Der frühere Kreis Jüterbog-Luckenwalde in alten Ansichten

Der frühere Kreis Jüterbog-Luckenwalde in alten Ansichten

Auteur
:   H. Schulze
Gemeente
:   Der frühere Kreis Jüterbog-Luckenwalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5823-7
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der frühere Kreis Jüterbog-Luckenwalde in alten Ansichten'

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VORWORT

Der alte Kreis Jüterbog-Luckenwalde währte fast 140 Jahre. Da er gerade in der Zeit der industriellen Revolution seinen Bestand hatte, entwickelte sich eine gemeinsame Infrastruktur in allen ökonomischen Bereichen. Doch auch in folkloristischer Hinsicht stellt diese territoriale Verwaltungseinheit eine weitestgehend einheitliche Region dar, gehört doch ihre Existenz zeitlich in die letzte Epoche einer deutschen Hoch-Zeit von ländlichem Brauchturn, Volkstracht und landschaftlicher Dialektsprache, von alledem wir heute nur noch Rudimente finden.

Divide et impera - Teile und herrsche! Dieser Leitsatz gilt von alters her. Ein funktionierendes Gemeinwesen braucht überschaubare Verwaltungsstrukturen. Doch diese sind nie von Dauer. In der Regel schaffen neue Regime sich ihrer Herrschaftsform gemäße Gebietseinteilungen oder sind zumindest bestrebt, überkommene Territorialgliederungen vorangegangener ( unliebsamer) Machthaber zu zerstören.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses mußte Sachsen für seine Treue zu Napoleon zwei Fünftel seines Staatsgebietes an die Siegermacht Preußen abgeben. Ein Großteil des preußischen Zugewinns wurde als Provinz Sachsen einverleibt. Einzelne Teile sind aber auch der altpreußischen Provinz Brandenburg angeschlossen worden, wie der sächsische Kreis Jüterbog, Teil des Herzogtums SachsenWeißenfels.

1815 entstand der neue preußische Kreis Jüterbog, wegen der benachbarten Industriestadt auch Jüterbog-Luckenwalde genannt (nach 1945 bis 1952 nur noch Kreis Luckenwalde, war doch den neuen Machthabern die 'reaktionäre Militärstadt' Jüterbog nicht mehr würdig genug für den Verwaltungssitz). Bei der Neugliederung wurden nicht nur der bisherige altpreußische Kreis Luckenwalde und die benachbarten sächsischen Ärnter Jüterbog und Dahme zusammengelegt, sondern gleichzeitig einige kleinste Herrschaften und Enklaven zugunsten einheitlicher Verwaltung eingeschlossen. Dazu gehörten die kursächsische Herrschaft Baruth, die Orte Heinsdorf', Niebendorf und Waltersdorf aus dem sächsischen Amt Schlieben, die Rittergüter Blankensee und Stangenhagen des sächsischen Amtes Wittenberg, das zum sächsischen Amt Seyda gehörende Niederseefeld, das bisher in Sachsen gelegene kurbrandenburgische Ländchen Bärwalde sowie die zur Niederlausitz gezählten Dörfer Mahlsdorf und Zesch. Heffter stellte 1851 dazu fest: 'Der neue Kreis ... übertrifft also manches anhältische, schwarzburger oder preußische Fürstenthum an Größe.'

Ein besonders markantes Beispiel dafür, welchen Geist die Preußen bei der Neugliederung bewiesen, ist die Entscheidung über den zentralen Verwaltungssitz. Es wäre das einfachste gewesen, vom Platz der bisherigen preußischen Verwaltung aus das neue Gemeinwesen zu betreuen. Doch die Entscheidung fiel zugunsten von Jüterbog! Das erfolgte

nicht nur deshalb, weil es in dieser Stadt die repräsentativsten Großbauten für Verwaltungszwecke gab, sondern vor allem, weil diese Stadt nach Verlust ihrer Grenzstadtrolle in Konkurrenz zu der preußischen Produktion dringend wirtschaftlicher Hilfe bedurfte. (Welch ein Vergleich zur Hauptstadtdiskussion im wiedervereinigten Deutschland!) Für die Stadt Jüterbog gibt es aus der Reihe 'in alten Ansichten' des Verlages Europäische Bibliethek seit 1991 einen eigenen Band, der schon 1992 eine zweite, verbesserte Auflage erhielt, Für die Stadt Luckenwalde wird derzeit ein solches Buch erarbeitet. Daher sind diese beiden größten Städte des früheren Kreises nur kurz vorgestellt. Es kann nicht Aufgabe des vorliegenden Bandes sein, die Geschichte des Kreises umfassend darzustellen. Auch die Historie der einzelnen Städte, Dörfer, Güter und Wohnplätze, von denen eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt wird, kann nur mit wenigen Schlaglichtern Erwähnung finden. Für Ergänzungen und Hinweise durch die kritische Leserschaft bedankt sich der Verfasser schon jetzt.

Der Leser, der mehr über die Geschichte des Kreises wissen möchte, sei vor allem auf die 'Urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbog und ihrer Umgebungen' von C.Ch. Heffter (Jüterbock 1851) und das 'Historische Ortslexikon für Brandenburg. Teil X, Jüterbog-Luckenwalde' von P.P. Rohrlach (Weimar 1992) sowie auf die Heimatkalender des Kreises verwiesen. Weitere spezielle Literatur-

hinweise werden bei einzelnen Bildunterschriften gegeben.

1952 erfolgte in der neu gegründeten DDR rnit der Abschaffung der Länder auch die Auflösung des Kreises Jüterbog-Luckenwalde. Welche langlebige Bedeutung der alte Kreis dennoch im Bewußtsein der Bewohner harte, zeigt der Umstand, daß nach vierzig Jahren bei der Neubildung der Länder auch die alten Kreisgrenzen eingefordert worden sind. Indiz dafür sind das Bestreben der Stadt Treuenbrietzen, den Kreis Jüterbog in Richtung traditioneller Zugehörigkeit zum Belziger Raum zu verlassen, wie auch der Wille der Mehrheit in der Stadt Dahme, wieder zum Verwaltungsbereich Jüterbog-Luckenwalde gehören zu wollen, was beide Kommunen auch erreicht haben. Der jetzt im Dezember 1993 gebildete Teltow-Fläming-Kreis ähnelt dem vergangenen Kreis Jüterbog-Luckenwalde, ist aber wegen seiner enormen Größe und auch seiner Namenswahl noch vielen Menschen fremd.

Der Verfasser bedankt sich bei Herrn Uwe Roßrnann , Jüterbog, der seine Sammlung alter Ansichtskarten zur Bildauswahl zur Verfügung stellte. Weiterhin wird den Herren Museumsleitem Norbert Jannek (Jüterbog), Roman Schmidt (Luckenwalde) und Günter Wagenknecht (Dahme) sowie Herrn Ewald Weise in Baruth für Informationen und Bildmaterial herzlich gedankt.

Henrik Schulze

Jüterbog Landratsomt

1. Vor siebzig Jahren (1924) bestand das Landratsamt personell aus dem Landrat Dr. Luthmer, Regierungsassessor Dr. Neumann, Regierungsreferendar Schenk sowie den Bürobeamten: Kreissekretär Spieth, Kreisamtssekretär Leeck, Regierungszivilsupernumerar Bückert und Kreisamtsgehilfe Schulze. Sieben Verwaltungsbeamte auf über 74 000 Einwohner in fünf Städten, 114 Gemeinden und 45 Gutsbezirken. Das hier abgebildete Landratsamt wurde bis 1700 auf dem Damm bei Jüterbog an der Stelle der alten Klosterpropstei als sächsisches Amtshaus errichtet.

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2. Das Jüterboger Amtsgericht war von Beginn des Kreises an im Rathaus der Stadt untergebracht. 1914 wurde angefangen, an der Schillerstraße ein spezielles Gebäude dafür zu errichten. Der Bau mußte jedoch wegen des Ersten Weltkrieges unterbrochen werden und fand erst 1920 seine Vollendung. Neben dem Amtsgericht waren auch das Anerbengericht und das Katasteramt hier untergebracht. An anderen Stellen der Stadt waren das Finanzamt, das Arbeitsamt und weitere Kreisbehörden. Andere Amtsgerichte innerhalb des Kreises waren in Baruth, Dahme und Luckenwalde.

Jüferbog

Sparkasse

3. Der Kreistag beschloß am 6. Juni 1847 in einer Sitzung im Rathaus Jüterbog die Errichtung einer Kreissparkasse. Landrat Hauschteck erklärte dazu am 25. Dezember 1847 im Wochenblatt des Kreises, 'daß ... im vorzugsweisen Interesse der ärmeren Eingesessenen, eine Sparkasse vom nächsten Jahre ab in's Leben treten sol!'. Sie hatte zuerst ihren Sitz in Jüterbog, Markt 9, beim Kaufmann Apponius. 1914 zog sie in den hier abgebildeten Neubau Ecke Markt/Große Straße, wo sie noch heute ihren Platz hat.

6runwalds Restaurant "Zur 6ranateH? Alles [,ager Kreis :lülerbog.

6aft.en.

4. Im Zuge der Entwicklung der Jüterboger Garnison ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beanspruchte das Militär immer mehr Gelände, das zuerst von den Städten Jüterbog und Treuenbrietzen sowie von den Dörfern Bardenitz, Pechüle, Zinna, Klausdorf und Niedergörsdorf stammte. Ein Vertrag vom 7. Oktober 1870 über den Erwerb von weiteren 40 Hektar Land stellt die Geburtsurkunde des Alten Lagers dar, das ursprünglich nur Barackenlager hieß und später vom nachfolgenden Neuen Lager sprachlich unterschieden wurde.

5. Bardenitz hatte im 19. Jahrhundert neben schon immer bedeutender Landwirtschaft auch Anfänge industrieller Produktion zu verzeichnen. Dazu gehörten eine Ziegelei und dank vorhandener Wasserkraft eine Mahl- und Schneidmühle sowie eine Papiermühle. Auffällig ist die Kirche mit dem gewaltigen Rechteekturm. die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die Reste von Wand- und Deckenmalereien kommen aus der Zeit, als das Dorf dem Kloster Zinna gehörte. Und zwar besaßen die Mönche 43 Hufen in Bardenitz und 40 Hufen in der dazugehörigen Wendemark, einem eingegangenen slawischen Dorf.

Gruss aus Bardenitz

Gastho! von Herm. Schmidt

Kirche u. Schille

BARUTH(I

6. Die Baruther Bürger hatten mit ihrer Pfarrkirche St. Sebastian, im Bild unten im Zustand vor 1909, einige Probleme. Das 1346 geweihte Gotteshaus brannte 1595 erstmals aus. 1628 wiederhergestellt, brannte die Kirche 1671 abermals ab, wobei der Turm einstürzte. Erst zur letzten lahrhundertwende wurde das Bauwerk mit einer markanten Doppelturmanlage vollendet.

7. Vorn links ist das sogenannte alte Schloß von Baruth zu sehen, in der Bildmitte St. Sebastian nach 1909. Etwa am Standort des Fotografen fand vor wenigen Jahren eine archäologische Grabung statt, bei der Teile einer früh-deutschen Burganlage freigelegt wurden. Diese Funde sind sicher älter als die erste schriftliche Quelle von 1326, die 'Haus und Stadt Baruth' nennt.

8. Das Baruther Schloß wurde 1598 neben der verfallenen alten Burg erbaut, doch in den späteren Jahrhunderten stark verändert. Heffter berichtet über die Besitzverhältnisse, daß 1582 Obrist Hans von Bruch, Hauptmann zu Trebbin, von den Gebrüdem von Schlieben die Herrschaft kaufte, sie dann 1596 an Graf Otto von Solms weiter veräußerte. 1696 wurde die Herrschaft in zwei Linien der Solms geteilt, dabei sogar auch das Schloß, 1822 aber wieder in eine Hand genommen.

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