Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 1

Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilhelm Böttcher
Gemeente
:   Clausthal-Zellerfeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2067-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Mit dem Bildband über Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten werden längst verblaßte Erinnerungen aus Großvaters Zeiten lebendig, die in der Hektik unserer Tage mehr und mehr in Vergessenheit geraten.

Als das Berg- und Hüttenwesen noch in Blüte stand und knarrende Fuhrwerke über holprige Straßen zogen, die morgens und abends vom Geläut der Kuhherden erfüllt waren, in denen an Sonn- und Feiertagen die Kurrende ihre Choräle erklingen ließ, da waren trotz schwerer Arbeit in Gruben und Hütten sowie bei der miihevollen Wald- und Wiesenbewirtschaftung bescheidene, aber auskömmliche Lebensverhältnisse gesichert.

Während Zellerfeld sein historisches Stadtbild seit dem Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1672 bewahrt hat, erhielt Clausthai sein heutiges Gepräge nach drei Brandkatastrophen, die 1725, 1840 und 1855 jeweils ein anderes Stadtviertel und mehrere Straßenzüge gar zweimal in Schutt und Asche gelegt hatten. Beide im Jahre 1924 zur Bergstadt Clausthal-Zellerfeld vereinten Ort steile sind erst in der Gegenwart über ihre historischen Stadtgrenzen hinausgewachsen.

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein mußten sich die Einwohner mit aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbaren Straßenverhältnissen abfinden, die auf Bildern vom Clausthaler Marktplatz mit tief ausgefurchten Abflußrinnen für Regenwasser erkermbar sind.

Nach dem stattlichen Neubau des Akademiekomplexes und seiner Institutsgebäude war auch der Marktplatz in eine dem Landschaftscharakter angepaßte Grünanlage umgestaltet worden. Weitere ver-

gleichbare Veränderungen sind in diesem Umfang auch im Zellerfelder Ortsbild nicht erfolgt.

Mit dieser Neugestaltung des Stadtzentrums war aber auch der Clausthaler Wochenmarkt von seinem historischen Standort verdrängt worden. Die einstmals von reger Geschäftigkeit erfüllten Wochenmärkte waren bei der naturbedingten Abhängigkeit des Oberharzes von landwirtschaftlichen Einfuhren schon von alters her von besonderer Bedeutung gewesen. Eine Bildauswahl vom Clausthaler Wochenmarkt bewahrt zugleich auch der letzten Generation Oberharzer Kiepenfrauen ein ehrenvolles Angedenken.

Der vornehmlich den Strukturveränderungen im Stadtbild gewidmete Bildband bietet keine Möglichkeit, die bunte Palette des Oberharzer Brauchtums zu berücksichtigen, das nur durch die Kurrende repräsentiert ist. Aus der Fülle des kulturellen Lebens wurde die volkstümliche Tradition der Oberharzer Heirnatbiihne ausgewählt.

Vom Oberharzer Berg- und Hüttenwesen sind um Claustha1-Zellerfeld nur noch Trümmerfelder und Schutthalden vorhanden. Eine umfangreiche Bilddokumentation aus der 1930 zu Ende gegangenen letzten Betriebsperiode ist einschließlich der Oberharzer Wasserwirtschaft einem Sonderband vorbehalten.

Die traditionsreichen Oberharzer Winterfeste aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg beschließen mit einigen Beispielen von besonders originellen Schneebauten den vom Verlag beschränkten Umfang eines Streifzuges durch die Vergangenheit der Bergstadt Claus-

thal-Zellerfeld. .

1. Teilansicht von Clausthal aus dem Jahre 1894. Aus der Wiesenflur 'die Grund' erhebt sich sanft ansteigend das Clausthaler Stadtzentrum mit Deutschlands größter Holzkirche. Aus dem Gedränge von Dächern und Giebeln des Sorger Viertels ragt auf der Bremerhöhe das historische Stadtwahrzeichen, die ehemalige Windmühle, empor. Am Bildrand rechts das Burgstatter Viertel mit der Turmspitze der alten katholischen Kirche. Das auch von wesentlich älteren Bildüberlieferungen bekannte Stadtbild von 1894 ist bis zur Erschließung der Neubaugebiete Brernerhöhe-Süd und in der Grund nach 1950 im wesentlichen unverändert geblieben.

2. Die zwischen Marktkirche und der ehemaligen Bergschule gelegene obere Hälfte des Clausthaler Marktplatzes. Im Hintergrund das von einem hohen Eisengitter umgebene Amtshaus mit dem Sitz der Berghauptmannschaft und der obersten Bergverwaltung. Der kreisrunde Zaun vor dem historischen Akademiegebäude umschließt eine Löschwasserzisterne. Aus dem ansehnlichen Bürgerhaus dahinter hat sich im Laufe der Zeit ein stattliches Geschäftshaus mit langjähriger Tradition entwickelt.

3. Die Pfingsten 1642 eingeweihte Marktkirche zum Heiligen Geist. Das gänzlich aus Fichtenholz errichtete Gotteshaus mit 2 200 Sitzplätzen wurde nach nur 2 1/2-jähriger Bauzeit anstelle der beim grofsen Stadtbrand von 1634 völlig zerstörten Vorgängerin erbaut, die nur 14 Jahre überdauert hatte. Die Bergstadt war nach drei großen Brandkatastrophen von 1631, 1634 und 1639 so fürchterlich heimgesucht worden, daß sie sich nicht mehr ähnlich sah. Um die neue Kirche vor einem gleichen Schicksal zu bewahren, ist jegliche weitere Bebauung des großen Marktplatzes unterblieben.

4. Ansicht des oberen Clausthaler Marktplatzes um 1885. Als einzige Zierde steht auf der eintönigen Weite des Kopfsteinpflasters zwischen Kirche und Bergschule die Granitpyramide des im Jahre 1882 zu Ehren des vormaligen Bergschulrektors und verdienstvollen Harzgeologen Friedrich Adolph Roemer von seinen dankbaren Schülern errichtete Denkmal. Der Sockel des Obelisken aus Brockengranit ist von verschiedenen Harzgesteinen umgeben, die Randeinfassung besteht aus Rübeländer Marmor. Unter den Deckplatten im Pflaster befand sich eine Löschwasserzisterne zur Brandbekämpfung. Die Umgestaltung dieses Teils des Marktplatzes erfolgte im Jahre 1910.

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5. Ostseite des oberen Clausthaler Marktplatzes mit Einblick in die Schulstraße. In dem Gebäude rechts am Bildrand befand sich von 1832 bis 1905 die ehemalige Clausthaler 'Höhere Töchterschule", aus der das spätere Lyzeum in der Graupenstraße hervorgegangen ist. Auf diesem Teil des Marktplatzes wurde bis zum Jahre 1910 der Clausthaler Wochenmarkt abgehalten.

6. Clausthaler Wochenmarkt um die Jahrhundertwende. Die uneingeschränkte Ausübung des Marktrechtes war den Oberharzer Bergstädten neben anderwettigen Vergünstigungen bereits in den landesfürstlichen Bergfreiheiten des 16. Jahrhunderts ausdrücklich gewährt worden. An den von der Stadtobrigkeit festgesetzten Markttagen - in Clausthal jeweils der Mittwoch und Sonnabend - kamen die Bauern aus dem Harzvorland mit vollbeladenen Planwagen zum Wochenmarkt gefahren, um die Bevölkerung mit Gemüse, Obst und Feldfrüchten zu versorgen.

7. Ein reichhaltiges Warenangebot an landwirtschaftlichen Erzeugnissen aller Art sorgte auf dem Wochenmarkt für rege Geschäftigkeit. Nebenbei ergaben sich hinreichend Gelegenheiten, zu sehen und auch gesehen zu werden.

8. Oberharzer Kiepenfrau auf dem Clausthaler Wochenmarkt. Ihre Tracht und Ausstattung entsprechen denen der ehemaligen Landgängerinnen, die in respektvoll satirischer Weise als 'Kamele des Oberharzes' bezeichnet wurden. Für geringen Lohn trugen sie das Herrenkorn von den Magazinen aus Osterode und Goslar in Kiepen herauf. Bei ihren Landgängen nach Hildesheim und Hannover oder über Wolfenbüttel nach Braunschweig wurden unterwegs nebenbei noch fleißig Strümpfe gestrickt. Postund Eisenbahnverkehr beschränkten diese Botengänge alsbald nur noch auf den regionalen Ortsverkehr im Oberharz. Die Trachten der Kiepenfrauen sind in den Brauchtumsgruppen erhalten geblieben.

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