Die Mark Brandenburg in alten Ansichten

Die Mark Brandenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Brandenburg, Die Mark
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4576-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mark Brandenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Entdeckung der märkischen Landschaft liegt erstaunlicherweise erst gut zwei Menschenalter zurück. Fontane, der klassische Wanderer durch die Mark Brandenburg, war für seine Zeit eine durchaus noch exzeptionelle Erscheinung, Gerade die Entdeckerfreude eines Pioniers ließ ihn immer wieder in diese Landschaft, die damals noch als des 'Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse' verketzert war, aufbrechen. Du wirst Klosterruinen begegnen, so zog er damals das Fazit seiner abenteuerlichen Exkursionen in jungfräuliches Land, von deren Existenz höchstens die nächste Stadt eine leise Kenntnis hatte; Du wirst inmitten alter Dorfkichen, deren zerbröckelter Schindelturm nur auf Elend deu te te, große Wandbilder oder in den treppenlosen Griiften reiche Kupfersärge mit Kruzifix und vergoldeten Wappenschildern [inden; Du wirst Schlachtfelder iiberschreiten, Wenden-Kirchhöfe, Heiden-Gräber, von denen die Menschen nichts mehr wissen.

Theodor Fontane holte recht eigentlich nach, was selbst die Romantik, die den Bliek für den spezifischen Reiz auch nordischer Landschaften schärfte, unterlassen hatte. Für die Mark jedenfalls mit ihren

oft so elegischen Himmel, unter dem die Musen und Grazien etwas kümmerlich dahindämmerten, besaßen die Romantiker augenscheinlich kein Organ. Die Mark Brandenburg. so wollte es scheinen, sollte vorerst noch ihre scheuen Geheimnisse bewahren, und Willibald Alexis, wie Fontane auch ein deutscher Schriftsteller französischer Herkunft, war dann der ersten einer, die sich in der Nachfolge Walter Scotts ihre epischen Vorwürfe aus der brandenburgischen Geschichte besorgten. Schließlich folgten dann auch die Maler den literarischen Pionieren in diese Terra incognita und entdeckten die Magie der noch in ihrer Urweltruhe verharrenden Wälder- und Seenlandschaft mit ihrer verhaltenen Melancholie.

Erst um die Jahrhundertwende erwachte dann, mit dem jähen Aufstieg Berlins zur Metropole des Bismarckreiches und zur Vielmillionenstadt, auch die märkische Landschaft aus ihrem Jahrhundertschlaf. Sie wurde als Erholungsgebiet einer luft- und lichthungrigen Großstadtbevölkerung touristisch und gastronomisch erschlossen. Die Jugendbewegung, die nicht von ungefähr in Berlin ihre entscheidenden Impulse ernpfing, eroberte sich auf den Spuren des

großen Fontane zu Fuß dieses von Not und Kämpfen gezeichnete Land. Diese zu neuen Ufern aufbrechende Jugend entzog sich spontan der Enge seelenrnordender Asphaltwüsten und profitierte dann auch von der regenerierenden Kraft des immer noch rustikalen Berliner Umlandes. Gleichwohl hat sich diese Landschaft die Verzauberung des Abseitigen bis heute bewahren können. Immer noch wittern touristische Gourmands ebenso die noch unerweckte Schönheit der Mark wie ihren imponierenden Zug ins Große und Heroische. Selbst dem nach Berlin einfliegenden Luftpassagier, dem die Absurdität unseres deutschen Schicksals den ungehinderten Zutritt in diese deutsche Kernprovinz verwehrt, bietet sich ausgiebig Gelegenheit, aus der Vogelperspektive die sich unter ihm in einem harmonischen Zusammenklang von Feldern, Wäldern und Seen ausbreitende märkische Landschaft gebührend zu bewundern.

Dieses Ansichtskartenalbum aus der J ahrhundertwende wird für viele eine erste Berührung mit der alten Mark Brandenburg darstellen, eine flüchtige Bekanntschaft mit all jenen Städten und Kietzen, an die sich kaum verblaßte Erinnerungen der älteren Genera-

tion knüpfen. Es besitzt daher gerade für die Jüngeren einen eminent informativen Wert. Ihrer Vorstellungswelt scheinen angesichts ihres arg reduzierten Geschichts- und Traditionsbewußtseins die östlichen Provinzen des alten Reiches immer mehr zu entrücken. Eine Beschäftigung mit diesem Bildmaterial dürfte für sie daher ungleich mehr als ein unverbindliches Schwelgen in nostalgischem Wohlbehagen bedeuten; sie sollte darüber hinaus die Funktion einer nachgeholten historischen Lektion besitzen.

Über all diesen positiven Nebenwirkungen aber sollte man auch den diskreten Charme dieser frühen Ansichtskarten, zu denen die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg und der Privatsammler Günter Jechow einige besonders ansehenswerte Stücke beigesteuert haben, nicht vergessen. Die hier vorliegende Auswahl hat sich auf die Mittelmark beschränkt und Potsdam, für das in dieser Reihe bereits ein separater Band vorliegt, ausgeklammert. Vielleicht ermuntert sie viele Betrachter zu gewiß aufschlußreichen Vergleichen zwischen der hier dokumentierten Großväterzeit und unserer entzauberten Gegenwart.

a. d. No~dbahr..

1. Das Angerdorf Stolpe an der nördlichen Grenze Westberlins gehört mit zu den ersten deutschen Gründungen nach dem Erwerb des Barnirn durch die Askanier im Jahre 1230. Das Rittergut wechselte oft den Besitzer, bis es im Jahre 1937 von der Stadt Berlin übernommen wurde. Das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert ist ebenso erhalten wie die alte Dorfkirche, ein mittelalterlicher Bau mit einem Turm aus dem Jahre 1822. Der hier abgebildete Gasthof 'Zur krummen Linde' war ein beliebtes Ausflugsziel.

2. Birkenwerder, zwischen Berlin und Oranienburg gelegen, ist ebenfalls eine mittelalterliche Siedlung, Allerdings erlangte der Ort erst einen merklichen Aufschwung, als er im Jahre 1925 an den S-Bahnverkehr angeschlossen wurde. Damals entwickelte sich Birkenwerder zu einem reizvollen Großstadtvorort mit vielen Landhäusern und beliebten Gaststätten. Die Einwohnerzahl stieg in wenigen Jahren auf siebentausend Seelen an.

3. Die Stadt Bötzow, die sich in der Nähe einer askanischen Wasserburg entwiekelt hatte, wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Mit ihrem Wiederaufbau wurde auch ein neues Schloß errichtet, der bevorzugte Wohnsitz der Gemahlin des Großen Kurfürsten, der Oranierin Luise Henriette, die sich sehr um den Ort verdient machte und nach der er 1665 in Oranienburg umbenannt wurde. Heute ist Oranienburg ein Industrieort mit einundzwanzigtausend Einwohnern.

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Oranienburç

Schloß, vom Wasser gesehe'1

4. Das 1651 von der Kurfürstin Luise Henriette errichtete Schloß wurde um 1690 von den Barockbaumeistern J.A. Nering und Eosander von Göthe umgebaut und erweitert. Von 1742 bis 1758 bewohnte Prinz August Wilhelm, ein Bruder Friedrichs des Großen, dieses Schloß und ließ die Schloßanlagen erneuern. Nach seinem Tode verfiel der Bau und diente zeitweilig als Fabrik und von 1861 bis 1925 als Lehrerseminar. Heute ist das Gebäude nach Restaurierung der Kriegsschäden eine Kaserne der 'Volksarmee'.

5. In der Nähe des Straßendorfes Schönwalde mit seinem zum Teil noch erhaltenen Kolonistendörfern aus der friderizianischen Zeit liegt Schloß Darnmsmühle, das nach dem Led erfabrikanten Peter Friedrich Damm benannt wurde, der seinen immensen Reichtum Armeelieferungen verdankte. Im Jahre 1894 wurde das Anwesen von der begüterten Berliner Familie Wollank erworben, die den Besitz hochherrschaftlich ausbaute. Eine besondere Artraktion stellte der auf dem Wasser schwimmende Tanzpavillon in Gestalt einer indischen Moschee dar.

Schloss Dammsmühle

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6. An der Fernverkehrsstraße von Berlin nach Prenzlau gelegen und früher von Berlin-Wilhelmsruh aus mit der inzwischen demontierten 'Heidekrautbahn' leicht zu erreichen, war Wandlitz der Mittelpunkt eines beliebten Ausflugsgebiets. Der Wandlitzsee bietet einen schönen Badestrand und Möglichkeiten für jede Art von Wassersport. Der drei Kilometer östlich gelegene Liepnitzsee, der von hohen Buchenbeständen urngeben ist, stellt die besondere Attraktion des Bernauer Stadtforstes dar.

7. Liebenwalde ist ein altes Landstädtchen am Großschiffahrtsweg nach Stettin. Die mittelalterliche Burg des idyllisch gelegenen Orts verfiel seit der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die alte Stadtkirche brannte 1832 ab und wurde von 1833 bis 1835 unter der Mitwirkung Schinkels durch eine neue Kirche ersetzt.

Bernau

Panorama mit Königstor

8. Bernau, das bereits um 1230 gegründet wurde, verfügt noch über Teile seiner mittelalterlichen Stadtmauer mit dem zweiunddreißig Meter hohen Steintor, dem ehemaligen Königstor, in dem sich ein Hussitenmuseum mit vielen originellen Bürgerwaffen befindet. Dicht neben dem Steintor erhebt sich der runde Hungerturm mit dem charakteristischen Storchennest. Das markanteste Datum in der Stadtgeschichte Bernaus ist das Jahr 1432, als seine Bürger die sie belagernden Hussiten zum Abzug zwangen. Dieses glorreiche Ereignis wurde noch lange auf einer Freilichtbühne vor der Stadt in den sogenannten Hussitenspielen gefeiert.

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