Dingolfing in alten Ansichten Band 2

Dingolfing in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Fritz Markmiller
Gemeente
:   Dingolfing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6128-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dingolfing in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Im Buch 'Dingolfing in alten Ansichten' von 1976 (2.Auflage 1986) wurde einleitend ein Überblick über die wechselvolle Geschichte der Stadt gegeben. Gegründet Mitte des 13. Iahrhunderts auf dem Hochplateau ('Obere Stadt'), geschah dies zunächst in militärischer Konfrontation zwischen dem bayerisehen Herzog und dem Bischof von Regensburg, welch Ietzterem die frührnittelalterliche Altsiedlung um die Pfarrkirche gehörte. Im Vertrag von 1265 verzichtete er indes auf alle Ansprûehe. Unter der Förderung der Herzöge und Kurfürsten aus dem Haus Wittelsbach wuchs die Stadt. Dem Gewerbefleiß ihrer Bûrger verdankte sie im 14. und 15. Jahrhundert eine ständige Aufwärtsentwicklung und hohe Blüte.

Die europäischen Kriege seit dem 17. Jahrhundert beeinträchtigten jedoch stark das Bevölkerungswachstum und die wirtschaftlichen Verhältnisse. Während des Österreichisehen Erbfolgekriegs sank die Stadt nach eintägiger Belagerung und Beschießung am 17. Mai 1743 zu zwei Drittel in Schutt und Asche. Weitere Schädigungen folgten. Nur zögernd ging es vorerst im 19. Iahrhundert wieder aufwärts. Die Neuordnung von [ustiz und Verwaltung, öffentliche Investitionen und bürgerliches Handwerk legten jedoch den Grundstein für die seitherige, fast durchwegs steigende Entwicklung.

Die Bürger Dingolfings konnten wieder stolz auf ihr Gemeinwesen sein. 'Viele jüngere Namen haben an Größe und Bedentung das Isarstädtchen überflügelt; manche Orte aber, die mit DingolfIng schon vor einern jahrtausende genannt wurden oder erst später sich erhoben, existieren heute nur mehr in der Geschichte. Unsere Stadt hat sich trotz Ungemach und Leiden, wenn auch langsam, so doch stetig emporgearbeitet und verdient in der Reihe der vaterländischen Landstädte einen ehrenden Platz.' So urteilte ein Stadtchronist 1887.

Einen Markstein bildete 1880 die Eröffnung der Eisenbahnlinie durch die hiesige Station. Sie wurde Ansatz für die erste Industrieansiedlung ab 1908 und den späteren Ausbau der 'Neustadt' im Bereich der hier gelegenen bäuerlichen Schwaigdörfer.

In diese Iahre der Prosperität fiel auch die erste Ausgabe eines offiziellen Stadtführers. Der geschäftsleitende Beamte der Verwaltung, Stadtsekretär Friedrich Nuber, ließ 1908 in der hiesigen S. Hils'schen Druckerei das im Oktavformat broschierte Büchlein erscheinen: 'Dingolfmg. Kurze geschichtl. Beschreibung der Stadt Dingolfing und Führer durch Dingolfing und die Umgebung.' Dem hierin vorgeschlagenen Rundgang schließen wir uns im folgenden an und ergänzen nach Bedarf entsprechend den seither bis in die Gegenwart eingetretenen Verhältnissen.

Zeitgenössisches Bildmaterial über Fotografien und Ansichtskarten illustriert dabei den Wanderweg. Schon Nuber hatte seinem Führer mehrere Abbildungen beigegeben, die hier zum Teil übernommen sind. Weitere kommen aus öffentlichem (Stadtarchiv) und Privatbesitz. Als besonders ergiebig erweist sich hier die Sammlung von Herrn Hermann Kühnert-Hilz, dem für die Überlassung von Vorlagen bestens gedankt sei.

Die lokale Geschichtsforschung konnte seit Friedrich Nuber viele weitere Züge im historischen Bild der Stadt entdecken und - besonders während der vergangenen gut zwanzig [ahre durch den Verfasser - in Veröffentlichungen zugänglich machen. Es erscheint aber als besonders reizvoll, sich von diesem ersten 'Stadtführer' an die Hand nehmen und das Dingolfing seiner Zeit zeigen zu lassen. Machen wir uns also unter solch belehrend-unterhaltender Anleitung auf den Weg!

1 Wenn der Fremde am Bahnhofe in Dingo]fing aussteigt und sich nach Dingolfing begibt, so führt ihn der Weg durch das Schwaigdorf Höll, in welchem seit alter Zeit die Kirche St. Anton steht. Diese Kirche, früher auch Leprosen- oder Siechenkirche genannt, scheint zu einer Zeit gebaut worden zu sein, wo der Aussatz die Isolierung vieler Menschen notwendig machte, wo es noch keine SanitätspoIizei gab.

Sie erhebt sich an einer Kreuzung der Straße hinaus ins Isarmoos mit dem Verbindungsweg zu den anderen drei Schwaigdörfern Gaben, Geratsberg und Sossau.

2 Zu diesen Zweeke wurde am Achrain ein Siechenhaus erbeut (an seiner Stelle steht heute die Reitinger'sche Gastwirtschaft), dem sich dann wohl auch die Kirche St. Anton anschloß. Der Fürbitte des Abtes Antonius verdankten Sieche ihre Gesundung und so wurde St. Anton der Patron der Kirche. Urkundlich kommt die Kirche erstmals 1432 vor.

Das Siechenhaus ist bereits 1421 erwähnt. Wegen Baufälligkeit 1806 an Privat versreigert, war es zwischenzeitlich Gastwirtschaft. An seinem Platz steht seit 1954 ein von der Fa. Glas errichteter Neubau (Bahnhofstraße 55).

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3 Die Kirche wurde im Laufe der Zeit wiederholt renoviert und 1895 vergrößert. Das Innere der im gotischen Stile erbauten Kirche hatte ehedem wohl auch eine gotische Ausstattung, erhielt dann auch eine Rokcko-Einrichtung, die 1895 wieder einer dem Baustile angepaßten, gotischen Ausstattung weichen mußte. Die beiden Chorstühle stammen aus dem 1803 versteigerten Franziskanerkloster dohier.lm Presbyterium ist noch das alte Hochaltarbild, den hl.Antonius darstellend, angebracht. Die übrige Einrichtung ist neu (1895).

Die genannte Holzplastik befindet sich [etzt im pfarrhof (Kirchenneubau St. Iosef 1954-1957).

4 Die Schritte zur Stadt fortsetzend

erblickt der Besucher ein prächtiges Bild, die Gesamtansicht von Dingolfing. Stolz thront auf dem Rücken des hinter der Stadt sich erhebenden Hügels die Filialkirche St. Leonhurd in Oberdingolfing.An den Hängen dehnen sich schattige Wälder aus. Die Stadt selbst, teils am Fuße, teils auf einem isolierten vorgeschobenen Bergkegel erbaut, macht einen malerischen Eindruck.

Diese Aussage kann heute noch Geltung beanspruchen, wenn auch das Ufergelände inzwischen stark verändert worden ist.

5 Die obere Stadt zeigt noch die Re-

ste der alten Stadtbefestigung und hat durch den an der äußersten Ecke erbeuten Amtsgerichtsturm (Storchenturm) einen hübschen Abschluß. Die untere Stadt wird überragt durch den mächtigen 81 Meter hohen Kirchturm.tèn der oberen zur unteren Stadt zieht von dem Storchenturme aus die alte Festungsmauer, in der Mitte des Hügels durch einen Verteidigungsturm unterbrochen,

Die verbliebenen Teile der historischen Befestigungsanlage, nun unter Denkmalschutz, charakterisieren nach wie vor das Bild der Oberen Stadt.

Gruss aus bingolfing !

6 Den Weg fortsetzend gelangen wir iiber die hölzerne IsarbTÜcke zur Stadt. Der erste Stadtteil, den wir betreten. heißt Fischerei. Hier heusten die Fischer und Flößer als die Isar und deren Altwässer noch bis zur Stadt hemnreichte und noch relehen Ertrag an F ischen lieferte. Durch die Isarkorrektion in ein enges, immer tiefer werdendes Bett getrieben, verläßt die Isar nur selten mehr ihre Ufer, die Altwasser werden eingefüllt und kultiviert und der Fischreichtum schwindet immer mehr zusammen.

Die Holzbrücke war 1923 durch ein Bauwerk aus Beton ersetzt worden. 1 945 gesprengt, erstand sie 1954 neu. Die Anlage eines Stausees

(1 955) bannte die Hochwassergefahr.

7 Am Eingange zur Stadt fließt der Mühlbach vorüber, der die Kraft für 2 Mühlen liefert, die an die Stelle der früheren Schiffmühlen getreten sind. In der Mitte dieses Stadtteils ist ein freier Platz, über welchen fortschreitend wir eine enge Passage treffen, die wieder durch ein kleines freies Plätzchen unterbrochen wird.

Diese Platzabfolge ist heute wegen Erweiterung der Ausfallstraße kaum mehr kermtlich, welche auf die empfindliche städtebauliche Situation keine Rücksicht genommen hat.

8 Dieser kleine Platz war der Vorplatz vor dem Isartor. Dieses Wachtor, urkundlich erstmals 1541 erwdhnt, war zurVerteidigung des Einganges von der lsarseite in die Stadt bestimmt, Das Tor, das im Jahre 1805 eingestürzt war, warde im selben Jahre durch den Bewohnern desselben, Wächter Schiegl, wieder erbaut.

Die Stadt erwarb es 1847 zurûck und ließ es 1870 zwecks Verbesserung der Passage ersatzlos abbrechen.

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