Diez in alten Ansichten

Diez in alten Ansichten

Auteur
:   Fred Storto
Gemeente
:   Diez
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3446-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Diez in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Mit dem vorliegenden Bildband 'Diez in alten Ansichten' wollen wir eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Die alten Fotos und Ansichtspostkarten erwecken dabei sicherlich viele Erinnerungen und geben gleichzeitig Kunde vom Zeitgeschehen früherer Jahre. Sehr anschaulich zeigen die Aufnahmen, wie aus Altem Neues erwächst und der Fortschritt das Bild unserer Stadt veränderte. Nicht immer zum Guten möchte man meinen. Dankbar begrüssen wir heute die Initiativen, den noch vorhandenen alten Baubestand durch Sanierungen zu erhalten und, wie viele Beispiele zeigen, lohnt sich der Aufwand. Harmonisch finden wir heute Modernes und Altes nebeneinander.

In diesem Bildband beschränkten wir uns darauf, möglichst nur das zu zeigen, was heute nicht mehr vorhanden ist. Dabei müssen wir dankbar der Diezer Fotografen gedenken, die uns eine Fülle von Bildmaterial und Ansichtspostkarten aus den letzten hundert Jahren hinterließen. Vater und Sohn Bender sind besonders hervorzuheben. Der Vater, Carl Bender, arbeitete hier in den achtziger Jahren. Sein Sohn Karl, der 'Hofphotograph' , wirkte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Ihm verdanken wir den größten Teil der gezeigten Bilder. Von den Fotografenmeistern Kar! Zimmermann, Heinrich Vack und Toni Zorn stammen die übrigen Aufnahmen.

Zu danken hat der Verfasser seiner Frau Dor!e Storto

und Herrn Buchhändler Ernst Meckel für freundliche Unterstützung.

Zur Geschichte der Stadt Diez:

In einer Urkunde Kaiser Karls des Großen wird Diez erstmals im Jahre 790 genannt. Hier heißt es Theodissa, später Dytze, Didesse, dann Dietze, Dietz, Diez. Obwohl die Diezer Grafen schon um das Jahr 1000 aufgetreten sind und der erste Graf Embricho oder Embreko (Emmerich) gewesen sein soll, dessen dem Namen nach unbekannten Bruder die Erbauung der Diezer Burg - dem Wahrzeichen der Stadt - zugeschrieben wird, läßt sich erst Graf Heinrich von Diez (l10l-lll7) in einer Urkunde Kaiser HeinrichsiV. vom 3. August l l O! als frühester Vertreter des Grafengeschlechts nachweisen. Die Diezer Grafen Heinrich 11. und Heinrich lIl. begleiteten Kaiser Friedrich 1. Barbarossa 1188 auf seinem letzten Kreuzzug. Immer mächtiger wurden die Grafen von Diez und ihren großen Besitz nannte man die 'Güldene Grafschaft'. Graf Gerhard IV. (1253-1306) und seine Gemahlin Elisabeth von Sayn ließen im Jahr 1289 am Fuße ihrer Burg die St.-Marienkirche - die heutige Stiftskirche - erbauen und gleichzeitig ein Kanonikatenund Vikarienstift entstehen. Kaiser Ludwig IV. der Bayer verlieh am 24. November 1329 zu Parma seinem treuen Grafen Gottfried für den Ort Diez die

Stadrechte nach Frankfurter Art und Freiheit. Diez wurde mit einer Stadtmauer und fünf Toren umgeben. Im Jahre 1388 fielen Stadt und Grafschaft Diez im Wege der Erbfolge dem Hause Nassau-Dillenburg zu. Erst 1564 beendete der 'Diezer Vertrag' die langjährigen Gemeinherrschaften der Grafschaft. Im gleichen Jahr führte Graf Joharm VI. der Ältere die Reformation durch. Sein Sohn Ernst Casimir (1573-1632) wurde 1606 Stifter der Linie NassauDiez, die - mit Oranien vereint - zur Starrunlinie des niederländischen Königshauses wurde. Graf Ernst Casimir, Gemahl der Gräfin Sophie Hedwig von Braunschweig-Lüneburg und Neffen des berühmten Wilhelmus von Nassauen, fiel für die Freiheit der Niederlande 1632 bei Roermond.

Als Statthalter residierten die Grafen und Fürsten von Diez in den Niederlanden und überließen die Verwaltung des Fürstentums Diez ihren Gemahlinnen. Graf Wil helm Friedrich von Nassau-Diez, 1656 in den Reichsfürstenstand erhoben, wurde Gemahl von Prinzessin Albertine Agnes von Oranien (1634-1696), der Enkelin Wilhelms von Oranien (1533-1584). Sie ließ von 1672 bis 1684 auf den Grundmauern des zerstörten Benediktinerinnenklosters Dirstein bei Diez Schloß Oranienstein erbauen, das nach 1697 von ihrer Schwiegertochter und Nichte, der FürstinRegentin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, zum Barockschloß umgebaut wurde. Unter Fürstin Alber-

tine Agnes begann bereits 1680 der Bau der sogenannten Neustadt, der von Fürstin Amalie fortgesetzt und nach 1700 abgeschlossen wurde.

Ihr Urenkel, Fürst Wilhelm V. von Nassau-DiezOranien, schenkte der Stadt ein Waisenhaus und 1796 den Hainwald. Seine Gemahlin Friederike Wilhelmine Sophie von Preußen (1751-1820), die Lieblingsnichte Friedrichs des Großen, errichtete 1805 in der Schulstraße eine Industrieschule. Ihr Sohn Wilhelm VI. (1772-1843) wurde 1815 als Wilhelm I. zum König der Niederlande proklamiert.

Diez hatte sich im 18. Jahrhundert bedeutend vergrößert und zu einer blühenden Handelsstadt entwiekelt, Lahnschiffe brachten Waren aus den Niederlanden und der Diezer Getreidemarkt war berühmt. Nach Errichtung des Herzogtums Nassau zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Diez Garnisonstad t und ist es bis heute geblieben. Nach Übergang des Herzogtums an das Königreich Preußen erfolgte 1867 die Einrichtung der Kadettenanstalt im Schloß Oranienstein, die bis 1918 bestand. Gleichzeitig wurde Diez Kreisstadt des neugebildeten Unterlahnkreises. Im Zuge der Verwaltungsreform entstand 1970 aus den ehemaligen Kreisen Unterlahn und St. Goarshausen der jetzige Rhein-Lahn-Kreis mit Sitz der Kreisverwaltung in Bad Ems. Durch Zusammenschluß mehrerer Landgemeinden wurde gleichzeitig die Verbandsgemeinde Diez gebildet.

1. Das vom Alten Markt zur Lahn führende (Knechte-) Gäßchen wurde durch ein gewölbtes Tor abgeschlossen, das in die ehemalige Stadtmauer eingelassen war. Im Lahngäßchen war auch jene Steintafel angebracht mit der geheimnisvollen Inschrift: 'E.C.G.Z.N.C. V. U. D.H.Z.B. S.H.G.H.Z.B.U.L.G.U .... Nov 16 ... ' Da jeder Buchstabe ein Wort bedeutete, so lautete die Inschrift: 'Ernst Casimir Graf zu Nassau, Catzenelnbogen, Vianden und Dietz, Herr zu Beilstein, Sophie Hedwig, geborene Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Gräfin und ... November 1617'. Diese längst verschwundene Steintafel erinnerte an den ersten Besuch Ernst Casimirs mit seiner jungen Gemahlin Sophie Hedwig in Diez.

König!. Kadetlenhaus Oranienslein.

-~--

:;:--: ~

.. -=----::i~ -~ -

2. Schloß Oranienstein, 1672 bis 1684 erbaut von Fürstin Albertine von Nassau-Diez-Oranien (1634-1696), der Enkelin Wilhelmus von Nassauen, wurde nach dem preußisch-östcrreichischen Krieg 1867 als preußische Kadettenanstalt - Vorkorps Oranienstein - eingerichtet. Bis 1918 wurden hier 10jährige Knaben als Kadetten eingeschult. Auf dem Bild aus dem Jahre 1880 sehen wir Kadetten und Erzieher vor dem Oraniensteiner Schloß. Die beiden rechts und links sichtbaren Seitenflügel, erbaut 1867 im 'gehobenen Kasernenstil', dienten als Kadettenunterkunft. Beide wurden 1932 niedergelegt.

3. Um 1890 blickte die Kamera durch das geöffnete, von K1etterrosen umrankte Eingangstor auf Schloß Oranienstein. Vorgarten und der Ehrenhof waren noch voll bewachsen. Auf den beiden Torpfeilern sorgten stilvolle Gaslaternen für die Beleuchtung. Der schmiedeeiserne Aufsatz trägt noch das oW' (= Kaiser Wilhelm I.) mit der Kaiserkrone.

4. Das in Diez garnisonierte Il. Bataillon des 2. Nassauischen Infanterieregiments Nr. 88 wurde Ende März 1897 verlegt. Die letzte Wache vor der alten Kaserne (heute Sehlosserei Tritsch) wurde am 31. März 1897 gestellt. Der wachhabende Offizier und siebzehn Soldaten in den damaligen bunten Uniformen präsentierten am Kasernentor dern Fotografen.

5. Am 1. April 1897 zog das I. Bataillon des neuaufgestellten 9. Rheinischen Infanterieregiments NI. 160 in die Garnison Diez ein. Unser Bild, von der Canalstraße aufgenommen, zeigt die Fahnenübergabe. In ihren bunten Friedensuniformen sind die Kompanien auf dem Platz vor der alten Kaserne zu der Fahnenübergabe angetreten. Über der noch unveränderten, schmalen Aarbrücke im Vordergrund erleben Diezer Bürger das Zeremoniell. Rechts von der Brücke beginnen die spater den Parkplätzen zum Opfer gefallenen hübschen Ziergärten zwischen Schulstraße und Aarkanal. An den Häusern der Rosenstraße (im Hintergrund) beginnt heute die Auffahrt zur neuen Lahnbrücke.

6. Fürstin Albertine Agnes veranlaßte 1674 die Errichtung der ersten Apotheke in Diez. Johann Caspar Bellon, der erste Apotheker, richtete seine Offizin in diesem Haus in der Altstadtstraße unterhalb des Schloßfelsens ein. Seine Nachkommen blieben im Besitz der Apotheke bis 1749. Dann ging diese an den Apotheker Johann Christian Wuth über und befindet sich seit dieser langen Zeit ununterbrochen im Besitze der Familie Wuth. Als 1860 die Geschäftsräume nicht mehr ausreichten, wurde ein neues Apothekengebäude, die Wuth'sche 'Amtsapotheke', in der Wilhelmstraße erbaut. In dem Haus in der Altstadtstraße betrieb eine Familie Roßbach mehr als dreißig Jahre eine Schafwollspinnerei. 1905 mußte es einem Neubau weichen. Beim Abbruch entdeckte man unter den fränkischen Erkern herrliche Holzschnitzereien, die restauriert wurden und heute in der Toreinfahrt der Amtsapotheke in der Wilhelmstraße angebracht sind.

7. Nach dem Abbruch des alten Apothekerhauses wurde der Bliek frei auf den massiven Porphyrfelsen, aus dem das Diezer Schloß förmlich herauswächst. Die Lücke wurde 1905 mit einem Neubau, dem Kaufhaus Stein, ausgefüllt. Heute befindet sich darin eine Gaststätte.

8. Der ehemaligen alten Apotheke gegenüber steht das Stammhaus der Familie Martenstein, aus der zwei Diezer Bürgermeister hervorgingen: Johann Georg (1761) und Daniel Martenstein (1777-1779). Die wuchtige Barocktreppe mit ihrem prächtigen schmiedeeisernen Geländer wurde bereits 1900 abgebrochen und in das Haus verlegt. Die Kinder im Vordergrund unterbrachen für die Fotoaufnahme ihr Spiel: Karrenfahren und Stelzenlaufen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek