Dessau - Mildensee damals und heute

Dessau - Mildensee damals und heute

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6528-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau - Mildensee damals und heute'

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Einleitung

Dessau-Mildensee, der östliche Stadtteil Dessaus, wird als siebter von 19 Stadtteilen geführt. Er entstand aus drei Dörfern slawischen Ursprungs: Pötnitz, Scholitz und Dellnau. Pötnitz und Scholitz wurden 1179 erstmalig urkundlich genannt, Dessau dagegen erst 1213. Beides waren Gutsdörfer im Besitz des reichen Nienburger Klosters - ein sogenannter Konvent unter einem Probst. Das Kloster stattete den Konvent Mildensee reichlich aus. Der erste nachweisbare Probst von Mildensee war von 1209 bis 1220 Conradus. Der Konvent von Mildensee, ein geistiger Mittelpunkt eines kirchlichen Verwaltungsgebietes östlich der Mulde, wurde am 12. Dezember 1233 aufgehoben. Die Konventsgebäude lagen an der Kirche, der Wirtschaftshof nach dem See zu. Pötnitz war der wirtschaftliche Mittelpunkt und zum Markt erhoben.

Dellnau erscheint urkundlich 1205, ebenfalls als Besitz des Klosters Nienburg. 1523 wird das Dorfwüst und erst 1706 von Fürst Leopold 1. ('Alter Dessauer' , 1676-1747) neu angelegt. Bis 1 750 wird Dellnau von Pötnitz verwaltet - Scholitz sogar bis 1848.

Am Rande des Tiergartens (Wildpark zwischen Dessau und Mildensee) steht die Pötnitzer Kirche, die 1198 erstmals erwähnt und vom Magdeburger Erzbischof Ludolf zur pfarrkirche erhoben wurde. Die alte Kirche wurde 1804-1806 im neugotischen Stil zu ihrer heutigen Form umgebaut. Bei diesem Umbau, den

Fürst Franz (1740-1817) vom Baumeister Carlo Ignazio Pozzi (1766-1842) ausführen ließ, verlor der Bau seine zwei vermut lich niedrigen Seitenschiffe. Die Bauleitung hatte Georg Christoph Hesekiel (1732-1818). Nach dem Umbau schenkte 'Vater Franz' der Gemeinde eine Orgel, die sich einst in der Wörlitzer Kirche befand. Nach dem Einbau vom Dessauer Orgelbauer Zuberbier erklang sie ab 1811. Im Februar 1924 stahlen zwei Einbrecher aus Dessau 48 Orgelpfeifen.

Christian Gebhard Nordmann (1755-1823) übernahm 1778 das große Gut in Pótnirz. Durch die Umstellung auf neuzeitliche Betriebsweisen erzielte er große landwirtschaftliche Erfolge. Es gab drei Berühmtheiten: Pötnitzer Schafzucht, Pötnitzer Mastochsen und Pötnitzer Weizen. Für die Zuchterfolge wurde Nordmann vom preußischen StaatsratThaer, dem Begründer der wissenschaftlichen Landwirtschaft, ausgezeichnet. Pötnitz wurde durch den Oberamtmann Nordmann in ganz Deutschland bekannt, und aus ganz Deutschland kamen Kunden. Pötnitz bestand als Restgut bis 1919 und verfiel dann der Aufteilung. Im entstehenden Wohngebiet 'Dellnauer Acker' gibt es seit August 1996 den 'Nordmannring' .

Am 22. September 1894 wurde die Eisenbahnlinie DessauWörlitz als Nebenbahn feierlich eröffnet. Die Strecke führt vom Wörlitzer Bahnhof, nahe dem Hauptbahnhof, über [onitz (Waldersee) nach Dellnau und weiter über Oranienbaum nach

Wörlitz. Mildensee hatte drei Haltepunkte: Dessau-Ost, Dellnau undAn der Adria, wobei die 'Adria' einst das ersteAutobahnSeebad Deutschlands war. Der Personenverkehr wurde am 25. Mai 1968 eingestellt, weil der Busverkehr bevorzugt wurde. Am 23. Mai 1982 wurde der Saisonverkehr wieder aufgenommen. Die früheren Dörfer Pötnitz, Scholitz und Dellnau wurden am

1. Mai 1930 zur Stadt Dessau eingemeindet. Sie hießen dann Dessau-Pötnitz, Dessau-Scholitz und Dessau-Dellnau. Am 15. April 1933 wurden die drei Orte wieder ausgemeindet, unter dem historischen Namen 'Mildensee' zusammengefaßt und vom Kaufmann Justin Herre verwaltet.

Mildensee liegt an der Autobahnstrecke Berlin-Dessau-Schkeuditz, die am 5. November 1938 eröffnet wurde. Zu diesem Zweck wurde die Muldebrücke verbreitert und die Zufahrtsstraße angelegt, die seit 1993 Oranienbaumer Chaussee heißt. Sie verbindet die Stadtmitte mit Mildensee auf dem kürzesten Weg, der früher durch die 'Wasserstadt' (einzige Straße rechts der Mulde) überWaldersee führte.

Am 4. Mai 1945 marschierte die Rote Armee in Mildensee ein. Zwei Tage später wurde Franz Erfurth als Bürgermeister eingesetzt. Nach erneuter Eingemeindung war er dann vom 1. November 1945 bis 1953 Bezirksstellenleiter.

Aus den drei alten Dörfern ist ein attraktiver Stadtteil geworden, in dem viele ansehnliche Ein- und Mehrfamilienhäuser entstan-

den sind. Vielen alten Häusern sieht man ihr wahres Alter heute nicht mehr an. Den größten Zuwachs gab es zwischen Autobahn und Mildensee auf einer Fläche von 46 Hektar durch das Gewerbegebiet Ost. Am 24. April 1992 wurde auf diesem Gelände, das einst 114 Grundeigentümern gehörte, der erste Spatenstich vollzogen.

Das Denkmalverzeichnis für den Stadtkreis Dessau nennt für Mildensee 18 Einzeldenkmale. Sie werden zum Teil auf den entsprechenden Seiten genannt und beschrieben.

Um Mildensee noch besser kennenzulernen und die Entwicklung verstehen zu können, muß man auch in die Vergangenheit zurückschauen. Auskunft gibt dazu die Mildenseer Chronik von Otto Lange.

Mit diesem kleinen Bildband will ich versuchen, einige Lücken zu schließen und den Anschluß an die 'Neuzeit ' herzustellen.

1 Dessau-Mildensee, ein Kartengruß, der vom Verlag Bild und Heimat, Reichenbach, herausgegeben wurde. Die Fotos von Rudolf, Dessau, zeigen in der oberen Reihe das Strandbad' Adria' , den größten Badesee Dessaus, mit einem großen Campingplatz und die ehemalige Gaststätte 'Scholitzer Hof' (Klub der Werktätigen) mit dem Dreischalen -Spring brunnen. Der historische Gasthofhatte schon 1695 die Schankkonzession. Die untere Reihe zeigt links den Scholitzer See, ein Altwasser der Mulde, mit dem Anger. In der Mitte ist das Bärendenkmal abgebildet, das an das tausendjährige Anhalt erinnert. Der von 1809 bis 1812 erbaute Napoleons-

turm ist mit Blick von der Seeseite auf dem letzten Bild zu sehen. Die Abbildungen werden an anderer Stelle noch näher beschrieben.

2 Am Eingang von Dellnau nach Pötnitz steht links das ehemalige Gemeindeamt, Pötnitz 1, in dem 1940 ein Standesamtszimmer eingerichtet wurde. Dieses Zimmer wurde auch als Leihbücherei genutzt. Der Rat der Stadt Dessau hatte hier auch eine Außenstelle für die Abteilung Landwirtschaft. Gegenüber steht das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Schlauchturm von 1935. Das Gebäude diente nacheinander schon als Autowerkstatt, Industrie- Verkaufsstelle, Gaststätte und Schulungsraum. Auf dem Turm ist die Sirene zu erkennen, die die Mildenseer während des Zweiten Weltkrieges oft in den Luftschutzkeller geschickt hat.

3 Nach der letzten Eingemeindung am 1. November 1945 wurde das ehemalige Gemeindeamt als Wohnhaus, Industrieladen (Erna Lanckow), Schule und Kindergarten genutzt. Während der NS-Zeit war der Kaufmann Justin Herre Bürgermeister der Gemeinde Mildensee. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Franz Erfurth zuerst Bürgermeister, infolge der Eingemeindung später Bezirksstellenleiter bis 1953. Seit dem 10. Mai 1993 gehen die siebzig Kinder nicht mehr in den Kindergarten, sondern in die 'Mildenseer Spielbude' , die auch einen neuen Spielplatz mit neuen Spielgeräten hat.

4 Die erste Freiwillige FeuerwehrinAnhaltwurde 1863 in Dessau gegründet. Ein Mitbegründer war Otto Frenckel (1839-1926), dem später die Ehrenbürgerrechte der Stadt Dessau verliehen wurden. Für die Freiwillige Feuerwehr in Mildensee, die 1899 gegründet wurde, baute der Bauunternehmer Otto Brinkmann das zweite Spritzenhaus mit Steigerturm im [ahre 1935 (Foto 1984). Das erste Spritzenhaus, um 1800 erbaut, steht ganz in der Nähe am Anger und ist zur Zeit ungenutzt und baufällig.

5 Das Feuerwehrheim wurde mit Beteiligung der LPG Pflanzenproduktion 1979 umgebaut. Der Schulungsraum, das Gerätehaus und die Sanitäreinrichtung wurden neu hergerichtet. In den neuen Räumen wurde 1980 von der Wehr eine Feuerwehrgast stätte eröffnet (Foto 198 2). Im 'Strahlrohr' , so nannten die Mildenseer ihre neue Gaststätte, sorgten mehrere Gastwirte bis 1990 für eine gute Gastronomie. Die Räume der ehemaligen Gaststätte werden wieder als Schulungsraum genutzt. Im Dezember 1995 wurde der baufällige Schlauchturm abgerissen und 1996 wieder aufgebaut.

6 Im [ahre 1999 besteht Pötnitz 820 [ahre. Mehrfach änderte sich der Name, aus ursprünglich Pietnize wurde Pietnitz und aus Pethenitz entstand Pótnirz. Zu den alten Anwesen gehörte auch die Dorfschmiede, Pötnitz 2, die am 6. September 1934 einhundert [ahre alt wurde. Sie war im Besitz der Familie Saxenberger. Der Vater vom letzten Schmiedemeister, Eduard Saxenberger (18391919), war van 1886 bis 1898 auch Ortsschulze in Pótnirz, Heute erinnert nur noch der alte Kastanienbaum am Straßenrand an die ehemalige Schmiede.

7 Mit dem Schulneubau (1982183) wurde auch die in den [ahren 1879/80 erbaute Schule in Pötnitz frei. Nach einjähriger Umbauzeit konnte in Pötnitz 2 1 die erste Touristenstation der Stadt Dessau am 7. Oktober 1984 übergeben werden. Im neuen Schullandheim, so nennt sich die Touristenstation nach der Wende, ist Platz für dreißig Kinder, die hier bei Spiel und Sport nicht nur ihre Ferien verbringen können. Auch für Kinder aus dem Ausland hat der Leiter Joachim Spieler mit seinem kleinen Team Wanderungen und Exkursionsthemen vorbereitet. Auf dem Dach des Schullandheimes, das im Denkmalverzeichnis aufgeführt ist, nistet seit 1978 ein Storchenpaar. Bis 1997 sind zirka 35 Jungtiere aufgewachsen.

8 Dieser Kartengruß aus Pötnitz-Scholitz-Dellnau wurde arn 1S.August 1897 nach Bernburg geschickt. Es ist die älteste Ansichtskarte in diesem Buch - 1997 wurde sie 100 [ahre alt. Sie ist von Stockmann, Pötnitz, herausgegeben und zeigt bekannte Motive, die an anderer Stelle beschrieben sind. Die damalige 'Deutsche Reichspost' beanspruchte die Rückseite für Anschrift, Briefmarke und den Aufgabe- und Ankunftsstempel. Für Mitteilungen mußte der Platz auf der Bildseite genügen.

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