Das historische Berlin

Das historische Berlin

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1550-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das historische Berlin'

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EINLEITUNG

Zum eisernen Bestand des allzeit reich bestückten Sortiments an Ber1in-Literatur hat stets auch ein Band mit Altberliner Ansichten gehört, der es dem Betrachter erleichtert, sich mehr als ein nur imaginäres Bild des historischen Berlin zu verschaffen. Wie sich bei einer Sondierung des derzeitigen Buchmarktes herausstellt, sind die Berlin-Enthusiasten im letzten Menschenalter in dieser Hinsicht nicht sonderlich gut bedient gewesen. Mit wiederauflebendem Geschichtsbewußtsein wird diese Literaturlücke mit einem Male wieder spürbar.

Im vorliegenden Bildband wird daher versucht, 156 Ansichten des alten Berlin auf eine überschaubare Weise und mit knappen Kommentaren einem historisch interessierten Leserpublikum zu erschließen. Die Beschäftigung mit der wechselvollen Vergangenheit dieser Stadt, die heute ein weltpolitisches Kuriosum darstellt, ist für viele längst eine unausweichliche Pflichtlektion geworden. Ihnen soll dieses anspruchslose Album bei ihren Exkursionen in die Vergangenheit ein wenig als rückwärtsgewandter Cicerone sekundieren. Sie werden nunmehr in einer Bildchronik der ehemaligen deutschen Metropole blättern können, die aus der exorbitanten Fülle des vorhandenen Bildmaterials eine exemplarische Auswahl des Aussagekräftigsten getroffen hat.

Angesichts einer solchen Bestandsaufnahme der lebendigsten Darstellungen Alt-Berlins überrascht nicht nur die Quantität dieser Dokumente, sondern auch ihre beachtenswerte künstlerische Qualität. In der Tat verfügte Berlin, das man so leicht pauschal als amusisch diskreditierte, über eine überraschend große Zahl von Künstlern, die ihre Kunstfertigkeit darauf verwandten, das zeitlose Antlitz dieser Stadt zu entdecken und es durch das Medium ihrer Kunst zu verewigen. Der Augsburger Stridbeck zum Beispiel, der von 1690 bis 1691 in Berlin weilte, gehörte zu den ersten, denen einige überzeugende Porträts Berlins zu verdanken sind. Schleuen, Probst und Fünk fixierten das barocke Berlin auf eine überzeugende Weise, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte Berlin in J.G. Rosenberg sogar einen Steeher zu verzeichnen, der in einer künstlerisch durchaus integren Weise für das Verlagshaus Morino zwanzig Berlin-Ansichten in Canalettos Manier anfertigte. Für das biedermeierliche Berlin, das bereits durch die Bauten eines so genialen Architekten wie Schinkel geprägt war, steht sogar eine ganze stattliche Equipe exzellenter Berliner Künstler zur Verfügung, die Namen wie Calau, Hummel, Gärtner oder Hintze exemplarisch repräsentieren. Sie alle zeichneten sich durch jene märkische Sachlichkeit aus, die kein Pathos zuläßt, und ihnen

allen haben wir es zu verdanken. wenn wir heute ein vergleichsweise lückenloses Bild des alten Berlin rekonstruieren können. Ihre Stiche, Zeichnungen und Gemälde bieten in ihrer Gesamtheit ein frappierendes Panorama der Stadt, bis ihnen dann die Fotografen ihre Chronistenpflicht gegen Ende des 19. Jahrhunderts abnahmen.

In diesen Tagen kann sich der nostalgische Eifer an dergleichen alten Stadtansichten immer wieder entzünden. Wenn nicht alles täuscht, ist das Traditionsbewußtsein wieder in jähern Aufblühen begriffen. Vielleicht beginnt man einzusehen, daß das Fehlen der historischen Dimension immer auch einen kaum aufwiegbaren Humanitätsverlust signalisiert, Jed e Konzentration auf die aktuelle Gegenwart bewirkt in ihrer Ausschließlichkeit eine geistige Verkümrnerung, deren Ausmaße heute bereits alarmierend sind. Jedenfalls bietet uns gebrannte Kinder einer Zeit, deren Krisen mit dem Intellekt allein nicht mehr bewältigt werden können, die Beschäftigung mit der Berliner Vergangenheit eine willkommene Chance, uns ein wenig im Glanz der Historie sonnen zu können.

Die Tatsache allein, daß die hier vorgewiesenen Berlin-Ansichten in der Wilhelminischen Ära in Form von Ansichtskarten kolportiert wurden, spricht für das noch intakte Geschichtsbewußtsein jener Tage

und sollte uns Zeitgenossen einer Epoche, die nur auf eine pragmatische Diesseitsbewältigung versessen ist, zu denken geben. Die Neudeutschen des zur Weltmacht aufgestiegenen Bismarckreiches hatten jedenfalls nicht die Absicht, als Parvenüs in die große Weltpolitik einzutreten. Gerade eine Kolonialstadt wie 'Berlin ließ es sich daher einiges kosten, eine kulturträchtigere Umwelt mit einern gewissen naiven Stolz auf ihre fast siebenhundertjährige Geschichte hinzuweisen.

Die hier in chronologischer Ordnung dargebotenen Ansichten lassen noch einmal ein paar Jahrhunderte erlebter Berliner Geschichte Revue passieren. Dieser Band möchte daher als das Präludiurn der in dieser Reihe bereits erschienenen zehn Bände 'Berlin in alten Ansichten' verstanden sein. All diese Ansichtskartenalben bieten im wesentlichen die Ausbeute von Fotografen, die Berlin seit der Jahrhundertwende immer neue Motive abjagten. Diese setzten damit recht eigentlich nur das Werk jener bildenden Künstler fort, deren Verrnächtnis wir uns seines dokumentarischen und zeitlos künstlerischen Wertes halber wieder ernsthaft bernächtigen sollten.

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1. Das älteste Berliner Siegel zeigt im Vordergrund einen Adler, das Wappentier der Markgrafen von Brandenburg, der in einem Schild vor der Öffnung des mittleren Turmes eines Stadttores steht. Das zweite Siegelließ der Rat etwa ein halbes Jahrhundert später entwerfen und es bereits mit zwei aufrecht stehenden Bären versehen, die den Namen der Stadt Berlin symbolisieren.

ALT-BERLIN. Das Soeodeuer-Ior i: !350.

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2. Im Zuge der mittelalterlichen Befestigung wurde im 13. Jahrhundert im Norden Berlins das sogenannte Spandauer Tor errichtet, das erst nach Anlage des holländischen Befestigungssystems des Großen Kurfürsten beseitigt und nach Osten verlagert wurde.

3. Berlins zweitältestes Gotteshaus, die Marienkirche, enthält in ihrem Inneren neben einem Messingtaufbecken aus dem Jahre 1437 und der reich verzierten Barockkanzel Schlüters in der Turmhalle ein erst 1860 freigelegtes Freskogemälde 'Totentanz' aus der Zeit um 1485 mit Reimen in niederdeutscher Sprache. Zwischen den Vertretern der einzelnen Stände, die sich einer Kreuzigungsgruppe anschließen, erscheint jedesmal der Tod.

ALT-BERLIN Scbloss Joachim des 11. um 1570.

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4. Zu den ältesten Bauwerken Berlins rechnete die erste Hohenzollernburg an der Spree, die Kurfürst Friedrich 11., der 'Eisenzahn' , errichtete, nachdem er den Widerstand der Bürger niedergerungen hatte. 1443 legte er den Grundstein, und acht Jahre darauf bezog er den Bau, von dem es keine authentische Darstellung gibt. Nur das Gemäuer des 'Grünen Hutes', eines kleinen Turmes mit patmiertem Dach, gestattet Rückschlüsse auf die festungsähnliche Anlage der Burg. Unsere Ansicht zeigt den Bau, wie ihn Caspar Theiß für den Kurfürsten Joachim 11. gestaltete.

All -BERLIN. Die Ritierspiele auf der Stechbahn vor dem Berliner Schlafs ij 1592. 01~a.

5. Die sogenannte Stechbahn war ein mit Schranken umgebener, dreihundert Fuß langer und fünfundsechzig Fuß breiter Platz, der für Turniere, das sogenannte 'Stechen', bestimmt war. Kurfürst Joachim II. hatte ihn zur Geburt seiner ältesten Tochter 1537 vor dem Schlosse anlegen lassen. Unter Joachim Friedrich wurde der Platz irn Jahre 1600 restauriert.

6. Unter den topographischen Arbeiten des Matthäus Merian befindet sich auch ein Panorama Berlins aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Es handelt sich bei diesem Kupferstich um eine der ersten originalen Berlin-Ansichten, die im Vordergrund die Straße Unter den Linden in ihren Anfängen zeigt. Besonders markant heben sich neben dem Komplex des Schlosses die Türme der Marienkirche, der alten Domkirche und der Nikolai- und Petrikirche heraus.

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Die Stadtmauer um 1665 von o~ cesenen. Der linke Turm stand an .der

KlosterstraBe , der rechte Turm stand an der Spandauerstrasse und die Pforte fuhrte

in die Rosenstrasse.

7. Im Zuge der Befestigungsarbeiten unter dem Großen Kurfürsten wurde das Spandauer Tor von 1660 bis 1662 in monumentaler Weise neu gebaut. Es stand an der Stelle, an der später die Spandauer Brücke in die Neue Friedrichstraße einmündete. Diese Abbildung zeigt ein Stück Stadtmauer mit zwei Befestigungstürmen von der Außenseite her.

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8. Der berühmte Plan der Festung Berlin von Johann Bernhard Schultz aus dem Jahre 1688 zeigt gegenüber dem nur vier Jahrzehnte vorher angefertigten Merian-Stich bereits die von Memhard errichteten Festungsanlagen, in die auch der 1660 gegründete Friedrichswerder mit eingeschlossen war, während die Dorotheenstadt mit den 'Linden' noch außerhalb der eigentlichen Festung lag. Berlin zählte damals fünfundzwanzigtausend Einwohner.

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