Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 2

Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hanns Schwachenwalde
Gemeente
:   Calbe an der Saale
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6442-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Auch der vorliegende zweite Band von 'Calbe in alten Ansichten' enthält wieder viele alte Bilder von Calbe, die in dem Betrachter der älteren Generation mancherlei Erinnerungen wach werden lassen, den Jüngeren aber Zusammenhänge aufzeigen, wie manches einmal war und was daraus geworden ist.

Eine Reihe von Aufnahmen besteht aus Motiven, die zeigen sollen, wie früher hier die Landwirtschaft betrieben wurde; auch sind einige Bilder dabei, die einen Eindruck vermitteln von Betrieben, die mit der Landwirtschaft verbunden waren.

Als wehrhafte Bürger schufen sich die Calbenser schon im Mittelalter eine befestigte Stadt mit Mauern und Türmen. Davon zeugt Merians Kupferstich von 1644, der zeigt, wie sich die Stadt in jenem [ahr dem Betrachter darstellte, mit Mauern und Türmen sowie dem Schloß, das 1364 erbaut worden war und bis in die Zeit der Reformation den Magdeburger Erzbischöfen als Sommerresidenz diente. Das Bild zeigt, daß Calbe damals eine recht bedeutende Stadt war. Sie gehörte von 968 bis 1680 zum Erzbistum Magdeburg und entwickelte sich hier an einem wichtigen Handelsweg von Lübeck nach Nürnberg und dem hier befindlichen Saaleübergang zu einem beachtlichen Handelsplatz, der schon seit 1160 Marktrechte besaß.

Beeindruckend sind auch die Stahlstiche aus der Zeit um 1840, die von den damals bedeutenden Gebäuden und Einrichtungen Zeugnis geben.

Dem Leser und Betrachter mögen die in diesem Band 2 von 'Calbe in alten Ansichten' veröffentlichten Bilder und Texte eine unterhaltsamen Lektüre sein und das Interesse für unsere Stadt wecken.

Mit dem nachstehenden Gedicht möchte nun auch in Reimform auf unsere auch heute noch interessante Stadt aufmerksam gemacht werden:

Calbe an der Saale

Calbe, im Herzen Sachsen-Anhalts - eine grüne Stadt, die heut' noch mittelalterliche Bauwerke hat:

Hexenturm, BlauerTurm und die Stadtmauern, sie schützten einstmals Bürger und Bauern.

Cal be - zweiWahrzeichen, seit Jahrzehnten bekannt, sind weithin sichtbar vom umliegenden Land:

Die ehrwürdige Stephanikirche, sie widerstand so manchem Sturm, und auch derWartenberg mit dem Bismarckturm.

Calbe, die wichtige Handelsstadt, seit langem einen Roland hat!

Am Rathaus er in voller Größe steht,

damit keiner auf dem Markt ein Unrecht begeht.

Calbe, reich an Bäumen, setzt umweltfreundliche Zeichen, vor allem mit der Grünen Lunge und den Teichen. Schönheiten der Landschaft hat die Stadt aufzuweisen, speziell für Radler, die den Saalewanderweg bereisen.

Calbe, auch Ort von Till Eulenspiegels Narretei, vollbrachte er doch hier der Possen zwei:

der mißlungene Seiltanz - der ließ ihn nicht ruhen vergalt es den Spöttern mit dem Spiel mit den Schuhen.

In Calbe, wo ganz dicht die Saale vorbeifließt, 'Klein Venedig' einen besonderen Reiz genießt und auch das Wehr mit seinem Rauschen,

das läßt manchen hier gern lange lauschen.

In Cal be, wo so wenig Regen fällt,

da wachsen die besten Zwiebeln derWelt! Zwiebeln, bei uns nur 'Bollen' genannt,

machten Calbe weltweit als 'BollenColbe' bekannt!

Calbe - schon immer manches Besuchers ZielWillkommen jedem, der hierher kommen will!

H. Schwachenwalde

Cal be ist schon immer eine Hochburg des Sports gewesen, täglich kann man von Aktiven in der Zeitung lesen.

Was die Sportler nun besonders freut:

Die neue Sporthalle steht ihnen zur Nutzung bereit!

1 Der Merian-Stich 'Start Calbe an der Saal': ein Kupferstich aus demjahre 1644, zeigt das Panorama der Stadt von Osten her, so wie es sich seit dem Mittelalter erhalten hatte. Deutlich erkennbar ist die Saalemauer als Schutzmauer vor eventuell von der Saale her angreifenden Feinden. Darin einbezogen ist der am Rathaus befindliche Wachturm (heute Hexenturm genannt). Links im Bild das Bernburgische Tor und die Kirche St. Lorenz, die schon zur 'Bernburger Vorstadt' (eigene Stadtgemeinde!) gehörte. Im rechten Teil des Kupferstiches sieht man den hochaufragenden Turm am BarbyerTor, auch Schloßtor genannt, weil man hier gleich

dahinter auf das Areal des erzbischöflichen Schlosses stieß. 'Das Schloß mit Cappelle' war seinerzeit noch mit etlichen Türmen und Erkern versehen. Im Vordergrund sehen wir eine deutliche Darstellung des Wehres, mit dessen Hilfe das Wasser der Saale aufgestaut

wurde, um einen Teil den Mühlrädern der Mühle (im Mittelgrund) zuzuführen.

Um den Höhenunterschied der Saalewasserstände zu überwinden, nutzte die Schifffahrt die links im Bild erkennbare Schleuse. Der abgebildete Fischerkahn will andeuten,

daß in diesem Bereich am Wehr viele Fische (vor allem Lachse!) gefangen wurden.

Kupfersthh oom .Lshre 1644

2 Die Ansicht der Stadt Calbe vom Fischereianger aus, so wie sie sich dem Betrachter um 1800 darstellte. Im Zentrum sieht man die hoch aufragende Stephanikirche und den Hexenturm mit dem danebenstehenden Rathaus als Wahrzeichen der Stadt. Links auf dem Bild erkennt man, daß die Bernburger Vorstadt schon bis an die Stadtmauer von Calbe heranreichte. Eindrucksvoll ist die Schiffahrt hier bei Calbe charakterisiert: Einerseits die kleinen Fischerkähne, mit denen die Fischer der Calbenser Fischereibrüderschaft ihre Netze durch das Wasser ziehen, und andererseits die großen Lastkähne mit ihren Masten und Segeln, die hier am Fischereianger festmachten. Letztere brachten von Landstrichen am Oberlauf der Saale Holz nach Calbe, weil es hier an Brennstoffen man-

gelte. Aus dem Bild ist ersiehtlich, daß 'Meterholz' hier ausgeladen und gestapelt wurde. Auch pflastersteine (vor allem Porphyrsteine) aus Rothenburg an der Saale wurden hier ausgeladen. Nach der

Löschung ihrer Ladungen wurden die Kähne zumeist an der weiter rechts gelegenen 'Kahnschlächterei' zerschlagen und zu Brennholz gemacht. Damit ersparte man sich die mühsame Treidelfahrt

(die Kähne mußten mit Muskelkraft gezogen werden!) saaleaufwärts mit leeren Kähnen. Außerdem wurden so zusätzliche Brennholzmengen gewonnen.

3 Wegen ihrer Lage direkt am Wasser wurde und wird dieserTeil der Stadt 'KleinVenedig' genannt. Bemerkenswert sind die vielen von schrägen Balken gestützten Anbauten, die bis über das Wasser der Saale reichten. Die Erbauer der hier stehenden Häuser auf der Saalemauer erhielten seinerzeit nur die Zuzugsgenehmigung in die Stadt, wenn sie mit diesen 'ßaustellen ' zufrieden waren. Darum haben einige dieser Häuser zwei bis drei gewölbte Keller übereinander. Bei Größerwerden der Familien sind dann für Schlaf- und Wohnräume die hier sichtbaren Anbauten vorgenommen worden, die noch bis in die sechziger [ahre dieses [ahrhunderts bewohnt waren.

4 Diese alte Ansicht der Ostseite des Marktplatzes aus der Zeit von etwa 1 840 zeigt das alte Rathaus, das 1875 ein Raub der Flammen wurde. Es war schon 1376 erbaut worden. Rechts davor stand in einem mit Schiefer gedeckten Häuschen der alte Roland von 1656, dessen erster Vorläufer in Calbe schon seit 1 382 urkundlich nachweisbar ist. Er blieb bei dem Brand des Rathauses völlig unversehrt. Links neben dem Roland sieht man den Dienstboteneingang; etwa in der Mitte des Rathauses befand sich der herrschaftliche Eingang und unter ihm der Eingang zum Ratskeller. In Sommerzeiten zechte man hier auch draußen unter den schattigen Bäumen. Oben unter dem Rathausdach befand sich der

"Ianzboden", der über [ahrhunderte der einzige Saal der Stadt war! In Zeiten, wo dort nicht gefeiert wurde, diente derTanzboden als Arrestlokal, in dem die Delinquenten zumeist einige Tage 'absitzcn'

mußten. In der Ecke des Marktplatzes das hohe Patrizierhaus gehörte einst dem Schönfärber und Kaufmann Tournier, ein Hugenotte, der um 1 720 die Tuchfärberei nach Calbe brachte und über-

haupt dem Calbenser Tuchmacherhandwerk neue Impulse gab.

Marktplntz und Ilathhaus.

5 Das alte Rathaus, so wie es bis 1875 bestanden hatte, war besonders gekennzeichnet durch sein hoch aufragendes Dach. Links daneben steht das Ratswaagehaus mit dem jahrhundertealten Mühlentor, dem ursprünglich einzigen Durchgang zur Saalemühle. Nur durch dieses schmale Tor, als Teil der Stadtbefestigung nach der Saale hin extra so eng gehalten, ging bis 1945 der Verkehr nach dem Heger mit seinen Sportplätzen und nach Gottesgnaden. In dem engen Gang ist heute noch an der Nordwand oben eine eingemauerte Schleuderkugel aus dem Dreißigjährigen Krieg als Souvenir zu sehen. Erst Ende der vierziger [ahre ist nach umfangreichen Baumaßnahmen auf dem ehemaligen Domänengelände durch

eine Brücke über den Mühlgraben ein besserer Zugang zum Heger geschaffen worden.

6 So sah die Rückseite des Mühlentores 1936 aus. Der Überbau als Teil des Ratswaagehauses zeigt die im Laufe der Jahrhunderte erfolgten baulichen Veränderungen: Ein Vorbau und verschiedenartig gestaltete Fenster. Rechts davon sieht man das Kontorgebäude von Brückners Mühlenwerken und links das Wohnhaus von Brückners.

7 Der Hexenturm ist der einzige gänzlich erhalten gebliebene Turm der einstigen um 1360 erbauten Stadtbefestigung. Als Wach- und Wehrturm diente er der Beobachtung und Sicherung des dicht dabei gelegenen Saaleübergangs in das flache ostsaalisehe Gebiet. Schon im 15. Jahrhundert diente der untere Teil als Gefängnis für Schwerverbrecher, während in den oberen Stockwerken verschiedene Utensilien und Gerätschaften untergebracht waren. Nachdem man den Turm durch einen schmalen Gang mit dem nahestehenden Rathaus verbunden hatte, dienen die oberen Stockwerke seit der Zeit des Dreißigjährigen Krieges als Archiv der Stadt. In diesem Turm wurde 1634 die 'Hexc' Ursula Wurm eingesperrt, die seinerzeit nach mehrmaligen 'scharfen Befragungen' unter Zuhilfe-

nahme verschiedener Marterwerkzeuge zugab, mit dem Teufel verbündet gewesen zu sein. Deswegen wurde sie nach einem entsprechenden Prozeß am 10. Juli 1634 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seit der Zeit heißt dieserTurm in Calbe der Hexenturm.

8 Der von den Calbensern meist 'BlauerTurm' genannte Stadtturm gehört zu den einstigen Befestigungsanlagen der Stadt. Er ist zusammen mit der angrenzenden Stadtmauer in der Zeit um 1360 erbaut worden und als ein Wahrzeichen der Stadt im Laufe der Jahrhunderte des öfteren repariert worden. Am besten zu sehen ist er von der Magdeburger Straße aus. Er steht 'am neuen Hofe'

(G. Hertel), auf dessen Gelände1886 das alte Landratsamt, im Volksmund allgemein 'Kreishaus' genannt, erbaut wurde (im Hintergrund sichtbar). DieserTurm soll seinerzeit das Vorbild gewesen sein für die Erarbeitung eines neuen Wappens für den Kreis Calbe: Ein Turm mit darunter symbolisch dargestellten zusammenfließenden Flüssen Saale und Elbe.

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