Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0807-2
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Regen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der heutige Landkreis Regen wurde aufgrund der Verordnung zur Neugliederung der Landkreise in Bayern, welcher der bayerische Landtag am 16. Dezember 1971 zustimmte, aus den ehemaligen Landkreisen Viechtach und Regen gebildet. Die Verordnung trat am 1. Juli 1972 in Kraft.

Der Großlandkreis Regen liegt im Nordosten des Regierungsbezirkes Niederbayern im mittleren und nördlichen Teil des Bayerischen Waldes und umfaßt im wesentlichen den Einzugsbereich des Schwarzen Regen. Der Große Arber ist mit 1 456 Metern Höhe die höchste Erhebung. Doch die historischen Wurzeln dieses Landkreises reichen bis an die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zurück. König Maximilian 1. Joseph und sein 'Wirklicher Geheimer Staats- und Konferenzminister' Maximilian Graf von Montgelas mußten um diese Zeit mit dem rationalistischen Aufbau des unter dem Schutze Napoleons vergrößerten Gesamtstaates beginnen, wollte sich Bayern als moderne, konstitutionelle Monarchie und Mittelstaat nach dem Reichsdeputationshauptschluß behaupten. Nur eine straff geführte, zentralistische Verwaltung konnte diesen Staat über die unruhige napoleonische Zeit hinwegretten.

So wurde bezüglich des Landgerichtes Regen am 17. September 1803 folgende Entschließung erlassen: 'Das Landgericht Regen vereinigt mit sich das Landgericht Zwisel und Weissenstein. Der Sitz des Landgerichts bleibt zu Regen.'

Die Organisation des Landgerichts Viechtach erfolgte bereits am 30. Juli 1803. 'Dieses Landgericht behält seine bisherige Grenze. Der Sitz des Landgerichts ist Viechtach,' heißt es in der Entschließung. Damit aber

stand zugleich fest, daß das Pfleggericht Linden nun endgültig dem Landgericht Viechtach, mit dem es schon seit 1761 in Personalunion verbunden war, zugeschlagen wurde.

Aus finanziellen Gründen hat Montgelas Justiz und Verwaltung nicht trennen können. Aber er hat die Grenzen und den Gebietsumfang der Landgerichte Regen und Viechtach festgeschrieben und daran hat sich bis 1972 kaum etwas geändert. Nur der Steuerdistrikt und die Gemeinde Bodenmais kamen am 1. Oktober 1822 zum Landgericht Regen, weil halt Bodenmais dreieinhalb Meilen oder fünf gute Gehstunden von Viechtach entfernt lag und außerdem zur Winterzeit oder bei Hochwasser der Regenfluß nicht überschritten werden konnte. Nach Regen waren es nur zwei Meilen oder zwei gute Stunden zu Fuß.

1862 wurden in Bayern Justiz und Verwaltung getrennt. Neben dem unabhängigen Einzelrichter trat der königliche Bezirksamtmann, der die Prüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst abgelegt haben mußte. Das Verwaltungsgebiet des Bezirksarntmannes wurde als Bezirk bezeichnet, das Amtsgebäude als Bezirksamt. Der Bezirksamtmann war die Brücke zwischen staatlichem und kommunalem Bereich.

Mit der Verordnung vom 28. November 1938 wurden die alten Dienstbezeichnungen geändert. Aus dem Bezirk wurde der Landkreis, aus dem Bezirksamtmann der Landrat und aus dem Bezirksamt das Landratsamt. Seit 1946 werden die Landräte vom Volke gewählt, zuvor waren die Bezirksamtmänner oder die Landräte Beamte des Staates. Wie es im Bezirk beziehungsweise Landkreis Regen-Viechtach zwischen

1870 und 1940 ausschaute, das möchten die nach alten Postkarten, Fotografien und Dias angefertigten Ansichten zeigen.

Literatur:

R. Penzkofer, Das Landgericht Viechtach und das Pfleggericht Linden. Hist. Atlas von Bayern, Teil Altbayern, (abgekürzt: HAB), Heft 18. München, 1968, S. 431 ff.

M. Burkhardt, Regen, Landgerichte Zwiesel und Regen, Pfleggericht Weißenstein. Hist. Atlas von Bayern, Teil Altbayern (abgekürzt: HAB), Heft 34. München, 1975, S. 253 ff.

Max Spindler, Bayerische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert (1800 bis 1970), 2 Teilbände. München, 1974-1975.

Dank an die Leihgeber

Der vorliegende Bildband hätte nicht geschrieben werden können, wenn nicht folgende Damen und Herren, Archive und Bibliotheken großzügig und uneigennützig Ansichtskarten, Glasplatten, Fotografien, Dias und Negative, Bücher und archivalische Aufzeichnungen mir geliehen hätten, Ihnen allen sei mein herzlicher und aufrichtiger Dank ausgesprochen:

Herrn Malermeister Fritz Biller, Regen; Hausarchiv der Brauerei Eek bei Böbrach; Pfarrarchiv Bischofsmais; Frau Anna Ebner, Hintberg bei Untermitterndorf; Herrn Geschäftsinhaber Josef Fromholzer, Regen; Frau Johanna Höltl, Thyrnau bei Passau ; Herrn Geschäftsinhaber Otto Huber, Regen; Herrn

Max Pletl, Unternaglbach bei Kirchberg; Herrn Oberlehrer J. Götz, Teisnach; Frau Betty Jankowski, Zwiesel; Familie Kaufmann, Regen; Frau Rosa Kronschnabl, Regen; Landesamt für Denkmalpflege, München; Herrn Schneidermeister Franz Loibi, Kirchberg; Herrn Josef Loibl, Regen; Herrn akademischen Kunstmaler und Grafiker Walter Mauder, Zwiesel; Pfarrarchiv Arnbruck; Pfarrarchiv Drachselried; Pfarrarchiv Patersdorf; Pfarrarchiv Teisnach; Pfarrarchiv Kirchaitnach; Herrn Otto Pfeffer jun., Reinhartsmais bei Regen; Herrn Geschäftsinhaber Hermann Popp, Viechtach; Herrn Geschäftsinhaber Michael Rankl, Regen; Herrn Bundesbahnhauptsekretär Fritz Schosser, Gotteszell; Frau Oberlehrerin Friedelinde Rosenberg, Zwiesel; Herrn Adolf Stern, Böbrach; Herrn Schmiedemeister Peter Oswald, Regen; Herrn Senatspräsidenten Hippolyt Freiherr Poschinger von Frauenau, Frauenau bei Zwiesel; Herrn Amtsrat Fritz Weber vom Stadtarchiv Regen; Archiv. G. Rodenstock, München; Herrn Geschäftsinhaber Karl-Heinz Schwarz, Arnbruck; Familie Süß, Poschetsried bei Regen; Herrn Heimleiter Georg Weikl, Regen; Familie Westermeier, Böbrach, Herrn Kreisheimatpfleger Studiendirektor Herbert Wolf vom Brauchtumsarchiv Cham; schließlich den Damen und Herren der staatlichen Bibliotheken Passau und München, sowie meinen Schülern und Schülerinnen.

Mein ganz besonderer Dank gilt Herrn Wilhelm Lernberger aus Bruck bei Kirchdorf i.W. und Herrn und Frau Kopp, Wagnermeister aus Bärndorf bei Regen, für die schon seit Jahren immer wieder erteilten, umfangreichen Auskünfte aus dem bäuerlichen Leben und waldlerischen Brauchtum.

Rachel

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Çruss aus l(inchnach

1. Die Benediktiner Propstei Rinchnach wurde zwischen 1011 und 1016 von dem Niederaltaicher Reform- und Rodungsmönch Gunther gegründet. Von diesem Ort aus haben Gunther, seine Mitbrüder, die Nachfolger und die Siedler das weite Rinchnachtal, das hügelige Kirchdorfer Land und die Höhenzüge um den Pfahl erschlossen und die Herzen der Menschen geformt. Bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1803 haben der Niederaltaicher Abt und der Rinchnacher Propst als Obereigentümer des Grund und Bodens über ihre leibeigenen Klosteruntertanen die grundherrlichen Rechte ausgeübt. Danach wurden die Bauern und Häusler sowie die Handwerker freie Eigentümer und Besitzer ihrer Wiesen, Felder und Wälder. Das bauliche Gesamtbild des Ortes und seiner Umgebung haben sich während des ganzen 19. Jahrhunderts nur unwesentlich verändert, so daß die vorliegende 'Cortespondenz-Karte', welche der 'Hofphotograph' A. Adolph aus Passau um die Jahrhundertwende anfertigte, fast noch den Zustand Rinchnachs zur Zeit der Säkularisation wiedergibt.

Foto: Sammlung Stadtarchiv, Regen. Literatur: G. Oswald, Das Kloster Rinchnach. Regen, 1903, S. 7 ff.

C russ aus Kirchdorf i. Wald Niederbayern.

2. Seit mehr als zweihundert Jahren beherrscht der schlanke, grazile Barockturm, den vermutlich der berühmte Baumeister J.M. Fischer entworfen hat, Land und Leute im Kirchdorfer Pfarrsprengel. Die Menschen in diesem Landstrich richten seit eh und je ihr Leben nach der Kirche aus, und der Turm steht wie ein Fingerzeig im Zenit der Landschaft, die sich hier weit nach Süden öffnet und an föhnigen Tagen eine Sicht bis zur silbernen Kette der Alpen bietet. Noch um die Jahrhundertwende war Kirchdorf ein beliebter, aber stiller Wallfahrtsort. Etwa 1925 hat der nur noch den älteren Kirchdorfer Bürgern bekannte Bader, Limonadenhersteller und Fotograf Theobald Limbrunner vom Tannenbühl das vorliegende Foto gemacht.

Foto: Sammlung Johanna Hölt!, Thyrnau.

3. Kirchberg war der Sitz eines niederaltaichischen Grundrichteramtes und um den Amthof herum, dem 1622 Kurfürst Maximilian das Braurecht verlieh, hat sich das Pfarrdorf entwickelt. Die ursprünglich barocke Kirche droben am 'Kirchaberg' wurde 1893 neuromanisch eingerichtet. Die Fresken aus dem 18. Jahrhundert wurden übertüncht und das barocke Inventar verschwand. Erst 1931 besann man sich auf den künstlerischen Wert dieser Kirche und begarm mit der Rebarockisierung. 1904 hatte der Ort 400 Einwohner und 52 Wohngebäude. Theobald Limbrunner, der damalige Bader in Kirchberg, hat um 1929 die vorliegende Aufnahme gemacht. Literatur: Handbuch des Bistums Passau. Passau, 1958, S. 594-596.

Foto: Sammlung Franz Loibl, Kirchberg.

4. Der Moderhof in Bruck bei Kirchdorf im Wa1dwar ein geschlossener Gevierthof, wie man ihn früher in den Dörfern des Grundherrschaftsbereiches der Propstel Rinchnach antraf. Wohnhaus und Stall waren unter einern Dach. Quergestellt dazu der Stadel. Gegenüber von Wohnhaus und Stall formierten sich erhöht zwei Getreidekästen und die Knechtenkammer, ebenerdig Schweine- und Hühnerstall sowie eine Geräteremise. Dahinter im Eek beim Stadel war die Holzlege, Auf der Gred stand der Wassergrand. Der Misthaufen war im Hof. Die Gred war mit Granitblöcken ausgelegt. Über dem Einfahrtstor hatte der Moderhof noch einen dritten Getreidekasten. Links vom Einfahrtstor war das Hoftürl. Der 'Schrout' (= Altane) war an der Ostseite des Hofes angebracht. Der Hof stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und wurde um 1960 abgerissen. Auskunft: Wilhelm Lemberger, Bruck bei Kirchdorf im Wald.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

5. Das flachgiebelige Weberhäusl stand in Widdersdorf bei Rinchnach (Hausnummer 44 1/2) und wurde 1966 abgebrochen. Auf einer aus Feldsteinen gemauerten Grundfeste ward der Hausstock aufgezimmert. Die Holzbalken waren an den Hausecken durch die sogenannte Schwalbenschwanztechnik verbunden. Der 'Schrout' nahm die ganze Giebelseite ein und war mit Brettern verschlagen. Im Winter wurde die Öffnung auch noch zugemacht. An den Fürschußbalken der Giebelseite und am Türsturz wechseln sich leicht geschwungene mit halbrunden Zierformen ab. Die kleinen, fast quadratischen Fenster sollten vor Wind und Regen, vor Hitze und Kälte schützen. Vor der Haustür ist der Wassergrand, vor der Giebelseite das Garter1 zu sehen. Das Foto entstand um 1930.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

6. Holz als Baumaterial wurde im Bayerischen Wald schon immer verwendet. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden sogar die meisten Wohnhäuser aus Holz gebaut. Die Holzbauweise bei der Errichtung von Stadeln und Schupfen hat sich hingegen bis in unser Jahrhundert hinein erhalten. Beim Bau eines Stadels, wie hier des Raithmühlenstadels bei Regen im Jahre 1927, mußten zunächst alle Einzelteile am Boden abgebunden werden. Ungefähr vierzig Zimmerer und Hilfskräfte wurden beim Aufstellen benötigt.

Foto: Sammlung Josef Loibl, Regen.

Oberbreitenau, '1017 m höchstgeletenes Kaltarlan~ dIS bayrischen Waldes.

7. Die Oberbreitenau ist eine Hochfläche, welche sich zwischen dem Einödriegel und dem Dreitannenriegel erstreckt. Als höchstgelegenes Kulturland des Bayerischen Waldes wurde die Oberbreitenau zur Zeit der Aufnahme des vorgebenen Fotos etwa um 1914 noch von folgenden Bergbauern bewirtschaftet: Wöß, Alois Holzbauer, Gruber, Aigner, Pledl (Hofname 'Flus', ehemals Glasbläserei), Saller, Johann Holzbauer und Greil. Das rauhe Klima sowie die schwierige Bearbeitung der kargen, steinigen Wiesen und Felder mit landwirtschaftlichen Maschinen haben die Bauern gezwungen, schon vor Jahrzehnten ihre Siedlungen zu verlassen.

Foto und Auskunft: Pfarrarchiv, Bischofsmais.

8. Lange bevor die Landshuter Waldvereinssektion den Greilhof kaufte und zur Herberge ausbaute, hat schon Mathias Saller die Wanderer auf der Oberbreitenau in seiner Bauernstube verköstigt und versorgt. Seine herzliche Gastfreundschaft war allseits bekannt. Das Foto stammt aus der Zeit um etwa 1908 und zeigt Mathias Saller mit seiner Familie vor seinem Hof auf der Oberbreitenau.

Foto und Auskunft: Pfarrarchiv, Bischofsmais.

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