Dirmstein in alten Ansichten

Dirmstein in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Raudasch
Gemeente
:   Dirmstein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2726-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dirmstein in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Kreis Bad Dûrkheim am Eckbach liegt ein Dorf, das sehr, jeder kennt es schon seit Jahren als Perl der Unterhaardt. Früher gabs hier Fürsten und Grafen und die Bischàfe vom Rhein hatten eine Residenz und ließen sichs gemiitlicb sein. Etwa vor zweihundert Jahren hielt man damals Märkte ab, da war Dirmstein eine Stadt, in den Mauern, die dies umgaben. ..

Diese Geschichtsschreibung, auf ganz eigenwilligem Reim, gibt nur sehr karg die turbulente Geschichte Dirmsteins wieder, jenes malerischen Dorfes im sonnigen Eckbachtal. Dirmstein war, so schreibt ein Chronist im Jahr 990, eine schöne, befestigte Stadt mit Türmen und Toren und hatte dadurch so manchem Ansturm von Raubrittern und dergleichen Gesindel widerstehen können. So hatte er vielleicht den wichtigsten Lebensfaktor dieses Ortes, den bodenständigen Landadel genannt. Und in der Tat: Wir können die Geschichte Dirmsteins anpacken wo wir wollen, stets werden wir - bis auf den heutigen Tag - auf uns bekannte, wohlklingende Namen stoßen. Nehmen wir hierzu noch die Herren des Ortes, die Kurfürsten von der Pfalz und die Fürstbischöfe von Worms, dann haben wir die drei Träger der Geschichte und Kultur dieses einzigartigen Ortes.

Die vielen Türme verhalfen der Stadt zu ihrem ursprünglichen Namen 'Thurmstein'. Die Landesgrenze zwischen der Kurpfalz und dem Gebiet des Fürstbischofs von Worms gingen bis zum Jahre 1705 mitten durch den Ort. Oberthurmstein gehörte zur Kurpfalz deren Burg 'Affenstein' im heutigen Ortsteil Affenstein lag. Mittel- und Unterthurmstein zum Bistum Worms mit dem bischöflichen Schloß, einer Wasserburg mit mächtigen Mauern, Türmen und einem schützendem Burgweiher.

Die Bischöfe von Worms wohnten gerne hier in dem nahe bei Worms gelegenen Dirmstein. Von Kaiser Menzei hatten sie das Recht erhalten, in den ihnen eigentümlich gehörenden Dörfern, wozu auch das benachbarte Laumersheirn gehörte, Schöffen und Richter zu bestimmen, ein eigenes Halsrechtund einen Stock und Galgen zu haben.

Wo soviel Adel und Geistlichkeit wohnte, hatten die aufständigen Bauern natürlich etwas zu tun.

Einen Hauptmann hatten sie in Dirrnstein, einen sehr kornischen Vogel. Der hieß Asmuß von der Hauben und war selbst ein Edelmann. Aber nur dem Namen nach. Was er angerichtet hatte, berichtet ein Zeitgenosse: Es war ein Edelmann zu Dirmstein wohnhaft, Asmus von der Hauben, der hing ein leicht Gesindel an sich viel dem Pfarrherrn daselbst ins Haus, nahm ihm das Seinige, zog danach ohne anbetracht seiner Ehren und Verwandtniß, auch wie seine Voreltern bei der Pfalz herkommen, mit einem Hiiuflein gehn Frankenthal an das Kloster, nahm dasselbe ein, ließ es plündern, berauben, niederreißen und verwüsten, hatte sich vorgenommen, weiter dermaßen zuhandeln.

Aber das reichte immer noch nicht. Den seltenen Edelmann hatte das Jagdfieber gepackt:

Mittwoch nach Trinitatis, als sie zu Dirmstein ankamen, sind die vor des Pfalzgrafenschloß dasselbst, drin seiner Gnaden Vogt zu Zell samt etlichen mehr Personen zu Besatzung hineinbeordert waren, gelaufen, forderten das selbe zur Ubergabe, Da die drinnen sich weigerten und als fromme, getreue Untertanen zu halten gedachten sind ste mit Gewalt hineingebrochen, des Bischofs von Worms Haus, das auswendig des Flecken gelegen, angestoßen und ausgebrannt, auch etliche Personen darin gefangen.

Überall den Kriegen Fährnissen wurden aber die Dirrnsteiner so wenig sauer wie ihr vorzüglicher Wein. Das beweist sich an den festlichen Tagen ihrer Weinkerwe, wenn das Dorf zu einer einzigen 'guten Stube' wird, wenn die vergnügte Zeeher üppig in den Winzerhöfen tafeln und die Herbstsonne träg auf dem Dach der alten St.-Laurentius-Kirche liegt (2. Sonntag im September).

Eine immer größer werdende Rebanbauflache von bisher 250 Hektar, bei einer Gemarkungsfläche von I 467 Hektar, zeigt die Beliebtheit des Dirrnsteiner Tropfens.

Daß Dirmstein nicht nur seines Weines wegen, sondern einst auch seiner Tonwaren berühmt war, wissen nur noch wenige. Bis ins 20. Jahrhundert hinein blühte das Töpferhandwerk. Wie es nach Dirrnstein karn, hört sich an wie eine Keller'sche Novelle: An Lichtmeß 1694 war nachts etn Fuhrwerk angelangt, dessen Insassen die Bewohner von Dirmstein in Aufregung brachten. Es war

ein zweirädriger Karren mit einer Plane überdeckt, eine Zigeunerfamilie, Mann, Frau und fiinf Kinder. Unter den Zugereisten tat sich besonders der Bader Risser hervor. Der Fremde wurde vor den kurfürstlichen Amtmann gefiihrt, Es stellte sicb heraus, daß er aus Peterwarden stammte und Äsebius Stich hieß. Er erhielt die Erlaubnis zu bleiben, erwarb von dem Maurermeister Hieronymus ein Haus am Oberthor und bezahlte mit ungarischen Duplonen. Eines Tages sah man an seiner Haustür eine gemalte Schrift: 'Asebius Stich, ehrbarer Topfermetster'. Er grub hinter seinem Haus auf einem Stück Acker seinen Letten und richtete Werkstatt und Brennofen ein. Bald konnte man seine Erzeugnisse bewundern. Er stellte Schüsseln, Platten, Töpfe und Teller her, die kunstvoll bemalt und mit Sprüchen geschmückt waren. Das Geschäft hatte Erfolg. Die erwachsenen Söhne führten das Geschaft weiter. Seine Tochter, die Blitzdora, heiratete einen Töpfergesellen namens Ruckdeschel (Raudasch). Die Dirmsteiner Tonwaren wurden bald bekannt und fanden riesigen Absatz und es entstand in der Töpferzunft ein annehmbarer Wohlstand.

Der Hauch einer reichen geschichtlichen Vergangenheit, die aus den denkwürdigen Bauten des alten Weinortes spricht, erhöht den Reiz in dieser Umgebung zu leben. Aus diesem Grund habe ich, durch die gute Idee meines Vaters fasziniert, dieses Buch zusammengestellt. Allen Freunden und Bekannten, die mir das Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben gilt mein Dankeschön. Nur durch sie war es möglich die Auflage zusammenzustellen.

Durch meinen Beitrag möge sich so manche Familie an die sogenannte 'gute alte Zeit' erinnern und den Enkelkindern die Erzählungen der Großeltern bildlich näherbringen.

LITERATURNACHWEIS:

Dirmstein tm Wandel der Zeit, Eduard Lommel, Pfarrer Klehr. Schoppeglas tm Schwartemage, Hans Georg Paßler.

1. Links: Im Jahr 1922 wurde das Gauturnfest in Dirmstein ausgetragen. Da in dieser Zeit sehr wenige gesellschaftliche Veranstaltungen stattfanden, wurden die Wenigen gebührend, um nicht zu sagen ausgelassen gefeiert. Bei diesem Fest kam man in feucht fröhlicher Runde auf die Idee, am nächsten Tag mit den Holzschubkarren ein Wettrennen ums ganze Dorf zu machen. Mehrere junge Männer erklärten sich bereit. An einen Sieger kann man sich nicht erinnern, aber an so manchen Teilnehmer, der am nächsten Tag den Arzt aufsuchen mußte oder an den beteiligten Bäcker der am Montag nicht vor dem Backofen stehen konnte.

Auf dem Bild sind zu erkennen, von links nach rechts: Neuschäfer Philipp, zwei Turner, der alte Mayer, Nuhfer Johannes, Ingermann Heinrich, Wohninsland, Appelshäuser, Mayer, Diehl, Schulz J ohann, Deimling Paul, Deimling J ohann und Ingermann Georg.

Rechts oben: Das Bild zeigt die Musterriege für das Gauturnfest im Jahr 1922. Auf dem Gelände gegenüber Maurer & Schreiber in der Bahnhofstraße wurde das Fest abgehalten.

Von links nach rechts sind auf dem Bild zu erkennen: Matheis Joseph, Stadtfeld Johannes, Bachmann Jakob und Matheis Ludwig.

In der Mitte: Bauer Wilhelm, Wendel Eduard, Hoffmann Jakob und Schlösser Karl. Unten: Becker Albert und Frischknecht Jakob.

Rechts unten: Auch im Jahr 1922 durfte der Bierausschank beim Gauturnfest nicht fehlen. In zünftigen Steinkrügen wurde das Bier ausgeschenkt.

Auf dem Bild sehen wir: Maurer Philipp, Altmüller Hans, Rausch David, Knab Phillip, Galster Peter und Hanauer Hans.

2. Ziegelhütte.

Dieses Bild entstand 1925 und zeigt die Ziegelhütte am alten Festungsgraben oder Neubrückgraben. Sie ist der letzte übriggebliebene Rest der Ansiedlung unserer Töpfergilde aus dem 17. Jahrhundert. Die Ziegelhütte lieferte die gebrannte Lehmsteine für den Bau von Häusern in Dirmstein und den Nachbarorten. Das Material stammte aus den noch sichtbaren Lehmgruben rechts und links an der Straße nach Obersü1zen.

Durch den Ankauf des Schlosses von Joseph Cam uzi 1802, gingen die Häffnerhäuser und das Gelände in den Besitz über. Die Häuser wurden abgerissen und der Schloßpark mit einer Mauer umgeben. übrig geblieben sind die abgetragene Ziegelhütte und kleine Nebengebäude. Sie sind heute im Besitz der Familie Wolfert.

3. Küfer Sommerauer Steigner.

Wie jede Weinbaugemeinde, so hatte Dirmstein auch die dazugehörigen Berufsstände. Betrachtet man das Bild, so sehen wir das vollendete Werk des Küfermeisters August Sommerauer. Nach getaner Arbeit kann man gut ein Gläschen Wein trinken und die Arbeit rnit guten Wünschen versehen.

Wir sehen den Küfergesellen Emil Steigner mit Gehilfen Phillip Knab und die Kinder Hilde und Teo Sommerauer.

4. Links: Barocker Bildstock.

Auf dem Weg zum Mandelpfad stand früher dieser Bildstock am Wegesrand. Heute finden wir ihn, schon fast in Vergessenheit geraten, unter uralten Bäumen im dichten Gestrüpp im Park des Köth-Wanscheidt'schen Schlosses, den barocken Bildstock. In flacher Muschelnische befindet sich ein Relief der Madonna, von sieben Schwertern durchdrungen.

Vor einigen Jahren konnte man die Inschrift noch lesen. Sie lautete: 'Zu Ehren der sieben Schmerzen von Elisabeth Within aufgerichtet, Anno 1708, den 4. Juli.'

Der 2,70 Meter hohe Bildstock wurde von Fred Weimann, Kaiserslautern, fotografiert.

Rechts: Michelstor.

Das Bild zeigt das Wahrzeichen Dirmsteins, im Jahr 1931 aufgenommen. Freiherr von Sturmfeder hatte Streit mit der weltlichen Obrigkeit, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat. Das Schloß erbaute er schief zur Marktstraße, um eine andere Einfahr zu haben. Das Tor hat er im Halbrund nach innen erbaut. Darauf ließ er den Namenspatron St. Michael und darunter den Luzifer, in den Zügen des damaligen Schultheiß, errichten.

An der Seite der Eingangspforte steht ein origineller Vers:

Komm guter Freund von unserer Sorten, nur pseudo bleib von dieser Pforten. Doch steht jedem der Eingang offen, von dem man was Gutes kann erhoffen, obwohl der Neid sehr widerspricht, hat man micb dennoch aufgericht.

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