Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5983-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Über die ruhig dahinfiießende Geschichte Dannenbergs, in die nur hin und wieder unmittelbar landespolitische Ereignisse eingreifen, und in der selten Reichs- oder Weltpolitik direkt sichtbar wurde, ist schon im ersten Band berichtet worden. Obwohl die Stadt ihre Entstehung in die Zeit um 1200 als Sitz einer Grafschaft mit Besitz beiderseits der EIbe zurückführen kann, blickte die Stadt aufgrund einer urkundlichen Überlieferung in Festen und Feierlichkeiten 1993 auf 700 Jahre Stadtrechte zurück, da die eigentliche Gründungsurkunde fehlt. Die kontinuierliche Geschichte des Ortes beginnt jedoch Jahrhunderte früher in karolingischer Zeit um 800 als slawische Burg, worauf ihre slawischen Ortsnamen 'Sweidelgöhrd' = helle Burg, 'Woikam' = Hauptort (Stadt) und 'Weidars' = das Abgeteilte hinweisen.

Die alten Ansichten aus Darmenberg werden mit einem Bliek von oben, vom Kirchturm und vom alten Bergfried, dem Waldemarturm, eingeleitet. Danach folgen Bilder von Stadtfesten durch die Jahrzehnte und Bilder von einer Freizeitgestaltung in alter Zeit, die einen Vergleich zu heutigen Gewohnheiten und Ansprüchen herausfordern.

Während im ersten Band baugeschichtliche Aspekte im Vordergrund standen, soll diesmal der Schwerpunkt auf der Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung Darmenbergs und seines Umlandes liegen, einschließlich der Verkehrswege.

Der Beständigkeit des historischen Ablaufs entspricht eine Konstanz der Bevölkerungsentwicklung von der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis um 1800 mit einer Einwohnerzahl um 1 000 bei geringen Schwankungen. Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl stetig an, bis sie Ende des Jahrhunderts rund 2 000 Einwohner erreichte, eine Zahl, die bis 1937 konstant blieb. Der Anstieg resultiert zum Teil aus Eingemeindungen, als 1856 die Vorstadt Lauben, das Hospital St. Georg, der Schinkenkrug und die Thielenburg eingemeindet wurden. Die Anzahl der Häuser blieb wegen der geringen Möglichkeiten einer Auswei-

tung bebaubarer Flächen infolge Hochwassergefahr annähernd gleich. Deshalb stieg die Behausungsziffer (Einwohner je Haus) von 1691 mit 5,3 Personen bis 1833 auf 8,5. Erst im Zweiten Weltkrieg wuchs in Verbindung mit dem Bau militärischer Anlagen (Neu Tramm) die Zahl der Wohnhäuser und mit dem Flüchtlingsstrom verdoppelte sich die Einwohnerzahl sprunghaft.

Darmenberg blieb als Ackerbürgerstadt mit mal weiter mal enger gefaßten zentralen Funktionen bis in die Mitte unseres Jahrhunderts seiner rnittelalterlichen Prägung verhaftet. Die Landwirtschaft sicherte den Bürgern ihren Grundbedarf an Nahrung und schuf eine bei Krisen weniger anfällige Basis für Handwerk und Gewerbe. Neben Ackerbau und Tierhaltung konnte sich jeder Bürger auch als Bierbrauer und Branntweinbrenner betätigen. Die Brauer bildeten zwar bis zum 18. Jahrhundert die größte Berufsgruppe, aber nicht jeder konnte sich Konzession und Einrichtung eines Brauhauses leisten. Die nächst größere Berufsgruppe war die der Schuster, die im 19. Jahrhundert alle anderen überflügelten. Sie versorgten nicht nur die Stadtbevölkerung mit Schuhen, sondern auch die Märkte ringsum. Bei den auf Bestellung arbeitenden Handwerkern gab es neben den üblichen Berufen noch die Töpfer, Böttcher und Drechsler; die Hutmacher, Färber, Gerber, Kürschner und Beutler; die Nadelmacher, Glaser und Seiler, Fischer und Schiffer.

Nach einer kurzen Phase unbegrenzter Gewerbefreiheit reorganisierten sich seit 1886 die Innungen der Schmiede und Schlosser, der Schneider, Bäcker, Tischler, Rademacher, Schuhmacher und Kaufleute, allerdings unter liberaleren Bedingungen als im Mittelalter. Neu hinzu kamen die Müller, Glaser und Maler und 1890 die Zimmerer und Maurer. Von den früheren Innungen bildeten sich die Drechsler und Leineweber nicht neu.

Neben den Handwerkern gab es 1892 noch sieben absatzorien-

tierte Produktionsstätten. Die größte war die Brauerei und Dampfmühle von Streese mit einer Maschinenkraft von 45 PS, daneben drei weitere Brauereien, die von Windel, Angelbeek und Niemeitz. Die Dampfspinnerei von Nepker erlebte aber die Jahrhundertwende nicht. Weiterhin gab es die Esmarchsche Druckerei (Jeerzel-Zeitung), die Möbelfabrik von Ordas und einen Tabakfabrikanten. Die meisten der Besitzer spielten auch politisch als Senatoren oder Bürgervorsteher eine bedeutende Rolle.

Zu den Handels- und Dienstleistungsbetriebe zählten Post und Eisenbahn, die Städtische Sparkasse und das Bankhaus Behrens, die Ärzte und der Apotheker, Gaststätten und Hotels. Dazu gehörten Juristen, insbesondere vom Obergericht und vom Amtsgericht. Die Zahl der Gewerbesteuerzahler in den höheren Klassen blieb gering. Sie schwankte in den Jahren 1896-1915 zwischen 8 bis 10, wobei lediglich drei Betriebe bis Anfang des Krieges einen Betrag von über 100 Mark entrichteten: der Kohlenhändler Behrens, der jeweilige Inhaber der Apotheker und die Brauerei Windel.

Die Schwächung von Handwerk und Handel durch die Inflation von 1923 mußte sich in einem Gebiet mit hauptsächlich mittelständischer Bevölkerung verhängnisvoll auswirken. Auch deshalb, weil unsere sich nur schwer behauptende Landwirtschaft immer wieder wegen Überschwemmungen zurückgeworfen wurde. Besonders verheerend für Heuernte und Feldfruchtanbau waren die Hochwässer von 1871, 1880, 1897, 1907 und 1926/27.

Die Verkehrserschließung des Elbe-Jeetzel-Raumes seit 1872 brachte zwar keinen bemerkenswerten industriellen Aufschwung, verhinderte aber die Verschärfung der abseitigen Lage. Die Eisenbahnlinie Wittenberge-Dömitz-DannenbergLüneburg stellte seit 1874 die Verbindung zum überregionalen Eisenbahnnetz her. Von 1866 bis 1895 wurde die Eibe zum Großschiffahrtsweg ausgebaut. Mit dem Aufkommen der

Dampfschiffahrt kam die Jeetzelschiffahrt zum Erliegen, aber ebenso wegen des Ausbaus der Land- und Fernstraßen. Nach dem hoffnungsvollen Anfang erfolgten die anschließenden Bahnverbindungen zu spät. 1911 wurde die Reststrecke Dannenberg-Lüchow eröffnet, obwohl die Verbindung Lüchow-Salzwedel schon seit 1891 bestand. Der Eisenbahnanschluß nach Westen mit der Linie Dannenberg-Uelzen konnte erst 1924 verwirklicht werden.

Die Entwicklung und Beschleunigung des Verkehrs brachte neue Betriebe in die Stadt, wie überhaupt der technische Fortschritt sich allenthalben zeigte. Verkaufs- und Reparaturwerkstätten für Fahrräder, Motorräder und Autos entstanden. Tankstellen, Fahrschulen und Fuhrbetriebe mit Lastkraftwagen erweiterte das Bild, von Fotograf und Lichtspielhaus ergänzt, Der Handel im allgemeinen zwischen der Stadt und ihrem Umland vollzog sich seit eh und je auf den Vieh- und Krammärkten. Die Verbindungen wurden erweitert von einem engen Netz an Molkereien und Mühlen in der Stadt und auf einigen Dörfern. Diese unmittelbare Verflechtung löste sich erst in den sechziger Jahren. Im Landhandel spielten Pferdefuhrwerke zur Frachtbeförderung noch lange eine große Rolle. Neben individuellen Einkäufen in der Stadt zeigte sich die Verflechtung Darmenbergs mit seinem Umland in engen verwandschaftlichen Bindungen. Darüber hinaus führten seit der Jahrhundertwende Ausflüge aufs Land, in Landgaststätten, in die weiten Wälder, zur Pilz- und Beerensuche, und an die Eibe.

Die meisten der folgenden Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Dannenberg, weiterhin von Frau Erika Max, Dannenberg. Allen Leihgebern und Ratgebern bin ich für ihre freundliche Unterstützung zu Dank verpflichtet.

Berndt Wachter

1. Die Luftaufnahme des Stadtkerns um 1930 ist nach Norden gerichtet. Am Bildrand rechts ist der Waldemarturm angeschnitten. In der Bildmitte dominieren die St.-Johannis-Kirche und die Giebelhäuser an der Nordseite des Marktes. An seiner linken Seite ragt der Südgiebel des Ratskellers heraus, davor stand das 1922 abgebrannte Hotel Ellinger. Der Platz bis zur Kleinen Jeetzel wurde dann als Pferdemarkt genutzt. Auf der anderen Seite des Marktes liegt der Kirchplatz und unterhalb des Waldemarturmes der von Bäumen verdeckte Kuhmarkt. In der Bildmitte läßt sich die dreieckige Bebauung zwischen Markt, Münzstraße und der Straße am Schloßgraben erkennen. Der Schloßgraben selbst wurde seit dem 18. Jahrhundert als Garten genutzt, ist aber 1992 im Rahmen der Stadtsanierung wieder in einen Schloßgraben zurückverwandelt worden.

2. Vom Waldemarturm schweift der Bliek nach Nordwesten (an Bild 1 rechts anschließend) über die Dachlandschaft des östlichen Stadtkerns hinweg (um 1910). Am rechten Bildrand ist vor dem behäbigen Gasthaus 'Zur Post' das Eisengeländer der schmalen Kolkbrücke über die Jeetzel zu erkennen und darüber die Eisenbahnbrücke der Strecke Uelzen-Dannenberg-Ludwigslust. Im Hintergrund dehnt sich die in die Elbtalaue übergehende Jeetzelniederung aus. Der Anstieg zum Steilufer des Drawehns, eine eiszeitliche Endmoräne bei Hitzacker (linker Bildrand), ist kaum wahrzunehmen.

3. Beim Bliek vom Kirchturm nach Südosten (um 1930) werden der Kirchplatz und der gegenüberliegende Kuhmarkt von dichten Laubkronen verdeckt. Nur der Turm der alten Feuerwehr und der Amtsberg mit Waldemarturm ragen heraus. Links öffnet sich die Marschtorstraße mit der Kolkbrücke über die Jeetzel (jetzt Alte Jeetzel), in die von links kommend der Landgraben einrnündet, der die südliche Begrenzung des östlichen Stadtkerns bildet. Im Hintergrund erstreckt sich das Thielenburger Wäldchen, in das heute ein Campingplatz eingebettet liegt und davor ein solarbetriebenes Freibad. In seine Liegeftäche sind die beiden links schwach erkermbaren Bracks (bei Deichbrüchen vom Hochwasser tief ausgekolkte kleine Seen) mit einbezogen.

4. Ein Bliek vom Kirchturm nach Süden auf den Amtsberg um 1930. Im Vordergrund ist noch der obere Teil des Schlauchturmes (heute Marionettentheater) vom alten Feuerwehrgerätehaus (1889 erbaut) zu sehen, dahinter der wuchtige Waldemarturm (um 1200 errichtet, die barocke Dachhaube von 1707), links und halb verdeckt das Landratsamt (heute Amtsgericht) und rechts von Bäumen versteekt das ehemalige Obergericht (1854 erbaut). Im Hintergrund breitet sich die vom Frühjahrshochwasser überschwemmte Jeetzelniederung aus.

5. Vorn Waldemarturm geht der Bliek über den Aufgang zum Amtsberg (links Schloßgraben und rechts ein Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Schlosses) zum Markt auf das westliche Dannenberg. Nur drei Schornsteine markieren den ländlich orientierten industriellen Fortschritt (Möbelfabrik, Brauerei und Molkerei). Sehr deutlich läßt sich die Einschnürung der Stadt durch die im Laufe der Jahrhunderte ansteigenden Hochwässer erkennen. Unmittelbar nördlich und südlich der Langenstraße beginnen Gärten, Wiesen und Äcker. Im Hintergrund ist der Höhenzug des Drawehns zu erahnen.

Waldemarlurm.

Partie IIOn der Weslseile. mil Wllldcmat1urm u. Kirche.

6. Dem Turnfest von 1910 in Dannonberg wurde als einern herausragenden Ereignis eine Postkarte gewidmet. Unter dem Titel findet sich das unverkennbare Portrait des in der Nachbarschaft (in Lanz bei Lenzen/Elbe) geborenen Turnvater Jahn, umgeben vom Symbol der Turnerschaft, den vier 'F' (frisch, fromm, fröhlich, frei), und dem Dunnenberger Stadtwappen. Neben zwei Stadtansichten wurde auf die in Darmenberg vorhandenen nationalen Sinnbilder (Körnerstein und Prochaska-Grabmal) hingewiesen.

lEltlJttDtt Jlnnfla:ska

lmI>nmbU &ti b<r 15o~ 16. 9.1813. t'iD ~ (<an) 5.10.l8l3.

7. Das Bild zeichnet eine Szene aus der Schlacht an der Göhrde nach. Im Vorfeld der Völkerschlacht bei Leipzig trug das Gefecht nördlich des Göhrdeforstes dazu bei, die Franzosen auf Hamburg zurückzudrängen und eine Vereinigung der französischen Truppen zu verhindern. Monate zuvor hatte sich Eleonore Prochaska aus ihren Ersparnissen bewaffnet, sich als Mann verkleidet und ging freiwillig unter die 'Schwarzen Jäger'. Unter dem Namen August Renz kämpfte sie als Trommler im Lützowschen Korps mit. Beim Sturm auf die französischen Stellungen wurde sie schwerverwundet und nach Darmenberg gebracht, wo sie drei Wochen später ihren Verletzungen erlag. Sie wurde auf dem St.-Annen-Friedhof beigesetzt (vgl. Bd. 1, Bild 51; hier s. Bild53).

_ ?. ~

8. Hundert Jahre später wurde am 24. August mit einem großangelegten Fest der Freiheitskriege gedacht. Ein 'Vaterländischer Festzug' fuhr durch die festlich mit Girlanden und Fahnen geschmückte Stadt. 38 Wagen und Abteilungen stellten vor allem Szenen aus den Befreiungskriegen dar. Mehrfach vertreten waren Abteilungen in der Uniform der Lützower Jäger, hier acht Lützower Reiter, die gerade über die Bertramsbrücke (Kleine Jeetzel) in die Langestraße einreiten. Reich mit Fahnen und Blumenschmuck ausgestattete Häuser unterstreichen den festlichen Glanz des Tages, und interessierte Bürger säumen die Straße oder schauen aus den Fenstern.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek