Calw in alten Ansichten

Calw in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Staudenmeyer
Gemeente
:   Calw
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1786-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Calw in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Dieses Buch will für die Zeitspanne von 1880-1930 neben dem damals bestehenden Stadtbild, das alltägliche Leben und besondere Ereignisse deutlich machen. Das Bild hat Vorrang vor dem Wort, die Begleittexte wollen lediglich ergänzen oder zusätzliche Informationen liefern.

Der Neubau der Stadtkirche und die Erstellung einer katholischen Kirche standen am Anfang der oben genannten stadtgeschichtlichen Epoche. In der Bahnhofstraße und anderwärts wurden gärtnerische Anlagen geschaffen dank der Bemühungen des Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs und des etwas älteren Verschönerungsvereins. Eine Telegraphenanstalt wurde eingerichtet, und einem Badeplatz für die Jugend folgte ein Buch über die Geschichte der Stadt Calw. Dem städtischen Zeichenlehrer wurde ein finanzieller Beitrag zum Besuch der Kunstgewerbe-Ausstellung in München bewilligt.

In der Fortbildungsschule führte man neben dem Unterricht in englischer und französischer Sprache das Fach Buchführung ein. Die Eichhalde wurde in ihrem unteren Teil aufgeforstet, die Einrichtung der städtischen Müllabfuhr beschlossen und fortan dem jeweiligen Stadtmusikus der Titel Städtischer Musik-

direktor verliehen. Auswärtige Theatergesellschaften erhielten die Erlaubnis zur Durchführung von Gastspielen und die mitteleuropäische Einheitszeit wurde eingeführt.

König Wilhelm besuchte die Stadt Calw und der Laternenanzünder wurde wegen Dienstnachlässigkeit entlassen. Ein neues Schulhaus wurde gebaut und für die Polizeioffizianten die Amtsbezeichnung Schutzmann festgelegt. Der Gemeinderat sprach sich für die Aufhebung der Flößerei aus, Hochwasser und Eisgang suchten die Stadt heim und eine polizeiliche Verordnung für das Schlittenfahren wurde erlassen. Eine öffentliche Telephonzelle wurde eingerichtet, mit dem Neubau der Straße nach Altburg eine Korrektion des Marktplatzes verbunden und die Straßenbeleuchtung verbessert. Die Neue Brücke, auch Äußere Brücke genannt, wurde gebaut, man erließ Statuten für die Benützung des neuen Flußbades und stellte einen Schwimmlehrer an.

Dem Fremdenverkehr und den Bedürfnissen der einheimisehen Bevölkerung diente die Verbesserung der Zugverbindungen.

Mit dem Verkehr der Motorfahrzeuge innerhalb der Stadt befaßte man sich und erließ eine Verordnung,

deren Gradmesser im Bliek auf die G.eschwindigkeit 'Die Schnelligkeit eines mäßig trabenden Pferdes, beziehungsweise eines im turnerischen Laufschritt laufenden Marines' war. Auch für das Singen und Musizieren in Wirtschaften wurden Vorschriften festgelegt. Kurmusikkosten wurden von der Stadt übernommen und der Aufgang zum Hohen Felsen verbessert. Neben besseren Postverbindungen wurde auch eine Schlittenbahn in der Altburger Straße hergestellt.

Die Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes erfolgte und dem Stenographen-Verein Gabelsberger wurde ein Übungsraum zur Verfügung gestellt. Nicht nur ein Waldbrand im Meisterberg wurde bekämpft, sondern auch den Mädchen der Besuch des Realprogymnasiums gestattet. Eine Wach- und Schließgesellschaft wurde gegründet und eine neue Königsbüste zum Preis von 40 Mark angeschafft. Dem Bau eines neuen Krankenhauses folgte die Gründung einer Sanitätskolonne. Es ging hoch hinauf: Aus der Töchtermittelschule wurde eine Höhere Töchterschule und eine Zeppelinfahrt durch das Nagoldtal fand finanzielle Unterstützung.

Diese ganze friedliche Entwicklung, die der Mehrung

der Lebensqualität für die Bürger diente, wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh unterbrochen. Nach seinem Ende fand man schnell auf den eingeschlagenen Weg zurück. Es wurden nicht nur Konzerte im Stadtgarten veranstaltet , sondern auch das Baugebiet Kapellenberg erschlossen. Eine Beethovenfeier aus Anlaß des 150. Geburtstags lenkte den Bliek zurück, die Einrichtung einer Jugendherberge wies aber in die Zukunft. Augen und Ohren erfreuten sich an Theater-, Konzert- und Vortragsabenden des Landestheaters Stuttgart, aber auch am Blumenschmuck der beiden Marktbrunnen.

Die Stadt überwies einen Beitrag an den Verein für Familienkunde in Stuttgart und ließ bemerkenswerte Gebäude in das Landes-Denkrnalverzeichnis aufnehmen. Mit der Einrichtung von Benzinzapfsäulen anerkannte man künftige Entwicklungen. Die Berufung eines Ausschusses zur Einrichtung eines Heimatmuseums macht jedoch deutlich, daß man in dieser traditionsreichen Stadt nicht gewillt war, Überkommenes über Bord zu werfen.

1. So zeigte sich die Stadt Calw während der Kindheit von Hermann Hesse. Er schrieb einmal: 'Da sah ich tief im halbschattigen Tale den Fluß aufglänzen und die weißschaumigen Mühlenwehre blitzen, und eng in die Tiefe gebettet unsere alte Stadt mit braunen Dächern, über denen still und steil der blaue mittägliche Herdrauch in die Lüfte stieg'.

2. Dieses Bild entstand vor 1884, am linken Bildrand erhebt sich noch der mit einer welsehen Haube versehene alte Kirchturm. Außer der Nikolauskapelle ragen die Obere und Mittlere Mühle heraus, erstere wurde beim Bau des städtischen Elektrizitätswerks abgebrochen. Am linken Ufer der Nagold sind Stege zu sehen, von denen aus die Gerbereien Bub und Balz in der Badstraße ihre Felle wässerten. Neben dem einzeln dastehenden Gebäude am oberen Bildrand liegt der Platz, auf dem sich die Burg der Grafen von Calw befand.

3. Wie aufgereihte Perlen erheben sich die Häuser in der Bischofstraße, Die Bäume standen auf dem kleinen Brühl, der von der Nagold umflossen wurde. Das Gebäude in der Bildmitte, im Augenblick vom Licht bevorzugt, wurde für den Compagnie-Verwandten Schill von einem Maurertrupp aus Bozen gebaut.

4. Am 7. August 1911 überflog das Luftschiff 'Schwaben' die Stadt Calw. Der Bliek geht in südwestlicher Richtung auf Hermann Haffner-Straße, Zwinger und Altburger Straße. Man erkennt das Georgenäum, die Methodistenkirche, die Lateinschule, Stadtkirche, Oberamt und 'Langen' besonders deutlich.

Calw oom Meisterberg gesehen.

Schlossberg mit Bezirkskommando.

5. Die neue Straße nach Altburg (1902 angelegt) umgreift wie eine Spange den Schloßberg, der von dem neu errichteten Wehrbezirkskommando beherrscht wird. Links davon breitet sich fast behäbig die Stadt aus, von der östlichen Umgebung ist sie optisch durch die Eisenbahnlinien nach Pforzheim und Stuttgart getrennt. Der Meisterberg hat seinen Namen von dem einst an seinem Fuß liegenden Domizil des Kleemeisters (auch Abdecker oder Schinder genannt).

6. Der Bau der Eisenbahn zwang zum Abbruch von Gebäuden. Der Ausbau der Stuttgarter Straße zu Beginn unseres Jahrhunderts ermöglichte, daß sich die Stadt nach Osten weitertasten konnte. Die Bebauung wäre sicher unterblieben, wenn die Bauherrn geahnt hätten, welchen verkehrsbedingten Belästigungen sich ihre Nachkommen nach der Mitte des Jahrhunderts ausgesetzt sehen. Heumaden und Muckberg schließen das Bild ab, das ohne Zäsuren nach Osten ausläuft.

7. In malerischer Weise erhebt sich auf diesem Bild die untere Stadt am Fluß und über dem Fluß. Vor dem Wald dominiert die Neue Handelsschule, den Gegenpol dazu bildet das Wehrbezirkskommando auf dem Schloßberg. Damals teilte sich noch die Nagold und umfloß den Kleinen Brühl, auf dem viele Bürger ihre Obstbäume besaßen. Das Wasser vereinigte sich unterhalb der Deckenfabrik, die durch die Wasserkraft der Nagold ihrem Betrieb die notwendige Energie zukommen ließ.

8. Eine fast parkähnliche Landschaft tut sich uns in diesem Bild auf', das während des Baus des städtischen Elektrizitätswerkes entstand. Hermann Hesse empfand dieses Bild auf seine Weise: 'Durch meine Vaterstadt im Schwarzwald floß ein Fluß, ein Fluß, an dem damals nur ganz wenige Fabriken standen, wo es viele alte Mühlen und Brücken, Schilfufer und Erlengehölze, wo es viele Fische und im Sommer Millionen von dunkelblauen Wasserjungfern gab.'

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