Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Rank
Gemeente
:   Münsing, Die Gemeinde
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4698-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die heutige Gemeinde Münsing ist 1978 aus dern Zusarnmenschluß der drei Gemeinden Degerndorf, Holzhausen und Münsing entstanden. Ihr Gebiet zieht sich vom Seeufer bis über den Höhenrücken hinauf, der dann nach Wolfratshausen ins Isar-Loisachtal abfällt. Dieses Gebiet ist seit Jaartausenden besiedelt, wie die große Zahl der vor- und frühgeschichtlichen Gräber bezeugt. Erste urkundliche Erwähnungen der drei Ortschaften sind aus dem 8. und 9. Jahrhundert n.Chr. überliefert. Wie sehr die schöne Landschaft unserer Gerneinde die Menschen anzieht, erleben wir alljährlich, wenn bei schönem Wetter der Strorn der N aherholer, der Wanderer und Radler aus der Stadt zu uns herausdrängt, Welche Faszination und Begeisterung aber diese Landschaft um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf ihre Entdecker ausübte, ist heute fast vergessen. Die Bevölkerungsstruktur hat sich wesentlich verändert, enorme Zuwanderungen in den letzten hundert Jahren haben die Erinnerung auf eine kleine Minderheit beschränkt. In den Nachkriegsjahrzehnten ist auch vie1es verschwunden. Dazu gehört vor allem der weitgehende Verlust der natürlichen Seeufer, die manchmal vergewaltigende Regulierung und Verpflasterung der Landschaft und der oft unnötige Abbruch alter Häuser. Freilich konnten vie1e dieser Häuser den berechtigten Ansprüchen ihrer Bewohner nicht mehr gerecht werden. Es ist wohl eine der Sünden unserer Zeit, nicht eine bessere Synthese gefunden zu haben. So ist von dem malerischen Charme ärmlicher Natürlichkeit kaum etwas übriggeblieben.

Waldemar Bonse1s, der Dichter, Schriftsteller und Autor der 'Biene Maja', war im Ambach ansässig. Er schrieb 1929 in die Dinkelacker Chronik einen Hymnus an den See, den ich in Auszügen hier anfüge:

Im Süden des Ostufers, im weiten Umkreis des kleinen Am· bach ... reicht [ast überall der Wald bis an die Seeufer, so daß sicb dem wandernden Bliek ein Gebilde der Natur darbietet, das von Menschen unbewohnt und unberührt erscheint ... Niemand würde, entzückt und befriedigt von der urweltlichen Abgeschiedenheit dieser Landschaft, glauben, daß kaum eine Stünde ent-

[ernt, eine Weltstadt atmet. Von dort her erhalt der Stambergersee sein westuferliches Angesicht, das sich wesentlich vom Ostufer unterscheidet. Dort läuft die Bahn in die berühmten Kurorte Oberbayerns, dort hat sicb von Stamberg ûber Tutzing nach Seeshaupt ein vom Getriebe der Großstadt berührtes Leben entwiekelt ... Es bleibt darûber erstaunlick und wunderbar, wie die paar Kilometer Seebreite die Entwicklung und den Charakter der beiden Landschaften geschieden haben. Es scheint oft, als wäre das Ufergebiet des Ostens mit seinem prachtvollen Hinterland eine große lnsel, die nur, je nach der Jahreszeit, häufiger oder seltener von den Dampfern berûhrt wird. Ist unser prächtiges Schiff mit seinem Glanz und seinen Reisenden am Abend nacb Stamberg entschwunden, so ist der Verkehr mit der Welt wie abgebrochen.

Eine Rundfahrt gibt dem Beschauer ein schönes Bild, offenbart die Anmut der Ufer, die herrliche Freiheit des Fernblicks auf die weite Alpenkette, aber kaum anders als es auch ein gutes Bildwerk täte. Erst im Verweilen, in rechter Teilnahme an der Art und Natur dieses Sees, des schönsten undfestlichsten der bayerischen Seen, öffnet sich der tiefere Reiz und die hohe Gunst dieser Landschaft. deren seltener Wert in der unmittelbaren, unbe· schränkten Wirkung der Natur liegt, die hier von keinem menschlichen Eingriff gestort, wie von Anfang an atmet.

Der Schritt von den schatilgen Waldwegen der Ufer, wie aus dichten Laubengangen heraus, erreicht den Strand durch Schilf und Uferweiden, als habe ihn nie ein Mensch vorher betreten. Die Wellen rauschen an ihren Strand, als hätten sie selbst ihn gefügt und die alten Bäume tauchen Wurzeln und Äste in die Flut wie in ihr eigenes Lebensgebiet.

Die Stille der Nächte ist von heiliger Große. Kein Laut stort ihren Frieden, der nicht der Natur selbst entstammie und mit der Besinnung auf diese Urgebiete menschlichen Lebens erwacht das Glück über das eigene Dasein.

Bei diesen dichterischen Sätzen wird manchen die Wehmut überkommen, denn so schön auch heute noch unsere Landschaft ist, das von Bonsels beschriebene Paradies ist es nicht mehr. Nur im Herbst und noch mehr im Winter, wenn sich der

störende Mensch mit seinen modischen Spielzengen anderen Zielen zuwendet, können wir uns noch der Schönheit unserer Natur bewußt werden. So lade ich Sie, lieber Leser, ein, sich im Geiste einige Jahrzehnte zurückzuversetzen. Unternehmen Sie mit mir anhand alter Zeichnungen und Fotografien eine Rundwanderung, die uns von Münsing, dem größten Dorfund Verwaltungssitz der Gemeinde, zuerst zum Weiler Weipertshausen führt, dann nach Degerndorf, dem Ort, der fast schon ins Loisachtal hinunterschaut, und nach Holzhausen mit seinem landschaftsbeherrschenden Kirchberg, vorbei an dem einsamen Schallenkamer Kircherl, zum See hinunter nach St. Heinrich. Dann wandern wir dem Ufer entlang, wo sich heute das große Erholungsgebiet ausbreitet, nach dem verträumten Ambach. Dort besteigen wir einen der prächtigen Raddampfer und gelangen, vorbei an der Villenkette Seeheims nach Ammerland mit dem reizend am Ufer gelegenen Poccischloß und dem Staudacher Kircherl. Bei einigen Orten habe ich Erinnerungen und Episoden eingeflochten, um Ihnen, lieber Leser, Schlaglichter auf frühere Zeiten zu vermitteln und die Vergangenheit aufleben zu lassen.

Zum Abschluß möchte ich noch die Helfer nennen, die mir beim Zustandekommen des Büchleins geholfen haben. In Münsing habe ich Herrn Altbürgermeister Müller (5), Frau Maria Paulus (6,7), Herrn Michael Mair, Herrn Architekt Rudolf Ostermayer (11), Herrn Erich Kühn (12), Herrn Hubert Schwabl (9), Frau Maria Walser, Herrn Max Will (2) sowie der Gemeindeverwaltung (13) für die Mitteilung vieler Erinnerungen und Überlassung von Bildern zu danken.iebenso in Weipertshausen Frau Inge von Heydebrand (14) und Frau Gerda Umbreit (15,16). In Degerndorf ermöglichte mir die verständnisvolle Hilfe von Herrn Hans Steigenberger ein oft stundenlanges Studium der, in seinem Besitz befindlichen 'Degerndorfer Chronik' (17, 19,20,26,27). Sehr geholfen haben mir auch Frau Maria Kölbl (23, 24, 25) und Herr und Frau Klaffenbacher in Sonderham (18,22). Interessantes Bildmaterial wurde mir für Holzhausen und Ambach von den Herren Herbert und Josef Haberl zugänglich gemacht (30a, 34, 46). Zum Amba-

cher Teil hat Herr Mathias Hirn viel beigetragen. Außerdem haben die Herren Michael Bierbichler (43, 45, 52), Dieter Dorsch (42), Dr. Michael Wiedemann (44) und Gerhard Schober (41, 56) freundlicherweise Bilder zur Verfügung gestellt. Für den gleichen Teil sowie für Ammerland hat mir vor allem Herr J osef Hirn durch seine Erinnerungen und Kenntnisse vieles mitgeteilt, was ich hier weitergeben möchte (51, 62a, 62b). Auch gilt mein besonderer Dank Frau Elserose Holeh für die großzügige Überlassung von Unterlagen, insbesondere aus der Dinkelacker Chronik (47, 48, 50, 60, 67). Auch danke ich Herrn Robert Grünwald (55), Herrn und Frau von Laßberg (66), Herrn Rainer Sailer (65), Herrn und Frau Steeher (3, 30) sowie Frau Prof. Voit und Frau Irmgard Scotti (63, 64) für die Überlassung von Bildmaterial.

Für die Überlassung der Pocci Zeichnungen gedenke ich dankbar der kürzlich verstorbenen Christiane Gräfin von Pocci (1, 59,61,71). Herrn Roland Gröber danke ich für die Überlassung von Postkarten aus seiner großen Sammlung (8, 33, 37, 38, 40) und ebenfalls Frau Helga Rank (53, 68). Schließlich danke ich meiner Frau für die Lesung und Korrektur der Manuskripte. Für Interessierte sei noch die verwendete Literatur angeführt, die allerdings entweder nicht veröffentlicht oder, soweit nicht anders vermerkt, vergriffen ist. 'Holzhausen - Ein Heimatbuch vom Starnbergersee' von H. Widnmann und J.B. Jungmann, München 1926. 'Dinkelacker Chronik von Ammerland' L-III.Band. 'Ambach - 1200 Jahre' - Eine kleine Festschrift von DL Carl Schramm, Ambach 1965. 'Familie Gcigcl-Iûü Jahre in Ammerland' Xerokopierte Schrift von Dr. Heri Geigel, Ammerland 1965. 'Orts- und Pfarrgeschichte von Münsing' von Friedrich Schnell, im Selbstverlag des Verfassers 1966. 'Geschichte der Schiffahrt auf dem Starnbergersee', Aufsatz von DL Ludwig Rank, Ammerland 1951-1985. 'Vom Einbaum zum Dampfschiff, Jahrbuch 1, 2 und 3 des Fördervereins Südbayerisches Schiffahrtsmuseum Stamberg, Z.T. beim Verein noch erhältlich. '1200 Jahre Münsing' Festschrift von Hubert Rank, Ammerland 1979 und 2.Aufl.1987, letztere bei der Gemeinde noch erhältlich.

1. Diese Zeichnung des Grafen Pocci, des berührnten Kasperlgrafen aus Ammerland, aus dem Jahr 1858 ist nur mit 'Münsing' bezeichnet. Da man aber ziemlich sicher annehmen kann, daß es sich rechts um den Lüßbach handelt, somit um einen Anger im Bereich der heutigen Bachstraße, so erscheint es wohl möglich, aus einem Vergleich der GebäudesteIlung mit der Häuserkarte von 1811 die Höfe zu lokalisieren, die hier dargestellt sind. Demnach würde es sich bei dem vorderen Gebäude um den 'Bauernfeind' und bei dem Haus dahinter um den 'Promberger' handeln. (Franz v. Pocci - Münsing. Bleistiftzeichnung mit Sepia leicht getönt. Bezeichnet: Münsing 2.9.5830x16cm.)

2. Das ist das alte Schusterhäusl in Münsing, das 1959 abgebrochen wurde. Der Hausname war 'Uzenberl'. Die Geschichte dieses eigenartigen Namens ist auch ein Stück Geschichte des besonders reizvollen Hauses und des Dorfes. Bis 1653 waren Bäcker nebenan auf dem 'Pöckengütl', In diesem Jahr 1653 kam durch einen Häusertausch ein Ulrich Pfanzelter auf das Anwesen, der aber Schäffler war. Der Hof hieß von nun an 'Beim Uz' (= Ulrich). Die Schäfflergerechtigkeit vererbte sich auf einen Nachkommen namens Franz Pfanzelter. Nun hieß der Hof 'Uzenfranz'. Aber auch die Bäckergerechtigkeit lag noch auf dem Gütl. Diese verkaufte der vorerwähnte Franz 1758 an seinen Bruder Bernhard, der von Beruf Bäcker war. Dieser baute nebendran sein Haus, das hier abgebildet ist, und zwar als Bäckerei; und das war dann der 'Uzenberl' (Ber! = Bernhard). (Historische Angaben nach Ortsgeschichte von Friedr. Schnell.)

3. Leider kein sehr gutes Bild vom 'Schnellergütl' am Kirchberg. Da es abervon alten Münsinger Höfen kaum Fotografien gibt, ist es für uns wertvoll. Der alte Blockbau stammt sicher aus dem frühen 18. Jahrhundert, wenn er nicht sogar der erste Bau an dieser Stelle ist, der, wie Schnell vermutet, nach 1637 als 'Bachenhof errichtet wurde. Das Grundstück aber wird schon 1633 als 'Schnellergärtlein' erwähnt, dessen Besitzer ein Kaspar Schneller war, nach dem das Gütl noch heute seinen Namen trägt. Die erste Erwähnung geht aber sogar bis 1337 zurück ... als Gärtlein, das zwischen Hinterbauern und Bach gelegen ist...' aber wohl zum Gassenbauern gehört hat. 1953 wurde das schöne Holzhaus abgebrochen, es soll aber wieder in der Tegernseer Gegend aufgebaut worden sein. (Historische Angaben nach Ortsgeschichten von Friedr. Schnell.)

4. So oder ähnlich haben noch lange nach der lahrhundertwende die Verbindungsstraßen der Ortschaften ausgesehen. Erst die Motorfahrzeuge verlangten breitere und schließlich geteerte Straßen. In diesem Fall handelt es sich um den Weg von Schwabbruck nach Münsing. Rechts hinten sieht man den Hof vom Hinterbauern. Heute ist dieser Weg natürlich auch eine geteerte Straße und auf beiden Seiten reiht sich ein Haus an das andere. (Foto: Caroline Rösl.)

5. Der Bliek aus der Bachstraße auf die Münsinger Kirche zeigt rechts am Weg die kleine NepomukkapelIe. Sie wurde 1910 zum Andenken an drei im Bach ertrunkene Kinder errichtet. Zwei von ihnen waren von der Familie Graf, vom 'Schneller', und eines von der Familie Will, vom 'Mooshansl'. Der Hof des Letzteren lag rechts hinter dem Zaun, wo heute das Lagerhaus der Raiffeisenkasse steht. Das Wiesenstück auf der linken Seite war ein Teil des alten Wirtsgartens, auf dem dann der Schmied oder Mesner Michl sein Haus baute. (Nach Angaben von Mathias Müller.)

6. Pfarrer Anton Heldmann (1920-1954 Pfarrer in Münsing) steht hier inmitten einer Theatergruppe vor dem A1twirt. Er war 1924 der Arrangeur und Regisseur der Tragödie 'Peter Maier, der Wirt an der Mur'. Das Stück spielte offensichtlich in der Napoleonischen Zeit. Michael Schwarz vom Grondlerhof, mit Fahne und großem Hut, war der Hauptdarsteller, der Wirt. Links vom Pfarrer steht JosefWalser vom Promberger als französischer Hauptmann und anschließend zu sehen fünf französische Soldaten: der erste links ist der Maurer Paul Michel, dann kommt Sebastian Graf, der spätere Bürgermeister, danach Kaspar Hohenadl, der 1942 verstorbene Pfarrer, Ferdl Wilhelm, der Landwirt und ein Schneidergeselle von Hohenadl. Rechts außen steht Hans Aumer, darm folgen nach links der Maurer Josef Paulus, als frommer Klosterbruder, der Schuster und Mesner Max Will, daneben der gleichnamige Postbote und mit dem großen Hut der Verräter, dargestellt von Sebastian Maier aus Weipertshausen. Daneben steht noch Franz Wagner vom Braadl. Die Buben vorne sind von links nach rechts: Mathias Schwarz vom Grondler, Georg Michl, der Wollmann Martl, Mathias Müller, der langjährige spätere Bürgermeister, und Hans Limm, der Bruder des verstorbenen Neuwirts, Martin Hohenadl, der Schneider, sowie Anton Arnhofer, der Sohn des letzten Pächters vom Altwirt und schließlich Georg Strabl, damals hieß er Kölbl, der spätere Gassenbauer. Sie spielten die sechs Söhne des Wirts. (Nach Angaben von Frau Paulus und Mathias Müller.)

7. Die Männer, die 1928 beim Bachausbau gearbeitet haben, ließen sich in einem Gruppenfoto vordem alten Schulhaus, das heute noch als Gemeindehaus fungiert, ablichten. In der hinteren Reihe sind von links zu erkennen: Hans Oswald (mit Mütze), rechts davor Unbekannt, Math. Specker (mit Hut), zwei Unbekannte, Mich. Friedinger vom Muß! und davor Unbekannt. Mittlere Reihe von links:

Jos. Schwarz vom Grondier, Xaver Will vom Roßschneider, Gg. Leinbach (er war der Kapo), Unbekannt, Seb. Will (mit Kelle), Jos. Lanzinger, der Mühlmacher Sepp, Math. Will, Seb.Schwabl, Seb. Graf vom KeIlerer, Unbekannt, Hofner sen., Thomas Seitner, der Daumer, Max Will, der Schuster und Mesner, Mich. Schmid vom Mesner, davor Paul NickI vom Strobl, Jos. Böck, Maurermeister von Ammerland und Seb. SchwabI. vom Ponradl. Vorne sitzend: Jos.Will, Anderl Siegl vom Strobi, Jos. Sanktjohanser (genannt Zimmerlenz), Jos. Lochner und Joh. Schwarz vom Grondier. (Nach Angaben von Mathias Müller und Frau Paulus.)

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