Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 1

Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Harald Molder
Gemeente
:   Duisburg-Hüttenheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3085-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Hiittenheim - Ein Stiick Dutsburger Stadt- und A rbeitergeschiclt te

Neben der Geschichte der eigentlichen Siedlung 'Hüttenheim' gibt es auch noch die reiche geschichtliche Vergangenheit aus früheren Jahrhunderten im heutigen Gebiet des Stadtteiles, der sich in den letzten Jahrzehnten bis zum 'Großen Graben' ausgedehnt hat.

Hierzu zählt insbesondere die Geschichte von 'Schloß Angerort" sowie des Hofes 'Medefurth', die weit bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht. Seither diente das Schloß als Konferenzort für Fürsten und Herzöge. Große Schlachten fanden auf heutigem Hüttenheimer und Huckinger Gebiet statt. Neben Albrecht Dürer und Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert, sah auch der Dichter Johann-Heinrich-Christian Nonne im Jahr 1808 das Schloß, und faßte seinen Eindruck in die Worte: 'Mein Aug' schwebt das blühende Gestad des Rheins hinauf, da schimmert Angerort, wo sich die Anger mit dem Rheine paart!'

Doch genau ein Jahrhundert später begann der industrielle Aufschwung in der damaligen Gemeinde Huckingen, durch die Verlegung der Produktionsstätten der 'Blechwalzwerk Schulz-Knaudt AG', heute

Mannesmann, von Essen an den Rhein. Gleichzeitig entstand in den Jahren 1910/11 in der damaligen Gemeinde Mündelheim eine Arbeiterkolonie, die durch mehrere Siedlungserweiterungen in den zwanziger und dreißiger Jahren mit der in Huckingen befindlichen Bearntenkolonie zusammenwuchs, und aus denen im Laufe der Jahre der heutige Stadtteil 'Hüttenheim' entstand.

Die heutige Ortsteilgrenze wird vom alten und neuen Angerbach, der Straße 'Am Grünen Hang', dem Mannesmann Werksgelände sowie dem Rheinstrom gebildet, und nicht, wie es der Name vielleicht vermuten läßt, vom 'Grenzweg' . Zahlreiche Stätten der Erholung und eine Vielzahl sportlicher Einrichtungen prägen neben der Industrie das heutige Bild von Hüttenheim. Durch seine idyllische Grünlage nach Süden und Osten zu, wird der Lebenswert der Siedlung trotz der Nähe zur Industrie erhöht. Weit ausgedehnte Kleingartenanlagen und der kleine, romantische 'Förkelsgraben', an denen entlang man in das Sermer und Mündelheimer Grün- und Waldgebiet, oder in den letzten Freiraum des Duisburger Südens, den 'Angerbogen' , gelangt, tun ihr übriges hierzu bei. In den vielen Jahren seines Bestehens hatten sich

Hüttenheim und seine Umgebung verändert, wie zum Beispiel bei der Werkserweiterung Anfang der sechziger Jahre, der das 'alte-Hüttenheim' an der Huckingerstraße weichen mußte, obwohl die Siedlung den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden hatte. Noch im Jahr 1945 hatten zahlreiche Hüttenheimer nach zwölf Jahren des Nationalsozialismus, die in Hüttenheim vom 'Wiederstand' durch 'Sozialdemokraten' und 'Komrnunisten' begleitet waren, ihr Leben riskiert, und viele hatten es auch lassen müssen, als sie das Werk vor der Zerstörung im Rahmen des 'NeroBefehls' retteten, und nach dem Krieg ihre Siedlung vor der Sprengung durch die Amerikaner.

Heute wird die Siedlung zwischen Hirngesberg und Steinkaul, die 'Alte-Kolonie", vom Landeskonservator als Baudenkmal, an dessen Erhaltung und Nutzung aus künstlerischen, wissenschaftlichen, insbesondere architektur- und industriegeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht, eingestuft.

Einer der ersten Hüttenheirner Heimatforscher war Fritz Kampmann, dessen kleine Fotosammlung zur Geschichte der evangelischen Gemeinde den Grundstock zur Sammlung des Autors bildete, die im Laufe der Jahre auf rund 5 000 Fotos aus Hüttenheim an-

gewachsen ist. Der größte Teil der alten Aufnahmen stammt von früheren 'Stammfotografen' des Duisburger Südens, 'Alfons Weghuber' aus Wanheirn, der mit seinem Mitarbeiter 'Fritz Eichner' seit dem Ende des Ersten Weltkrieges alle wichtigen Ereignisse mit seiner Plattenkamera festhielt, und dem wir es heute verdanken, daß so manches gute Stück aus dem alten Hüttenheim zumindest im Bild noch erhalten geblieben ist. Heute führt Heimatforscher Harald Molder diese Aufgabe weiter. um das, was sich heute ereignet, für die nachfolgenden Generationen festzuhalten.

Das vorliegende Büchlein gibt nur einen kleinen Eindruck von der wechselvollen Geschichte des Stadtteiles, wie sie heute nur noch wenige kennen, wieder. Damals ging es 'inne Kolonie' noch geruhsamer zu, was wohl auch daran liegt, daß die Menschen mit ganz anderen Augen in den Tag blickten, der vor ihnen lag. Bei der Auswahl der Fotos wurden auch nicht die zahlreichen Hüttenheirner Vereine vergessen, die als ein Bestandteil der Lebensgemeinschaft ebenso mit dazu beitrugen, daß Hüttenheirn zu einer Arbeitersiedlung wurde, die ihresgleichen sucht unter den Arbeitersiedlungen der Stadt Duisburg!

1. Hier sehen wir eine Aufnahme ausjener Zeit, als es Hüttenheim in seiner heutigen Form noch nicht gab. Zu sehen ist das alte 'Schloß Angerort' an der Mündung des Angerbaches in den Rhein, Diese alte Grenzfestung zwischen den Herzogtümern 'Cleve-Mark' und 'Jülich-Berg' steht auch heute noch versteekt im Fabrikgelände der Firma Mannesmann. An die beiden Herzogtümer erinnerten in den dreißiger Jahren noch einige Straßennamen in Hüttenheim, und an den ersten Schloßhauptmann 'Alf Quade' auch heute noch die Quadestraße. Im Jahr 1742 wurden das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude des aus dem Jahr 1433 stammenden Schlosses so umgebaut, wie wir es auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1900 noch erkennen.

2. Auch dieses Stück Alt-Hüttenheirn ist eine Seltenheit, die nur noch die wenigsten kennen. Es ist dies der 'Daneskotten' oder auch Kleinkotten genannt, an der heutigen Mündelheimer Straße, Idyllisch und einsam lag er damals auf freiem Felde am Weg von Huckingen nach Ehingen. Eingepfercht zwischen Neubauten ist er heute ein letztes Zeugnis aus der Zeit, als die Landwirtschaft noch vorherrschend war vor jeglicher Industrie. Auch der Birnbaum (links im Bild) trägt noch seine Früchte. Ganz besonders die alten Hüttenheirner erinnern sich noch gerne an ihre Jugend, als sie barfuß über die weit ausgedehnten Felder laufen konnten, um bei Danes 'en paar Birne tu klaue'!

3. Bereits im Jahr 1908 hatte die 'Blechwalzwerk Schulz-Knaudt AG' aus Essen ein für industrielle Zwecke günstiges Terrain am Rhein bei Huckingen erworben. Diese Aufnahme aus dem Jahr 1911 zeigt, wie der industrielle Aufschwung im heutigen Hüttenheim begann. Wir sehen links im Bild den Rohbau des Schulz-Knaudtschen Verwaltungsgebäudes, der sich imposant und mächtig hinter dem damals mit ältesten Gebäude des Duisburger Südens emporreckt. Es war dies die 1271 zum ersten Mal genannte 'Angerorter Mühle', eine Wassermühle am Angerbach, mit dem Hof 'Medevort' des Ritters Heinrich von Linnep, die man rechts im Bild erkennen kann. Die Mühle wurde durch das Rheinhochwasser im Jahr 1921 zerstört.

4. In den ehemals ländlichen Gemeinden Mündelheim und Huckingen färbte sich nun der Abendhimmel rot, wenn die Öfen des Siemens-Martin Werkes, die wir auf dieser Aufnahme von 1909 sehen, beschickt wurden. Im Winkel zwischen Rhein und Angerbach dehnten sich die neuen Fabrikanlagen aus, hier, wo sich die Kinder früher oft im spiegelklaren Wasser der Anger herumgetummelt hatten. Bereits im Jahr 1914 ging die Firma Schulz & Knaudt durch Fusion an die 'Mannesmannröhren-Werke' in Düsseldorf über. Das alte Siemens-Martin Werk wurde in den Jahren 1968/69 abgebrochen.

5. Für die Arbeiter der Firma entstand in den Jahren 1911 bis 1913 in der damaligen Gemeinde Münde1heim eine mustergültige Wohnsiedlung in Anlehnung an die 'Gartenstadtbewegung' auf freiem Felde. Sie erhielt zur Erinnerung an den Ort, wo die ersten Familien herkamen am 3. Februar 1912 die Bezeichnung 'Hüttenheirn'. Wegen ihrer Abgeschiedenheit erhielt die neue Kolonie in der Umgebung auch die Spitznamen 'Kakabulla Negerdorf' oder auch 'Wallachei'. Die Umgebung war noch ländlich hübsch und die Luft noch rein. Der Förkels-, Goldacker- und Ungelsheirner Graben bildeten noch richtig gut gefüllte, mit Bäumen besetzte Wasserläufe, teilweise mit kleinen Teichen, und sogar Rehe kamen morgens vom Heidberg bis in die Nähe der Häuser,

6. Wie schön es früher im alten Hüttenheim war, sehen wir bei dieser Hausansicht von der Lindenstraße aus dem Jahr 1912. Verzierte Blendläden, ein nettes Äußeres der Häuser und die für die damalige Zeit modeme Wohnungseinrichtung, es gab Bad und WC in der Wohnung, erleichterten vielen Bewohnern die Umsiedlung von Essen nach Duisburg. Immer wieder tauchte der Möbelwagen der Essener Firma 'van Eupen' in der Siedlung auf. Oftmals kam er, trotzdem er von zwölf Pferden gezogen wurde, nur bis zur Wirtschaft Lösken, da die Straßen recht schlammig waren. Den Rest des Weges mußten die Möbel getragen werden, was ein schönes Lied von damals wiedergibt: Von Essen kam ein Volkerstamm - hier nach Hüttenheim heran. Möbelwagen schwer bepackt - sind in der Straße eingesackt.

7. Die Kinder der Hüttenheimer gingen damals zur Ehinger Schule. Diese Aufnahme aus dem Jahr 1912 zeigt die evangelischen Schulkinder mit Herrn Lehrer Führen aus Wanheim. In den ersten Tagen seines Wirkens mußte er seine Schüler in öden, leeren Klassenzimmern unterrichten, bis der kleine Wirtssohn Fritz Gertgens Rat wußte: 'Minne Vatter hät op der Kegelbahn noch genog Tisch un Bänke!' wußte er freudestrahlend zu berichten. Und so mußten die Kegelbrüder zwei Wochen lang ihr Bier im Stehen triaken. Zu seinen ersten Schülern gehörten aus Hüttenheim die drei Beekskinder, die redegewandte Berta HolIstein, der schwatzhafte Fritz Geserick, die stille Martha Haardt und die arme Else Beek, die fast ganz hinter dem hohen Tisch verschwand.

8. Während in den ersten Jahren die Hüttenheimer noch von den Bauern aus der näheren Umgebung versorgt wurden, etablierten sich noch vor dem Ersten Weltkrieg die ach so dringend benötigten Lebensmittelgeschäfte. So sehen wir hier den 'Eintracht Konsum' an der damaligen Ungelsheimerstraße (heute 'An der Steinkaul') mit den Verkäuferinnen Änne Kobrink, Berta Schmidt, Hannchen Domnick und Malehen Dziggel (von links) davor. Und dennoch gingen viele der älteren Kinder abend für abend nach Serm oder Ehingen, um beim Bauer eine Kanne Milch zu holen. Im Jahr 1961 wurde dieses Haus, das in der heutigen Fluchtlinie der neuen Mannesmann Straße lag, abgebrochen.

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