Dingolfing in alten Ansichten Band 1

Dingolfing in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Fritz Markmiller
Gemeente
:   Dingolfing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3443-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dingolfing in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

DingoIfing ist an der Isar gelegen, inmitten des niederbayerischen Hügellandes. Von dieser Lage her hat es seine ureigenste Ausprägung erhalten: sie beruht auf der Anlage als Doppelstadt. Um die Pfarrkirche St. Johannes liegt der älteste Bereich, vor mehr als zwölfhundert Jahren bereits Gutshof der agilolfingischen Herzöge. Über den Platz eines frühen Marktgeschehens - den heute noch so genarmten 'Speisernarkt' - stand er mit einer durch den Verkehr zum Isarübergang ausgebildeten Siedlung in Verbindung. Im Jahr 1251 führte dann der bayerische Herzog Otto 11. aus dem Haus Wittelsbach eine eigene Stadtgründung in Dingolfing durch und zwar auf dem zur Isar hin vorspringenden Bergsporn: die heutige 'Obere Stadt'. Beide Wohnstätten und ihre Befestigungen wurden bald darauf verbunden, nachdem 1265 .die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen waren.

Seit Ende des 13. Jahrhunderts entstanden auch jenseits der Isar Siedlungsstellen, die sogenannten 'Schwaigen', die als hauptsächlich viehwirtschaftlich genutzte Betriebe in wenigen Beispielen noch bis in unsere Zeit hinein erhalten blieben. Die geschlossene Siedlungsweise innerhalb des alten Berings der Stadtmauern mit den Vorstädten 'Fischerei' und 'Gries' ist in den alten Schwaigen jedoch seit einigen J ahrzehnten von breit gestreuter moderner Wohnbe-

bauung abgelöst. Die bäuerliche Struktur wurde von Industrieansiedlungen fast vollständig überlagert. Trotzdem fügt sich das von einer mittelständischen Kleinstadt zum führenden Industriezentrum Bayerns mit der modernsten Automobilfabrik Europas gewandelte Dingolfing immer noch ein in die umgebende Landschaft und in die gewachsene Tradition. Die Altstadt lag einst in den wehrhaften Klammern ihrer Mauer, die in geringen Abständen mit mächtigen Türmen besetzt war. Tore öffneten sich dem Ein- und Ausreisenden. Hinter dem schützenden, aber auch beschränkenden Mauergürtel scharten sich die Baulichkeiten der Bürger um Zeichen ihres ausgeprägten Selbstbewußtseins: so überragt etwa die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Johannes mit ihrem hohen Langhaus alle Firste der Unterstadt. Der steil aufstrebende Turm weist schon in der Ferne dem Heimkehrenden die Richtung, Dingolfings große Zeit ersten Wachstums waren die Jahrhunderte von etwa 1300 bis 1600. Im Zeitalter der späten Gotik und der Renaissance blühten Handel und Wandel; der Gewerbefleiß ihrer Bürger verschaffte der Stadt einen gewissen Reichtum. Dieser wiederum brachte hohe kulturelle und soziale Leistungen hervor.

Die Aufwärtsentwicklung des Gemeinwesens wurde jedoch durch die großen Kriege der europäischen Mächte seit dem 17. Jahrhundert empfindlich gestört.

Der Dreißigjährige, der Spanische und der Österreichische Erbfolgekrieg venusachten schweren materiellen Schaden und dezimierten durch Seuchen die Bevölkerung. Am 16. Mai 1743 sank Dingolfing zum größten Teil in Schutt und Asche, als es von österreichischen Truppen beschossen, geplündert und angesteckt worden war. Ein Wiederaufstieg gelangte kaum zur Wirkung als mit den drückenden Lasten, Quartierkosten und Abgaben während der Napoleonischen Kriege der verarmten Bürgerschaft neue Schwierigkeiten entgegentraten. Die Säkularisation des 1640 hier gegründeten Franziskanerklosters sowie die Auflösung des Verwaltung und Justiz über Stadt und Umland ausübenden Pfleggerichts 1802/03 brachten weitere wirtschaftliche Beeinträchtigung. Mißernten und Teuerungsjahre taten ein übriges, um den Tiefststand in Dingolfings langer Geschichte herbeizuführen.

Eine allgemeine Wende im Wirtschaftsleben jener Zeit eröffnete aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts neue Hoffnungen für die Zukunft. Die Verbesserung der Verkehrsbeziehungen durch die Errichtung von Eisenbalmen - Dingolfing wurde 1880 angeschlossen und durch den Bau neuer Straßen trug wesentlich dazu bei, daß sich jetzt Ansätze jenes Gewerbezweigs bilden konnten, der seitdem die gesamte Existenz der Stadt beherrscht: die Industrie. Hand in Hand damit

ging und geht noch heute die Verbesserung der verwaltungstechnischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse am Ort. Neu- und Umbauten, ferner der Abbruch hinderlicher Bausubstanz - dem jedoch leider unersetzliche historische Werte zum Opfer fielen - begarmen ein anderes Bild der Stadt zu zeichnen.

Da unsere heutige Zeit ihre Entwicklungsschritte in rasender Eile vollzieht, ändert sich das Bild in eben solchem Maß. Bei der Zusammenstellung dieses Büchleins wurde auf Quellen zurückgegriffen, die bisher noch kaum genutzt, uns aber die Gegebenheiten etwa der Jahrzehnte von 1880 bis 1930 deutlich nahebringen können. Es handelt sich dabei um alte Postkarten und Fotografien. Anhand dieser bereits historischen Dokumente wollen wir nun einen Rundgang durch die Stadt Dingolfing unternehmen, wie er sich dem Besucher jener Zeit geboten haben mag. Den Älteren unter uns vermag er wohl das eine oder andere Gebäude, das Bild einer Straße oder eines Platzes wieder in die Erinnerung zurück zu rufen. Den meisten unserer Mitbürger wird er jedoch weitgehend unbekannte Ansichten ihres Heimatorts aus vergangenen Tagen vermitteln. Kurze textliche Erläuterungen sollen zum Verständnis und zur Einordnung des Gezeigten beitragen.

1. Mit diesem um das Jahr 1930 entstandenen Lichtbild aus der Vogelperspektive wollen wir den Rundgang beginnen. Beherrscht von der Stadtpfarrkirche St. Johannes zeigt sich hier der Siedlungskern und das in seiner Mitte liegende Straßenkreuz der Altstadt. Das Gelände entlang der Isar ist noch fast unbebaut. Im Norden nur sind einzelne bäuerliche Anwesen in den Schwaigdörfern zu erkennen.

2. Kommt der Besucher von Norden her in unsere Stadt, so kann er heute auf dem Weg über die Isar zwischen zwei Brücken wählen. Bis vor ein paar Jahren gab es davon jedoch nur eine. Unser Bild bringt die alte Holzbrücke etwa um das Jahr 1910. Hinter der Stadtpfarrkirche ist auf der Höhe die St. Leonhards-Kirche von Oberdingolfing zu sehen. Rechts erhebt sich eines der Wahrzeichen unserer Stadt, der 'Storchenturm'.

3. Schon um 1300 wird erstmals in Dingolfing eine Brücke über die Isar erwähnt. Zweifellos bestand aber schon viel früher hier ein brückenartiger Flußübergang. Die jeweils nur als Holzkonstruktion ausgeführte Isarbrücke wurde im Jahr 1923 durch ein Bauwerk aus Beton ersetzt, das diese Aufnahme festgehalten hat. 1945 hat man es vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen gesprengt und 1955/56 als Spannbetonbrücke wieder errichtet.

Dingolfing

4. Noch älter als eine Brücke über die Isar dürften hier der Fischfang und die Flößerei sein. Während der vergangenen Jahrhunderte wurde Dingolfing von regelmäßigen Personen- und Lastflößen angelaufen, die vom Ursprung der Isar über München zur Donau und von dort nach Österreich und Ungarn fuhren. Das vorliegende Lichtbild zeigt den ehemaligen Ländplatz, dahinter die Altstadt, um das Jahr 1910.

DI GOLFI G a. d ISAR

5. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Transport von Waren auf dem Wasser völlig zum Erliegen, nachdem der Personenverkehr vor allem durch den Bau der Eisenbahnstrecke und die fortschreitende Motorisierung schon früher jede Bedeutung verloren hatte. Das Gelände an der Isar diente jetzt nur mehr zu Lagerzwecken für die Arbeiten an den Ufern und an der Brücke. Um 1930 bot sich die vorhin abgebildete Stelle aber noch in ähnlicher Form dar.

Dingolflng

B.nnnofstraße.

6. Von der Isarbrücke führt die Straße in die Dingolfinger Vorstadt 'Fischerei'. Ehemals, hier auf einem Bild aus der Zeit um 1910, war diese Verkehrsverbindung alleeartig bepflanzt. Dies geht auf die erste Hälf'te des 19. Jahrhunderts zurück, als man allenthalben eine Verschönerung des Ortsbildes durch natürlichen Bewuchs anstrebte. Die heutige Zeit denkt da leider viel nüchterner zum Schaden einer menschengerechten Umwelt.

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7. Um 1900 ist diese Fotografie entstanden, sie zeigt Dingolfing von Südwesten her. Im Vordergrund liegt die 'Krautau', ein Gelände, das früher gärtnerische und landwirtschaftliche Nutzung erfuhr, aber auch von der jährlichen Isarüberschwemmung heirngesucht wurde. Jetzt ist es nach der Isarregulierung und der Anlage eines großen Stausees seit Mitte der fünfziger Jahre für den Wohnungsbau erschlossen und dicht besiedelt.

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Dingolfing

8. Von Südosten, vom 'Buchberg' aus, hatte der Besucher Dingolfings um 1900 dieses Bild vor Augen. Über dem vom 'Asenbach' geformten Taleinschnitt erhebt sich die 'Obere Stadt'. Ihre bedeutenden Bauwerke werden wir auf unserem Rundgang noch näher kennenlernen. Die im Vordergrund sichtbaren und meist landwirtschaftlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind inzwischen fast alle durch Um- und Neubauten ersetzt.

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