Deinste in alten Ansichten

Deinste in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Holst
Gemeente
:   Deinste
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6148-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Deinste in alten Ansichten'

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Mien Heimatdörp

Mien lütt Dörp op de Geest, dat du dat man weest,

dat hett soveel Schönheit proot, hindör führt uns daar Weg und Stroot.

Van de Möhl ut öber de Loog bit no'n Blöcken hoch;

van daar ut öber de Hain,

daar bleiht dat in de Gordens sa fein. No'n Schoopsdiek hin,

dat geiht vörbie an Hinni Klint. Denn öber den hagen Stieg,

doar kann man kieken in de Wischen wiet. Kummt man denn öber een romantisch

Brüch, Geiht man op'n Erlenweg weer trüch.

Man kann ok no'n Dörpsplatz gohn

un bewunnert daar de bunte Fohn. Bewunnern kan man ok den groten Steen un wat daar sûnst noch gifft to sehn. Kannst ok mol in den Füerdiek kieken, sühst de Fontän dat Water schmieten. Uterdem steiht daar bi Störm und Wind de Ährenbinnerin mit ehr Kind.

Se stellt uns daar,

wie fröher wöör dat Leben schwoar, Man müss hatt arbeiden op'n Fild und suur verdenen sick dat Gild.

Wi goot, dat de Tiet nich stohn is bIeben, dör de Teclmik hebbt wi't beter kregen.

Jo, wat ick noch seggen wull, dat dröffick nich vergeten, dat schüllt ji ok all weten:

In uns Dörp hebbt wi ok een Spur van hoge Kunst un ok Kultur.

Un uterdem för wenig Gild,

bringt uns 'ne Iesenbohn in't schöne Fild! MitTut-Tut un ok mit Damp

geiht dat hin no'n litten Kamp.

[ûmrner, wenn't wat gifft intoweihn, singt de Gesangverein.

Denn hebbt wi noch 'nen Speelkreis hier,

de litten Kinner verschöönt uns manche Fier. Dat Rode Krüüz sorgt för frischet Bloot

un gifft manchen Minschen goden Root.

Ok veel Sport ward hier bedreben,

enen schonen Gofplatz hebbt wi kregen. Een Hooch ok op uns Füerwehr,

se schallleben!

De Buerslüüd plöögt, eegt un meiht

un freiht sick, wenn morgens fröh de Hohn luut kreiht.

De Handwarkslûüd schloopt ok nich lang, denn jedereen sitt jüm in't Genick,

dat se man ollig wat beschickt.

Och nee, wi lied bestimmt keen Noot, uns Bäcker backt dat beste Broot!

Un wat wi sünst noch bruukt,

dat söökt wi uns bie'n Koopmann ut. Un denn de Lokalitäten,

de will ick nich vergeten.

Hier gifft dat Drinken un ok Eten:

Kööm un Beer, Mettwustbroot und Fisch kriegt se uns allens op'n Disch.

Ja, ja uns Dörp, mien Deinst, bie di is dat op't Feinst;

di güllt mien ganze Leev drüm ick dit Gedicht ok schreev.

Anni Lepenies geb. Detgen

1

Die Aufnahme aus der Zeit um 1900 zeigt den Weg zur Kirche nach Bargstedt. Kirchwege wie dieser in Deinste lassen sich in allen 'Blangendörpern' (= Nebendörfern) eines Kirchspiels nachweisen. Sie verliefen meistens schnurgerade durch die weiten Heideflächen zum Kirchdorf und waren nicht selten sogar ein Teilstück eines noch bedeutenderen überregionalen Verbindungsweges. Dies ist auch beim Deinster Kirchweg der Fall. Bei Lusthoop triff er auf den Helmster Kirchweg, der beim ehemaligen Heidkrug den Alten Marktweg kreuzt und ebenfalls nach Bargstedt läuft. Er war zugleich auch Teil der 'Alten Poststraße' von Stade nach Harsefeld zum dortigen Amt und Kloster und führte weiter nach Heeslingen/Zeven, wo wiederum ein Amt und ein Kloster ihren Sitz hatten. Erwähnt wird diese Straße schon im Mittelalter als Pilgerweg eines isländischen Mönchs, dessen Wanderung ihn über die Elbe bei Stade schließlich bis zum Papst nach Rom führte.

Der sonntägliche Gang zum Gottesdienst nach Bargstedt auf den unbefestigten Sandwegen durch die hohe Heide war für die Deinster besonders an Regentagen und im Winter nach starkem Schneefall äußerst beschwerlich. Während vor allem die Bauern der größeren Höfe sonntags auf'ihrem hohen 'Stöhlwogen'

(= Stuhlwagen) diesen Weg zurücklegten, mußten die Kinder zu Fuß gehen; nicht selten sogar zweimal. denn in derWochen-

mitte ging es nach der Schule zum Konfirmandenunterricht erneut ins Kirchdorf. Erst im [ahre 193 1 wurden die Deinster in das Stader Kirchspiel von St. Cosmae 'umgepfarrt' und konnten nun ohne größere Anstrengungen den Gottesdienst mit dem Zug erreichen. Mit der Gründung der Kirchengemeinde Fredenbeek im Iahre 1956 und mit Beginn der ersten Gottesdienste 1959 im neuen Gemeindesaal wurden die Wege erheblich kürzer.

2

Diese beiden Gebäude, geschützt von hohen Bäumen, stehen immer noch an der Hauptstraße Nr. 12. Sie dienten der Mühle lange Iahre als Häuslingshäuser. Der Müller Steffens erwarb sie von Gathmann, weil dieser um 1880, wie viele Bewohner der Geest, nach Amerika auswanderte.

In dem linken Fachwerkhaus lebten die Familien von Hinrich Steffens und Albert Benecke, die beide auf der Mühle beschäftigt waren. 1938 kaufte Hinrich Polle das Anwesen vom Müller Steffens. Heute bewohnt sein Sohn Manfred mit Familie beide Gebäude.

Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1 900.

3

Während der Rezeßzeit um 1838, als man die gesamte Deinster Feldmark neu aufteilte, gehörte dieses alte Fachwerkhaus aus dem Iahre 1 794 dem Anbauern Friedrich Steffens. In seinem Giebelbalken trug es die Inschrift:

Wer Gott vertraut, hott woll gebaut Friedrich Steffens - Catarinn Steffens 1794 Gott allein die Ehre!

Später kaufte Wilkens das Anwesen. Das Ehepaar Wilkens steht auf dem Foto aus der Zeit um 1900 vor seinem Haus. Tochter Adelheid heiratete den Deinster Lehrer [ohann Tiedemann. (Sie war seine ehemalige Schülerin.) DieTochter Anna heiratere den Klein Fredenbecker Zimmerer Claus Weber, der dort am Bahnhof ein Baugeschäft gründete.

Das alte Haus ging schließlich an [ohann Wiebusch ûber und brannte in der Nacht vom 12. März 1993 um 3.30 Uhr nieder. Im StaderTageblatt heißt es hierzu:

Von dem seit über 20 Jahren nicht mehr bewohnten Fachwerkgebäude blieb nur noch eine Ruine zurück, ous der sich gestern noch den ganzen Tag Rauchwolken in den Himmel schoben. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

4

Die Aufnahme entstand um 1925 'op' n Füerdiecksbarg' , auf der Hauptstraße zwischen den beiden Schmetjen-Höfen. Der Blick fällt auf das Tagelölmerhaus von Tomfarde (heute Hinrich Hauschild). Der damalige Bewohner joharm Mathees besaß eine Kuh, die er zu jeder Melkzeit nach Hause holte, weil seine Frau sehr alt war und den Weg zur Weide nicht mehr schaffte. Er selbst konnte nicht melken.

Die beiden großen Schüler auf dem Bild sind Peter und [ohann Wiebusch. Die drei kleineren könnten Jürgen Cordes, Hinrich und Klaus Detgen sein. Das Mädchen in der Mitte mit der weißen Schürze ist Anna Rowedder geborene Bardenhagen.

s

Der Hof von Schmetjen Hauptstraße 10 (heute Hans- Wilhelm und Arnd) zeigt vor etwa 100 [ahren noch den für die Geestbauernhöfe charakteristischen Eichenhain. Die Hofstelle ist seit dem 16. Iahrhundert durchgehend im Besitz der Familie Schmetjen. Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1 880, der damalige Besitzer hieß Iohann Schmetjen (* 1832-t 1891). Der Blick fällt von der heutigen Hofstelle Hans-Jürgen Werner (früher auch Schmetjen) über die Hauptstraße auf den Fach-

werkgiebel mit der Grootdöör. Rechts ist die alte Heu- und Torfscheune zu erkennen (heute Schweinestall), links das Häuslingshaus. Es wurde um 1920 abgebrochen, vom Hausschlachter Bösch aufgekauft und am Kirchweg an der großen Eichenreihe (heute Bartels ) wieder aufgebaut.

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