ist. So ist es zu erklären, daß nur wenige Burgsteinfurter noch über Ansichtskarten mit Darstellungen früherer städtebaulicher Zustände verfügen.

Der Verfasser hatte schon früh eine Vorliebe für die heutigen Raritäten verspürt und sie in der Überzeugung gesammelt, daß sie eines Tages doch von ideellem und praktischem Wert sein könnten. Dem Ergebnis des Sammelns verdankt dieses Buch der Erinnerung sein Zustandekommen. Ein Bestand an Postkarten und historischen Fotos bildete den Grundstock, der durch Reproduktionen alter Ansichten ergänzt wurde. Der eine oder andere Betrachter der Bilder aus vergangenen Tagen wird vielleicht dieses und jenes vermissen, was er gern einmal wiedergesehen hätte. Aber das Fehlen geeigneter Fotos, eine möglichst abwechslungsreiche Bilderfolge, der zur Verfügung stehende Raum und die Beschränkung auf die Zeit von 1880 bis 1930 steekten einen Rahrnen, der von vornherein eine notwendige, wenn auch bisweilen subjektive Auswahl bot.

Da finden wir nun in bunter Folge Ansichten der Stadt und ihrer Straßen nach noch erhaltenen Postkarten und zum Teil schon vergilbten Fotos, die manch liebe und auch wehmütige Erinnerung in uns wachrufen, zugleich aber auch ein Stück Stadtgeschichte verkörpern. Und was hat man früher nicht alles auf Postkarten dargeboten!Mancher Fotograf entdeckte Motive, die nach seiner Ansicht eine Wiedergabe verdienten, uns heute aber zum Teil banal erscheinen. Und doch haben wir es diesem Umstand zuzuschreiben, daß uns manche interessante Abbildung vom ehemaligen Zustand der Plätze, Straßen und Gassen und von ihren Bewohnern erhalten geblieben ist. Durch die Hand des Heimatforschers können sie wieder mit Leben erfüllt werden und uns eine Vorstellung früherer Zeiten vermitteln.

Aber dieses Buch soll nicht nur als Tribut an die heute überall spürbare Nostalgie verstanden werden; es soll uns darüber hinaus zeigen, wie das Stadtbild sich im Laufe der Jahre gewandelt hat und einer weiteren, steten Änderung unterworfen ist. Es soll uns ferner anregen und die Augen dafür öffnen, daß einiges von dern , was in unsere Zeit hinübergerettet wurde, auch heute noch wert ist, als ein Zeitdokument beachtet und gewürdigt zu werden. Wenn diese Bilderfalge an ihrem Teile dazu beiträgt, dann ist sie gerechtfertigt und hat ihren Zweck erfüllt.

VÛE DE STEINFORT.

1. Wohl die schönste und äußerst malerische, sich einst von Westen her bietende Gesamtansicht der Stadt Burgsteinfurt findet sich in einem 1787 zu Paris gedruckten Werk. Da erkennt man deutlich die Stadtmauer mit mehreren Toren, das Alte Rathaus, die Hohe Schule , die Kleine Kirche, das Schloß, die katholische Kirche, die Große Kirche, das Torhaus der Kommende und einige Bauwerke des Parks Bagno. Den noch unbebauten Vordergrund ziert eine mit sechs Pferden bespannte gräfliche Equipage, begleitet von berittenen Angehörigen der gräflichen Garde. Ganz links zieht ein pflügender Ackerbürger ganz devot sein Käppi vor den hohen Herrschaften.

2. Diese, verkleinert wiedergegebene Lithographie des Burgsteinfurter Künstlers Esselbrügge zeigt die türmereiche Stadt Burgsteinfurt um 1845 aus anderer Sicht. Damals beschränktesich die bebaute Stadt noch auf den von der Stadtmauer und dem Stadtgraben begrenzten Raum. Von der Stelle, wo heute außerhalb des Wassertores das Krankenhaus steht, geht der Bliek über die Aa und die große, städtische Bleiche. Dahinter erkennen wir die alte Gräfte und das Wassertor. Wir sehen ferner, von links: das Schloß, die Große Kirche, die katholische Kirche, die Kleine Kirche, das Alte Rathaus, die ehemalige Hohe Schule, das Rottor und das Steintor.

3. Eine Luftaufnahme aus der Zeit um 1930 zeigt uns noch das unversehrte Bild der Altstadt, wie es sich in Jahrhunderten entwiekelt hatte. Da sehen wir rechts den Viefhoek, und, an der Besitzung Sluet vorbei, die Fortsetzung im Drepsenhoek. Im Vordergrund erkennen wir ferner den Bütkamp und die Hahnenstraße, die auf den vom Alten Rathaus, vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal und den beiden Renaissancebauten gekermzeichneten Marktplatz münden. Von der Steinstraße zweigen die Bergstraße und weiter oben die Löffelstraße und der Wilhelmsplatz ab. Herausragendes Gebäude ist das Gymnasium Arnoldinum. Ganz links am Rande ist noch ein Stück des Amtsgerichts zu erkennen.

4. Oben: aus anderer Sicht zeigt uns diese Luftaufnahme von 1930 einen weiteren Teil der Stadt. Wir erkennen die Bergstraße und die irn Zweiten Weltkrieg zerstörten Häuser, unter anderem rechts, am Eingang zur Schulstraße, die Wirtschaft E1kmann, dann 'Bucks Hof, den späteren Hof tho Gempt mit den ihn umrahmenden Häusern, die Wirtschaft Sutermann und die Veltrup'sche Besitzung und links das inzwischen auch verschwundene Haus Regelmeier. Am Ende der Steinstraße lugt noch der ehemalige Gasthof zur Krone, die heutige Besitzung Uppena, hervor, und ganz rechts erhebt sich das damalige Amtsgericht. Am unteren Rande sieht man noch die damalige, inzwischen auch abgebrochene Kohlenhandlung Ebb ing. Unten: beliebt waren einmal gerahmte Bildkompositionen dieser Art. Die Bildmitte wird von einer großflächigen Darstellung eingenornmen, in diesem Falle durch einen Panoramabliek von der Prümer'schen, später Rottmann'schen Windmühle. Das gesamte, damals noch als Ackerland genutzte Gelände im Vordergrund ist inzwischen restlos bebaut. Das Gebäude ganz links gehört zur 1817 gegründeten Rotmann'schen Tabak- und Zigarrenfabrik. Weiter rechts erkennen wir das alte Gymnasium, das Alte Rathaus, das Amtsgericht und die Große Kirche. Umrahmt wird dieses Bild von Ansichten aus dem Park Bagno, vom Schloß, vom Markt und vorn alten Gymnasium.

BURGSTEINFURT i. W.

5. Ihre Entstehung und ihren Namen verdankt die Stadt der Burg an der steinernen Furt, aus der das heutige Schloß der Fürsten zu Bentheim-Steinfurt hervorgegangen ist. Auf dieser Farbzeichnung aus der Zeit um 1905 erkennt man deutlich auf der Höhe einer künstlich angelegten Insel die mächtige Festungsmauer, auf der alle Bauwerke des Oberplatzes errichtet wurden. Zwei Brücken, ursprünglich Zugbrücken, bilden den Zugang zum Unterplatz und von dort zum Oberplatz. Über das Dach des Torhauses ragt der Turm des heute noch als 'Ritterburg' bezeichneten Teils der Anlage. Links oben ist das fürstliche, ehemals gräfliche Wappen mit den Symbolen der einzelnen Herrschaften und Grafschaften abgebildet.

6. Ein Gruß aus Burgsteinfurt aus dem Jahre 1893 auf einer für die damalige Zeit typischen, im Original farbigen Ansichtspostkarte. Da sehen wir das Hotel Detering auf der Steinstraße noch im alten Zustand mit seiner großen Wageneinfahrt und daneben ein Stück der Lölfer'schen, später Veltrup'schen Wirtschaft, ebenfalls mit großer Einfahrt. Da werden uns ferner die Bahnhofstraße mit ihrem Prunkstück, dem zwölf Jahre vorher errichteten Postgebäude, und der idealisiert dargestellte Marktplatz vor Errichtung des Kaiser-Wilhelrn-Denkrnals im Bilde vorgeführt.

7. Mögen uns derartige bunte Ansichtspostkarten heute auch etwas süßlich und vielleicht kitschig erscheinen, so erfreuten sie sich doch um 1910 großer Beliebtheit. Da bringt ein Zeppelin in seinem Innern einen Gruß aus Burgsteinfurt, und adrett gekleidete Kinder winken dem Luftschiff begeistert zu. Öffnet man den Leib des Zeppelins, findet man dort eine harmonikaartig gefaltete Serie van Kleinstbildern aus Burgsteinfurt, die seinerzeit überall Anklang fanden.

6ruß sus Burqsteinfurt

8. Auch diese Postbotin in ihrer schmucken Uniform brachte in ihrer Tasche dem Adressaten eine hübsche Kleinbildserie mit Abbildungen des Schlosses, des Marktplatzes. der fürstlichen Oberrnühle, der Bagnogaststätte, der Niederrnühle, des Arntsgerichts, des Seminars und der Johanniterkommende. Derartige Ansichtskarten, die seinerzeit in großen Mengen verkauft wurden, zählen heute schon zu den Raritäten, die von den Besitzern sorgsam gehütet werden.

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