Der Brocken in alten Ansichten

Der Brocken in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Georg von Gynz-Rekowski
Gemeente
:   Brocken, Der
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5824-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Der Brocken in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Mit sanftem Horizont steigt der Harz als erstes deutsches Mittelgebirge aus der zuvor flachen norddeutschen Tiefebene auf, konzentriert aber bei aller Anreise sofort den Bliek auf den höchsten Berg, den Broeken, Mit seinen 1 142 m Höhe bietet er sich waldfrei. Als im 18. Jahrhundert von allen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten als 'Kuriositäten' gesproehen wurde, galt er für jeden Harzbesucher als Kuriosität Nr. 1, ohne dessen Besuch man den Harz nicht verlassen durfte. Aber nicht nur die Historie erhob den Broeken zu seiner Bedeutung - da geschichtlich noch wenig beschrieben - sondern mehr noch die sagenumwobene Mystik und Dämonie. Mit dem Namen 'Brochelsberg' taucht er literarisch um 1300 erstmals auf, in einer 'Beschwöhrung' oder auch 'Segensspruch' an die Trinität und alle christlichen Heiligen gegen alle 'nachtfahrenden Frauen, die zum Brochelsberg gerannt, summarisch aufgezählt; Truttan und Wutan, Wotansheer und alle seine Mannen'. Bei seinem Aufstieg auf dem Broeken geht heute noch der Wanderer am Trudenstein vorbei, im Namen der Truttan genannt.

Mit Beginn der mittelalterlichen Geschichte , die Deutschland in die Mitte Europas führt, mit Beginn der sächsischen Könige von Otto I. an 911, trifft sich unter dem Broeken die politische Elite Europas. Als am 10. September 1056 auf der Königspfalz Bodfeld, unterhalb des Brockens bei Elbingerode, Kaiser Heinrich Ill. stirbt, ist Papst Viktor II. anwesend, der den Sterbenden in seine Arme legt. Mit Begründung des adligen Damenstiftes 936 in Quedlinburg erreicht das königliche Deutschland seine bedeutende Macht, von der auch immer wieder deutsche Kaiserzüge nach Italien gehen. Als 1230 Eike von Repkow auf der

Burg Falkenstein an der Selke das erste Deutsche Rechtsbuch verfaßt, wird der Harz als königlicher Bannforst bezeichnet, definiert in dem Bemerken, 'damit den wilden Tieren der Frieden gewirkt wird'.

Wird 1401 der Broeken erstmals urkundlich genannt, so als Teil der sogenannten Landwehr, einer Verteidigungslinie, die an der Ecker, den Broeken führt. 1407 wird der Brokken genannt als Forstbezirk der Grafschaft Wernigerode. Die Nähe zu Wernigerode erscheint auch 1460, da die erste Besteigung des Brockens vorliegt. Dieser Schluß zur wiederholten Besteigung ergibt sich aus dem vorliegenden Kommentar: 'Der Broeken ist bei Wernigerode der höchste Berg und hat eine Quelle auf dessen Gipfel.' Der Hinweis auf diese Quelle wiederholt sich in den folgenden Jahrhunderten und sie erhält auch sehr schnell eine Schöpfkelle. Eine noch heute ablesbare Geschichtslinie zeichnet sich auch noch unverändert ab, das häufige Vorkommen der mit König gebildeten Berg- und Flurnamen. So steht als zweithöchster Berg neben den Broeken der Königsberg, entspringt unter ihm ein Königsbach und steht als Klippe noch erhalten eine Königkapelle. Sie alle reichen bis in die sächsische Königszeit zurück. Der Name des Brockens selber kennzeichnet sich durch eine auffallende Wandlung der Konsonanten rund I. Es kann sowohl Brokken als Blocksberg heißen. Auf einer Karte von 1745 steht in deutsch geschrieben: '... perspektivische Vorstellung vom berühmten Blocken oder Blok-Bergs.' Französisch dagegen lautet der Titel 'Vue de La Montagne de Breken' . Seltsamerweise verfügt auch die altägyptische Sprache für ihre Konsonanten r und I nur über ein Bildzeichen. Tritt im Deutschen im Allgemeinen auch der Wechsel von Balbie-

ren und Barbieren auf und im Altdeutschen der Wechsel von Welt und Werlt, so findet sich der Wechsel auch im Harz bei Schimmelwald und Schimmerwald, Sohr- und Sohlwinkel. Im 16. Jahrhundert hieß das Osterfeuer das Bocks- oder Blockshom, daraus gebildet die vielfachen Bergnamen Bocks- und Blocksberge und Blockshornberge. Die Namensform Bructerus leitet sich nicht von dem Volksstamm der Bructerer ab, sondern sie gibt sich als Latinisierung von Broeken, Seit dem Geographen Ptolemeus im 2. Jahrhundert wurde auch der Name Melibocus, wobei trotz des griechischen Wortes auch ein slawischer Hauch hinzuzukommt. Melibocus ergibt sich aus der schon von Aristoteles vorgetragenen Vorstellung, daß das Gebirge 'Hercynia', der Harz, vom Rhein sich bis an die Karpaten streckte. Blieb vom Harz nur das heutige kleine Gebirge, so blieb aber innerhalb der alten Ausdehnung noch heute als höchster Berg des Odenwaids in 517 m Höhe der Melibocus.

Für die erwähnte mystische und dämonische Vergangenheit des Brockens tut es Goethe keinen Abbruch, daß die Hexen als die nachtfahrenden Frauen schon dramatisch im 'Bakchos' des Euripdes abgehandelt wurden. Auch kurz vor Goethe wurde eine Walpurgisnacht geschrieben, ein Drama in drei Gesängen, 1756 von dem aus dem Harz stammenden Dichter Johannes Friedrich Löwen geschrieben. Goethe bestieg auch nicht als Erster den winterlichen Broeken, sondern diesen Ruhm nahm ihm schon 1510 ein anderer Wanderer fort: der Kartograph Itemarm Stoll. Aber bleibend für den Broeken blieb vom 11. September 1518 die politische Entscheidung Kaiser Maximilians 1., daß er den Berg und die zu ihm führenden Straßen dem

Landesherrn, dem regierenden Grafen Botho dem Glückseligen als Reichslehn übergab. Diese politische Entscheidung und Verfügung dauert unverkürzt bis heute. 1736 richtete der dann regierende Graf eine erste Schutzhütte auf dem Broeken ein, aus umliegenden Granitsteinen gefügt. Sie steht noch heute, das Wolkenhäuschen genannt. Als 1743 unterhalb des Brockens auf der Heinrichshöhe Häuser für Torfarbeiter errichtet wurden, konnten in diesen auch die Brockenwanderer übernachten.

Im Jahre 1800 ließ der regierende Graf auf dem Broekenwipfel ein erstes Hotel erbauen, das in immer neuer Vergrößerung biszum 17. April 1945 stand, alsein Bomberverband es zerstörte.

Die moderne Technik war 1899 mit dem Bau der Harzquer- und Brockenbahn eingezogen. 1926 war ein erstes Flugzeug dort gelandet. 1934 begarmen erste Vorarbeiten zum Bau eines Fernsehsenders der als zweiter Sender nächst Berlin 1938 eröffnet wurde. Als Fernsehanlage blieb der Broeken weiterhin in Betrieb. Hatten ihn am 22. April 1945 im Angriff mit Infanterie und Artillerie die Amerikaner besetzt, so verblieben sie bis zum 27. April 1947 auf der Höhe, übergaben dann das Gebiet als Besatzungsmacht an die Russen. Damit hob eine Zeit an, in der nachs 1961 er zum gleichwertigen Symbol wurde für Deutschland wie die durch Berlin führende Mauer. Von 1981 an umschloß auch eine Mauer vollkommen den Brokkenwipfel. Erst am 3. Dezember 1989 öffnete eine Wandergruppe diese Mauer, um wieder eine Zeit der Freiheit und Naturschönheit beginnen zu können.

1. Der hier abgedruckte, aus der Zeit um 1300 handschriftlich erhaltene christliche Nachtsegen beschwört die Trinität und Heilige gegen die nachtfahrenden Frauen, die 'zum brochelsberge sin gerant' auf Zeile 10 (Münchener Codex lat. 615, Bayerische Staatsbibliothek München). Damit wird erstmals der Broeken genannt. Unter den weiteren Unholden bei dieser Nachtfahrt werden nachfolgend genannt 'Truttan unde Wutan, wutanes heer und alle sine sine man'. Kultisch ordnet sich der Broeken damit in das Ziel der nachtfahrenden Frauen, wie sie in der Antike Euripides in den 'Bakchen' zu Ehren des Gottes Dionysos beschrieb: 'Die Weiber ließen Haus und Herd im Stich, schweifen durch das Bergdickicht und feiern den Gott Dionysos mit ihren Tänzen.'

2. Ähnlich schrieb der römische Dichter Plinius im 1. nachchristlichen Jahrhundert über die nächtlichen Oltfeste auf dem nordafrikanischen Atlasgebirge, 'bei dem bockfüßige Waldgötter im leuchtenden Schein von Fackeln im Klang von Flöten, Cymbeln und Schalmeien mit Aigipanen, ziegenfüßigen Dämonen und Satyrn tanzend sich vereinten' (C. Plinii, Secundi naturalis historicae Libri XXXII, lib. VI, 1).

3. Von imchristlichen Nachtsegen von 1300 genarmten nachtfahrenden Frauen im Gefolge des Wotan erhielt sich der Name 'Truttan', wie er als 'Trudenstein' heute noch der Klippe gehört die in 734 m Höhe am Glashüttenweg steht, der von Drei-Annen-Hohne auf den Broeken führt. Er kann heute mit Hilfe der 1894 vom Harzklub angebrachten Leitern und Geländer bestiegen, außerdem unverändert in seiner Gestalt fotografiert werden, wie ihn aufunserem Bild Caspar Davi Friedrich am 28. Juni 1811 zeichnete, als er den Broeken bestieg.

4. Im Jahre 1401 wird erstmals der Broeken in eine urkundliche Bestimmung aufgenommen, 'jenseits der Landwehr von dem Broekenberge an und die Ecker hernieder bis an das Kloster Heiningen'. Als zur Wernigeröder Försterei gehörig wird 1407 'de gantze Brocberg' genannt. Am 11. September 1518 beleiht als Reichslehn Kaiser Maximilian Botho Grafzu Stolberg-Wernigerode mit dem 'Brokkennberg' . Auf der um 1529 hergestellten ältesten Harzkarte ist der Broeken als 'Broekenberg' eingetragen, auf seinem Gipfel mit der schon 1460 von einem Brockenwanderer gerühmten Quelle.

5. Titelseite: Fridericus Schotus Tolet, Frankfurt/Main 1594, Ander theil D.Joh. Fausti Historien, darin beschrieben ist: Christophori Wageners / Fausti gewesen Discipels (= Schülers) aufgerichter Pact mit dem Teuffel, so sich genandt Auerhan, und ihm in eines Affen gestalt / erschienen ...

6. Michael Herr, Hexenzusammenkunft auf der Blocksberg (Blocksberg = Broeken). Eigentlicher Entwurf und Abbildung des Gottlosen und verfluchten Zauber Festes, 1620. Typisch dreiteiliger Bildaufbau der Walpurgisnacht: Mitte Hexenküche mit Kessel, magische Vorbereitung der Hexen, links Hexenversammlung und Auffahrt zum Broeken.

7. Christopher Marlowe, The Tragicall History of D. Faustus, Titelholzschnitt der Ausgabe von 1631.

8. Johannes Royer, Beschreibung des gantze Fürstl. Braunschweigischen Gartens zu Hessen, Halberstadt 1648. Kupferstich: Der große und kleine Blocksberg.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek