Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 2

Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helga Seidel
Gemeente
:   Clausthal-Zellerfeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5980-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Clausthal-Zellerfeld in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Gibt es auch schon ausgezeichnete Bücher mit alten Bildern von Clausthal und Zellerfeld, so tauchen doch immer wieder Aufnahmen auf, die uns die früheren Zeiten veranschaulichen. Die markanten Gebäude wie die Marktkirche, das Oberbergamt, das Rathaus, die heutige TU und die ZeIlerfelder Bergapotheke begegnen uns öfters und doch sind sie aus einer unterschiedlichen Perspektive aufgenommen oder aus einem anderen Jahr, neu und interessant. So eröffnet uns ein Gang durch die Bergstadt ClausthalZellerfeld ein recht wechselvolles Bild.

Manchmal ergreift uns beim Betrachten einiger Fotos leise Wehmut nach Vergangenern, doch würden wir kaum die Gegenwart dafür eintauschen. Wie bequem ist es heute den Wasserhahn auf- und das Licht anzudrehen, im Winter auf gut gepflügten Straßen zu fahren und sich auf das absolut schnellste Eingreifen der Feuerwehr bei einem Brand verlassen zu können. Erschreckend empfand ich bei der Zusammenstellung des Büchleins die immer wiederkehrenden Feuerbrünste, die ganze Straßenabschnitte und Stadtviertel in Schutt und Asche legten. Unsere Vor-

fahren standen dem ausbrechenden Feuer meist machtlos gegenüber. Um so mehr muß es unsere Bewunderung erregen, daß sie den Aufbau tatkräftig und mutig wieder in Angriff nahmen.

Wie schön, daß sich einige Traditionen in die heutige Zeit eingefügt haben, wie das Johannisfest, das wieder in Schulen und Straßengemeinschaften gepflegt wird, das Osterfeuer, auch wenn die Fackeln heute nicht mehr in den Backstuben zum Trocknen getragen werden, Rodeln auf der Osteröder Straße und Schneebautenwettbewerbe, wenn Schnee und Frost es zulassen, die Schützenumzüge durch die ganze Stadt und das Pfingsttreffen auf dem Polsterberg. Erhalten sind uns einige der liebenswerten Zechenhäuser, die Teiche und Kunstgräben.

Den Schlußpunkt möchte ich mit der Aufnahme der einsamen Skispur setzen. Der immer stärker werdene Tourismus und viele neue Verbote zum Schutz für Wild und Landschaft, lassen auch dieses Hochgefühl, eine Spur in den unberührten Schnee zu ziehen, bald der Vergangenheit angehören.

1. Immer wieder schön ist der Bliek von der Bremerhöhe auf die Dächer von Zellerfeld, die sich um das grüne Kupferdach der St.-Salvatoris-Kirche drängen. Im Vordergrund preist die Rademachersche Lagerhalle ihre Produkte zum Kauf an. Wir erkennen die Gärtnerei mit ihren Gewächshäusern, das Hotel 'Deutsches Haus', die alte Volksschule und das ehemalige Landratsamt. Den Laubwaldbestand an der Ecke Telemannstraße gibt es so nicht mehr, auch die Goslarsche Straße, die ClausthaI mit Zellerfeld verbindet, ist heute eine verkehrsreiche Durchgangsstraße geworden. Fast gleichgeblieben sind sich die kleinen 'Bergmannshäusel' am Zellweg.

2. Auf diesem Foto, das um 1900aufgenommen wurde, sieht man das heutige Nietzel-Haus, vormals Rohde, zur Zeit der Aufnahme die Buchhandlung Artur Braun. Anschließend die schon damals beliebte Gaststätte 'Glück Auf. Die kleine Bude neben dem Gebäude wurde im Volksmund Semmelhäuschen genannt und gehörte bis 1935 mit in dieser Reihe. Hier verkaufte die alte Boltgen Brot und allerlei leckeres Gebäck. Die Bude galt als Wahrzeichen von ClausthaI.

Clausthal,

Markttl1at<: und RolIslraße

3. Der Marktplatz in Clausthai um 1912 ist hier schon gärtnerisch gestaltet. Vorher war der Platz ein mit Kopfstein gepflastertes kahles Gelände. AufBetreiben des damaligen Bürgermeisters Storch kam es 1811 zur Änderung und Ausschmückung des Marktplatzes. Damit verschwanden leider auch das gewohnte Leben und Treiben an den Markttagen.

4. Das Rathaus in Clausthai, hier um 1900, hat sein Gesicht kaum verändert. Das im Harzer Heimatstil imposante Gebäude stammt aus der Zeit um 1730. Der, über der Rathaustür in einem unbekannten Jahr geschaffene Balkon, erhielt 1844 das von der Königshütte bei Lauterberg gegossene damalige Wappen der Stadt. In einem Nebengebäude befand sich früher die Timnitz oder das Bürgergewahrsam. Über das erste Rathaus der Stadt, das in den 1550er Jahren entstanden sein dürfte, fehlen jegliche Angaben. Es wurde bei dem großen Brand 1634 vernichtet.

5. Die 'Rathaus-Gaststätte' war die älteste Gaststätte in Clausthai und wird schon bei der Gründung der Stadt erwähnt. Der Wirt hatte allein die Berechtigung zum Verkauf von Wein und Franzbranntwein, der später auch den Apothekern zugestanden wurde, außerdem zum Materialienhandel und zum Lohnfuhrgeschäfs, Erst 1887 wurde der Kramladen und später das Lohnfuhrgeschäft aufgehoben. Geblieben ist die Gaststätte im altdeutschen Stil, die heute unter dem Namen 'Dubrovnik' bekannt ist. Zu erwähnen sei noch, daß Goethe auf seiner Harzreise 1777 im Rathaus-Gasthof wohnte.

Ob erbarz

Clausthai

Am Markt

6. Hier sehen wir die untere Goslarsche Straße (Adolf-Roemer Straße) um 1905 mit Marktkirche, Rathaus, Oberbergamt und dem Denkmal. Das Kopfsteinpflaster läßt den Platz riesig erscheinen und ist ein recht schmuckloser Rahmen für die größte Holzkirche Deutschlands. Scherzhafterweise sagte man von den unverheirateten Mädchen, sie müssen den Marktplatz scheuern. Pferdewagen bestimmten das Straßenbild, wo die Jauche noch unbekümmert die Gosse hinunter lief.

Clauslhal.

Königl. Oberberqamt.

7. Das erste Amtshaus in Clausthai ist wahrscheinlich erst nach 1606 erbaut worden. Nach seinem Abriß wegen Baufälligkeit 1693 konnte im Jahre 1700 das neue Amtshaus bezogen werden. Als 1725 der große Brand ausbrach, wurde auch das Amtshaus zerstört. Doch schon zwei Jahre später begann man mit dem Wiederaufbau. Das Haus bekam eine ansehnliche Fensterfront mit einer schöngestalteten Eingangstür, die von einem schmiedeeisernen Balkon gekrönt wurde. Er trägt noch heute die Insignien Georgs lIL von Hannover. Im wesentlichen ist das Gebäude in seiner Form geblieben, jedoch sind im Verlaufe der Jahrhunderte einige Änderungen erfolgt. Der Bibliotheksturm mußte 1950 wegen Baufälligkeit entfernt werden. Eine Gedenktafel erinnert an Oberbergrat Albert, der durch die Erfindung des Drahtseils unvergessen ist.

8. Das Roemer-Denkrnal, das dem Wissenschaftler und Hochschullehrer von seinen dankbaren Schülern gewidmet worden war, wurde 1882 feierlich eingeweiht. Das Denkmal besteht aus einer abgestumpften, grauen Granitpyramide, die in Bronze das Medaillonporträt Roemers trägt, Der hügelige Unterbau zeigt sämtliche Gesteinsarten des Oberharzes, dazwischen wachsen Blattpflanzen und Blumen. Obiges Bild entstand um 1905. Bemerkenswert ist noch der hölzerne Wasserbottich im Hintergrund.

9. Das Unternehmen Schneepflügen im Jahre 1923, hier am Schlagbaum in ClausthaI. Acht schwere Langholzpferde waren vor dem aus starkem Holz- und Eisenbeschlagenden spitzen Schneepflug gespannt. Oft bis an den Bauch im Schnee stehend, kämpften sich die Pferde vorwärts. Mit Hüh und Hott und Peitschenknallen liefen die Fuhrleute nebenher, ein jeder bei seinem Gespann. Erst am späten Nachmittag waren die Straßen frei. Müde und erschöpft kehrten sie an ihren Ausgangspunkt zurück. Sie hatten wieder einmal bewiesen, was Mensch und Tier zu leisten vermochten.

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