Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 1

Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   W. Gröll
Gemeente
:   Lüneburger Heide, Die
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2017-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Lüneburger Heide hat sich erst in den letzten fünfundsiebzig Jahren zu einer der beliebtesten deutschen Ferienlandschaften entwickelt. Dem ersten Naturschutzpark, der 1910 vom Verein Naturschutzpark e.V. um den Wilseder Berg herum geschaffen wurde, folgten Jahrzehnte später die Naturparke 'Harburger Berge', 'Südheide' , 'Elbufer-Drawehn' und das Naturschutzgebiet 'Fischbeker Heide'. Angesichts der landschaftlichen Reize, welche die Lüneburger Heide als wald- und heidereiches 'Kleingebirge' reichlich bietet, hat man die kulturelle Landschaft eher unterschätzt, Das Land ist übersät von sehenswerten alten Kirchen und Gedenkstätten. Die fünf 'Fräuleinklöster' mit ihrer weit zurückreichenden Geschichte zeigen interessante Architektur und Kunstschätze von hohem Rang. Selbst prachtige Schlösser fehlen nicht. Zahlreiche 'Hünengräber', die längst zur Ikonographie der Heide gehören, geben Zeugnis von der Kultur der Jungsteinzeit. Der Vor- und Frühgeschichte wie dem späteren Brauchtum widmen sich große und kleine Museen. All dem ist es zu verdanken, daß in der Lüneburger Heide nicht nur die Heide sondern auch der Fremdenverkehr blüht,

Noch vor einhundertfünfzig Jahren war dieses Land allgemein als 'Wüste' verschrien. Der Herr der Schöpfung, als er sein Werk betrachtete und die Worte sprach 'Siehe, es ist Alles gut', habe just in diesem Moment den Daumen auf die Lüneburger Heide gesetzt. So wurde gespottet, und diese Einstellung läßt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Nun ist die Lüneburger Heide zwar nie eine Wüste gewesen, aber es gab doch streckenweise weder Baum noch Haus, sondern lediglich 'öde' Heide. Das Land war dünn besiedelt und von Sandwegen durchzogen. Dünen zeigten ihre weißen Flanken, und Moore machten den Anblick ebsnfalls nicht freundlicher,

So mag sich die Lüneburger Heide den Durchreisenden nicht immer von ihrer besten Seite gezeigt haben. Und doch gab es Menschen, denen gerade der Charakter des 'wetten Landrneeres' gefiel, wie einst Lessing die Heide gekennzeichnet hatte. Der Erste, der dafür Worte der Bewunderung fand, war ein Däne: Jens Immanuel Baggesen - jetzt erst in diesem Zusammenhang wiederentdeckt. Von Kopenhagen kommend durchquerte er 1789 die Heide sogar ein Stück zu Fuß. Allerdings nicht ganz freiwillig, denn gleich hinter Lüneburg war die Reisekutsche zusammengebrochen. Immerhin: 'Eine Gegend, wie diese hier ist, ... hat zu vielen Zauber für mich, als daß ich es nicht vorziehen sollte, sie zu Fuß zu durchwandern.'

Noch über einhundert Jahre mußten vergehen, bis die Heide wirklich populär wurde, bis Straßen und Kleinbahnen das Land zugänglich gemacht hatten. Um 1804 gab es überhaupt nur Sandstraßen im Land, und um 1848 gab es im wesentlichen nur vier gepflasterte Chausseen: von Harburg über Soltau nach Celle (heutige B 3), von Harburg über Lüneburg, Uelzen, Gifhom nach Braunschweig (heutige B 4), von Hannover über Walsrode nach Verden und Soltau und von Hannover über Celle nach Uelzen. Sonstige 'Poststraßen' waren mehr oder weniger Sandwege. Die großen Bahnstrecken, wie Harburg-Hannover (1847) und Brernen-Uelzen (1873), waren als Städteverbindungen gedacht und erschlossen nicht das flache Land.

Entscheidend verdichtet wurde das Eisenbahnnetz erst nach der Jahrhundertwende. Ab 1901 dampfte die sogenannte 'Wüstenbahn' von Buchholz nach Soltau. 1902 wurde die Celler Kleinbahn für die Südheide in Betrieb genommen und 1906 die Winsener Kleinbahn nach Egestorf und Hützel,

Schließlich trat 1912 die 'Gebirgsbahn' von Lüneburg nach Soltau ihren Dienst an. Diese Beispiele zur Entwicklung der Infrastruktur machen deutlich, welche Voraussetzungen zu schaffen waren, um Handel und Gewerbe zu beleben und den Fremdenverkehr überhaupt zu ermöglichen. Mit dem eigenen Auto ist es vollends kein Problem mehr, noch den hintersten Winkel des Landes aufzusuchen.

Viel mühsamer hatte es da noch August Freudenthal, als er in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Bremen aus seine 'Heidefahrten' unternahm. Ab 1890 sind seine gesammelten ReiseschiIderungen in Buchform erschienen. Sie stellen noch heute eine einzigartige Quelle für originäre Landschaftsschilderungen und heimatkundliche Fakten dar. Um 1900 entdeckte eine Gruppe von Malern und Schriftstellern in Müden an der Oertze die Schönheit der Heide für sich. In der Wilseder Gegend bildeten 1906 einige Männer um den Heidepastor Wilhelm Bode ein Zentrum, das fiir die Heide warb und pionierhaft für den Landschaftsschutz eintrat. Von da an wurde aus dem 'Aschenputtel', aus der berüchtigsten deutschen Landschaft, eine Prinzessin, deren 'spröde Schönheit erst die feinfühligste moderne Naturempfindung erschloß'. So konnte es Richard Linde, der große Biograph der Lüneburger Heide, in seinem Buch formulieren.

Welche Gebiete eigentlich zur Lüneburger Heide gehören, war je nach dem angewendeten Gesichtspunkt immer ein wenig strittig, Man darf jedoch heute davon ausgehen, daß die großräumige Auslegung überwiegt, wie sie zum Beispiel von den Roiseführern gehandhabt wird. Den überwiegenden Teil der Lüneburger Heide macht der Regierungsbezirk Lüneburg aus, einschließ.lich des Hannoverschen Wendlandes. Im Norden bildet die Elbe eine natürliche Grenze, im Süden verläuft

die Grenzlinie südlich der Aller, etwa auf der Höhe von Wolfsburg-Burgdorf-Schwarmstedt, Im Westen rechnet man traditionell noch Verden an der Aller und Rotenburg an der Wümme zur Heide, die somit auf den Rand des Regierungsbezirks Stade übergreift. Iin Nordwesten schließlich ragt Hamburgisches Staatsgebiet in die Lüneburger Heide. Das Gesamtgebiet umfaßt also Geest- und Marschland mit sehr unterschiedlichen Böden und LandschaftsbiIdern. Es bleibt hinzuzufügen, daß 'Heide' im engeren Sinne, nämlich mit Heidekraut (Calluna) und Wacholdern bewachsenes Gelande, in größeren Partien nur noch im Wilseder Naturschutzpark, im Naturpark Südheidc und auch noch im Naturschutzgebiet Fischbeker Heide zu finden ist. Diese bewußt gepflegten Heideflächen lassen etwas von dem Landschaftseindruck ahnen, der bis an die Jahrhundertwende heran vorherrschte, als die Kultivierung des 'Ödlandes' und die Aufforstung noch nicht .ganze Arbeit geleistet hatten. Ansonsten haben sich nur Spuren erhalten, sei es, daß Heidekraut die Wegränder säumt oder daß Wacholderbüsche in hohem Kiefernwald überdauern.

Um dem Betrachter des Bändchens die Orientierung zu erleichtern, wurden die 'alten Ansichten' nach Stadtbeziehungsweise Landkreisen geordnet. Nachstehenden Personen und Institutionen danke ich für die Ergänzung der Bildauswahl: Museum für das Fürstentum Lüneburg in Lüneburg (31), Hermannsburger Mission in Hermannsburg (36), Erdölmuseum in Wietze (41), Renate Hoffmann, Winsen/Luhe (64).

1. Stelle, Landkreis Harburg. Noch um 1900 wurde auf fast jedem Heidehof geimkert. Die 'Immenkipen' flocht man aus Kiefernwurze1n und Stroh. Lehm und Kuhrnist dienten zum Verstrelehen der Oberfläche, Die Körbe wurden entweder frei auf den Boden gestellt oder in überdachte Holzgestelle (Immenzaun). Im Frühling und Frühsommer wurden die Bienenvölker aus der Heide zur Raps-, Obstund Wiesenb!üte vielfach in das Alte Land, Hildesheimische und Wolfenbütteler Land verfrachtet. Zur Heideblüte im August kamen sie zurück. 1857 zählte man in der Lüneburger Heide einhundertvicrzigtausend Bienenstöcke, Bis 1900 war der Bestand auf sechsundsechzigtausend zurückgegangen. Die letzte Zählung von 1973 ergab nur mehr vierzehntausenddreihundertneunundvierzig Völker. Das Foto stammt vom dem Heidefotografen Louis Voss und wurde bei Stelle aufgenommen.

2. Schieringen, Landkreis Harburg. Zu den meistfotografierten Punkten der Lüneburger Heide gehörten zwei Schaf- beziehungsweise Heidschnuckenställe, die schon in den Jahren kurz nach 1900 halb zerfallen waren. Sie sind hier in einer Aufnahme der berühmten Hamburger Kunstfotografen Theodor und Oscar Hofmeister abgebildet, die in der Postkartenserie 'Land und Leute aus der Heide' erschien. Verschickt wurde diese Karte 1906. Die Schafställe in der freien Heide ('Butenschapstall') gehörten zum typischen Landschaftsbild der Heide. Die Ställe, die jetzt vom Verein Naturschutzpark neu errichtet wurden, sind wahrscheinlich viel solider als ihre Vorgänger, doch fehlt ihnen noch ein wenig die Patina.

3. Klecken, Landkreis Harburg. Das 'Riesenbett" im Klecker Wald unweit Bendestorf ist das bekannteste archäologische Denkmal der Nordheide. Dieses Großsteingrab aus der Jungsteinzeit (um 2500 vor Christo) ist vierzig Meter lang und diente als Familiengrab. Noch 1842 mußten Steine von diesern Grab als Baumaterial für ein Forsthaus herhalten. Auf ähnliche Weise sind unzählige Grabanlagen verschwunden oder zerstört worden. Als der Hegemeister Schneemann 1892 die Anlage restaurierte, fehlten fast alle Decksteine. Die jungen Bäume auf dieser Aufnahme von Louis Voss sind inzwischen zu hohen Stämmen herangewachsen und überschatten die Anlage.

Gastwirtschaft, Bäckerei und Conditorei von Hermann Soltau.

Gru saus Egestorf i.L.

Photogr. und Verlag T. J. F. Henn Höge Geesth.cht a. d. Elbe·

4. Egestorf, Landkreis Harburg. Egestorf gehört zu den bekarmteren alten Heidedörfern. Eine schöne Fachwerkkirche aus dem 17. Jahrhundert mit freistehendem Glockenturm bestirnmt das Ortsbild, Der Heidepastor Wilhelm Bode wirkte hier von 1886 bis 1924. Er war der Initiator für die Gründung des Naturschutzparks. Als erstes Haus am Platze galt die Gastwirtschaft, Bäckerei und Conditorei Hermann Soltau. 1903 mußte das Bauernhaus einem Neubau weichen, in dem die Honoratioren 1906 die Einweihung der Kleinbahn Winsen-Egestorf feiern konnten. 1910 heißt es in einer Anzeige: 'Massenquartier, großer Saal mit Kegelbahn, schattiger Garten. Wagen jederzeit zur Verfügung, Telephon Nr. 2.' Stolz zeichnete der Besitzer noch als 'Bäckermeister, Gast- und Landwirt'. Das 1972 neu errichtete Gasthans ist noch im Familienbesitz.

Der Gedenkstein der Gemeinde Egestorf auf dem Wege zu seinem Bestimmungsort

5. Egestorf, Landkreis Harburg. Auf Veranlassung des Pastors Wilhelm Bode wurde dieser machtige Findling aus einem zwei Kilometer entfernten Wald herangeschafft. Er hatte ein Gewicht von etwa siebenhundert Zentnern und wurde damals für einen heidnischen Opferaltar gehalten. Zwei volle Wochen nahm der Transport in Anspruch. Der Findling fand einen Platz neben der Kirche und wurde zum Kriegerdenkmal für die fünfundfünfzig Gefallenen des Kirchspiels Egestorf, die im Ersten Weltkrieg geblieben waren. Am 2. August 1925 erfolgte die Einweihung. Der Brauch, Findlinge flir Ehrenmäler und Gedenksteine zu verwenden, ist in der Lüneburger Heide weit verbreitet.

Egestorf i. bûneburq.

Windmotor der W~sserieilu"9.

6. Egestorf, Landkreis Harburg. In trockenen Sommern war das Wasser in der Heide knapp. In Egestorf konnte es so weit kommen, daß nur noch ein einziger Ziehbrunnen, die 'Goldquelle' hinter der Kirche, genügend Wasser gab. Töpfermeister Vogt hatte die Idee, eine Pumpe mit einem Windrad anzutreiben und damit die Wasserversorgung zu sichern. Er stieß jedoch bei seinen Dorfgenossen auf Zweifel und Bedenken. Erst als Pastor Bode über seinen Freund, den Landrat Ecker in Winsen/Luhe, einen Zuschuß von der Regierung locker machte, >. ar auch das Eis zur Gründung der 'Wasserversorgungsgenossenschaft' gebrochen. Die Aufnahme zeigt den 'Windmotor' der Egestorfer Wasserversorgung im Jahre 1910. Die prompt funktionierenden Wasserhähne in den Häusern überzeugten rasch die letzten Skeptiker.

Lüneburger Heide.

Kirche in Unde:o~

7. Undeloh, Landkreis Harburg. Der Ort liegt am Rande des 'Naturschutzparks Lüneburger Heide', der für Autos weitgehend gesperrt ist. Zu Fuß oder mit Pferdewagen, die hier reichlich stationiert sind, kann man die Heide durchqueren. Die Aufnahme zeigt die Magdalenenkapelle, die in ihrem Kern auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Der angebaute Fachwerktrakt stammt aus späterer Zeit, Er wurde 1641 errichtet. Wie bei vielen Heidekirchen steht der Glockenturm als Holzbau neben dem Kirchenschiff. Er datiert vom 15. Jahrhundert und trägt zwei Glocken von 1490 und 1508. Im Innern der Kirche befindet sich ein im romanischen Stil restauriertes Kruzifix von 1420.

Gesamlansicht von j{ansledl

8. Hanstedt, Landkreis Harburg. Der an einern Flüßchen, der Aue, gelegene Ort hieß früher Honstede, was soviel wie hohe Stätte an der Aue bedeutet. Es verblüfft, daß die wenigen Gebäude auf dieser Postkarte als 'Gesamtansicht' bezeichnet werden. Ganz sicher hat man dabei untertrieben. Ein Bliek auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen mag beispielhaft für das Wachstum auch anderer Heidedörfer sein. Um 1800 zählte der Topograph Manecke nur dreizehn 'pflichtige Hausstellen sowie Kirche, Pfarr-, Pfarrwittwen- und Küsterhaus', 1885 wurden in Hanstedt vierhundert Seelen gezählt. 1930 waren es siebenhundertfünfzig und 1934 schon eintausend Einwohner. Die neugotische Kirche entstand 1882 neben der alten Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, die leider abgebrochen wurde.

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