Darß und Zingst in alten Ansichten

Darß und Zingst in alten Ansichten

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Darß und Zingst
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5934-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Darß und Zingst in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Landschaften Darß und Zingst, die eine etwa 40 km lange Halbinsel an der Ostsee zwischen Rostock und Hiddensee sind, bilden nicht nur eine geografische Einheit als Halbinsel. Diese ist erst durch die nacheiszeitliche Entwicklung der Oberflächenformen im Küstenbereich aus zwei selbständigen Inseln zum Teil durch Menschenhand - entstanden. Noch vor etwa 200 Jahren nämlich waren der Darß und Zingst eigenständige Inseln. In noch weiter zurückliegender Zeit gilt dieses auch für das landeinwärts gelegene Fischland. Diese Inseln verdanken der letzten Eiszeit. der Weichseleiszeit, ihr Entstehen. Historisch gehören der Darß und Zingst zu Vorpommern.

Riesige Gletscher transportierten aus Skandinavien und dem Ostseebereich Geschiebe nach Süden. Nach dem Abschmelzen dieser Gletscher blieb das von den Eismassen hierher verfrachtete Material als Moräne liegen. Die westliche Ostsee bildete noch ein leicht welliges Hügelland vom Absohmelzen des Eises vor etwa 18 000 Jahren bis etwa 8 000 vor Chr.

Erst mit dem weiteren Abschmelzen der Gletscher, Landhebungen im östlichen Teil der heutigen Ostsee und dem NachWesten-Fluten des Ostseewassers, der sogenannten LitorinaTransgression, entwickelte sich auch die westliche Ostsee zu einem zusammenhängenden Gewässer.

Wo oft Hügel und Senken. die sicher auch mit Wasser gefüllt waren, lagen, bildete sich die westliche Ostsee aus, Das voranschreitende Wasser machte aus den Moränenhügeln kleine Inseln, den Alt-Darß und den Inselkern von Zingst.

Jetzt erst konnten die höheren, der Ostsee zugewandten Landschaftsteile, die Steilufer, angegriffen werden, während landeinwärts kleine Buchten verlandeten und zuwuchsen. Die bis zu 24 m hohen Steilufer, z.B. das Hohe Ufer von Fischland, und die jetzt an der Ostseeküste anstehenden Ufer des Darßes und des Zingstes, wurden vom Regenwasser, Wind, Frost, und von der Hitze angegriffen. Auch das Meer wirkte an den steilen Ufern.

Das aufgeweichte und herabgestürtzte Erdreich - im geologi-

schen Sinne Gestein - wurde durch die Meeresströmungen der Ostsee küstenparallel nach Norden verfrachtet und wieder, beim Nachlassen der Kräfte, sedimentiert. Es bildeten sich die ersten Strandwälle und später auch Dünen aus. Immer wieder entwiekelten sich höhere Strandwälle, (Reffen) hinter tiefer gelegenen Senken (Riegen). Die Senken konnten auch mit Wasser gefüllt und damit kleine Seen sein. So entstand der NeuDarß.

Die aufgeworfenen Strandwälle aus dem Material des Hohen Ufers aufFischland führten allmählich zu einer Verbindung des Darßes mit dem Fischland, das durch solche Strandversetzungen mit dem Festland verbunden wurde. Eine lange Halbinsel war entstanden. Da die Strömung im Norden des Darßes nach Osten abknickt, wurden immer wieder kleine Strandseen (Lagunen) gebildet, die typisch für den Neu-Darß sind. Viele dieser Seen sind inzwischen ausgesüßt oder gar verlandet. Durch Aufforstung entwickelte sich auf dem Darß ein riesiges Waldgebiet, der Darßer Forst.

Obwohl die Strömung im Norden des Darßes nach Osten abknickt, wird hier immer noch feiner Sand abgelagert, so daß eine kleine Nehrung nach Nordosten wächst, der Darßer Ort. Die leichteren Sandkörner werden mit der Strömung weiter nach Osten verfrachtet. Im Laufe der Jahrhunderte sedimentierten sie an der Nordküste, häuften sich zu Strandwällen und Dünen auf und führten so zu einer Anbindung des Zingstes an den Darß. Nur der Prerowstrom entwässerte den Bodden zur Ostsee durch eine verbleibende Niederung.

Durch die katastrophalen Auswirkungen der Ostseesturmflut vom November 1872 entschloß man sich zu neuen Küstenschutzmaßnahmen. Ein höherer Deich wurde bis 1876 gebaut, der Zingst nun ganz fest mit dem Festland verband und die gemeinsame Halbinsel dauerhaft wurde. Der Damm unterbrach den Prerowstrom, so daß ein Überfluten von der Ostsee her fast unwahrscheinlich geworden ist.

Auch im Osten der Halbinsel Zingst geht die Ablagerung fein-

ster Sandpartikel weiter, so daß die Halbinsel noch weiter wachsen wird. Durch Sedimentation ist auch die Insel Bock entstanden. Durch weiteren Sandtransport von Westen und Ablagerung an der Ostspitze werden auch die Halbinsel Zingst und der Bock und - wenn man noch weiter denkt - auch die Insel Hiddensee miteinander verwachsen.

Diese außergewöhnlich vielfältige Naturlandschaft mit ihrer engen Verbindung von Wasser und Land führte nicht nur zur mehrfachen Ausweitung von Naturschutzgebieten, sondern darüberhinaus auch zur Ausweisung als Nationalpark Boddenlandschaft. Dieses wirkt sich nicht nur auf eine Verbesserung der Situation für die unterschiedlichen Lebensräume, sondern auch für den Erhalt seltener Pflanzen- und Tierarten aus.

Die enge Verbindung des hier siedelnden Menschen mit Wasser und Land ließ auf dem Darß und auf Zingst neben einzelnen Bauernhöfen vor allem auch Fischer- und Schiffersiedlungen entstehen. Auf dem Darß sind als Dörfer Ahrenshoop, Born, Wiek und Prerow zu nennen. Letzterer ist der Hauptort mit der 1726-1728 errichteten Seemannskirche und dem interessanten Heimatmuseum, dem Darß-Museurn, in der Waldstraße 28. Beliebt sind auch die ausgedehnten Wanderungen oder Kutschfahrten zum 33 m hohen Darßer Leuchtturm und zum Darßer Ort, der Nordspitze, die in den letzten 300 Jahren etwa vier Kilometer nach Nordosten gewachsen ist. Vor der Küste liegt die kleine Bernsteininsel. Heute ist der Darß mit seinen etwa 1 130 km2 ein großes Naturschutzgebict, das ebenso wie der Zingst zum Nationalpark und Biospärenreservat Boddenlandschaft gehört.

Der Wunsch des Menschen, an der See seine Sommerfrische so nannte man den Sommerurlaub an der Küste im vorigen Jahrhundert - zu verleben, ließ die Orte Ahrenshoop, Prerow und Zingst zu beliebten Ostseebädern werden. Im Jahre 1883, also schon vor über 110 Jahren, kamen nach Prerow 566 und nach Zingst 284 Badegäste. Die Zahlen stiegen rasch, so daß Prerow 1900 schon 1 704 und im Jahre 1910 bereits 3 630 Bade-

gäste verzeichnen konnte. Heute locken die Seebäder auf dem Darß und auf Zingst immer mehr Menschen aus ganz Deutschland, die neben dem Urlaub an der See, der interessanten Naturlandschaft vor allem die Ruhe auf dieser Halbinsel suchen. Zingst hat mit dem gleichnamigen Dorf (Fischer- und Kirchdorf) nur eine größere Siedlung. Sehenswert ist die Kirche des Seebades. Sie ist nach einer Zeichnung Friedrich Wilhelm IV. gebaut worden. Auf dem Friedhof liegt die in Zingst geborene Dichterin Martha Müller-Grählert, deren Lied 'Ostseewellen' nicht nur als Lied 'Nordseewellen' weit über die Grenzen der Heirnathalbinsel bekannt geworden ist,

Darß und Zingst kann man aber nicht nur über die Landbrücke des Fischlandes erreichen. Von der Stadt Barth aus ermöglicht bei Bresewitz seit 1909 eine Drehbrücke vom Festland, die trennende Wasserlandschaft zu überqueren und bei Zingst in die beliebte Erholungslandschaft zu gelangen.

Der vorliegende kleine Bildband stellt die Landschaften Darß und Zingst mit ihren kleinen Dörfern, Häfen und feinen Stränden in alten Ansichten vor, um den Alteingesessenen ihre Heimat mit Bildern in Erinnerung zu rufen. Den jungen Menschen dieser Halbinsel, den Urlaubern und Hinzugezogenen möchte dieses kleine Buch zeigen, wie es hier von der Jahrhundertwende bis zum Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat in der Hoffnung, Verstandnis und Heimatliebe für diese Halbinsel an der Ostseeküste entwickeln zu helfen. Möge dieses kleine Buch dieser Küstenlandschaft viele neue Freunde gewinnen helfen, ohne die alte Freunde zu verlieren.

Herzlich bedanke ich rnich für enige Bilder bei Herrn Otto Rohde, Lübeck, und Herrn Holger Becker, Born (Darß). Ein besonderer Dank gilt Herrn W.-I Heinz Bührmann, Zingst,

Uwe Bremse

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1. Diese Karte gibt einen Überblick über den Darß. Von links unten gelangt man über das Fischland mit dem Dorf Wustrow nach Ahrenshoop, der bekannten Künstlerkolonie an der Ostseeküste. Die ehemalige Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern ist als gestrichelte Linie eingetragen. Während Darß und Zingst in Vorpommern liegen und zu Preußen gehörtcn, war Mecklenburg-Schwerin ein selbständiges Großherzogturn bis 1918. Südlich des Darßes fallen die vom Meer abgeschnittenen lagunenartigen Bodden auf, Z.B. der Saaier und der Bodstedter Bodden und südlich von Zingst der Barther Bodden. Sehr markant ist auch die Nordspitze, Darßer Ort genannt.

2. Einen 'Gruß aus Ahrenshoop an den Dünen der Ostsee' bildet diese sehr anheimelnde Ansicht ab. Auf dem unbefestigten Weg kommen zwei Personen - vermutlich Mutter und Kind - auf den Betrachter zu. Alles wird von den alten Bäumen überragt. Die Grundstücke sind vom Weg durch Hecken und Zäune abgetrennt. Die Häuser sind im Fachwerkstil errichtet worden. Meistens tragen sie ein Reetdach. Durch die geringe Höhe bis zur Dachunterkante, das Fachwerk und die Sprossenfenster wirkt dieses Straßenbild sehr gemütlich.

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3. Da Ahrenshoop schon ab etwa 1880 regen Fremdenverkehr verzeichnen konnte, war die Unterbringung der Sommerfrischler von besonderem Anliegen. Damals entstanden viele größere Häuser im Villenstil. Auch die abgebildete Villa Dernburg gehörte zu diesem Haustyp. Dem landschaftlichen Hausstil angepaßt, wurden diese neuen Villen auch mit einem Reetdach versehen. Sehr akurat wirken der helle Zaun und die weithin sichtbaren Fahne. Diese Ansichtskarte erschien um 1920 im Verlag von R. Witte in Ahrenshoop.

4. Das bekannteste Haus in Ahrenshoop ist die im Jahre 1909 errichtete sogenannte Kunstkate im Strandweg. Es ist heute die Galerie von Ahrenshoop, die Erinnerungen an die Zeit wachhält, als das stille Dorf die Künstlerkolonie Vorpommerns war. Begonnen hat es mit der Ansiedlung des Malers Paul Müller-Kaernpf, der sich hier 1892 niederließ und weitere Künstler nach sich zog. Der Kunstkaten, der auf der Abbildung eines Werbebriefes. den Müller-Kaempf entworfen hat, abgebildet ist und als 'Wendenhaus' bezeichnet wird, wurde nur sekundär zum Kunsthaus, nachdem zuvor die Galerie, die Paul Müller-Kaempfs Werke verkaufte, abgebrannt war.

5. 'Sie finden in Ahrenshoop eine bemerkenswerte Landschaft. Inselklima und einen Strand, der unmittelbar vor Ihrer Türe liegt. Dazu Gesundheit und Frohsinn, Ruhe, heitere Gesellschaft und keinen Klamauk' so wirbt ein von Paul Müller-Kaernpf für Ahrenshoop entworfener Werbebrief. Dazu bildet der Brief das ebenfalls von ihm entworfene Logo ab, das die Inschrift trägt: 'Gesundheit und Frohsinn im Ostseebad Ahrenshoop zwischen Meer und Bodden am Walde. Jedes Haus am Strand.'

6. Der Ruf Ahrenshoops als Künstlerkolonie zog viele Neugierige in dieses Dorf am Meer. Das wirkte sich auch auf die Entwicklung als Badeort an der Ostsee aus. Die Aufnahme von etwa 1920 bildet den Strand von Ahrenshoop ab. Hinter den Strandburgen mit den zum Teil sehr tief eingegrabenen Strandkörben zeigt sich ein bewachsener Dünensaurn, auf dem das ehemalige Kurhaus zu sehen ist. Ahrenshoop entwickelte sich zur feinen Adresse der ruhigen Ostseebadeorte - bis heute.

Ostseebad Prerow (Darss)

Waldpartie

7. Der Name Darß wird von einem wendisohen Wort für Laubwald abgeleitet. Der Laubwald ist es aber nicht allein, der den Darß bedeekt. auch Nadelwald wächst hier auf ausgedehnten Flächen. Während der Laubwald mehr landwärts auf dem alten Darß mit seinen eiszeitlichen Aufschüttungen dominiert, zeigen sich auf dem jüngeren, küstenwärts gelegenen Neu-Darß vor allem Kiefern auf dem lockeren Sandboden. Reizvolle Wanderwege durchziehen dieses etwa 6 000 ha großes Waldgebiet, wie die abgebildete 'Waldpartie ' auf der im Verlag Hermann Jahnke im Ostseebad Prerow erschienen Ansichtskarte zeigt.

8. Der Darß ist eine etwa 200 km2 große naturnahe Kulturlandschaft. Der Einfluß des Menschen zeigt sich an der Küste zum Beispiel im Küstenschutz (Lahnungen, Darnmbau, Dörfer, Leuchttürme, Wege usw.). Durch den großen Waldreichtum, der seit etwa 100 Jahren durch aktive Auftorstung forciert wurde, entstand ein besonders für Tiere wichtiger Lebensraum. Vor dem Krieg lebten hier neben Wildschweinen, Rothirschen und Seeadler auch noch Elche und Wisente. Die Abbildung zeigt einen Elch auf dem Darß, Vor dem Krieg war der Darß das Jagdgebiet von Hermann Göring und anderer politischer Größen des Dritten Reiches, nach dem Krieg bis zum Ende der DDR versuchten Politiker dieser Richting sich auf dem Darß zu betätigen.

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