Cainsdorf in alten Ansichten

Cainsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Norbert Peschke
Gemeente
:   Cainsdorf
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6336-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Cainsdorf in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Chronik der Gemeinde Cainsdorf

Die westsächsische Gemeinde Cainsdorf grenzt an die Stadt Zwickau. Das Niederdorf zählt noch zum Erzgebirgischen Becken, während das Oberdorf schon zum westlichen Teil des Erzgebirges gehört. Sorbische Bauern und Fischer zogen in das von den germanischen Hermunduren während derVölkerwanderung verlasserie düstere Waldgebiet des Miriquidi (d.h. Dunkel- oder Schwarzwald, heute Erzgebirge). Sie gründeten die ersten Siedlungsdörfer in dieser Gegend. Infolge der Ostexpansion der Deutschen Könige entstand 968 die Mark Meißen. In harter Rodungsarbeit wandelten fränkische Bauern urn 1170-1189 den Urwald allmählich in eine Kulturlandschaft um und gründeten das Waldhufendorf Cainsdorf. Beim Bau eines Sportplatzes fand man 192 7 in der Nähe des Kurzen Weges ein zweihenkliges Gefäß aus dem 13. Iahrhundert, wie sie im Rhein-Main-Gebiet verwender wurden.

Das Dorf ist möglicherweise nach seinem Gründer Caganis oder Cagano (der nordische Wortstamm gagn bedeutet Beute) oder auch nach einern Konrad benannt worden. Durch Verkürzung des Namens entstand Kanßdorff (1551), das sich infolge häufig wechselnder Schreibweise zu Cainsdorf (1692) wandelte. In einer Schenkungsurkunde von Meinhard, Burggraf zu Meillen und Graf zu Hartenstein, erwähnte man den Ort 1382 erstmals schriftlich. Cainsdorf gehörte seit seiner Gründung zur Herrschaft Planitz, einern Rittergut (Erstnennung 1150).

Wie jedes andere Dorf in dieser Gegend erlebte es Höhen und Tiefen. 1632, im Dreißigjährigen Krieg, überfielen kaiserliche Kroaten aus Rache für drei erschlagene Plünderer die Einwohner, töteten viele von ihnen und legten Feuer an zehn der vierzehn Bauerngüter. Hungersnöte (1772 u.a.) oder Epidemien (Pest 16811etztmalig), harte Winter oder Brände, Überschwemmungen, Wetterkapriolen oder Kriege - all' das hat die Gemeinde im Lauf der Iahrhunderte erlebt. An der schreckli -

ehen Choleraepidemie, die im jahr 1866 in Westsachsen grassierte, starben in Cainsdorf vierzig der 63 Kranken!

Gemäß Landsteuerregister des [ahres 1551 lebten im Ort 13 Grundbesitzer (bald 14) mit ihren Familien und 15 Inwohner, die der Herrschaft Planitz lehns- und erbzinspllichtig waren. Neben der Fronarbeit mit eigenem Zugtier mußten die Bauern zwei Mal jährlich Erbzins und Sachleistungen, wie Jungtiere, Wolle sowie Garten- und Feldfrüchte, abliefern. Der Frondienst endete erst am 31. Dezember 1835. Mit einer bis 1890 laufenden Rente an die van Arnims, seit 1689 Besitzer der Herrschaft Planitz, konnten sich die Bauern vorn Frondienst befreien. Die erste sächsische Volkszählung von 1834 verzeichnete lediglich 168 Einwohner. Elf Iahrc später erhielt Cainsdorf die kommunale Selbständigkeit. Die Gründung der Sächsischen Eisencompagnie (die die Königin-Marien-Hütte erbauen ließ) und der Eisenbahnanschluß am 1. November 1854 veränderten den Ort grundlegend. Hatte das beschauliche Bauerndörfchen im [ahr 1843 nur 400 Einwohner, so überwand die Gemeinde die Tausendergrenzen in rascher Folge 1 852 (1 1 88 Einwohner), 1864 (2 156), 1885 (3 066) und 1895 (4031). Die nunmehrige Arbeiterwohnsitzgemeinde hatte 1906 eine Gemeindefläche von 250 Hektar, auf denen 230 Wohngebäude standen. Das waren über 18 Bewohner pro Haus.

Seit 1849 wurde in Cainsdorf für 120 Schulkinder in zwei Klassen Schulunterricht gegeben, und zwar in der Oberstube des Schauer'< sehen Gutes (heute Pechrnann). Das erste Schulhaus (seit 1898 Rathaus) erbaute man 1851/52. Wegen des Bevölkerungswachstums betrieben Isolde von Arnim, die Herrin von Planitz, und die Gemeindevertreter die Auspfarrung von Cainsdorf. Von dem Planitzer Kirchenvermögen erhielt die Gemeinde 'für alle künftigen Zetten' ein Viertel des Einkommens von der Stiftung vom Kohleberg des Heinrich von Beust

aus demjahr 1584.Am 1. November 1869 wurde mit der Einweihung der neuen Cainsdorfer Kirche die Trennung der Parochien Planitz und Cainsdorf perfekt. Ein Iahr später vollendete man auch die Kirchschule (heute Postamt). Die ständig steigende Zahl der Schulkinder machte jedoch den Bau einer neuen Schule notwendig, der 1890/91 verwirklicht wurde.Aber bereits 1898/99 mußte der linke, 1903/04 der rechte Flügel der Schule (mitTurnhalle) angebaut werden. Inzwischen besuchten 1 002 Schulkinder (1912) die Schule.

Einer Eisen- und mehreren schwachen Schwefelquellen schrieb man seinerzeit eine heilvolle Wirkung zu. Das Wasser schmeckte vortrefflich, war klar, aber eisenhaltig, und soll Appetit ausgelöst haben. In August Schumanns Lexikon des Iahres 1830 verruutere der Autor sogar, daß Cainsdorf ein Badeort werden könnte! Als sich Zwickau im Iahr 1889 die WiesenburgerWasserversorgung erschloß, war das für fast siebzig Niederdörfler das Signal, sich als Wassergenossenschaft Bockwa-Cainsdorf der Wasserleitung anzuschließen. Da das Oberdorf noch kein Trinkwassernetz besaß und der mittlere Gemeindebrunnen seit

1 880 versiegte, trieb der Gemeindevorsteher Straß die Verhandlungen mit Stangengrün und Obercrinitz voran. Im September 1900 hatte er Erfolg und sicherte die wertvollen Wasserrechte, bevor die Stadtväter Reichenbachs zum Zuge kamen. Der Wasserwerksverband Cainsdorf, Bockwa und Niederhaßlau (gegründet am 3. März 1902) ließ die Königin-Marien-Hütte den Bau der elf Kilometer langen Rohrleitung durchführen, der bereits am 22. Dezember beendet werden konnte. Der etwa zehn Meter hohe Wasserturm zur besseren Versorgung des Oberdorfes entstand 1915.

Seit dem 3. April 1900 konnten die Cainsdorfer Bürger auch die Straßenbahn nutzen, da an der Cainsdorfer Brücke eine Haltestelle der linie 3 HauptbahnhofZwickau-Niederhaßlau (seit 1934 Wilkau-Haßlau) eingerichtet wurde. Am 15. Mai 1931 erhörte man endlich die Forderungen der 'Oberdörfler', eine Buslinie einzurichten.

Das kurze Glück hielt nur bis zum 31. [anuar 1932 an. Erst seit dem 21. April 1962 verkehrt ständig wieder ein Omnibus nach Zwickau, und

seit den siebziger Iahren auch nach Wilkau-Haßlau.

Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Bockwa aufgelöst und aufgeteilt. Cainsdorf erhielt die Siedlung am Hammerwald und Teile der Brauereistraße mit Umgebung - insgesamt fast 40 Hektar und 1 450 Einwohner (zusammen jetzt 5680). Dafür mußte die Gemeinde den Cainsdorfer Bahnhof an die 25 OOO-Einwohner zählende Stadt Planitz abgeben. jetzt grenzte Planitz an die Zwickauer Mulde und hatte einen Bahnhof namens Planitz-Cainsdorf

In den beiden Weltkriegen fielen 181 beziehungsweise 271 Cairisdorfer Soldaten' auf dem Feld der Ehre', wie man damals die SiImlosigkeit desVölkermordens bezeichnete. Die von den amerikanischen Flugzeugen am 19. März 1945 abgeworfenen Brand- und Sprengbomben töteten acht Menschen und zerstörten im Mitteldorf die Häuser Hauptstraße 14,37 und 63. Schließlich zogen zahlreiche Umsiedler aus Schlesien und Ostpreußen in das Dorf. Bis zum 1. Juli war die Mulde die Demarkationslinie zwischen den amerikanischen und sowjetischen Besatzungstruppen. Dann besetzten letztere auch Cainsdorf. Seitdem gehörte der Ort zum ' sozialistischen Teil Deutschlands' , der späteren DDR. Die SED und mit ihr verbündete Parreien bestimmten in den nächsten 45 [ahren die Kommunalpolitik des Ortes. Wohnten 1954 in der Gemeinde 6 250 Einwolmer - Höchstand! - so sind es heute (1993) nur noch 2498. Warum zogen die Menschen fort?

Die Cainsdorfer erlebten am 10. Juli 1954 die katastrophale Überschwemmung der Zwickauer Mulde, die auch in der Gemeinde zu Unterspülungen, Dammbrüchen und zu großen materiellen Schäden führte. Durch die Ausräumung des Flußbettes traten bei Niedrigwasser sogenannte zusammenhängende Aufschlüsse auf, die aus Kalkstein, Schiefer, Steinkohle und Melaphyr bestehen. Selbst in Mitteleuropa sind solche Aufschlüsse aus verschiedenen Erdzeitaltern (Silur, Devon, Oberkarbon) sehr selten. Sie wurden deshalb als geologisches Naturdenkmal erfaßt.

Die Geschichte zeigt, daß der ökonomische Wettbewerb mit dem marktwirtschaftlich orientierten Teil Deutschlands verloren wurde,

trotz mancher Bemühungen und hoffnungsvoller Ansätze. Ab 1990 wurde aus den 'volkseigenen' oft wieder die alten privaten Besitzverhältnisse hergestellt. Wer damals mit offenen Augen durch Cainsdorf ging, glaubte, die Zeit sei stillgestanden. Bröckelnde Fassaden, holprige Straßen, unzureichender Umweltschutz, niedergewirtschaftete Verund Entsorgungsleitungen, Mangel an vielem, aber Vollbeschäftigung. Heute ist die Tendenz genau entgegengesetzt.

Landwirtschaft, Gewerbe and Industrie

In der Nähe des heutigen Bahnhofes standen - wahrscheinlich seit der Zeit um 1270 - eine Schenke, eine Wassermühle und ein Vorwerk (Gutshof des Rittergutes Planitz). In jener Zeit lebten 44 Einwohner in dem kleinen Ort. Der erste Handwerker, ein Schneider, durfte sich 1492 niederlassen. Cainsdorf unterstand mit dreißig anderen Dörfern dem Zwickauer Bannmeilenrecht, das heißt die Stadt Zwickau bestimmte über Handel und Gewerbe.Allerdings gab es seit etwa 1695 für die vierzehn Bauern, die als sogenannte Altgemeinde seit der Dorfgründung jahrhundertelang dessen Kern bildete, das Recht des Reiheschankes, das heißt, der Bierausschank wanderte reihum. Diese Einschränkung entfiel erst 1842. Carl Friedrich Meier erhielt für die Feldstraße 9 (später Frankesches Haus) die Genehmigung, ein Wirtshaus zu bauen. Das Privathaus diente übrigens bis 1898 auch als Gemeindeamt.

1841 durfte der erste Schmied sein Handwerk im Dorf betreiben (Günther-Schmied). Einen kleinen Materialwarenladen eröffnete Johann Gottfried Schuhmann 1 836 in der Feldstraße. Die Konzession der Planitzer Herrschaft ging 1856 auf Heinrich August Schneider in der Hauptstraße 61 über, der das mehrfach umgebaute Haus schon 1850 errichten ließ. Sein Nachkomme Fritz Schneider ist alteren Bürgern sicher noch bekannt. Nach 1945 wurde der Schnittwarenhandel ûbrigens von der Familie Bauer geführt, die in der Nr. 63 ausgebombt worden war.

Nach derVerkündung der gesetzlichen Gewerbefreiheit 1862 siedelten

sich dann immer mehr Handwerker an. Gegenwärtig existieren in Cainsdorf 76 zugelassene Gewerbebetriebe.

Interessant sind auch die Gasthöfe und Restaurants: der 'Gasthof Cainsdorf' (Feldstraße 2), das 'Schützenhaus' (Wilkauer Straße 8), 'Badstûbners Restaurant' (Wilkauer Straße 4), die 'Garküche' (Hauprstraße 9), 'Sonntags Restaurant' (Haupstraße 37), 'Restaurant Brauerei Cainsdorf' (Brauereistraße 19), dazu der 'Hüttengasthof' (Am Hammerwald 4), die 'Wiener Spitze' (Brauereistraße 35) und die' Goldene Sonne' (Friedrichstraße 1), damals noch aufBockwaer Flur. Später kamen noch hinzu: das 'Kaffee Schrader' (Beethovenstraße 11), das "Iurnerheim' und die Gartenkantinen.

Jahrhundertelang war die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig der Menschen. Die Bauern bestellten ihre Felder mit Getreide, Flachs, Kraut, Rüben und spater auch Kartoffeln. Im Iahr 1946 bewirtschafteten vierzelm bäuerliche Betriebe von den 305 Hektar Katastergesarntfläche 166,4 ha Feld und Weideland (54,5 Prozent) und 15,8 ha Wald und Gewässer (5,1 Prozent). Nach Cainsdorfer Maßstäben gab es zwei Großbauern (Badstübner, Floß mit etwa 18-25 ha), vier Mittelbauern (Ludwig Ebersbach, Kurt Pechmann, Schnurrbusch und Brenner mit 13-17 ha) und neun Kleinbauern (Pristel, Junghänel, Harnm, Karl Pechmann, Flechsig, Wappler, Ludwig und Strobel mit 8-12 ha sowie Bauer mit 3 ha).Von ihnen waren Hamm, Strobel und Karl Pechmann nach 1945 sogenannte Neubauern. Erwähnenswert sind noch die beiden Gärtnereien von Paul Pflug (Bahnhofstraße 4) und Kurt Meyer (Feldstraße 13). Der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) 'Clara Zetkin' , am 22. Februar 1958 gegründet, traten nach und nach - die einen freiwillig, die anderen unter Druck - alle Bauern des Ortes bei. Nach der Einheit Deutschlands lösten sich die LPGen wieder auf und die Bauern erhielten ihr Land zurück.

Die größteren Reichtümer lagerten jedoch unter der Erdoberfläche. Die Bergleute erzielten vor allem bei oberflächennaher Steinkohle und bei Sandstein befriedigende Ergebnisse. 155 1 gründeten vier Zwickauer Bürger und der Cainsdorfer Müller Joachim Schnee eine Gewerkschaft

zum Kohleabbau. In der Bittschrift wiesen sie auf den schon über 100 jahren alten Kohlenabbau in Bockwa (und dazu zählte damals auch der niedere Teil Cainsdorfs) hin. Die Leipziger Firma Kraft & Lücke betrieb seit 1850 aufCainsdorfer Flur den Kunst-, den Viktor- und den Robertschacht. Die Stadt Zwickau besaß seit 1458 in der Gegend am Hammerwald, in der Nähe des Sportplatzes, einen Steinbruch namens Alte Kirche, aus dem unter anderem der Sandstein für den Bau der Marienkirche nnd des Gewandhauses (1522-25) gewonnen wurde.

1704 wurde bereits ein Kalksteinbruch am Niederen Anger (heute Hauptstraße 18-22) erwähnt. Als die Cainsdorfer Mühle an der Mulde der Erweiterung des Hüttengeländes zum Opfer fiel, baute [ohann GotthilfFloß 1843 an dieser Stelle (Nr. 20) die durch die Teichwässer angetriebene sogenannte Floßmühle. Den gebrochenen Kalk brannte er in einem Kalkofen zu Branntkalk. Seit etwa 1883 hieß der Besitzer Hermann Dietzsch. 192 2 übernahm Paul Strnnz Gebäude und Bäckerei (bis 1950). Die Mühle wurde inzwischen abgerissen. Der rührige Johann Gotthilf Floß betrieb übrigens an der Stelle, wo die Teichstraße nach Planitz abbiegt, auch einen kleinen Steinbruch. Mit den Pflastersteinen aus Grünstein pflasterte man unter anderem auch die Heinrichstraße (heute Katharinenstraße) in Zwickau. August von Gutbier, der 1827 das Zwickauer Kohlebecken erforschte, zeichnete das inzwischen abgebaute Naturdenkmal,

I 708 suchten Bergleute - nach einem 1555 geschetterten Versuch im Berg oberhalb der ehemaligen Brauerei - noch einmal nach Silber und Kupfer, diesmal am Hopfengarten (alter Flurname im Bereich des oberen Hüttenweges). Einjahr später trieben Christian Keilhau und Genossen den Stolln St. Michael in den Berg. 1710 grub man im Zwick'schen Stolln nach Silber nnd Kupfer, aber ebenfalls ohne Erfolg. 17 10 richtete die Planitzer Herrschaft ein Alaunwerk ein, in dem man Alannschiefer - ein schwarzerTonschiefer, reich an kohhger Substanz und Pyrit - verarbeitete. Die Alaune verwendet man vorwiegend in der Färberei, Gerberei und bei der Papiererzeugnng. BergmeisterTittel aus Oberholmdorf gründete 1805 eine Vitriolbrennerei auf Steinkohlenba-

sis, die er vier Iahre später nach Oberhohndorf verlegte. Zwischen 1818 nnd 1829 besaß er am Weg nach Wilkau ein zweites Alaun-, Eisenvitriol- und Schwefelwerk. In Schächten am Holzberg namens 'Wilhelrnine' und 'Schwarzer Mann' wurde der Alaunschiefer mitWasser ausgelaugt und die Flüssigkeit aus dem Oberdorf über eine Rohrleitung dem Werk zugeführt.

Etwa 1938/39 richtete Kurt Martin in einem Schuppen des ehemaligen Kreisel-Schachtes ein kleines Zement- und Kalkwerk ein. Dieser kleine Schacht befand sich etwa dort, wo sich die Hammerwald- und die Bahnhofstraße kreuzen. Die Bergleute förderten die Steinkohle des 'Tiefen Planitzer Flózes', das am Hammerwald bis etwa 1887 über 400 Iahre lang nnterirdisch brannte, Etwas weiter westlich, nahe an Cainsdorfer Flur, betrieb der Arzt, Botaniker nnd Cherniker Dr. August Geitner, der dasTittelsche Unternehmen nnd Planitzer Land erworben hatte, zwischen 1837 nnd 1868 eineTreibegärtnerei, die die Wärme des brennenden Planitzer Steinkohleflözes nutzte. Hnnderte von exotischen pflanzen aus südlichen Ländern gediehen hier! Schon in den dreißiger [ahren des vorigen Iahrhunderts gründete Dr. Geitner, der Erfinder des Argentans (sogenanntes Neusilber), im Niederdorf einen kleinen Betrieb zur Herstellung dieser chemisehen Substanz und eine Oleumshûtte, [ahre später bezog man beide Produktionsstätten in das Gelände der Hütte ein,

Vor allem die Kónigin-Marten-Hûtte gaben den MännernArbeit nnd Verdienst. 1843 nahm das Werk den ersten auf deutschem Boden installierten Dampfhammer in Betrieb. In der ersten und zeitweilig größten Eisenhütte Sachsens, in der bis zu 2 400 Arbeiter beschäftigt waren, stellte man neben Eisenba!mschienen auch Brücken her. Das Blaue Wunder in Dresden-Loschwitz (1893), aber auch die Rheinbrücke in Köln (zerstört) nnd die Landungsbrücke in Swakopmnnd (Namibia) sind wohl die berühmtesten Beispiele! Die Deutsche Reichs- nnd Kontinental-Eisenbahngesellschaft übernahm 1873 die in von Arnimschen Besitz befindliche Eisenhûtte. Als Zweigbetrieb der Döhlener Gußstahlwerke (seit 1917) kam der Betrieb schließlich zum Flick-Konzern. In

der DDR-Zeit gehörte das Werk als 'Betrieb 536' zur Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut. Hier wurden Bergbauausrüstungen für den Uranbergbau hergestellt oder repariert.

Im [ahr 1856 wurde die 'Erzgebirgische Societätsmüllerei, -bäckerei und -brauerei' gegründet. Die moderne Bäckerei (Knetrnaschinen, Steinkohlenfeuerung) konnte damals täglich I 600 Brote backen! Trotzdem gingen beide Betriebe ein und nur die 1858 in Betrieb gegangene Brauerei wurde am I. Oktober 1868 von der Zwickauer Braugenossenschaft bis 1913 weitergeführt. Paul Kreisel aus Bockwa erwarb die Brauereigebäude, in denen auf den Steinkohlenschàchten arbeitende kriegsgefangene Franzosen untergebracht waren. Paul Ring kaufte das Objekt im Iahr 1917, stellte Sauerkraut, Kunsthonig und Wurst her. In vermieteten Räumen arbeiteten die Porzellanbrennerei der Keramischen Werke und die Zigarrenfabrik Ernst Grundmann. 1926 richtete dann der neue Besitzer Karl Möbius die Gurkeneinlegerei und Sauerkrautfabrik ein.

In der Gemeinde existierten seit 1916 auch das Fuhrgeschäft und die Lebensmittelhandlung von Minria und JosefMachac. Sie organisierten mit zwei Pferdefuhrwerken Transporte aller Art. In den dreißiger [ahren boten die Machacs mit einemAutobus auch die beliebten Kaffeefahrten an. Die Privatfirma (auch in der DDR-Zeit!) am Kurzen Weg la hat sich schließlich auf josefs Enkel Karl Machac vererbt, wo der Kunde immer noch Möbel- und andereTransporte bestellen kann.

Ein anderes Lastfuhrunternehmen war der 1924 gegründete Betrieb der Familie Frank in der Hauptstraße 46. Im jahr 1969 richtete in dem Objekt sein Schwiegersohn Joachim Huster eine KFZ-Werkstatt ein. Als VW-Autohaus zog das Unternehmen an die Leipziger Straße in Zwickau. Im Dezember 1994 quartierte sich Ioachims Sohn Iochen als 'Auto-Huster' in diesen Räumen ein.

Die Maschinenfabrik Ewald Möckel, die sich 1930 auf dem Gelände der ehemaligen Gasanstalt in dem schmalen Streifen zwischen Bahndamm und Zwickauer Mulde etablierte, produzierte Steinbrecher, Sortier- und Putztrommeln für Schotterwerke und Gießereien, Achslager

und Radsätze für Feldbalmen und Förderwagen. Der seit 1958 halbstaatliche und 1972 zwangsverstaatlichte Privatbetrieb mit dem Namen 'Transportausrüstungen Cainsdorf' spezialisierte sich vor allem auf Lenk- und Bockräder und wurde rnit der Herstellung von Kleinpreßteilen sogar Zulieferer für das Automobilwerk Sachsenring.

Eine Firma für Baumaterialien entstand etwa 1926 auf Anregung des Cainsdorfer Bürgermeisters Emil Müller auf dem Gelände des alten Hüttengasthofes. Da der Cainsdorfer Bach verrohrt werden sollte, ließ er die Betonrohre und Schleusen, später auch andere Beton- und Terrazzoelemente, als Gemeinde selbst herstellen. 1933 wurde der kleine Betneb privatisiert und Walter Schneider dessen Besitzer (später Übernahme durch dessen Schwiegersohn Arndt).

Ein bekannter Getränkegroßhandel ist heute die Firma Huster. 1m Iahr 1925 fing Kurt Huster mit dem Getränkeverkauf an, indem er das Bier mit dem Fahrrad ausfuhr. Nach und nach vergrößerte er seine Firma. In der DDR-Zeit gehörte der verstaatlichte Betrieb zum Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt, bis die Einheit Deutschlands die Rückgabe an die Nachkommen, Lore und Hans Dinter, möglich machte.

Vereine, Kultur und Sport

Für die hart arbeitenden Menschen war Geselligkeit ein wichtiges Freizeitvergnügen. 1906 registrierte man mindestens 27 Vereine. Seit 1858 existierte im Ort ein Männergesangverein - zu manchen Zeiten sogar derer drei: der 'Männer-Gesangverein' und die Gesangvereine 'Harmonia' und 'Liederkranz' . Auf gut besuchten Veranstaltungen heimsten die Sänger viel Beifall ein! Oft traten die Sänger, die Hüttenkapelle und die Instrumentalgruppe Cainsdorf gemeinsam auf. Das zuletzt erwähnte Quartett (mit zwei Violinen, je eine Viola und ein Cello), dessen Besetzung des öfteren wechselte, wurde im Herbst 1945 von den Herren Dr. Bieck, Hamm, Kraft und Ungethüm ins Leben gerufen.

Der Verein für Gartenbau gründete 1910 im 'Badstübners Restaurant' die Kleingartensparte 'Volksgesundheit' mit dreißig Parzellen. Das

1911 errichtete kleine Vereinsheim wurde 1958 umgebaut und erhielt jetzt den Namen 'Feierabendheim'. Nach dem Erwerb eines Grundstückes nahe der Feldstraße konnten Ende 1919 weitere 100 Parzellen vergeben werden. Fünf lahre später erwarb derVerein noch den Sportplatz der Freien Turnerschaft, der sich an der Stelle befand, wo heute das 'Rosenheim' steht. Das Vereinsheim entstand in der Inflationszeit und wurde am 19. August 1923 offiziell eingeweiht. In der schlechten Zeit um 1946 wurde auf dem Sportplatz des ehemaligen 'Deutschen Turnvereins' eine weitere neue Gartenanlage mit 62 Parzellen angelegt. Die Kleingartensparte 'volksgesundheit' zählte 1985 in den drei Teilgartenanlagen 194 Gärten. Die zweite Kleingartensparte ist die 'Geldene Sonne'. Auf ehemaligem Haldengelände der Hütte legte der 'Schreberverein Bockwa' (dieses Gelände gehörte damals noch zu Bockwa) im Iahr 1910 eine Kleingartenanlage mit einhundert Parzellen an. Am 9. März 192 5 erfolgte der erste Spatenstich zur sogenannten Unterkunftshalle, die 1952 erweitert und 1972 zur Gaststätte ausgebaut wurde (heute Landgasthof) . Weiter westlich entstand 1947 noch die Anlage lImit 22 Parzellen.

Ernst Schneider, ein junger Postangestellter aus Schlettau, regte die Mitglieder des Erzgebirgszweigvereins Cainsdorfzum Schnitzen an. 1934 bildete sich dann in 'Sonntags Gasthof' die Schnitzgruppe mit den vier Gründungsmitgliedern Alfred Meier (Leiter), Ernst Schneider, Alfred Seidel und Paul Strunz. Nach dem Verbot des Vereins durch die sowjetische Besatzungsmacht gründete sich dieArbeitsgemeinschaft Schnitzen Cainsdorf, angeschlossen an den 'Kulturbund zur Erneuerung Deutschlands'. Heute zählt der sehr rege Verein unter Leitung von Gunter Weiß etwa fünfzehn Mitglieder.

Ein Phänomen war die Fußballmannschaft Meeharrik Cainsdorf (später Wismut). Das mit namhaften Spielern besetzte und von Kurt Huster (Biergroßhandel) gesponserteTeam hätte fast die Sächsische Fußballmeisterschaft 1948 gewonnen und sich somit für die Endrunde der Ostzonenmeisterschaft qualiûziert. Bekanntlich wurde damals die SG Planitz erster Ostzonenmeister. Am 14. März 1949 gründeten die Fuß-

ballvereine von Zwickau, Planitz und Cainsdorf die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Horch Zwickau, zu der auch einige der besten Cainsdorfer Spieler delegiert wurden. Die erste Pußballmannschaft fand sich übrigens 1919 zusammen und nannte sich Ballspielclub Cainsdorf Gespielt wurde zuerst auf dem Alten Sportplatz, dort wo jetzt das 'Rosenheim' steht. Im Iahr 1920 entstand hinter dem 'Schützenhaus' ein neuer Sportplatz. Nach einem Besitzerwechsel des Restaurantes legten jedoch die Schützen hier wieder ihren Schießplatz an. Zwischen dem 5. Februar und dem 17. August 1928 bauten deshalb viele Arbeitersportler freiwillig den Turnerheimsportplatz. Im nächsten Iahr, vom 26. Mai bis zum 2. Juni, feierten Tausende die Einweihung der Gesamtanlage mit Gaststätte.

Der Turnverein Cainsdorf war beispielsweise 1887 mit 3 680 Turnbesuchen an 92 Turnabenden (durchschnittlich vierzig Turnerl) der aktivste Turnverein des Turngaues Zwickau. Sich abspaltende Arbeitersportler gründeten am 1. November 1911 im 'Schûtzenhaus' den Arbeiterturnverein 'Freie Turnerschaft'. Zeitweilig hatte der Verein über 500 Mitglieder! Zur 'Preien Turnerschaft' gehörten auch die Abteilungen Leichtathletik, Schach, Ringen sowie Hand-, Raff- und Faustball.

Auf der Zwickauer Mulde fnhren die Wassersportler seit 1936 Wildwasserrennen. das Gefälle von 13 Metern zwischen dem Müblgrabenwehr und der Kohlenbahnbrücke ausnutzend. 1958 wurde das umgebaute Kanu-Sportgelände seiner Bestimmung übergeben. Berühmt wurde Cainsdorf 1972 in Insiderkreisen, als in einer wahren 'Nachtund-Nebel-Aktion' im Mühlgraben der Augsburger Wildwasserkanal der Olympischen Sornmerspiele nachgebaut wurde. Die größte Medaillenausbeute in dieser Disziplin war der DDR-Führung das Geld für den danach kaum noch genutzten Bau wert.

Seit dem 5. Juni 1904 besaß die Gemeinde Cainsdorf eine Freiwillige Feuerwehr mit dreißig Feuerwehrleuten. Vorher gab es nur die Feuerwehr der Königin-Marien-Hütte.Am 8. Oktober 1905 brannte beim GutsbesitzerWappler die Scheune, so daß die Feuerwehr nach mehreren auswärtigen Einsätzen erstmals auch in der eigenen Gemeinde ak-

tiv werden mußte. Ein Iahr später entstand das Gerätehaus neben dem Gemeindeamt. Auch heute noch ist auf die Freiwillige Feuerwehr Cainsdorf jederzeit Verlaß.

In der Hauptstraße 63 wurde am 4. Oktober 1871 der Heirnat- und Mundartdichter Gustav Nötzold geboren. Der Herausgeber von Bergbau-Ansichtskarten und Verfasser vieler Anekdoten und Bergbaugeschichten, die in den kleinen Bändchen 'Kuhlbröckle' (Kohlebröckchen) erschienen, war selbst dreißig Iahre lang Bergmann und Reviersteiger im Vertrauensschacht. Er beschrieb in erzgebirgischer Mundart die harte und gefahrvolle Arbeit der Bergleute. Nótzold verstarb am 22. November 1939 in Zwickau.

Selbst ein Roman wurde schon über Cainsdorf geschrieben. Ein Ienaer Verlag brachte das von Felix Herold geschriebene Buch im Iahr 1913 unter dem Namen 'Errungen' heraus.

Zum Schluß noch ein gutgemeinter Rat. Schauen Sie sich Cainsdorf mit offenenAugen an. Es gibt manches zu entdecken. Dieses Büchlein soll Erinnerungen wachhalten, wie unsere Gemeinde früher aussah, wie die Menschen lebten, arbeiteten oder sich vergnügten. Es waren unsere Vorfahren! Ehrt ihre Leistungen.

Norhert Peschke

Literaturnachweis:

Blaschke, prof Karlheinz: Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Leipzig 1957

Böhme/Kretzschmar: Leltfaden der Geschichte der Gemeinde Cairisdorf, Cainsdorf 1954, unveröffentlicht

Flemming, Heinz:Teile der Cainsdorfer Chronik, unveröffentlicht Herzog, Dr. Emil: Chronik der Kreisstadt Zwickau, Zwickau 1845 Hilkers Adressbuch umhegender Städte und Orte von Zwickau, Wilkau 1907

Löffler IPeschke: Chronik der Stadt Zwickau, Zwickau 1993

Schenkel, Moritz Dr.: Erinnerung an die Gründung einer eignen Parochie, Zwickau, 1869

Weller, Erich: einzelne Beiträge zur Cainsdorfer Geschichte, unveröffeutlicht

Adressbücher der Stadt Zwickau, Zwickau 1850-1947 Bunte Bilder aus dem Sachsenland II, Leipzig 1896

Pestschrift zum Heirnatfest der Gemeinde Cainsdorf, Cainsdorf 1965 Gewerbe-Ausstellung in Cainsdorf, Cainsdorf 1930

Kirchenchronik von Zwickau, Marienthai und Cainsdorf, Leipzig 1902 Zwickauer Heimatjournal, Nr. 1 und 2194-

25 [ahre Freiwillige Feuerwehr Cainsdorf, Cainsdorf 1929 780 jahre Cainsdorf Cainsdorf 1995

1852-1952, 100 [ahre Schule Cainsdorf, Cainsdorf 1952

1858-1958, 100 [ahre chorischer Männergesang in Cainsdorf Cainsdorf 1958

1911-1961,50 [ahre Betriebssportgemeinschaft Cainsdorf, Cainsdorf 1961

Bildernachweis:

Sämtliche nicht benarmten Bilder aus dem Besitz des Autors. Außerdem:

Bach, Roland: Bild 55, Brenner, Magda: Bilder 44, 66, Dinter, Hans: Bilder 64, 65, Eibisch, Udo: Bild 31,

Floß, Gotthilf: Bild 36, Gründl, Rudolf: Bild 59, Hanbold, Margarete: Bild 58,

Haustein, Kar!: Bilder 19, 37,45,47-51, 54, Titelbild, Huster, [ochen: Bilder 56,57,

Iugel, [utta: Bilder 7, 63,

Krug, Liselotte: Bilder 6, 32,

Lange, Annemarie: Bilder 33,34,42, Machac, Karl: Bilder 26, 27,

Markgraf, Wemer: Bilder 40a/b,

Matthes, Willy: Bilder 28, 30, 52, 61, Meinhold, Eberhard: Bilder 21,68,

Möckel, Horst: Bilder 10, 11,

Macker, Gerhart: Bilder 43,70,

Rezac, Anton: Bild 62,

Schmiede!, Aron: Bild 46, 71, Schnitzgemeinschaft Cainsdorf: Bilder ?laib, Teichert, Dr. Kurt: Bild 20.

Der Autor dankt den obengenannten Bürgern für die Ausleihe der Fotos und die ergänzenden Hinweise, Karl Haustein und Siegfried Kraft für die inhaltliche Durchsicht des Buches sowie Maria Hochmuth für die orthografischen Korrekturen! Lobenswert war auch die Unterstützung der Gemeindeverwaltung Cainsdorf

Die Zahlen in den Klammern am Ende [eden Bildtextes geben das ungefàhre [ahr des Entstehens des Bildes an.

Es fiel dem Verfasser schwer, aus einer dreifachen Menge von Fotos die richtigen herauszusuchen. Trotz aller Bemühungen konnten von manchem Ereignis, von mancher Stelle im Ort kein historisches Foto gefunden werden. Einige Leser werden jetzt sagen: Ich habe noch eines:

Zu spät für dieses Buch, aber nicht zu spät für die nächste Veröffentlichung oder zum Aufbewahren im Gemeindearchiv.

Vom Bockwaer Ufer der Zwickauer Mulde entstand diese Aufnahme mit der Gemeinde Cainsdorf im Hintergrund. Über die Gitterbrücke (inzwischen baute man daneben eine neue Brücke) fuhren seitdem5.]uni 1855 (Einweihung) die Kohlenzüge der Bockwaer Kohleneisenbahn zum sogenannten Kohlensammelplatz der zahlreichen Steinkohlenschächte. Über dem rechten Brückenpfeiler sieht man das Dach des sogenannten Roten Schlosses, ein großes Wohnhaus an der Bahnhofstraße. Auf dem Cainsdorfer Höhenzug, der sogenannten Cainsdorfer Nase (365 m û, NN.), stehen die ersten Häuser der Bergstraße, die Schule und die Kir-

che. Letztere sind auf vielen Fotos markante Orientierungspunkte. (Vor 1914.)

CA!NSOORF

2 Jeremias Vollrath zeichnete 1662/63 zahlreicheAnsichten von Zwickau und dessen Umgebung. Das Bild 69 vom 9. September 1 662 zeigt den zwei [ahre vorher für 27 Gulden erbauten hölzernen Muidensteg von Cainsdorf.

Zwischen den pfeilern erkennt man die 'Konsdorfformühl' (Cainsdorfer Mühle), deren Müller damals der einzige Handwerker im Ort war. Die Mühle, 1564und 1791 ein Raub der Flammen, wurde jedesmal wieder neu auf-

gebaut. Schließlich fielen sie unddasVorwerkum 1850 der Ausbreitung der Hütte und dem nachfolgenden Gleisbau der Eisenbahn zum Opfer. Die Holzbrücke wurde des öfteren durch Hochwasser oder Eisgang zerstört, so

wie beispielweise am 26. und 27. Februar 1 784 bei einer heftigen Eisfahrt nach strengem Winter. (1662.)

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