Dettelbach in alten Ansichten

Dettelbach in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. H. Bauer, Hermann Kleinhenz und Max Stöcklein
Gemeente
:   Dettelbach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2923-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Dettelbach in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Der schonste Punkt der Erde! soll ein Besucher Dettelbachs einmal spontan ausgerufen haben, als er zum ersten Mal hier weilte. Bei allem Lokalpatriotismus müssen auch wir Einheimisehen zugeben, daß es sich bei diesem Ausspruch um eine liebenswerte Übertreibung handelt. Trotzdem: Dettelbach gilt schon lange als Geheimtip für Kenner, denn es kann alle Merkmale vorweisen, die für mainfränkische Siedlungen charakteristisch sind.

Dazu gehört vor allem eine lange und bewegte Geschichte. Um 700 im Zuge der fränkischen Besiedlung entstanden, wurde der 'königliche Meierhof Tetilabah' 741 erstmals schriftlich genannt. Urzelle der Besiedlung war der Hügel, auf dem sich heute die Pfarrkirche erhebt.

In der Folgezeit war Dettelbach verschiedenen Herren untertan, unter anderem dem Benediktinerinnenkloster Kitzingen. Im 13. und 14. Jahrhundert beherrschten den Ort und weite Teile des Maindreiecks die 'Ritter von Tetilabach', die auf dem Platz des Königshofes ihre Burg errichtet hatten, Ende des 15. Jahrhunderts verstärkte das Hochstift Würzburg seinen Machtzugriff; 1484 erhob Fürstbischof Rudolf von Scherenberg unter Bewilligung Kaiser Friedrich Hl. das aufstrebende Dorf zur Stadt, machte es zum Amtssitz und verlieh ihm das Marktrecht.

Die nachfolgenden Jahrzehnte waren, unterbrochen durch den Bauernkrieg, eine glückliche Blütezeit der jungen Stadt. Handel und Gewerbe lebten auf, der Weinbau dehnte sich auf 500 Hektar Anbaufläche aus, die Bürger .gestalteten das Ortsbild durch zahlreiche Baurnaßnahmen um. Vor und nach 1500 entstand das prächtige spätgotische Rathaus, die Pfarr-

kirche wurde um den Ostchor (1489) erweitert, die Stadtbefestigung mit Mauer, Türmen und fünf Toren errichtet und in den Straßen mehrere stattliche Fachwerkhäuser hochgezogen. Günstig auf diese Entwicklung wirkte sich zudem die Entstehung einer Marienwallfahrt (1506) aus. Als sie durch die Wirren der Reformationszeit zu versiegen drohte, verlieh ihr Fürstbischof Julius Echter durch den Bau einer neuen und schönen Wallfahrtskirche (1608-1613) erheblich weitreichendere Bedeutung. 1617, kurz vor seinem Tode, übergab er den Franziskanern ein neues Kloster, damit sie die immer zahlreicher hier ankommenden Pilger seelsorgerisch betreuten.

Einen herben Rückschlag brachte der Dreißigjährige Krieg, der 1631 mit dem Schwedeneinfall hier seinen Einzug hielt. Lange dauerte es, bis sich die Bevölkerung von den Heimsuchungen und Verlusten erholt hatte. Verdienste kamen im Wiederaufbau vor allem dem Gewerbe zu, das durch die Scharen von Wallfahrern, die sich durch Gelübde aus der Kriegszeit weiter vermehrt hatten, wertvolle Einkünfte gewann.

Mit dem Ende des Alten Reiches und dem Beginn der bayerischen Zeit 1804 wurde Dettelbach Landgerichtssitz für 21 Ortschaften. Doch der Niedergang kam rascher als erwartet, Durch die Realerbteilung, ein weniger leistungsfähiges Gewerbe, die steigende Bevölkerungszah1 und erhebliche Rückschläge im Weinbau schwand die einstige wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Der Verlust an Zentralität verlief parallel dazu: 1862 wurde Dettelbach die Verwaltungshoheit eines Landgerichts wieder genommen, und im beginnenden 20. Jahrhundert verlor es auch das

Rentamt und das Amtsgericht. Lichtblicke waren lediglich die Errichtung der Stern-Bräu 1875 und des Distriktskrankenhauses 1906, das sich bis zu seiner Schließung 1984 großer Beliebtheit in der Umgebung erfreute.

Erst in jüngster Zeit lebt die frühere Bedeutung Dettelbachs wieder auf. Der Weinbau ist wieder im Steigen begriffen, im Zuge der Schul- und Gebietsreform wurde ein Teil einstiger Zentralität zurückgewonnen. Durch die Eingemeindung von neun Ortsteilen - Bibergau, Brück, Effeldorf, Euerfeld, Mainsondheim, Neuses am Berg, Neusetz, Schernau und Schnepfenbach - hat sich die Einwohnerzahl auf über 6 000 Menschen mehr als verdoppelt. Einige Industrieansiedlungen und verstärkte Bemühungen um den Fremdenverkehr haben die Wirtschaftskraft etwas verstärken können.

Dennoch: unsere Stadt - sie konnte mit Stolz 1984 ihr 500jähriges Stadtrecht feiern - wird kein Ziel des Massentourismus werden. Ihre Eigenart ist die Gewähr dafür, daß es auch künftig die Kenner und Liebhaber sein werden, die diese kleine, von vielen unentdeckte Stadt besuchen. Wer Dettelbach erlebt hat, kann an seinem Beispiel vieles erklären, was für Franken typisch ist: die traditionsreiche Geschichte, das Ensemble aus verschieden alter und bemerkenswerter Bausubstanz, die Romantik der Straßen und Gassen, die Frömmigkeit der Menschen und die landschaftlich reizvolle Umgebung.

Aus Anlaß des 500jährigen Stadtjubiläums sind mehrere gedruckte Veröffentlichungen erschienen. Mit diesem Buch kommt rechtzeitig eine weitere hinzu. Darin haben wir den Versuch gemacht, Ihnen, liebe Leser, das Dettelbach von gestern mit alten Aufnahmen in Erinnerung zu rufen und

wiederaufleben zu lassen. Unseren Rückblick haben wir in folgende Betrachtungspunkte aufgegliedert: das Ortspanorama, der Main, die Tore und Mauern, das Rathaus und seine Umgebung, die Pfarrkirche, die Gasthäuser und der Weinbau, die Straßen und Gassen, die Wallfahrtskirche, Krankenhaus und Amtsgericht, die Lokalbahn, Vereine und Jubiläen.

Auch wenn die hier gezeigte Idylle der 'guten alten Zeit' schon eine Weile zurückliegt, so ist doch ein Großteil jener Beschaulichkeit innerhalb der festgefügten Stadtmauern geblieben. Trotzdem sind in Dettelbach altes Stadtbild und neuzeitliches Leben einander nicht im Wege, sondern gehen eine harmonische Synthese ein, Zwar geht hier manches noch etwas langsamer, dafür aber gemütlicher und herzlicher.

Wer einmal unsere alten Baulichkeiten besichtigte, einmal um die Stadtbefestigung gewandert ist, vielleicht auch vor dem Gnadenaltar der Wallfahrtskirche ein paar Augenblicke mit einem Stoßgebet verweilt hat - wer schließlich den guten Frankenwein und dazu reichlich Dettelbacher Muskatzinen probierte, wird die Redensart bestätigen, die bei uns im Volksmund umgeht:

Dettelbach ist ein wallfahrtsort, Wer einmal hier war, will nie mehr fort!

Dettelbach, im Sommer 1984

Dr. Hans Bauer Hermann Kleinhenz Max Stöcklein

1. Auf das Jahr 1898 lautet der Poststempel dieser Ansichtskarte. Sie ist die älteste, die bislang bekannt ist. Im einheimischen Verlag von Franz Then erschienen, zeigt sie das damalige Ortspanorama und die drei markantesten Bauwerke (Wallfahrts- und Pfarrkirche, Rathaus). Bemerkenswert ist zudem das kleine Bild links unten; es enthält die 'Ludwigsbrücke' über den Main bei Schwarzenau, die von der Stadt Dettelbach 1889-1892 errichtet wurde. Bekanntlich wurde sie 1959 im Zuge der Mainregulierung durch eine breitere Brücke ersetzt.

(1JttJss aus Cf)E.TTELBACH. .

2. Eine weitere dokumentarische Ansichtskarte stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Darauf ist Dettelbach in seiner so häufig gezeichneten und fotografierten Westseite zu sehen. Außerhalb der Mauern hat noch annähernd keine Bebauung stattgefunden; lediglich die Anlage der Stern-Bräu neben dem Faltertor und das Lagerhaus Burkard an der Steiggasse (heute Würzburger Straße) sind zu erkennen.

3. Die beiden markanten Wahrzeichen Dettelbachs: spätgotisches Rathaus und verschiedentürmige Pfarrkirche, beherrschen diese stimmungsvolle Aufnahme aus der Zeit um 1930. Deutlich heben sich auch das ehemalige Rentamt (Finanzamt) und die Kapelle des Frauenklosters hervor.

Dettelbach a. M.

4. So sahen Mainlauf und 'Mainufer aus, als der Fluß noch nicht reguliert war. Links im Vordergrund sieht der aufmerksame Betrachter mehrere Wasserlöcher - die 'tiefe Dull', wie sie der Volksmund nannte. Nicht einmal die größten Draufgänger unter den Burschen wagten darin zu baden, denn - so erzählen sich die Einwohner - vor langer Zeit sei darin einmal eine Hochzeitskutsche samt Insassen versunken und spurlos verschwunden. Zur Erinnerung an das Unglück wurde auf der gegenüberliegenden Weinbergsmauer ein Kreuz errichtet, das leider inzwischen abgegangen ist.

S. Schon immer prägte der Main das Bild unserer Stadt. Er fließt im Süden am Ortsrand vorbei und ist mit einer Fähre zu überqueren. Diese ist hier im Vordergrund zu erkennen. (Siehe auch Bild 8.)

6./7. Ende Februar 1909 trat der Main über seine Ufer und überschwemmte den südlichen Teil des Altstadtbereichs. Das Wasser stieg bis vor das Rathaus und die Menschen konnten sich nur mit Hilfe von Kähnen vorwärtsbewegen, wie die linke Aufnahme recht lebendig

Dettelbach a. M. beim Hochwasser 1909: Blick vom Sternbräugarten aufs Maintal.

zeigt. Denselben Wasserstand erreichte eine weitere Überschwemmung im Jahre 1920; damals ertranken drei Dette1bacher Arbeiter, die am Abend von Mainsondheim her über den Main setzen wollten, im reißenden Fluß.

8. Eine wichtige Funktion hatte und hat der Fährer zu erfüllen. Auf unserem historischen Foto ist Christoph Kraus zu sehen, der rund um die Uhr einsatzbereit war. Auf den Ruf 'Hol über!' setzte er die Seilfähre in Gang; sie wurde in den fünfziger Jahren zugunsten der heute noch betriebenen Motorfähre abgeschafft.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek