Dessau und der 'Alte Dessauer'

Dessau und der 'Alte Dessauer'

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6743-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau und der 'Alte Dessauer''

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Einleitung

Der' Alte Dessauer' wurde am 3. Juli 1 676 im Dessauer Schloss geboren. Für seine Eltern, den FürstenJohann Georg lI. van Anhalt Dessau und die Prinzessin Henriette Catharina von OranienNassau, war er bereits das neunte Kind. Da aber nur das dritte Kind ein Sohn war, der bereits im zweiten Lebensjahr verstarb, war er zugleich Erbprinz. Schon am 6. Juli fand die Taufe des Prinzen auf den Namen Leopold 1. im Dessauer Schloss statt. So benannt wurde er nach dem damaligen Kaiser Leopold 1. (1640-1705, seit 1658 Kaiser), der auch die Patenstelle übernommen hatte. Aus Freude über die nunmehr gesicherte Erbfolge ließ Fürst [ohann Georg lI. zwei Medaillen mit der Aufschrift 'Tandem' (lat.: endlich) schlagen. Das Fürstentum Anhalt - Dessau nahm damals nach den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) eine stürmische Entwicklung, die sich nicht unwesentlich aus der Verbindung der Anhaltiner mit dem Haus Oranien ergab. Nach der Hochzeit von Fürst [ohann Georg lI. mit Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau, die 1659 im niederländischen Groningen gefeiert wurde, setzte in Dessau eine rege Bautätigkeit ein. Henriette Catharina ließ Architekten, Künstler und Facharbeiter aus ihrer Heimat kommen, die noch heute sichtbare Spuren in Dessau und Oranienbaum hinterließen. So entstanden 1667 das Elbhaus und 1676 das Gästehaus 'Huis von Oranje', Haus Oranien, das die Fürstin in der Zerbster Straße erbauen ließ. Der Kleine Markt (Platz vor dem Rathaus) wurde kunstgerecht mit bunten Steinen gepflastert und mit einem Brunnen bebaut. Ab 1 688 wurde nach Plänen von Martin Grünberg die Anlage der 'Ncustadt' um die ab 1690 erbaute Johanniskirche inAngriff genommen. Schon ab 1534 entwickelte sich außerhalb der alten Stadtmauer die Sandvorstadt und ab 1 536 die

Muldvorstadt. [ohann Georg 11. gestattete ab 1672 als erster die Ansiedlung von [uden. In der Sandvorstadt entstand dadurch eine jüdische Gemeinde, die 1685 schon 25 Familien zählte und 1687 die Erlaubnis erhielt, eine eigene Schule oder Synagoge zu errichten. Für einen eigenen Friedhof erhielt sie 1686 einen Platz außerhalb der Stadt dort zugewiesen, wo noch heute der israelitische Friedhofliegt (spätere Stenesche Straße 27129).

Als [ohann Georg lI., der als Fürst von Anhalt Dessau auch als Statthalter des Großen Kurfürsten, General der Kavallerie und Generalfeldmarschall gedient hatte, am 19.August 1693 verstarb, hatte er im jungen Leopold 1. bereits das Interesse für das Soldatische geweckt und damit dessen große militärische Begabung begründet. Schon um 1688 hatte Kaiser Leopold 1. seinem Patensohn, der damals noch keine 12 [ahre alt war, das österreichische Regiment übertragen - der Generalwachtmeister von Diepenthal hatte es altershalber abgeben müssen. Nach dem Tode [ohann Georgs lI. übernimmt die Fürstin Henriette Catharina für 5 [ahre die Regentschaft über Anhalt-Dessau. Leopold 1. indessen, gerade 17 -jährig, bat Kurfürst Friedrich lIl. um das Infanterieregiment seines Vaters, wird tatsächlich als Oberst eingestellt und ist damit endgültig für Preußen gewonnen.

Kurz darauf schickt ihn seine Mutter jedoch in Begleitung seines Lehrers auf eine Bildungsreise. Er beurlaubte sich in Berlin und brach im November 1693 nach Italien auf. Die Reise führte ihn nach Rom, Turin, Mailand, Venedig und Florenz. Anfang 1695 kehrt er über Wien nach Dessau zurück. Er hatte sein Wissen erweitert, aber geändert hatte er sich nicht. Seine Gefühle zur Apoth ekers tocht er Anna Luise Föhse, die er schon in jungen [ahren

auserwählte, und seine Neigung für das Militär waren geblieben. Obwohl Leopold 1. schon 1695 vom Kaiser Leopold 1. für mündig erklärt wurde, übernahm er erst 1698, also mit 21 [ahren, die Regierungsgeschäfte. Im gleichen [ahr, am 15. September, heiratete er trotz größter Widerstände die bürgerliche Anna Luise (Anneliese) Föhse. Erst ihre Ernennung zur Reichsgräfin am 29. Dezember 1 701 durch den Kaiser beruhigte die Kritiker. Aus ihrer Ehe mit Leopold 1. gingen 5 Prinzen und 5 Prinzessinnen hervor. Außerdem hatte Leopold 1. mit Sophie Eleonore Söldner (17101779) noch 2 außereheliche Söhne, die beiden Herren von Berenhorst.

Für Dessau begann mit Leopold 1. eine neue Entwicklungsstufe. Unter seiner Herrschaft vergrößerte sich die Stadt wegen der großzügigen Unterstützung Bauwilliger auf fast das Doppelte. Er ließ 1706 die 'Wasserstadt' anlegen - die einzige Straße rechts der Mulde. Die alte Stadtmauer wurde abgebrochen und durch eine neue, die Akzisemauer (Steuermauer ) ersetzt. Für die Landwirtschaft setzte er Bodenverbesserungsmaßnahmen durch. Mit dem Kapengraben wurde der gesamte Wörlitzer Winkel entwässert. Gegen Überschwemmungen wurden Wälle angelegt. Zwölf wüste Dörfer wurden neu besiedelt. Für den Verkehr in der Stadt legte er Straßen an, die im Bildband näher benannt und beschrieben werden.

War er selbst im Dienst des Preußenkönigs aufKriegszügen oder anderweitig außerhalb der Stadt, vertrat ihn seine Gemahlin im Amt. Über Dessau hinaus wirkte er als Organisator des preußischen Heeres. Vor allem die Einführung des Gleichschrittes und der Ersatz des hölzernen Ladestocks durch einen eisernen sind bis heute mit seinem Namen verbunden.

Am 7. April 1747 erlitt er einen Schlaganfall, nach zwei Tagen stand das Herz still. Am 27. Juli 1747 wurde er in der Gruft der Stadt- und Schlosskirche zu St. Marien beigesetzt.

Quellen

Dr. Franz Brückner: Hüuserbücher Dessauer Kalender

Groehler /Erfurth: Der Alte Dessauer Ludwig Grate: Das Land Anhalt

Dr. M. Harksen: Die Kunstdenkmale der Stadt Dessau Bemhard Heese: Chronik der Stadt Dessau

Ernst Meier

Museum für Stadtgeschichte

1. Das bronzene Standbild des Fürsten Leopold 1. von Anhalt-Dessau, bekannt als der 'Alte Dessauer' , wurde vor 143 Jahren auf dem Großen Markt (von 1949 bis 1990 Clara-Zetkin-Platz, heute Schlossplatz) aufgestellt. Die Plastik ist ein Werk von Johann Gottfried Schadow (1764-1850), der das Original in Marmor ausführte. Die Gipsstatuette, das ist eine kleine Statue, die Schadow für sein Berliner Denkmal fertigte, kam als Geschenk an den Fürsten Franz (1740-1817) nach Dessau. Das Dessauer Bronzedenkmal ist eine Kopie, die der Bildhauer August Kiss (1802-1865) unter Vergrößerung auf das 11/2-fache anfertigte. Unter Herzog Leopold Friedrich (1794-1871) wurde es am 18. Oktober 1860 vor den Kolonnaden (Buden) enthüllt. Es zeigt den 'Alten Dessauer' in preußischer Offiziersuniform mit dem Feldmarschallstab. 1944 wurde es zum Schutz vor Bombenschäden eingelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand es ab 1971 im Ehrenhof des Schlosses Mosigkau. Zur 77 5-Jahr-Feier der Stadt Dessau kam es 1988 auf seinen alten Platz zurück.

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fUrll Leopolö non llnhalt.Drrrau, ligt. prruß. uno Rrlch~.Grnrral'r1tlmarlchalll grb. 3. Juli 1676 In Drrraul gril. 3. llprll 1747 öalelbft.

2. Prinz Leopold 1., der spätere 'Alte Dessauer' , wurde am 3. Juli 1676 als Erbprinz des FürstenJohann Georg H. (1627 -1693) und dessen Gemahlin Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637 -1708) im Dessauer Schloss geboren. Die Reihe der Taufpaten führte Seine Kaiserliche Majestät Leopold 1. (16401705) an, dessen Namen der junge Prinz führte. Kaiser Leopold 1. ernannte 1688 den nicht einmal zwölfjährigen Leopold zum Chef des Infanterieregiments Diepenthal. 1695 wurde er vom Kaiser für mündig erklärt, übernahm aber erst mit 21 Jahren die Regentschaft von Anhalt-Dessau und heiratete im gleichen Iahr seinejugendliebe, eine Bürgerliche: dieApothekerstochter Anna-Luise Föhse. Unter seiner Herrschaft wuchs Dessau fast auf doppelte Größe. Berühmt wurde er außerdem als preußischer Generalfeldmarschall und Gouverneur der Stadt und Festung Magdeburg. Am 9. April 1747 starb Fürst Leopold 1.; er wurde in der Fürstengruft der Schlosskirche beigesetzt.

3. Anna-Luise (Anneliese) wurde am 22. März 1677 als Tochter des Apothekers Rudolf Föhse und seiner Gemahlin Agnes, geborene Ohme, in Dessau geboren. Drei Tage nach der Geburt war die Taufe - neben vier weiteren Paten war auch der Bürgermeister Jeremias Hermann Taufpate. Am 15. September 1698, nach Überwindung mancherlei Hindernisse, wurde sie die Gemahlin des Fürsten Leopold I. RudolfFöhse starb im Sommer 1696 mit 54 Jahren. Er erlebte die Hochzeit seiner Tochter nicht; die Mutter lebte bis 1707 .Vom Kaiser Leopold wurdeAnneliese am 29. Dezember 1701 zur Reichsgräfin ernannt. Die erstenjahre hat sie Leopold auf seine Feldzüge begleitet. Als die Familie größer wurde - fünf Prinzen und fünf Prinzessinnen - blieb Anneliese in Dessau. Sie konnte, bevor sie am 5. Februar 1745 verstarb, noch alle ihre fünfSöhne als Generäle sehen. Auch die Fürstin Anneliese wurde in der Schlosskirche beigesetzt.

lInna-CuUt (lInndltJt), ·Gemahlln Oee fUrften feopolO oon Rnhalt.OeRaul geb.' 22. mln 1677 In OeRau ale tochter oee I'lpothelue fore 1 oennlhlt Im September 16981 Iplter zur Rtlchegrlfln ernannt 1 geft. 5. februar 1745 In Dellall.

4. An der Kreisstraße Dessau-Roßlau, gleich hinter dem Wallwitzhafen, wurde 1667 nach dem Willen des Fürsten Johann Georg H. das Elbhaus als Zollhaus errichtet. Es war ein zweigeschossiger Fachwerkbau, vorn zum Eingang mit einem Erker. Im Erdgeschoss befanden sich Küche, Gaststube, Wohnstube und eine Kammer. Im Obergeschoss gab es einen großen Saal, Gaststube und Kammern. Das Zollhaus für den Elb- und Straßenzoll wurde mit der Gasthofgerechtigkeit ausgestattet. Am 17. Juli 1667, am Tage des Einzuges, erhielt Iohann Caspar Haupt seinen Pachtvertrag. Er war berechtigt, Bier und Wein auszuschenken, durfte aber keine Bettler oder Landstreicher aufnehmen. Ab 1760 bis zur Zerstörung 1945 war der Gasthof in Privatbesitz. Diese historische Gaststätte entwickelte sich durchAnbauten zu einem beliebtenAusflugslokal. Es gab einen zweitausend Personen fassenden Konzertgarten, eine Kegelbahn, einen großen Kinderspielplatz und freundliche Säle und Gasträume.

5. Der slawische Ort Nischwitz wurde 1179 erstmals erwähnt und lag Jahrhunderte verlassen. Mit der Fürstin Henriette Catharina von OranienNassau erhielt der Ort neuen Auftrieb - 1673 bekam er den Namen 'Oranienbaum'. Schloss, Park und Stadt wurden ab 1681 im Auftrag der Fürstin Henriette Catharina errichtet. Der Schlossbau, im Stil des holländischen Barock, begann 1683 und wurde 1698 vollendet. Die Ansichtskarte zeigt das Schloss von der Gartenseite. Baumeister des Schlosses und der Stadt Oranienbaum war der Holländer Cornelis Ryckwaert. Später wurde der Park durch Bauten im chinesischen Stil bereichert. 1693 begannen der Tabakanbau und die Tabakverarbeitung in der Stadt. Als die Fürstin nach dem Tode ihres Gatten 1693 anstelle des 17 -jährigen Leopold die Regierung übernahm und Oranienbaum als Witwensitz wählte, war das Schloss noch nicht fertig. Sie regierte von 1693 bis 1698.Aufihrem Iieblingssitz in Oranienbaum ist sie 1708 verstorben. DasWahrzeichen von Oranienbaum ist ein schmiedeeiserner Orangenbaum, der 17 19 zum ersten Mal abgebildet wurde.

6. Fürstin Henriette Catharina kaufte 1675 zwei kleine Häuser am 'Kleinen Markt', ließ sie abbrechen und einen repräsentativen, dreigeschossigen Putzbau errichten. Der Name 'Kleiner Markt' wurde seit 1754 amtlich gebraucht. Ein aus Holland stammender Baumeister schuf 1676-1678 den Neubau in einem für Dessau fremden Baustil. Die Anwesenheit der Fürstin zog eine große Anzahl ihrer landsleute hierher, für die sie am Markt dieses Gästehaus 'Huis von Oranje', Haus Oranien, erbauen ließ. Vielleicht war dieses Haus auch als Witwensitz gedacht. Sie entschied sich aber anders, als der Schlossbau in Oranienbaum voranschritt und verkaufte das Haus 1686 an den Fürstlichen Münzmeister Christoph Pflug. Dr. jur. Friedrich Basedow ersteigerte 1828 das Grundstück, das bis zur Hintergasse (Lange Gasse) reichte. Friedrich Basedow war der Enkel von Iohann Bernhard Basedow, dem Begründer des Philanthropins. Bis 1887 blieb das Haus im Besitz der Familie Basedow.

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7. Ein Blick vom Turm des Palais Hilda (Zerbster Straße) auf den Kleinen Markt zeigt das Rathaus von 1563 nach dem Umbau von 1882/83. Hier steht es mit der Stirnseite zum Markt, daneben stehen noch drei Privathäuser, dahinter die Schloss- und Stadtkirche zu St. Marien; im Hintergrund links das Herzogliche Schloss. Mitten auf dem Markt steht das am 1 O.August 1867 enthüllte 'Jubeldenkmal' ,das an die Wiedervereinigung der vier anhaltischen Staaten im Iahre 1863 erinnern soll. 1938 wurde das durch Witterungseinflüsse unansehnlich gewordene Denkmal abgerissen. Im Vordergrund auf der rechten Seite das 'Haus Oranien'. Im Erdgeschoss wurden 1909 Läden eingerichtet. Dabei ging das Mittelportal verloren. Auf der linken Seite des Hauses war eine rundbogige Toreinfahrt. Walter Schirmer verlegte seine Buchbinderei hierher. So wurde aus dem fürstlichen Haus ein Geschäftshaus, das bis zur Zerstörung am 7. März 1945 im Besitz der Familie Barflknecht war.

8. Auf dem ehemaligen Großen Markt (von 1949 bis 1990 Clara-Zetkin-Platz, heute Schlossplatz) standen zwischen Zerbster und Schlossstraße die sogenannten Buden. Vom Fürsten Johann Georg H. wurde der Bau am 14. Juni 1692 angeordnet. Nachdem der Gottesacker beseitigt und das Gelände südlich der Schloss- und Stadtkirche zu St. Marien eingeebnet war, ließ die Fürstin Henriette Catharina in den Jahren 1694/95 nach Plänen des holländischen Baumeisters Cornelis Ryckwaert die Kolonnaden, im Volksmund Buden, errichten. Dieser Bau sollte das nüchterne Aussehen der Kirche verdecken. Das Untergeschoss war in 13 Arkaden aufgeteilt, dahinter eine lange Wandelhalle, die von Kreuzgewölben überdeckt war. Sie wurde von Handelsleuten genutzt, die gleichzeitig ihre Wohnung darüber hatten. In der Bombennacht am 7. März 1945 wurden die Buden vernichtet. Nach Beseitigung der Trümmer entstand an dieser Stelle ein Parkplatz.

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