Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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Einleitung

Diepholz, die frühere Grafenstadt an der Hunte zwischen Osnabrück und Bremen, hatte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nicht mehr als 3- bis 4000 Einwohner. Dennoch gelang es den örtlichen Verantwortlichen, alle Verwaltungsreformen zu überstehen: den Ersatz des Amtssitzes durch den der Kreisverwaltung 1885 und die Zusammenlegung der Kreise 1932 (und 1977). Bis 192 9 führte der Ort lediglich die Bezeichnung 'Fk-ckcn". durfte sich dann aber als Stadt bezeichnen.

Vorteilhaft war die Lage an der Fernstraße vom Ruhrgebiet nach Bremen, an der heutigen Bundesstraße 51. Dieser Verbindung folgte 1873 die Bahnstrecke vom Rheinland über Münster / Westfalen nach Hamburg. Folgen wurden spürbar für den Transport von Gänsen zu Mastanstalten in Berlin-Rummelsburg, in Winsen / Luhe und in Neustadt am Rübenberge sowie von Vieh zu den Schlachthöfen in Köln und in Essen. Ganze Gänseherden durchwatschelten die Bahnhofstraße zur Verladerampe.

Die Mittelschule und die Präparandenanstalt bzw. seit 1923 die Aufbauschule machten Diepholz auch schulisch zum zentralen Ort. Trotzdem spielte im Stadtteil Willen berg weiterhin die Landwirtschaft eine herausragende Rolle, währendAlt-Diepholz kleinbürgerlich geprägt blieb und in gewisser Weise auch weiterhin seinem Ruf als Ackerbürgerstadt gerecht wurde. Reprä-

sentative Gebäude wie das Rathaus, das Geschäftshaus Lehnkering und die beiden Villen der Familie Schwarze aus der späten Kaiserzeit blieben Ausnahmen wie der Bahnhof und das Gaswerk.

Einen zunächst bescheidenen Aufschwung erlebte Diepholz in den späten zwanziger [ahren (Erweiterung der Aufbauschule unter dem Namen 'GrafFriedrichSchule'. Neubau des Kreiskrankenhauses, Siedlungshäuser der Baugenossenschaft) und durch die Entwicklung einer Garnison mit Fliegerhorst seit 1936. Die Kriegsfolgen (Evakuierte aus dem Rheinland, Flüchtlinge aus Ostdeutschland, Vertriebene aus Schlesien 1946) veränderten das Bevölkerungsprofil ebenso deutlich wie der Aufbau der Bundeswehr seit 1956.

Auch das Ortsbild veränderte sich seit den dreißiger [ahren und vor allem seit Ende der fünfziger [ahre erheblich, wie an den in diesem Buch wiedergegebenen alten Aufnahmen für heutige Betrachterinnen und Betrachter deutlich wird.

Fotografiert wurde in Diepholz seit den siebziger [ahren des 19. Jahrhunderts. Die Ateliers von Riemann, Duensing, Schröder und Petersen, die Schreibwarenhandlungen (Wilhelm Berneburg, Ferdinand Schöttler, später auch Wilhelm Warnecke, Otto

Schröder) und die Druckerei Hermann Stubbe produzierten zahlreiche Personenfatas und erste Ansichtskarten. Auch Berufsfotografen aus Bremen und Verden versuchten noch vor 1900 den Markt zu erobern.

1901 wurde in Rühes Hotel erstmals ein Kinematograph aufgestellt, 191 1 die erste Luftaufnahme von einem Ballon aus probiert, 1913 das erste Lichtspielhaus (von Conrad Bruns am Pohl) eröffnet. 1926 schließlich führte eine Magdeburger Firma zweimal in Diepholz und einmal in Barnstorf den ersten Diepholz-Film auf, mit Szenen der Fabrik Finke, der Kreissparkasse, des Hotels Gerke, der Brennerei Blome in Sankt Hülfe, der Umgebung des Schlosses und anderen Sehenswürdigkeiten. Noch in den sechziger [ahren wurden Schwarzweiß-Ansichtskarten imAuftrag des Kaufmanns Johannes Böhm gedruckt, doch zugleich mit dem Farbfernsehen und der Massenproduktion von Colorfilmen für den privaten Verbraucher setzten sich farbige Karten durch.

1 Am 25.Juli 1897 erhielt der Gymnasiast Gustav Meyer in Bardowick diesen Gruß aus Diepholz. Das Schloß, die Lohnebrücke vom Postdamm zur Langen Straße, der Blick vom Schloßturm auf die Stadt und das Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße waren mit Naturmotiven dekoriert und sind dadurch ein Dokument des Jugendstils. Auf der Totalansicht fallen auf die evangelische Kirche, das Königsehe Fachwerkhaus rechts davor und die neue Volksschule rechts. Sie ist falsch dargestellt: weiß anstatt in rotem Backstein. Sie war erst im Oktober 1895 fertiggestellt worden. In feierlichem Zug hatten die Schulkinder ihre neuen Mitschülerinnen und -schüler von der Schule auf dem Willen berg abgeholt.

2 Ein Luftbild: Diepholz von Süden in den zwanziger [ahren. Links vorn der Willenberg, rechts vorn das helle Band der Lohne mit dem damaligen Naturschwimmbad am linken Ufer. Hinter dem breiten Baumbestand um das Schloß und die Münte erstreckt sich die Stadt, von der sich nach rechts im Nordosten die alleeähnliche Straße Auf dem Esch hinzieht. Die Bäume hatte im 19. [ahrhundert der Baurat Roese pflanzen lassen und damit einen beliebten Spazierweg nach Sankt Hülfe geschaffen. Zwischen der Tischlerei Schierbaum und der Bahnhofstraße sind Am Burggraben und Schloßstraße noch völlig unbebaut.

3 Das Schloß um 1900. Damals war die im 1 1. [ahrhundert geschaffene Insel noch verhältnismäßig kahl. Bäume standen nur im Nordteil. Die freie Sicht entsprach dem ursprünglichen Blick, der von militärischen Notwendigkeiten diktiert war. Während des Zweiten Weltkriegs bemühten sich die Diepholzer darum, die Insel für die Bevölkerung zu öffnen. Dazu hätte das Reichsfinanzministerium als Grundstückseigentümer seine Zustimmung geben müssen. Doch die Berliner Stellen wurden unwillig, sich mit dem kleinen Park im abgelegenen Diepholz beschäftigen zu sollen. In einer friedlicheren Zeit wurde die Idee wieder aufgegriffen, aber da gab es Bedenken wegen der Haftungspflicht.

4 Das Schloß hat eine bewegte Baugeschichte. Historischer und auffallender Kern ist derTurm, dessen teilweise efeubewachsene Findlingsmauern 3,5 m dick sind und schon im 1 1. [ahrhundert aufgeschichtet worden sein mögen. Fachwerkaufsatz und Helm sind um 1660 neu aufgesetzt worden. Die Wetterfahne erinnert an die Herrschaft des ersten englischen Königs aus dem Haus Hannover, Georgs 1., der sich in seiner Kindheit mehrfach in Diepholz aufgehalten hat. DieserTurm ist der einzige nichtkirchliche zwischen Osnabrück und Bremen (und noch über die beiden Städte hinaus), der so gut erhalten geblieben ist.

5 Von diesem Foto ist der Aufnahmetermin bekannt. Am 17. September 1929 nahm Fotograf Petersen die 'fliegende Zigarre' vom Schloßturm aus auf. Der Zeppelin überquerte Diepholz zwischen 1 3.1 0 Uhr und

1 3.20 Uhr. Da das Luftschiff werbewirksam angekündigt worden war, blickten die meisten Diepholzerinnen und Diepholzer staunend zum Himmel. Petersen hatte sich eigens den Zutritt zum Turm verschafft, was damals nur mit guten Beziehungen zum Amtsrichter möglich war. Der Aufstieg hatte sich gelohnt, denn viele Diepholzer kauften das Foto, das dieses besondere Ereignis der 'goldenen Zwanziger' festgehalten hatte.

6 So sah das evangelische Jugendheim am Postdamm um 1930 aus, als die Umgebung noch nicht bebaut war und das Freibadgelände gegenüber' öd und leer' war. Geplant hatte es Baurat Busse vom Staatshochbauamt, und am 29. Juli 1914 war es eingeweiht worden. Großzügige Spenden von Privatleuten hatten den Bau ermöglicht. An die Fertigstellung erinnert noch eine Steintafel an der Straßenfront. Im November 1914 wurde für längere Zeit ein Lazarett eingerichtet. In friedlichen Zeiten wurden dort Konfirmanden unterrichtet, und christliche Gruppen trafen sich. Heute ist dort die Sozialstation untergebracht.

7 Als letzte öffentliche Einrichtung in Diepholz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde im Mai 1939 das Freibad fertiggestellt. Prunkstück war der

1 0 Meter hohe Sprungturm. Wer da oben stand, wurde von den weniger Mutigen bewundert. Bei großemAndrang sperrte Schwimmeister Hunte die Höhen 5 mund 10m. Es blieben noch die 3m- und die 1-m-Bretter. Außer dem großen Becken mit 50-m-Bahnen gab es ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche und einen Fahnenmast. Das Umkleide- und Kassengebäude wurde von einem Türmchen gekrönt. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen auch Olympiateilnehmer teil.

8 Ausdemjahre 1908 datiert diese Karte. Sie zeigt die Gastwirtschaft Behrens (heute Trakehnerhof) , die Lohne und das Schloßensemble, angesichts der kahlen Bäume wohl im Vorfrühling aufgenommen. Standort war das Lohneufer nicht weit vom heutigen Bootssteg des Heimatvereins. Das Eckhaus Schierbaum wurde erst wenige [ahre später gebaut. Da es sich um das Wohnhaus eines Tischlers handelte, wurde später auch ein Bootsschuppen errichtet und ein Landungssteg, der zeitweise regen Zuspruch fand. Ein Versuch in den siebziger [ahren, das Faltbootfahren auf der Lohne zu reaktivieren, scheiterte. Allerdings haben viele Anlieger lohneaufwärts eigene Boote und Bootsstege.

ohnepartie . mit Schlose

~iephoh:

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