Delligsen in alten Ansichten

Delligsen in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Apel und Friedrich Heise
Gemeente
:   Delligsen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5424-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Delligsen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Delligsen vom Bauerndorf zur Industriegemeinde Die ersten Urkunden über Delligsen deuten auf die ursprüngliche Namensform Disaldeshusen, das Haus des Disald, hin. Ortsbildungen dieser Art sind in der Regel Einzelgehöftsiedlungen der sächsischen Zeit. Die Anlage ist zwischen 300 und 800 nach Chr. entstanden und gehört zu einer Ausbaustufe auf etwas minderer Bodenqualität, die in einem Nebental am Eingang zum Hils erfolgte. Um 850 muß die Siedlung schon erweitert gewesen sein, denn mehrere Besitzer überwiesen dem Kloster Corvey verschiedene Einzelhufe. Zu einer ersten großen Erweiterung kam es dann im 12. Jahrhundert durch die Anlage planmäßiger Hagenhöfe. Dieser Ausbau des Dorfes und auch noch spätere Nachsiedlungen gingen zu Lasten der Dorfanger und damit der Viehwirtschaft. Am Anfang des 14. Jahrhunderts erreichte die Bevölkerungszahl vorerst ihren Höhepunkt. Bald stellten sich Hungersnöte ein und hinzu kamen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrere Pestwellen,

durch die die Menschen in großer Zahl dahingerafft wurden. Manche Städte waren fast ausgestorben. Auch die Dörfer blieben nicht verschont. Im 15. Jahrhundert folgte dann die Bildung zahlreicher Wüstungen, die gerade hier im Weser-Leinegebiet bis zu 40% betrugen. Zu den eingegangenen Dörfern zählt aus unserem Raum Elligsen; das bis zum Ende des 15. Jahrhunderts in die Delligser Flur eingegliedert wurde.

Danach ist die alte Dorfflur, die von der Unteren bis zur Oberen Mühlenstraße reicht, fast lückenlos bebaut. Spätere Nachsiedlungen verschiedener Brinksitzer erfolgten im Bereich der Rosmarienstraße (Kramergatze), auf der rechten Seite der Wispe, im Unteren Winkel und im Kreuzbleek (heute Hainbruchstraße). Die große Zahl der vorhandenen Kleinkothöfe mit geringen Landanteilen setzte einen Nebenerwerb voraus, der überwiegend aus der Leineweberei bezogen wurde.

Mit der Gründung des Eisenhüttenwerks 'Carlshütte' um 1735 begann die Entwicklung vom Bau-

erndorf zur Industriegemeinde. Die notwendigen Anlagen 'Hochofen', 'Hamrnerhütte' und der 'Blauofen' bildeten drei abseits vom damaligen Ort liegende Ortsteile. Trotz einiger gleichzeitig gebauten Wohnhäuser herrschte von Anfang an Wohnraummangel, da alle Fachkräfte wie Bergund Hüttenleute, Hammerschmiede, Former, Köhler und andere von außerhalb angeworben werden mußten.

Nach 1845 begann die Entwicklung zu einem mittelständischen Unternehmen und mit der erhöhten Beschäftigten-Zahl eine immer akuter werdende Wohnungsnot. Selbst der Bau fabrikeigener Wohnhäuser 'Auf der Reihe ' (Dr.-JasperStraße gegenüber der Fabrik) um 1870 konnte das Problem nicht lösen. Erst die Erschließung und Bebauung am 'Elligser Brink' von 1870 bis zur Jahrhundertwende brachte eine fühlbare Erleichterung. Gleichzeitig und danach wurden noch verschiedene kleinere Siedlungsgebiete bereitgestellt und teilweise auch bebaut. Die Weltwirtschafts-

krise beendete diese Entwicklung 1930 abrupt.

Die Bilder von Delligsen sollen in etwa diese Entwicklung wiedergeben. So zeigt der erste Abschnitt Bilder aus dem ältesten Siedlungsteil mit einer landwirtschaftlich geprägten Bebauung. Im zweiten Abschnitt ist die Bebauung am 'Unteren Winkel' zu sehen, die noch die landwirtschaftliche Abhängigkeit erkennen läßt. Die danach folgenden Bilder der Carlshütte zeigen die industrielle Entwicklung um 1900. Den sich daraus ergebenden Ausbau in verschiedenen Ortsteilen bringt ausschnittsweise die nächste Abteilung. Danach folgen Bilder, die die DeUigser Bürger während der Jahrhundertwende zeigen und Ansichten aus Delligsen, so wie sie uns einige Postkarten vermitteln. Damit ist der Streifzug durch die Welt unserer Großeltern beendet. Den Schluß sollen einige Bilder aus dem Dorfmuseum bilden. Hier kann sich jeder über die ländlichen Lebensverhältnisse unserer Groß- und Urgroßeltern informieren.

1. Diese Aufnahme aus dem Jahre 1913 zeigt die Hilsstraße zwischen Ecke Bahnhofstraße und Kirche. Links steht noch der 1926 abgebrannte Kleinkothof ass.Nr. 3, an dessen Stelle sich heute der Bürgerpark befindet. Dieser Ortsteil. damals noch ganz landwirtschaftlich ausgerichtet, war die Urzelle der Besiedlung von Delligsen. Die rechtsseitig der Straße planmäßig angelegten Höfe liegen auf dem Brinke (Hügel). Zu ihren Hauseingängen führen hohe Steintreppen. Obwohl das Pferdefuhrwerk noch das Hauptverkehrsmittel ist, hat man im Ortsbereich schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 15 km beantragt.

2. Diese beiden Fachwerkhäuser liegen an der Dr.-Jasper-Straße Ecke Banhofstraße und Ecke Rosmarienstraße. Das linke Haus, ass.Nr. 79, gehörte dem ehemaligen Kaufmann Dörries, von dem es die Familie Bredenschey erwarb. Sie verkaufte es an den jetzigen Besitzer Hans Beyer. Im Haus rechts befand sich bis zur Jahrhundertwende der gemütliche Gasthof Kessel. Über die Gemüse- und Fischhandlung Otto Schlieker und deren Erben gelangte es an den jetzigen Besitzer Bodo Bleckmann.

3. Die Untere Mühlenstraße im Jahre 1913. Auffallend ist der noch offene Rotebach, der aus der Rotestraße kommend entlang der Hilsstraße und der Unteren Mühlenstraße verlief und unterhalb der Mühle in die Wispe mündete. Die ersten beiden Abschnitte dieses Grabens entlang der Hilsstraße wurden 1907 und 1912 verrohrt. Das Gebäude links gehört zur unteren Mühle , die bis spätestens 1500 als zweite Delligser Mühle eingerichtet war. Die Müller sind seit 1567 bekannt. Der erste hieß Möhlen; danach kam sie für rund 200 Jahre an die Familie Vespermann, dann an Brodtmann und im Jahre 1874 an die Familie Lorberg.

4. Das Fachwerkhaus eines ehemaligen Kleinkothofes an der Hilsstraße ass.Nr. 71 (auf dem Bild links). Der Besitzer Möhle verkaufte ihn anfangs dieses Jahrhunderts an seinen Nachbarn Weiberg, der ihn zu seinem Besitz zuschlug. Das Wohnhaus wurde 1964 wegen Baufälligkeit abgerissen. Imposant wirkte in der Giebelwand die Strebenanordnung zu einem sogenanten Wilden Mann, eine im Weser-Leine-Gebiet öfter vorkommende Fachwerkgestaltung. Dunkles Fachwerk, weiß gekalkte Ausmauerung und ein rotes Dach waren die bestimmenden Farben von Delligsen im 19. Jahrhundert.

5. Kleinkothof ass.Nr. 72 an der Hilsstraße. Das ehemalige hegerische Gut kam von Hanß Wichers über Markgriffe. Brakmüller und Basse an Grödecke, W. Grödecke versah von 1901 bis 1907 das Amt des Gemeindevorstehers. In seine Amtszeit fiel 1901 die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Duingen-Delligsen. die Pflasterung der Hilsstraße im Jahre 1905 und die Verrohrung des Rotebachs an der Hilsstraße 1907. Eine wunderschöne sehr alte Kastanie vor dem Haus mußte 1964leider gefällt werden.

6. Der Halbspännerhof an der Oberen Winkelstraße ass.Nr. 15 um 1913. Während das Wohnhaus mit dem aus Natursteinen gemauerten Giebel noch erhalten ist, sind die Wirtschaftsgebäude weitgehend erneuert. Dieser Hof zählt zu den ältesten Hofstellen Delligsens. Im 16. Jahrhundert gehörten zu dem halben Meyerhof drei Hufe und sechs Morgen Land. Anfangs Habiniy gehörend, ist er 1639 in den Besitz der Familie Witte übergegangcn und bis heute geblieben, W. Witte, der Großvater des derzeitigen Besitzers Erich Struckmann, war von 1907 bis 1919 Gemeindevorsteher von Delligsen. In seine Amtszeit fiel die Erschließung der Wasserleitungsquelle.

7. Das Wohnhaus des ehemaligen Großkothofes Witte ass.Nr. 64, an der Ecke Hilsstraße und Rotestraße gelegen. Hierin befand sich im vorigen Jahrhundert eine Gastwirtschaft, in der im 19. Jahrhundert der Rezeß über die Ablösung der Weideberechtigung ausgehandelt wurde. Am Stall steht die Inschrift: 'Hanß Ehrtt Witte, Maria Binnewiesen Anno 1785.' Später ging die geteilte Hofstelle an A. Pothe und H. Apel-F. Wißmann. Ihr Mann, Ernst Wißmann, war von 1952 bis 1973 Bürgermeister von Delligsen und an dem Auf- und Ausbau Delligsens nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich beteiligt.

8. Eine Postkutsche vor dem Haus Sötter an der Hilsstraße. Der frühere Viertelspännerhof ass.Nr. 19 ging vom Kaufmann Dörjes an den Kreismaurermeister F. Sötter über. Dieser baute unter anderem die Delligser Kirche. Die dafür verwendeten Natursteine gewann er aus seinem bei Ammensen betriebenen Sandsteinbruch, Das Wohnhaus erbte seine Tochter, verheiratete G. Frohme. Sie betrieb dort ein Schreibwarengeschäft. Danach erwarb es H. Kirchner, dessen Frau das Schreibwarengeschäft weiterführt. Leider mußte wegen Baufälligkeit der Baustil vollständig verändert werden.

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