Colditz in alten Ansichten Band 2

Colditz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6147-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Heimath! Welch einen erquickenden Klang birgt doch dieses Wort! Wie spricht es doch zu Herzen! Welch' eine Summe von Liebe und Treue umschließt doch dies eine Wort - Heimath! Trieb das Schicksal dich einst hinaus aus der Heimath, hinaus in die fremde Welt, dann flog dein Denken und Sinnen so oft der Heimath zu; dann erfaBte dich ein stilles Sehnen - das Heimweh. Und wenn dein Beruf dir gebot, dich hinweg zu wenden von der alten Heimath, wenn du eine neue Heimath fandest - den Ort, da deine Wiege stand; den Ort, der deine Kindheit sah - die alte Heimath - konntest du doch nicht vergessen. Die echte Heimathliebe welket nicht'Von solcher treuen Liebe kann unser liebes Colditz, können all' die freundlichen Dörfer, die es umgeben, jetzt erzählen ...

'Ietzt', das war 1901, als sich die Muldenstadt anschickte, ihr erstes Heimatfest zu feiern. Dem einen oder anderen werden die heimatlichen Grüße vielleicht zu überschwenglich klingen, aber so war sie nun einmal, die' gute alte Zeit' .

Von ihr möchte auch der zweite Colditz-Band erzählen. Viele Bilder warten darauf, neu entdeckt zu werden. Dabei sollten wir behutsam umgehen. Über Erinnerungen liegen immer leicht melancholischeTöne, da sieVergangenes heraufholen und uns auch die Gegenwart in ihrer Vergänglichkeit bewußter machen. Die Stadt, das Haus, die Familie, all das, was im engeren oder weiteren Sinne ein Synonym für Heimat sein kann, formt Haltungen, fördertAnlagen, beeinflußt menschliche Beziehungen, schafft Zugang zu Gleichgesinnten und bringt Menschen einan-

der näher. Der Schriftsteller Fred Reinke weiß im ganz besonderen urn diese Wechselbeziehung: So wie der Mensch von seiner Umgebung geprägt wird, auf gleiche Weise wirkt er verändernd auf sie zurück. Ein Spannungsfeld, in dem die Vergangenheit stand und auch die Gegenwart ununterbrochen steht. Nicht allein die Schönheit einer Landschaft bestimmt ihren Wert, sondern unsere tief wurzelnden Bindungen machen eine Stadt zur Heimat. Dann ist es letztlich ...

nicht nur eine lehrreiche, sondern auch sehr angenehme Beschäftigung, wenn man der alten Zeiten gedenkt. .. , die Geschichte einzelner Orte hat einen wahren Nutzen, und es gewährt den Nachkommen ein sehr unschuldiges Vergnügen, wenn sie die Veränderungen lesen können, welche ihre Vaterstadt nach und nach betroffen ... Es ist uuch eine Ehre für unsereVorfahren, die den Grund zu unsererWohlfahrt gelegt haben, die wir ihnen schuldig sind, wenn wir ihr Andenken in Segen erhalten.

Mit diesen Worten stimmte schon 1 776 M. Gotthelf Friedrich Oesfeld seine ' geneigten Leser' zu einer 'Historischen Beschreibung' ein. In der Tat: Auch nach über zweihundert [ahren treffliche Gedanken, die wir gern nachvollziehen. Unter dergleichen Gesichtspunkten mag der Leser die vielen Porträtund Gruppenaufnahmen in diesem Büchlein betrachten. All die uns entgegenschauenden Menschen haben einst ihrer Colditzer Heimat Gesicht und Gestalt verliehen und unter uns Spuren

hinterlassen, die ein dankbares Gedenken im Segen bestimmt wert sind.

Abschließend sei all denen, die meine Arbeit mit Rat und Tat unterstützt und das Buch durch viele Fotogaben bereichert haben, herzliehst gedankt: Städtisches Museum Colditz, Bauamt der Stadtverwaltung Colditz, Anita Becker (Bonn), Erich Böttcher, Gesine und Christian Braun, Lieselotte und Max Claus, Christa Dietzseh, Birgit und Karl-Georg Hamann, Rosmarie und Gûnther Hammer, Peter und Gunter Hergt, Kurt Hoppe, Manfred Knochenmuß, Robert Koch, Erika Köhler, Hans-Joachim Kronbiegel, Armelies Kunze, Gerda und Hans Lehmann (Terpitzsch), Marianne Müller, Rolf Paufler, Marianne und Heinz Ronniger (Zschadraß), Erhart Schädlich, Ruth Schlobach, Carl-Rudolf Schlobach, Hannelore Strack (Lastau) ,Rainer Schulz, Ella Thiele, DieterVölkl und HansWavrinek.

1 Colditz in Sachsen. Wir blieken aus 250 Meter Höhe auf die Stadt und das Land. Eine seltene Aufnahme des Flieger-Fotografen Klinke, Berlin. Was für ein Wogen, was für mannigfaltige Weite der Landschaft! Im Osten der Stadt die weißen Tongruben der ehemaligen Schamottefabrik Eismann & Stockmann. Dazwischen führt deutlich sichtbar die Straße nach Terpitzsch-Hausdorf hinauf Als dunkler Fleck markiert sich nördlich das Waldgebiet des Tiergartens. Im grellen Sonnenlicht am hinteren Waldrand die groBe Wiese, einstmals vom Lusthausteich überflutet. Von hier schweift unser Bliek nach Zschirla, bevor er sich in den endlosen

Weiten des Hinterlandes verliert.

2 Achtzig [ahre hindurch haben Vater und Sohn unzählige Personen, Landschaften, familiäre, lokale und politische Ereignisse mit der Plattenkamera festgehalten - ein einzigartiges Bildgedächtnis von Stadt und Land Colditz, dessen chronistische Bedeutung in seiner ganzen Vielfalt noch längst nicht erkannt ist. Tausende Aufnahmen sind im Fotoatelier Lange am Fürstenweg 6 angefertigt worden, aber nur dies eine Familienporträt konnte nach langem Suchen ausfindig gemacht werden. In der Mitte Ernst Moritz Lange. Er wurde am

8. August 1867 in Hausdorf geboren und starb hochbetagt mit über 92 [ahren am

10. Mai 1960. Daneben seine

Gattin. ClaraAdele Lange geborene Schekel (1875-1962), und Sohn Ernst Johannes Lange. Hans Lange, wie ihn die Colditzer nannten, erblickte am 11. Juni 1901 das Licht der Welt und starb unverheiratet am 22. März 197 5.Allesamt sind sie auf dem Colditzer Stadtgottesacker beigesetzt worden.

3 Auch über die ersten beruflichen Anfänge von Moritz Lange ist kaum etwas überliefert. Lediglich einem von ihm selbst entwerfenen Firmenschild entnehmen wir, daß er sein erstes ' Atelier für Photographie und kunstgewerbliche Zeichnungen' in der niedersächsischen Stadt Hameln an der Weser, Osterstraße 40, besaß. Das dürfte um 1890 gewesen sein. 1896 projektierte Baumeister Peuthert den Neubau des 'Ateliers Moritz Lange für Photographie, Malerei und Zeichnung' arn Colditzer Fürstenweg; seinerzeit ein moderner Bau mit Wartezimmer, Atelier, Laboratorium, Dunkelkammer und Arbeitsraum. Das Atelier steht schon lange nicht mehr, wohl

aber haben sich von Ernst Moritz Lange Zeichnungen, Pastellbilder und Aquarelle mit beachtlichem künstlerischen Anspruch erhalten. Hier eine sehr frühe TuscheZeichnung (1887): Blick von

der Hainburg-Ruine auf den Nordteil des Colditzer Schlos-

ses.

4 Blick auf die Stadt Colditz vom Hainberg im Iahre 1912.

5 Ihr Stammlokal war Alfred WieBners 'Restaurant Hamburg' in der Haingasse 13. Links vom Haus der Garteneingang - heute durch mancherlei Um- undAnbauten nur mit Mühe vorstellbar. Die sechs zünftigen Herren gehörten zum Colditzer Arbeiter-Rad-Verein. Der Dritte von links ist Carl Robert Kronbiegel mit kräftigen, gesunden Armen. Er kehrte aus dem Ersten Weltkrieg schwerverletzt zurück, lieB sich aber nicht entmutigen und vollbrachte erwas schier Unglaubliches. Beim Bau eines Gartenpavillons werden wir ihm wieder begegnen.

6 Ein altes Einwohnerverzeichnis gibtAuskunft darüber, wer 1925 in der Haingasse 68 gewohnt har (Kinder sind nicht erwähnt): 'Fabrikarbeiter Walter Müller (Hausbesitzer), Arbeiter Martin Häniseh, Rentenempfángerin Minna Hänisch, Walzenfüh.rer Paul Kanis, Arbeiter Erich Nagel, Rentenempfánger Hermann Nagel, Arbeiterin Frieda Silbermann und Arbeiter Paul Silbermann.'

7 Die Haingasse 50, hier eine Aufnahme von 1913, ist nun schon in dritter Generation Müllers Familienbesitz. Vom Großvater Bruno Müller ging das Haus auf den Sohn Herbert über und gehört heute Enkelsohn Volker Müller. Das damals dicht begrünte Nachbarhaus Nr. 48 bewohnt jetzt Ernst Schöttner.

8 Grundstück und Haus Haingasse 38 gehörten einst zum kurfürstlichen Weinberg. den Sophie von Sachsen, Gemahlin Kurfürst Christian 1..

1 61 0 anlegen ließ. Den Intensionen der Renaissance folgt auch das schöne Sitznischenportal am Eingang. Es kündet von einer bewegten Vergangenheit. Aber wie lange noch? Denn nicht nur auf dem Hainberg. auch an seinem Fuß verfällt vieles zusehends.

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