Die Lübecker Bucht in alten Ansichten

Die Lübecker Bucht in alten Ansichten

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Lübecker Bucht, Die
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4927-3
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Lübecker Bucht in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Lübecker Bucht ist naturräumlich eine junge geologische Form und fremdenverkehrsmäßig eine national bedeutsame Tourismusregion. Der Fremdenverkehr baut auf die naturräumlichen Grundlagen auf.

Die Oberflächenformen, die die Lübecker Bucht umgeben, sind eiszeitliche Bildungen. Die Landschaft ist in und nach der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit, entstanden. Infolge von Klimaveränderungen fielen die Niederschläge während der Eiszeit in Skandinavien in Form von Schnee. Es bildeteten sich im Laufe von Jahrtausenden riesige Eismassen, die sich unter dem Druck als Gletscher in Richtung Süden schoben. Dabei wurden aus dem Untergrund der Gletscher Sand, Steine und Felsen herausgekratzt und nach Süden transportiert, wo sich das Geröll während der Erwärmungsphasen als Moränen ablagerten. So entstand eine von Hügeln und Senken reiche Landschaft, eine Moränenlandschaft. Die Form der Bucht gibt die Form der vor zirka 16000 Jahren abgetauten Gletscherzunge wieder, während die Moränen die Lübecker Bucht umgeben.

Die Lübecker Bucht gab es aber nicht sofort am Ende der Eiszeit. Sie gehörte auch zum Moränengebiet, war nur was das Relief betrifft - niedriger. Erst vor zirka 6 000 Jahren überfluteten die Wassermassen die westliche Ostsee und konnten über die Darßer Schwelle und schließlich in die Lübecker Bucht fließen. Seit etwa 2 000 Jahren etwa bildete sich die Lübecker Bucht aus. Infolge mariner Abrasion und des inneren Küstenverfalls durch Wasser und Frost wurden die Moränen angeschnitten. Es bildeten sich die Steilufer, zum Beispiel von Boltenhagen, Brodten, Sierksdorf, Grömitz und Staberhuk.

Das von den Steilufern abgetragene Küstenmaterial wurde küstenparallel wegtransportiert und schließlich an anderen Orten wieder abgelagert. Auf diese Weise entstanden die

weißen Strände, unter anderem in Boltenhagen, Travemünde, Timmendorfer Strand, Grömitz oder Burgtiefe. Dabei wurden auch kleinere Haffs abgeschnitten, zum Beispiel das Salz-Haff bei Wismar, bei Haffkrug und Cismar; oder es wurde eine Förde abgeschnitten, die sich - wie der Hemmelsdorfer See - in einen See umwandelte.

Wegen häufiger Sturmfluten wurde spätestens nach der großen Sturmflut vom 13. November 1872 die Küste durch Deiche gesichert. Besonders die Flachküstenbereiche mit ihren Niederungen mußten geschützt werden. Bei Kellenhusen mußte sogar ein Purnpwerk errichtet werden, um den Wasserstand im Oldenburger Graben, der vom freien Wasser der Ostsee vollständig abgetrennt worden ist, zu regulieren.

Die Menschen im Küstenbereich ernährten sich von Natur aus als Fischer. Die Lübecker Bucht gab ihnen die Arbeit und die Nahrung, so daß sich an den Küsten schon seit der Mittleren Steinzeit Menschen ansiedelten. Ein Einbaum wurde zum Beispiel im Hemmelsdorfer See gefunden und wird hier auch in einer Glasvitrine ausgestellt. An günstigen Stellen bildeten sich kleine Fischereihäfen aus, unter anderem in Travemünde, Haffkrug, Neustadt und Wismar, Warnemünde oder Rostock.

Im Mittelalter entwickelte sich unter der Führung der Stadt Lübeck die Hanse, ein Handelsbündnis, aus, das für den Ostseeraum ganz besonders bedeutsam wurde. Der Name der Stadt Lübeck gab auch der Lübecker Bucht ihren Namen. Lübeck als 'Königin der Hanse' führte das Bündnis an; auch Rostock und Wismar sind alte Hansestädte in der Lübecker Bucht.

Als im 18. Jahrhundert die Bedeutung des Badens in der See erkannt wurde, entwiekelten sich im Küstenbereich der Lübecker Bucht auch kleine Badeanstalten im Uferbe-

reich. Die Kaltwasserbadeanstalten wurden immer beliebter. Die Badeorte wetteiferten um die Gäste, indem sie die Angebote für die Badenden verbesserten. Die Sommerfrische an der See wurde immer beliebter. Schließlich kam es zu den ersten offiziellen Anerkennungen. Besonders werbewirksam war die offizielle Anerkennung der kleinen Badeorte an der Lübecker Bucht als Seebad. Den Anfang machte Heiligendamm in Mecklenburg, das im Jahre 1793 durch Friedrich Franz I. seine Anerkennung als Ostseebad erhielt. Weitere Anerkennungen als Ostseebad folgten. Die folgende Übersicht macht diese Entwicklung deutlich:

1793 Heiligendamm; 1802 Travemünde; 1812 Haffkrug; 1813 Grömitz; 1827 Neustadt; 1830 Scharbeutz; 1840 Boltenhagen; 1854/55 Niendorf; 1856 Sierksdorf; 1865 Tirnmendorfer Strand; 1869 Müritz; 1881 Dahme; 1890 Kellenhusen und 1906 Pelzerhaken.

Mit der Anerkennung als Ostseebad wurde gleichzeitig durch infrastrukturelle Maßnahmen für den Fremdenverkehr die Attraktivität der Orte in der Lübecker Bucht gesteigert. Die Entwicklung von der Sommerfrische zum Fremdenverkehrsort vollzog sich erst richtig seit der Jahrhundertwende. Von dieser bis zum Jahre 1940 zeigt dieses Buch 'Die Lübecker Bucht in alten Ansichten' den Zustand und hier und da auch die Entwicklung innerhalb weniger Jahrzehnte.

Ganz besonders nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem zunehmenden Wohlstand und der länger gewordenen Freizeit wurde in den Seebädern, die auch zum Teil als Heilbäder anerkannt worden sind, kräftig investiert: Ferienzentren, Segelhäfen, Schwimmhallen, Wellenbäder, Thermalbäder, Wasserlandschaften , Wasserrutschen und Troparien entstanden. Der Besucher und der Bewohner der Ostseebäder an der Lübecker Bucht wird durch den Vergleich der

alten Ansichten mit dem Zustand heute überall Wandel und Weiterentwicklung feststellen können und diese Veränderungen sind nicht nur positiv. Vieles ist bequemer, größer und erlebnisreicher geworden. Aber das Kleine, das ästhetisch Schöne und das Naturnahe sind zunehmend verschwunden. Damit tritt gleichzeitig eine Verarmung ein, die sich in der Seele und der Psyche des Menschen und in seiner Ästhetik bemerkbar macht; und nicht immer wurden diese Fehlentwicklungen und Mangelerscheinungen durch das Moderne ausgeglichen.

Das vorliegende Buch 'Die Lübecker Bucht in alten Ansichten' stellt diesen Küstenraum der westlichen Ostsee als Wanderung vor. Diese Strandwanderung beginnt in Mecklenburg in Rostock, führt nach Westen und Süden in die innere Lübecker Bucht zwischen Travemünde und Sierksdorf und setzt sich nach Nordosten über Neustadt und Grömitz bis zur Insel Fehmarn fort, um hier in Staberhuk zu enden. Möge der Strandwanderer entlang der sehr weit gefaßten Lübecker Bucht mit viel Freude die 'Reise in die Vergangenheit' mit den alten Ansichten durchwandern und immer auch seinen Bliek in die Gegenwart der Ostseebäder werfen, um die Gegenwart aus der Vergangenheit besser zu verstehen!

Literatur

Meyers Reisebücher (1899): Ostseebäder und Städte der Ostseekûste, Leipzig und Wien.

Richters Reiseführer (1914/15): Ostholstein, Berlin, Hamburg, Leipzig.

Wolff, Hans (1924): Die deutsche Ostseekûste, J. Teil von Flensburg bis Stettin, Berlin.

1. Die Lübecker Bucht schiebt sich als Bildung der Gletscher der Weichseleiszeit weit in das Innere des holsteinischen und mecklenburgischen Hügellandes hinein. Die höchste Erhebung befindet sich mit dem Bungsberg (168 m) zwischen Oldenburg und Eutin. Die tiefste Stelle liegt mit 44 munter NN im südlichen Teil des Hemmelsdorfer Sees westlich von Travemünde. Dieses ist auch die tiefste Stelle der Bundesrepublik Deutschland. Den heutigen Küstenverlauf gibt es erst seit zirka 2000 Jahren. Neben Fischereihäfen und kleinen Werften mit Bootsbau entwickelte sich auch die Sommerfrische bzw. der Urlaub am Strand. An der Küste mit seinen weiten Stränden und hohen Steilufem spielt sich aber seit ungefähr 200 Jahren ein sich ausweitendes Badeleben ab. Beginnen wir unsere Küstenwanderung bei Rostock, das mit Warnemünde, Bad Doberan und Wismar etwas außerhalb der Karte in Mecklenburg liegt.

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2. Die alte Ansicht zeigt die Stadt Rostock im Jahre 1935. Im Vordergrund erkennt man links das Kröpeliner Tor und rechts die als Park gestalteten Wallanlagen. Die Straßenbahn kommt von Schröders Platz und führt zum Neuen Platz in das Zentrum. Beiderseits des Kröpeliner Tors erkennt man Teile der alten Stadtmauer, die rechts - durch die Bäume verdeckt - weiter führt. Das Kröpeliner Tor ist ein spätgotischer wehrhafter Torbau aus dem beginnenden 14. Jahrhundert. Das Tor hat einen viereckigen Turm mit vier Giebeln. Der Torvorbau wurde 1847 errichtet. Rechts vom Torturm stehen die Jakobikirche, die Marienkirche und der Turm der verdeckten Petrikirche.

RO$tock I. Meckl. - Marlenkirche

3. Der Bliek gleitet über den Fluß Unter Warnow mit den Hafenanlagen zur Marienkirche der alten Hansestadt Rostock. Die Kirche überragt die Innenstadt als riesiger Backsteinbau, der im 13. Jahrhundert begonnen und im 15. Jahrhundert vollendet wurde. Das Gotteshaus gilt als eines der größten Denkmäler baltischer Gotik. Der Turm erreicht eine Höhe von 86 m, während das Mittelschiff 34,5 m hoch ist. Die Traufenhäuser an der Strandstraße stehen am Schickmannshafen.

4. Ein Zentrum Rostocks ist der Neue Markt. Die Ansicht zeigt die Nord-West-Ecke dieses eindrucksvollen Platzes mit der reichen Ausstattung alter Giebelhäuser mit ihren vielgestaltigen Fassaden. Links erkennt man den klassizistischen Giebel der Rats-Apotheke mit dem horizontalen Fassadenabschluß und der Schalenverzierung. Auf dem Markt herrscht reges Treiben. Menschen, Einzelpersonen, Pferdefuhrwerke und Droschken beleben das Bild. Die Schienen lassen das Vorhandensein einer Straßenbahn erkennen, die in die Blutstraße, einer Hauptverkehrsstraße der Stadt, führen. Im Hintergrund sieht man die Südostansicht der Marienkirche.

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5. Die am 17. November 1919 geschriebene Postkarte zeigt den Neuen Markt in Rostock. Zwischen den Häusern führt der Bliek in die Steinstraße. Im Hintergrund sieht man das Steintor, das im Jahre 1575 neu aufgebaut worden ist. Am Markt steht links an der Steinstraße das berühmte 'Hotel zur Sonne' mit dem bekannten 'Fritz-Reuter-Keller'. Neben dem Renaissancegiebel an der Steinstraße erkennt man einen gotischen Treppengiebel. Auf dem Markt befindet sich der Springbrunnen mit der Beleuchtung an einer zirka 10 m hohen Säule.

Ostseebad )vlürilz - Slrandleben

6. Etwas nördlich von Rostock liegt an der Ostsee das seit 1869 anerkannte Ostseebad Müritz. Die alte Postkarte zeigt das Strandleben dieses Badeortes um 1920. Strandburgen mit Strandkörben beherrschen den feinen Sandstrand. Die Herren tragen zum Baden lange Bade- bzw. Turnhosen und sogar wie die Damen ein Oberteil, z. B. ein Hemd. Die doppelreihigen und mit Flechtwerk versehenen Lahnungen dienen als Küstenschutz. Von Rostock gelangte man nach Müritz mit dem Wagen durch den Forst der Rostocker Heide. Die Spaziergänge auf den Wanderwegen des damals 6200 ha großen Laub- und Mischwaldes gehörte zu den Kurmitteln der Gäste dieses Seebades.

Ostseebad MÜRITZ Altes Bauer-nhaus

FR. Phot.

7. Rund um Rostock lagen einst kleine Weiler und Einzelhöfe, z. B. das abgebildete Bauernhaus im Ostseebad Müritz. Inmitten eines blühenden Lupinenfeldes liegt das Fachwerkhaus mit dem Krüppelwalmdach. Das reetgedeckte Bauernhaus hat einen längeren Flügelanbau, der ebenfalls mit Reet ausgestattet ist. Unter dem Dachüberstand hängen - vor Feuchtigkeit geschützt ein Stangenholz, eine Deichsel, eine Heuharke und eine Leiter.

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8. Warnemünde ist der eigentliche Seehafen von Rostock, da hier auch Seeschiffe landen können. Wenn man sich von der See Warnemünde nähert, fallen einem besonders die beiden den Hafen schützenden Molen - die Ost- und die Westmole - auf. Die Westmole ist über 500 m lang und bietet den Besuchern des Badeortes einen beliebten Wandelgang. 'Mitten in den tosenden Fluten des Wassers stehend, vom reinsten Seewind umsaust, kann man von hier aus den fast in greifbarer Nähe passierenden Schiffsverkehr beobachten' (Wolff, S. 136). Im seeseitigen Panorama Warnemündes erkennt man von links das Warmbad an der Bismarck-Promenade und den 37 m hohen und im Jahre 1898 eingeweihten Leuchtturm.

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