Drensteinfurt in alten Ansichten

Drensteinfurt in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Drensteinfurt
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2878-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Drensteinfurt in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Drensteinfurt, das ist eine Kleinstadt im südlichen Kleinrnünsterland , eingebettet in die westfälische Parklandschaft mit vielen saftigen Wiesen und fruchtbaren Feldern, immer wieder unterbrochen von kleineren Wäldchen und langen Wallhecken, hinter denen sich in der fast tischebenen Landschaft noch so mancher alter von mächtigen Eichen umstandener Vierständerhof oder so manches romantische Wasserschlößchen verbirgt. In dieser auch heute noch in ihrer Art reizvollen Gegend hat sich langsam aus einer seit dem 9. Jahrhundert (erste urkundliche Erwähnung: 85 1) bestehenden von Einzelhöfen geprägteri Bauerschaft an der Furt der Werse die Stadt entwickelt, die auch heute noch von den Einwohnern liebevoll mit der niederdeutschen Bezeichnung 'Stewwert' genannt wird. Grundlage für die Entwicklung Drensteinfurts war dabei zum einen der Oberhof Steinfurt (heute Haus Steinfurt) mit seinen Unterhöfen, die die Bedeutung der Landwirtschaft im Dreingau wiederspiegeln, zum andern die günstige Lage an dem Werseübergang, der der Siedlung den Namen gab, Diese zwei Faktoren sorgten für eine rasche Entwicklung der Bauerschaft (Freiheit) über eine dörfliche Ansiedlung bis hin zur mit Mauer und Graben befestigten Stadt (Wigbold). Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren die Landwirtschaft und der Handel, der auch heute noch im Bau der großartigen 'Alten Post' zum Ausdruck kommt,

die Grundlage der Entwicklung Drensteinfurts. Dem vorwiegend auf das agrarische Umland ausgerichteten Handwerk (Schmied, Sattler, Holzschuhmacher, Wagenbauer, Müller) kam dabei allerd ings auch einige Bedeutung zu, Eine Zäsur ergab sich mit der aufkommenden Industrialisierung. Der Bau der Eisenbahnlinie Münster-Hamm und der Abbau von Strontianit im Untertagebau gingen an Drensteinfurt nicht spurlos vorüber. Trotz aller neuzeitlicher Einflüsse konnte Drensteinfurt jedoch bis ins 20. Jahrhundert den Charakter einer Ackerbürgerstadt weitgehend bewahren. Erst die immer schneller und weiter fortschreitende Technisierung und Mechanisierung führten auch in der Wersestadt zu erheblichen Veränderungen. Das alte Handwerk der Hausweberei sowie die nebenberufliche landwirtschaftliche Tätigkeit zur Deckung des eigenen Bedarfs ging immer weiter zurück. Starke Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, die Stadtsanierung und die Erweiterung der Altstadt durch Neubaugebiete taten ein übriges hinzu, so daß aus dem 'alten Stewwert' ein modernes Drensteinfurt wurde, das den Ansprüchen und Forderungen der Gegenwart entsprach. Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich in Drensteinfurt soviel verändert, daß es sicherlich nicht uninteressant ist, einmal einen Bliek in die jüngere Vergangenheit zu werfen.

Mit Hilfe dieses Buches ist beabsichtigt, das unauf-

haltsame Rad der Geschichte um einige Jahre zurückzudrehen. Die meisten der hier zusammengetragenen Bilder stammen aus dem Zeitraum 1880-1930. Darüber hinaus war es aber auch unumgänglich, einige Bilder älteren und jüngeren Datums mit einzubeziehen. Es ist nicht beabsichtigt, einen vollständigen Überblick in Wort und Bild über das 'alte Stewwert' zu vermitteln. Vielmehr ist dieses Buch als optischer Einblick in jene Zeit aufzufassen. Mit dem Medium Fotografie ist es möglich, den angesprochenen Zeitraum wieder ins Leben zu rufen. Die Zeit unserer Eltern und Großeltern, die vielleicht wehmütig zurückdenken, das Stewwert, wie es heute nur noch wenige aus eigenem Erleben kennen, wird wieder wach. Es war die Zeit, als die Fotografie noch in ihren Kinderschuhen steckte, ein vorbeiziehender Wanderfotograf mit seinem großen Kasten noch ein Ereignis in Stewwert war. Das Bild der Wersestadt war noch von den vielen Fachwerkhäusern geprägt, kleine idyllische Gassen und Wege gab es fast überall im Stadtkern, die Einwohner waren noch Ackerbürger und hatten eine eigene Kuh und ein paar Schweine im Stall; der Polizist Gerdes sorgte für Ruhe und Ordnung, der Nachtwächter und Gemeindediener ging mit seiner Glocke durch die Straßen und verkündete lauthals die Bekanntmachungen, auf so manchem Bauernhof kam neben Knabbeln und 'Pannkauken'

auch Prueks auf den Tisch, das Bier kostete in der Wirtschaft nur zwanzig Pfennig und der Münsterländer Korn gar nur einen "I'acken", Die ersten Autos holperten in Drensteinfurt unüberhörbar über das Pflaster und an der Wersebrücke trafen sich die Frauen mit ihrer Wäsche zum allwöchentlichen Waschtag.

Dieses Buch versucht, in den angegebenen Zeitabschnitt zu führen und bietet die Möglichkeit, einen kurzen, aber nicht uninteressanten Teil jüngster Drensteinfurter Geschichte durch erläuterte Fotos kennenzulernen, die Stimrnung, Atmosphäre einer Zeit zu schnuppern, als die Welt, vor allem die kleinstädtische Drensteinfurts, noch 'in Ordnung war'.

Fotonachweis:

Bennemann 4, Bockholt 1, Brüning 5, Dortmann 1, Eggenstein 2, Feldhoff 1, Fels 4, Gaßmöller 1, Hagenhues 1, Harbaum 1, Heinrichs 1, Höfte 1, Holtmann 3, Horstkott 2, Inkmann 1, Kampmann 1, Klaverkamp 1, Lackhoff 1, Landesamt für Denkmalpflege 2, v. Landsberg 5, Meyer 2, Neuer 1, Osthues 2, Rentsch-Buschkötter 2, Renvert 1, Ringhoff 1, Schütteldreier 3, Steek 1, Storck 8, Töns 1, Weidenbach 3, Wernsmann 3, Wessel 1, Verfasser 9.

I. Die ältesten Ansichten der Stadt Drensteinfurt gehen auf das Jahr 1800 zurück. In jener Zeit weilte der französische Geistliche D. Robelot auf Haus Steinfurt und fertigte zwei Bilder an, die leider verschollen sind. Diese Wiedergabe des Aquarells ist mit 'Schloß Steinfurt in Drensteinfurt' betitelt und dem damaligen Schloßherrn gewidmet. Bei der Ansicht von Norden hebt sich hinter der üppigen Vegetation am Ufer der Werse deutlich das Haus Steinfurt in seiner damaligen Gestalt mit den Nebengebäuden sowie die Pfarrkirche St. Regina ab. Rechts und links davon schließen sich die Bürgerhäuser an, unter denen auch die 'Alte Post' zu erkennen ist.

2. Die zweite Ansicht, die D. Robelot 1800 schuf, stellt Drensteinfurt von Süden dar. Hinter der Wiese , auf der gerade von einer Frau eine Kuh gemolken wird, ist deutlich die geschlossene Ortsform der Stadt zu erkennen. Kirche und Schloß ragen als markante Bauten aus der Siedlung heraus. Unter dem Bild war folgende Widmung zu lesen: 'Vue du chäteaux de Drensteinfort. Desinée par D. Robelot et dediée à son bienfaiteur Monsieur Ie Baron de Landsberg Seigneur de ce lieu, 7. Novembre 1800.' Die zwei Aquarelle von Robelot, auch wenn sie uns nur noch im Foto vorhanden sind , stellen ein wichtiges kulturgeschichtliches Dokument dar, denn sie geben uns einen Einblick in das Aussehen der Stadt Drensteinfurt zur Zeit der Befestigung.

3. Ein Bliek auf den Ausschnitt einer alten Flurkarte aus dem Jahre 1800 erlaubt uns, den Grundriß der Stadt mit den sie urngebenden Wassergräben zu analysieren. Die drei Stadttore (Hammertor, Münstertor und Mühlentor), von denen die Straßen auf den Markt zulaufen, sind leicht zu erkennen. Drensteinfurt selbst ist von einem kompliziert angelegten Grabensystem umgeben, in das die Werse und der Erlbach geschickt mit einbezogen sind, Außerhalb der Stadt liegen die kleinen Grundstücke der Ackerbürger und die größeren Felder der Bauern, die namentlich verzeichnet sind. Die Flurbezeichnung 'Kamp' ist ein Hinweis auf die Siedlungsgenese.

4. Drensteinfurt kann man sicherlich als typisch münsterländische Kleinstadt bezeichnen. Bis in die fünfziger Jahre hinein war die Umgangssprache, auch im Ortskern, selbstverständlich niederdeutsch. Begriffe wie 'Kösters Kärnpken', 'Tröädelgass', 'de Graute Leiwe Här', 'unne de acht Pöähl' und 'Waters Kämpken' waren noch vertraut. Man hatte auch noch mehr Zeit füreinander, ob es nun auf der Straße war, wenn man sich per Pferdefuhrwerk begegnete und erst schnell ein 'Pröahlken' hielt, oder man nun abends am lodernden Herdfeuer bei Münsterländer Korn saß 'un sick de niesten Dönkes verte1lte'.

l:otalansicht

Xjrchhofstrasse mit Çjeselienhaus -t/-: ,,~

~ - ~

5. Wenn jemand behauptet, daß es in Drensteinfurt entweder regnet oder die Schranken geschlossen sind , so hat er damit nicht Unrecht. Denn die Bahnlinie, die die Altstadt von der Neustadt trennt, ist eine stark frequentierte Eisenbahnstrecke. Das galt für die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie für heute. Die Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 zeigt eine Totalansicht Drenst einfurt s, aufgenommen von dem Eisenbahndamm an der Schützenstraße. Die Kirche und das Krankenhaus sind klar zu erkennen. Unten links ist der alte Übergang an der Bahnhofstraße und rechts die Kirchhofstraße mit dem Gesellenhaus (Riether Straße mit Kolpinghaus) abgebildet.

6. Am Markt in Drensteinfurt liefen alle wichtigen Straßen zusammen. Von hier aus konnte man den Weg zu den drei Stadttoren einschlagen. Inmitten des Platzes stand eine große Laterne, an der die Wegweiser in die Richtungen MünsterjLüdinghausen, Alberslohj Sendenhorst und HammjAhlen befestigt waren. Vor dem 'Westfälischen Hof' befand sich eine der Drensteinfurter Tankstellen, die in den dreißiger Jahren lediglich aus einer Säule bestanden. Das Nebeneinander von Leiterwagen und Auto vor dem Haus Fels verrät bereits den Übergangscharakter der Zeit.

---

7. Neben dem Landsbergplatz galt auch der Markt als bevorzugter Wohnbereich. Hier waren auch demzufolge nicht die Fachwerkbauten der Ackerbürger anzutreffen, sondern die massiven Häuser der wohlhabenden Einwohner. Auf dem Bild sind das Haus Storck und der 'Westfälische Hof' zu sehen. Dazwischen eröffnet sich einem ein Einblick in die Mühlenstraße mit der Schmiede Schmand und dem 'Münsterländer Hof'. Im Hintergrund befindet sich das Hotel 'Zur Post' (Wietheger). Vor dem Häuschen Grönewäller stehen einige Personen zusammen (natürlich in Holsken) und halten ein Pröahlken.

8. Einen Einblick in die Straßenverhältnisse um 1930 vermittelt dieses Foto. Deutlich setzt sich die Hammer Straße durch die Pflasterung vom Marktplatz ab. Für die wenigen Automobile, die es damals gab, und für die Pferdefuhrwerke und Kutschen reichte die Breite der Straße allemal aus. An der linken Seite befindet sich das Haus der Familie Jansen (heute Bennemann), die Schmiede Dortmann und das Fachwerkhaus Diepenbrock. Vom Markt hat man einen Bliek bis hin zum E1ektrogeschäft Eggenstein am Honekamp. Im Vordergrund rechts das alte Gebäude der Amtsverwaltung Drensteinfurt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek