Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Auteur
:   Erich Hessing
Gemeente
:   Lüneburg, Der Landkreis
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2131-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten'

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VORWORT

Die in diesem Bilderbuch mit Mühe zusammengetragenen und vom Verfasser mit großem Bedacht und mit Umsicht ausgewählten Fotografien aus älterer Zeit gewähren einen Bliek in die Vergangenheit, die noch gar nicht so lange von unserer Gegenwart entfernt ist und doch eben schon Vergangenheit darstellt.

Man sieht in Dampfern, Eisenbahn und Autos bereits den Anbruch der Moderne, in verfallenden Katen die Hinfälligkeit des Alten, indessen auch Manches, was ans Herz rührt und die Erinnerung beschwört. Geblieben ist über die Zeiten die Landwirtschaft und der Kampf mit den Elementen.

Insgesamt ist das Werk freilich 'nur' dem Landkreis Lüneburg gewidmet und erweckt so das lokale Interesse des Heimatfreundes für Land und Leute, die in zwei Landschaften - der Marsch und der Heide leben und zuhause sind.

Und dennoch mag es über den heimatlichen Bereich hinaus typisch für eine norddeutsche Landschaft sein, ein Teil jenes Vaterlandes, das S.M. König Georg Il. in seinen lüneburgischen Erblanden als 'ein haidmanschestern Wams mit goldenem Saum' charakteri-

sierte, die Heide und die fruchtbaren Marschen damit meinend.

Im Bliek auf unser Bilderbuch bemerken wir, daß, nach der Entdeckung des Kunstdüngers, die große Umwandlung der Heide in einen fruchtbaren Garten Gottes beginnt. Und überhaupt ist es Kultur, was aus dem Buch ersichtlich wird, habe sie hier und dort durch den Anstrich des Primitiven oder des Antiquierten. Es ist das Haus, die Kirche, die Gastwirtschaft, es sind die Elemente, der Acker und der Wald, die Arbeit und die Fröhlichkeit, die uns entgegentreten.

Der sich der Aufgabe, dies Buch zu verfassen gewidmet hat, ist ein Sohn unseres Landes, Superintendent a.D. Erich Hessing. Er hat sich mancherlei freundlicher Hilfe zu bedienen gewußt und viele Auskünfte an Ort und Stelle eingeholt. Alle Helfer zu nennen, verbietet der Platz. Möchte ein Jeder, der beigeholfen hat, hier gesammelt den Dank finden, der ihm von Leser und Betrachter gezollt werden muß. Ohne solche Hilfe wäre es nichts geworden.

G. Körner

Unsere Bilderreihe beginnt mit einer Fotografie des Landratsamtes in Lüneburg (um 1900). Ein italienischer Baumeister hat 1716 auf dem Gelände des früheren Benediktinerklosters St. Michaelis unseren Bau geschaffen. Im Verlauf der Reformation war das Kloster in ein adliges Männerstift und dann (1655) in eine Ritterakademie umgewandelt worden. Nach deren Auflösung (1850) zog hier 1859 die Verwaltung des Amtes Lüne ein, aus dem 1885 der Landkreis Lüneburg wurde. In ihm ging 1932 der Landkreis Bleekede auf. Weitere Veränderungen in der Zusammensetzung des Kreises brachten die Zonengrenzziehung von 1945 mit dem Verlust des Amtes Neuhaus und die Gebietsreform der letzten Jahre. Rund 120 Jahre ist die Anschrift der Verwaltung unverändert 'Auf dem Michaeliskloster 4' geblieben.

1. Die jungen Frauen aus Bardowick, die unsere sehr alte Fotografie auf der rechten Bildseite bei der Feldarbeit zeigt, tragen die für den Ort typische Alltagstracht. Dagegen wurde die Festkleidung schon vor mehr als hundert Jahren nicht mehr getragen. Das festlich gekleidete Madehen (ganz links) posiert für die gestellte Aufnahme. Im frühen Mittelalter war Bardowick eine blühende Handelsmetropole an der Grenze zwischen Deutschen und Slawen. Mit der Änderung der wirtschaftspolitischen Verhältnisse begann Bardowicks Niedergang. Als dann noch am 28. Oktober 1189 der Ort von den Truppen Heinrichs des Löwen geplündert und niedergebrannt wurde, war es mit Bardowicks glanzvollen Tagen vorbei.

2. Nach dem Verhängnis von 1189 (siehe vorherige Nummer) gewann Bardowick als Gemüseanbauort eine neue, wenn auch bescheidenere Bedeutung. Immer haben dabei auch die Frauen 'ihren Mann gestanden'. Mit den Produkten ihrer Äcker saßen sie seit eh und je auf dem Lüneburger Marktplatz (siehe Bild rechts). Ebenso zogen sie in Hamburg mit dem Gemüsekorb auf dem Kopf durch die Straßen, und überall war ihr Ruf zu hören: 'Wötte1n! Geele Wötteln!' Mit Fug und Recht gehörten diese Bardowickerinnen deshalb in den Festzug, mit dem Lüneburg 1913 die Jahrhundertfeier seiner Befreiung von der Franzosenherrschaft beging. Bemerkenswert sind auch die beiden Männer (vorn und hinten auf dem Wagen) mit ihren altertümlichen Zylinderhüten.

3. Bis in die Gegenwart hinein stellen die Bardowickerinnen einen Großteil der Marktbeschicker auf dem Lüneburger Wochenmarkt. Ohne das große Warenangebot und den Käuferandrang von heute wickelte sich das Marktgeschehen früher in aller Gemächlichkeit ab. Man sprach meistens plattdeutsch miteinander, und auf die Frage der Hausfrau: 'Wat schallt hüt kosten? ' konnte es wohl noch die Gegenfrage geben: 'Ja, wat wöllt Se denn geben? ' Eine persönliche Beziehung zwischen Käufer und Verkäufer hat sich vielfach bis heute erhalten.

4. Die Bardowicker Männer, die sich 1913 am Festzug durch Lüneburg beteiligten, kamen als Mitglieder des Samenzucht-Vereins. kernige, untersetzte Gestalten in Joppe mit Mütze und Stock, wie damals und noch lange danach die Landwirte sich gern kleideten ~ Männer mit der Scholle verbunden, die ihnen ihr täglich Brot gab. Ihre Vorfahren hatten einrnal einem Heinrich dem Löwen zu trotzen gewagt. Der Samenhandel der Bardowicker Männer bildet von jeher die Ergänzung zu dem von den Frauen betnebenen Gernüseverkauf. 'De Saadkirl kummt!', hieß es, wenn früher der Mann aus Bardowick mit der Saatkiepe auf dem Rücken von Haus zu Haus zog. Heute ist der Samenverkauf weithin zum Versandhandel geworden.

Gas~w -tschaft zurn hoheo Sande bei Bardowiek (lnf . H. Schulz)

5. Obwohl nur wenige hundert Meter vom Bardowicker Ortsrand entfernt, scheint auf unserem Bilde der Gasthof 'Zum hohen Sande' in meilenweiter Einsarnkeit zu liegen. Hier ist einer der Plätze, an denen früher das Gernüse, das heute mit dem Lastauto nach Hamburg geht, auf Kähne verladen wurde. Einer der ehemals üblichen offenen GemüseEwer ist vor dem Gasthof vertäut. Hier war auch der Kistenlagerplatz, den der Flecken Bardowick auf Wittorfer Grund erworben hatte. Das zurückkornmende Leergut wurde hier bis zur Abholung durch die Bauern gestapelt. Heute sind links und rechts vom alten Gasthof neue Häuser entstanden.

6. Ablaßbriefe des Papstes von 1392 und 1395 und der wachsende Besitz des Stifts St. Petri ermöglichten auch nach der Zerstörung und Verarmung Bardowicks den Bau und die Instandhaltung des gotischen Domes, der größten und eindrucksvollsten Kirche des Landkreises - abgesehen von den großen und alten Kirchen der Stadt Lüneburg selber. Die Domtürme aber blieben niedrig und bescheiden, weil man wegen der schwachen Fundamente keine stärkere Belastung riskiereu konnte. An der Südvorhalle der Kirche erinnert ein reichlich klein geratener Löwe mit der Unterschrift 'Vestigiurn leonis', zu deutsch: 'die Spur des Löwen', an Bardowicks schwere Stunde.

7. Für die Geistlichen des mit dem Bardowicker Dom verbundenen Stifts entstand 1486 das großartige Chorgestühl, das besterhaltene und reichste des niederdeutschen Kunstkreises. Keines der anderen besitzt ein so über alle Teile ausgedehntes figürliches Schnitzwerk wie das Bardowicker. Drei Meister müssen hier am Werk gewesen sein. Ihre Namen sind uns unbekannt geblieben. Auf unserem Bilde - wie das vorhergehende 1896 von dem Lüneburger Fotografen Eduard Lühr gefertigt - sieht man rechts vorn den heiligen Olaf mit der Axt, die ihn tötete, dahinter den heiligen Hieronymus mit dem Löwen und ganz rechts hinten den Apostellakobus den Älteren mit Pilgerhut, Pilgertasche und Pilgerstab.

8. Beim Abschied von der alten Doppelklappbrücke über die Ilmenau (1964) - sie wurde, weil dem Verkehr nicht mehr gewachsen, abgebrochen und kam nach Hagen (Westfalen) in das dortige Freilichtmuseum - entstand in Bardowick ein Gedicht, in dem es unter andere heißt: Wat makt blos de Au for een trurig Gesicht, wat tuscheln de Wellen so iinner sick, nu is et rut, se hebbt wat raken, de ale Broek ward nu afbraken. - Nur se wüß alleen, könn man ehr fragen, we veeZ Foo tgdnger, Röd un ok Wagen, de se hät in de

Zangen Johr, röber loten ohne Gefohr. Doch gift man ehr noch dat Gnadenbrot, in

Hagen-Westfalen ward se wedder upbot Mag stohn se do noch mannig Johr, dat, wenn

man Heimweh na ehr hät, man na Hagen hen [ohrt.

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