Dessau in alten Ansichten Band 2

Dessau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6231-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Dessau, die Stadt in schönster landschaftlicher Umgebung der Elbe- und Muldeaue wurde erstmals am 4. November 1213 urkundlich als 'Dissowe' erwähnt. Eine Urkunde überVerleihung des Stadtreehts besitzt Dessau nicht (Dr. Iablonowski). Der Ort selbst ist sicher schon älter und war in erster linie Brückenund Mühlenort, denn 1239 wurden Mühle und Muldebrücke erwähnt. 1349 erschien der Name Dessau.

Zunächst entwickelte sich die Stadt nur langsam. Die ältesten Häuser, die um 1940 noch standen, waren die Giebelhäuser aus der Zeit um 1525. Sie standen in den Straßen um die Marienkirehe. Ende des 16. Jahrhunderts gab es etwa 3 000 Einwohner. 1570 wurde Dessau zum ersten Mal Residenzstadt des Staates Anhalt. Eine Teilung der Herrschaft in vier Fürstentümer gab es dann von 1606 bis 1863.

Zur Erinnerung an die Wiedervereinigung der anhaltischen Staaten wurde 1867, zum SO. Regierungsjubiläum des Herzogs Leopold Friedrich (1 794-1871). auf dem Kleinen Markt (Platz vor dem Rathaus) das Jubeldenkmal errichtet.

Mit dem 18. [ahrhundert beginnt für Dessau durch Fürst Leopold 1. (der Alte Dessauer, 1676-1 747) ein neuer Zeitabschnitt, die Stadt blühte auf Er unterstützte die Bauherrn finanziell und materiell. So entstand 1 706 die Wasserstadt (die einzige Straße rechts der Mulde); nach Abbruchdes Stenischen Tores 1 708 wurde die Steinstraße verlängert, 1711 wurde die alte Stadt-

mauer abgerissen und eine neue gebaut. Im gleichen [ahr wurde die Fürstenstraße (Friedrich-Naumann-Straße). 1712 die Kavalierstraße, 1713 die Leipziger Straße (heuteTeil der Ludwigshafener Straße) angelegt. In der Stadt entstanden viele öffentliche Gebäude.

Der Enkel des Leopolds 1. Herzog Leopold Friedrich Franz (1740-1817, Vater Franz genannt) setzte die Vergrößerung und Verschönerung der Stadt durch die Verlängerung der Kavalierstraße, ab 1 780 Franzstraße, den Lustgarten 1 775, das Alte Theater 1798-1800 und anderes mehr, fort. Mehr noch hat er für die geistige Bildung der Bewohner, den Unterricht, für Kunst und Wissenschaft getan. Die Stadt kann auf eine zweihundertjährige Theatergeschichte zurückblicken.

Die damalige Residenzstadt entwickelte sich in den letzten [ahren des vorigen [ahrhunderts zu einer Industriestadt. Man hätte sie auch '[unkersstadt Dessau' nennen können. Um die jahrhundertwende zeigt sich Dessau als 'Mini-Messestadt'. Es wurde im Norden der Stadt eine große Halle aus Holz aufgebaut, in der der Stand der Technik aus allen Wirtschaftszweigen der Öffentlichkeit geboten wurde.

Am 1. Oktober 1856 brannten zum ersten Mal die Gaslaternen in unserer Stadt. In der Wallstraße entstand das erste Elektrizitätswerk in Dessau; es war nach Berlin das zweite in Deutsch-

land. Schon im [ahre 1886 konnte das Herzogliche Hoftheater in der Kavalierstraße mit IlO Volt Gleichstrom versorgt werden. Im November 1894 fuhr die erste mit Gasmotoren angetriebene Straßenbahn, die am 26. März 1901 durch eine elektrische Bahn abgelöst wurde. Sechs Iahre später, am 28. März 1907, fuhr die 'Elektrische' dann bis Roßlau. Durch die zunehmende Industrialisierung entwickelte sich die Stadt dermaßen, daß 1925 über 71 000 Einwohner gezählt wurden.

Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde der Stadtkern durch Luftangriffe in ein Trümmerfeld verwandelt. Obwohl die Stadt zu 84 Prozent zerstört war, gibt es noch steinerne Zeugen, die uns aus derVergangenheit der alten Stadt etwas erzählen können. Sie sind zum Teil erhalten oder erneuert worden. Doch die meisten historischen Bauten sind für immer verschwunden. Im Stadtpark, zum Beispiel, in dem von 1886 bis 1927 das Herzogliche Palais stand, findet man heute noch Reste der Stadtmauer von 1712, das Wilhelm-Müller- und Friedrich-Schneider-Denkmal sowie die Zentaurengruppe, die 1881 vom Herzoghaus angekauft wurde.

Damit die ältere Generation unsere alte und schöne Stadt in Erinnerung behält und die junge Vergleiche zu dem Erzählten anstellen kann, ist der kleine Bildband 'Dessau in alten Ansichten' eine wertvolle Hilfe. Nachdem der erste Band so großenAn-

klang gefunden hat, will nun ein zweiter mit weiteren historischenAnsichten 'Die Darnals-Reihe' fortsetzen und viel Freude beim Betrachten bereiten.

Der Gruß aus Alt-Dessau, mit der Ansicht von M. Merian (1593-1650), zeigt wohl das populärste Bild der Stadt Dessau von der Südseite um 1650, von der alten Spittelkirche bis zur Muldeaue. Alle Flügel des Residenzschlosses sind mit hohen Ziergiebeln besetzt, wie damals alle besseren Gebäude. In der Bildrnitre der Stenische Torturm mit vier Renaissancegiebeln, der in Höhe der Fürstenstraße (Friedrich - N aumann -Straße) stand und 1708 abgebrochen wurde.

2 Auf diesem Kartengruß, der am 2. Juni 1899 geschickt wurde, dommiert das alte Rathaus von 1563, das in den [ahren 1882/83 umgebaut und urn eine Etage erhöht wurde. Es stand mit der Hauptfront und dem vorgelegten achteckigen Turm, in dem eine Wendeltreppe nach dem oberen Geschoß führte, in der Zerbster Straße. 1899 mußte es dem heutigen Rathaus weichen. Rechts das Standbild des Alten Dessauers auf dern Schloßplatz.

Unten eineAnsicht vom Lustgarten rnit dem Orangeriegebäude.

3 Die Zerbster Straße mit dem Kleinen Markt vor dem Rathaus aus der Zeit nach

1 91 O. Auf der linken Seite das Eckhaus zur ehemaligen Böhmisehen Straße. Hier stand einst das Geburtshaus der FürstinAnna-Luise geborene Föhse, das aber schon 1 720 abgebrochen wurde. Gegenüber das 1676 im Stil des holländischen Barocks von der Fürstin Henriette Katharina von Oranien errichtete Wohnhaus. Das Untergeschoß wurde 1909 zu Läden umgebaut, wobei das alte Mittelportal verloren ging. Im Giebelfeld war ein Doppelwappen.

Vessau

Zerbslu-SlreDe mil kl. t1~rkl und R~lheus

4 Da Dessau seit altersher eine Fûrstenstadt war, gab eine Leipziger Firma diese Ansichtskarte mit dem Regentenpaar des Herzogtums Anhalt heraus. Sie zeigt FriedrichI. (1831-1904) undAntoinette (1838-1908) mit dem Herzoglichen Palais, das von 1886 bis 1927 in der Kavalierstraße stand, heute Stadtpark. Das zweite Bild zeigt das Schloß und die Mühle von der Muldeseite. Den Schloßneubau begannen die drei fürstlichen Brüder Johann, Georg und Joachim 1530.

5 Bevor die Stadt 12 13 zum ersten Mal erwähnt wurde, gab es schon eine Mühle an der Mulde. Mehrfach wurde sie im Laufe der Zeit durch Brandunglücke zerstört. Da die Mühle mitWasserkraft angetrieben wurde, ist es wahrscheinlich, daß das 'Gestänge' so alt wie die Mühle ist. Das Gestänge diente dreierlei Zwecken: als Stauwerk, als Fußgängerbrücke und dem Lachsfang. Mühle und Gestänge wurden 1945 zerstört und später abgetragen. Zur Wasserregulierung entstand ein neues Muldewehr, das nach viereinhalbjähriger Bauzeit im September 1990 geflutet wurde.

6 Auf dem KartengruB ist als Hauptmotiv der ehemalige Lustgarten abgebildet. Dieser wurde 1 649 zum ersten Mal erwähnt. Fürst Franz (1 740181 7) lieB den Lustgarten

1 775 durch den 'Vater der schönen Gartenkunst', wie der Obergärtner [ohann Friedrich Eyserbeck (1734-1818) genannt wurde, anlegen. Oben rechts ein Blick durch das Lustgartentor auf den GroBen Markt, heute SchloBplatz. Die untere Abbildung zeigt die Anlage mit der Orangerie, die eine Scheinfassade hatte.

Oben links das Moses-Mendelssohn-Denkmal, das am 18. Juni 1890 in den Bahnhofsanlagen, heute Busbahnhof, aufgestellt wurde. Dort

wurde es 1 933 entfernt und all 9. November 1938 auf dem Israelitischen Friedhof zerstört.

7 Das Lustgartentor wurde 1750 mit einer kurzen Stadtmauer errichtet. Sie reichte von der Neuen Wache bis zum Ostflügel des Schlosses und trennte den Schloßplatz vom Lustgarten. Die Mauer war mit acht lebensgroßen menschlichen Sandsteinflguren besetzt, die die vier Elemente und die vier [ahreszeiten symbolisierten. Die starken Torpfeiler tragen je einen Blumenkorb aus Sandstein. An diesen Pfeilern strahlten am 1. Oktober

1856, am Geburtstag des Herzogs von Anhalt, Leopold Friedrich (1794-1871), die ersten Gaslaternen. Die beiden Durchgänge für Fußgänger wurden erst 1875 angelegt. Rechts ist ein Teil des

Polysiusgitters zu sehen, das Ende Mai 1875 aufgestellt wurde und den Schloßhof zum Schloßplatz begrenzt.

DESSRU

[la.s Lustgarten or

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8 Der Lustgarten mit dem Herzoglichen Schloß im Hintergrund zeigte sich zunächst als fürstliche Reitbahn. 1 775 ließ Fürst Franz diesen Garten von [ohann Friedrich Eyserbeck anlegen. Rechts die Orangerie von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, die 1793 errichtet wurde. Sie bildet die westliche Begrenzung nach der Schloßstraße zu. Ein einfacher Springbrunnen wurde 1 841 mitten in den Lustgarten gestellt. Nach 39 Iahren wurde er durch einen monumentalen Brunnen ausgetauscht. Dieser schöne Brunnen mußte einem Denkmal weichen.

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