Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3045-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Der Name der heutigen Kreisstadt Ebersberg ist erstmals urkundlich im Jahre 906 faßbar, obgleich die Gründung, wie es schon in einer Mitte des 11. Jahrhunderts geschriebenen Chronik heißt, unter der Regierung des Königs Karlmann (876 bis 880) erfolgte. Graf Sieghart , aus dem Geschlecht der Fagana, verlegte seinen Sitz vermutlich wegen der heraufziehenden Ungarngefahr, vielleicht auch bedingt durch die Verlegung einer damals bedeutenden Handelsstraße, von Sempt, am Nordrand des Ebersberger Forstes, nach Ebersberg, wo er auf einem gut zu verteidigendem Gelände eine Burg und eine Marienkapelle erbauen ließ. Im Süden und Norden war die Burg durch tiefe natürliche Gräben, im Osten durch einen steilen Abhang und im Westen durch einen gewaltigen, künstlich geschaffenen Halsgraben gesichert. Sie konnte selbst zur Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert von diesen nicht eingenommen werden, sodaß sie, wie der Chronist schreibt, 'mit Geheul' abziehen mußten.

Der Enkel Graf Siegharts, Graf Eberhard 1., errichtete den Augustiner-Kanonikern, die bereits seit einigen Jahren hier waren, ein kleines Kloster und baute eine größere Kirche. Der erste Augustiner-Probst Hunfried brachte von einer Reise nach Rom wertvolle Reliquien, darunter die Hirnschale des heiligen Sebastian mit nach Ebersberg. Seither ist Ebersberg Wallfahrtsort zu diesem berühmten Heiligen gegen die Pest und jähen Tod. Nach Erlöschen des Ebersberger Grafenge-

schlechtes im Jahre 1045 ging der ganze Besitz an das Kloster, das inzwischen von Benediktinern belegt war, über. Im Laufe der Jahrhunderte zogen tausende von Wallfahrern, darunter Könige und Fürsten, nach Ebersberg, um vom heiligen Sebastian Hilfe in ihrer Not zu erbitten. 1446 gründete Abt Eekhard die Sebastians-Bruderschaft, die, 1644 erneuert, bis zum heutigen Tage fortbesteht. Nach Eekhard folgte der baufreudige und kunstsinnige Abt Sebastian Häfele. Er ließ die Kirche umbauen, schuf den östlichen Flügel des Klosters und ließ vom bekarmten Wasserburger Bildhauer Wolfgang Leb aus Rotmarmor ein Sifter-Hochgrab erstellen, das heute als das bedeutendste Hochgrab Bayerns angesprochen werden kann. In seinern Auftrag fertigten Mönche eine Ebersberger Bildchronik. Aber auch die umliegenden Kirchen hat Häfele umbauen lassen und zum Teil neu aufgerichtet. Ein Chronist schreibt über den Abt, daß er ein weiser, frommer, energischer und ungemein demütiger Mann war, der großartige Aufträge an Kiinstler vergab und die talentiertesten Mönche auf die Universitäten nach Ingolstadt und Wien sandte. Häfele resignierte 1500 und starb 1505. Neunzig Jahre später kamen die Jesuiten nach Ebersberg. Durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges und die damit verbundenen verheerenden Bauernaufstände nahm die damalige Geißel der Menschheit, die Pest, im Lande stark zu und man gedachte in dieser Notzeit wieder des heiligen Sebastian. Zu dieser Zeit und nach

dem Kriege kamen riesige Massen von Wallfahrern nach Ebersberg, Dabei wurde der Kirchenschatz mächtig bereichert durch kostbarste Geschenke. Dies war wohl der Grund dafür, daß die Jesuiten im Jahre 1668 nach den Plänen des Laienbruders Heinrich Maier aus München anstelle der oberen Sakristei und des darüberliegenden Raumes der Klosterbibliothek die Sebastianskapelle errichten ließen, in der man das Reliquiar in der gotischen Silberbüste und den gesamten Klosterschatz verwahren konnte.

Nachdem 1773 der Jesuitenorden aufgelöst worden war, stand das Kloster leer. 1781 brach ein Brand aus, der sich verheerend auf Kloster und Kirche auswirkte. Im gleichen Jahr übernahmen die Malteser den Besitz und bauten die durch diese Brandkatastrophe vernichteten Gebäude teilweise wieder auf. Der Orden blieb bis zur Auflösung im Jahre 1808 in Ebersberg und wirkte segensreich für die gesamte Bevölkerung. Mit der Säkularisation konfiszierte der Staat das gesamte Klostergut und verkaufte einen Großteil davon. Heute findet die ehemalige Klosterkirche als Pfarrkirche Verwendung.

Gut tausend Jahre nun schon ist Ebersberg Mittelpunkt der Sebastiansverehrung in Oberbayern, wenngleich es heute, im Gegensatz zu früheren Zeiten, recht ruhig um den Heiligen geworden ist. Nur noch wenige Wallfahrtszüge finden den Weg nach Ebersberg. Die Kirche feiert das Patrozinium am 19. Januar mit einem feierlichen Hochamt, während dem die

wertvolle, silbergetriebene Büste des Heiligen mit dessen Reliquiar vor dem Altar aufgestellt wird. Gleichzeitig mit der kirchlichen Feier findet der seit Jahrhunderten berühmte Warenmarkt am Marienplatz statt. In früheren Jahren war mit diesem Jahrmarkt auch ein großer Viehmarkt verbunden. Noch im vorigen Jahrhundert konnte dabei ein Auftrieb von über 1 000 Tieren verzeichnet werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Ebersbergern, die mich beraten und unterstützt haben und bei der Beschaffung alter Fotos und deren Identifizierung mitgeholfen haben, herzlichst bedanken. Insbesondere bedanke ich mich bei Frau Rosa-Luise Königsdorfer, die bereitwillig für dieses Werk die Privatalben ihrer Eltern, der Gutsbesitzersfamilie Schmederer zur Verfügung gestellt hat.

Ferner ist noch zu erwähnen, daß ein Großteil dieser Bilder im Original wohl vom Steinmetzmeister und Fotograf Josef Maier stammt, der mit Kunstverstand und Sachkenntnis über Jahrzehnte hinweg als 'Ebersberger Fotoreporter' bis zu seinern Tode tätig war und viele historische Momente des Marktes im Bild festgehalten hat. Ihm sei im nachhinein ebenfalls noch herzlichst gedankt.

Markus Krammer

1. Den ersten Klosterbau ließ Graf Eberhard, der Enkel des Grafen Sieghart, im Süden der heutigen Pfarrkirche den Augustiner-Kanonikern unter ihrem Probst Hunfried im Jahre 934 errichten. Bei den vor einigen Jahren auf diesem Gelande durchgeführten Grabungen stieß man auf die Fundamente dieser frühen Klosteranlage. Der Benediktinerabt Burkhard (1184-1201) ließ dann das Kloster auf die geräumigere Nordseite verlegen. 1781 brannten Kirche und Kloster ab. Den Wiederaufbau besorgten die Malteser, die bis zur Auflösung 1808 in Ebersberg blieben. Das Kloster wurde säkularisiert und der gesamte Besitz vom Staat konfisziert und zum Großteil verkauft. Heute ist im südlichen Teil des sogenannten Schlosses das Finanzamt untergebracht. Der restliche Bau mit Brauereigebäuden ist im Besitz der Schmederer'schen Erbengemeinschaft.

2. Im Jahre 1895 ging man daran, das schadhafte Holzschindeldach auf dem markanten Ebersberger Turm gegen Kupferblech zu ersetzen. Die Dachdecker und Spengler mufsten schon schwindelfrei sein, um in dieser Höhe von 71 Metern auf dem primitiven Gerüst überhaupt arbeiten zu können. In der Romanik (um 1230) reichte der Turm nur bis unterhalb des Zifferblattes, wo noch deutlich die zugemauerten Schallöcher zu sehen sind. Die weiteren Geschoße und die Kuppel sind erst in späteren Jahrhunderten aufgesetzt worden. Im Turm befindet sich auch noch die wohl im weiten Umkreis älteste, noch im Betrieb befindlich schmiedeeiserne Perpentikeluhr aus der Zeit um 1600. Sie wurde 1967 mit drei automatischen Aufzügen versehen und schlägt heute noch den Ebersbergern die Stunde.

3. Auf diesem Bild ist der Eingang zur Pfarrkirche um 1910 festgehalten. Damals war es noch ein schmaler Korridor, der in die Kirche führte. Heute ist an der linken Seite nur noch der ehemalige Wallfahrerbrunnen aus dem Jahre 1666 zu sehen und damit die Sicht frei auf die schöne Anlage des Stadtgartens. Die Marienapotheke in der Mitte des Bildes besaïs noch um die Jahrhundertwende einen Treppengiebel, der kurz vor dieser Aufnahme abgetragen worden ist, Das Gebäude wurde vor einigen Jahren vollständig abgebrochen und in gleicher Größe und Gestaltung wieder aufgebaut. Bei den dabei erforderlichen Ausschachtungsarbeiten im Bereich des ehemaligen Burggrabens stieß man metertief auf alten Bauschutt vergangener Jahrhunderte und Freskoreste aus der im Jahre 1305 abgebrannten Klosterkirche.

4. So sah die Kirche im Innern um 1920 aus, Damals waren die Betstühle noch in drei Reihen angelegt und an den Seitenaltären noch Bilder aus der Nazarenerzeit zu sehen. Die Kreuzwegtafeln aus dem 19. Jahrhundert hingen noch an den schlanken gotischen, in der Rokokozeit verzierten Säulen. Auch der zum Volk gewandte Altar war zu dieser Zeit nicht üblich. An dieser Stelle hat man eine alte, rauchgeschwärzte frühgotische Sebastiansfigur auf einer schmiedeeisernen Konsole aufgestellt. Benediktiner, Jesuiten und Malteser haben jeweils zu ihrer Zeit umfangreiche Urn- und Neubauarbeiten vorgenornmen, sodaß nahezu alle Stilepochen von der Romanik bis zum Klassizisrnus in der Kirche vertreten sind.

5. Einer der bedeutendsten Benediktineräbte des Klosters Ebersberg, Sebastian Häfele, ließ zu Ende seiner Amtszeit vom Wasserburger Bildhauer Wolfgang Leb um 1500 dieses aus Rotmarrnor bestehende Meisterwerk für die Kirchenstifter Graf Ulrich und Gräfin Richardis anfertigen. Diese Aufnahme vom Stifterhochgrab entstand um 1910, als sich der Sarkophag noch in der dunklen Herz-Jesu-Kapelle befand. Bei der letzten Renovierung der Kirche versetzte man das Kunstwerk in den Eingangsbereich der Kirche. Auf der Deckplatte, die aus einem Stück gemeißelt ist, sind unter anderem die Stifter und Abt Häfele sowie die Muttergottes und der Kirchenpatron Sankt Sebastian abgebildet. Das Hochgrab zählt zu den bedeutendsten süddeutschen Bildhauerwerken des ausgehenden Mittelalters.

6. Zur Osterzeit, in der Karwoche, war es in Ebersberg früher üblich, daß im Presbyterium der Pfarrkirche das sogenannte Heilige Grab aufgebaut wurde. Wie aus dem gezeigten Foto zu ersehen ist, lag der Leichnam Jesu in einer Nische, bewacht von zwei Engeln. Als langjähriger Ministrant kann ich mich noch gut an die Auferstehungsfeiern erinnern, in denen, während der Priester dreimal 'Christus ist erstanden' sang, durch einen rückwärts angebrachten Mechanismus der auferstandene Heiland mit der Siegesfahne zwischen den oberen Engeln erschien und dabei Christus im unteren Grab versenkt wurde. Wohl den meisten Kirchenbesuchern ist es dabei wie mir ob dieses anschaulichen Ereignisses eiskalt über den Rücken gefahren. Leider hat dieser in der Nazarenerzeit entstandene Aufbau der neuen Zeit weichen müssen.

7. Im Jahre 931 brachte Probst Hunfried von einer Romreise wertvolle Reliquien mit, darunter die Hirnschale des heiligen Sebastian. Seither pilgerten viele tausend Wallfahrer nach Ebersberg. Ebersberg war bis zur Auffindung des Andechser Reliquienschatzes 1388, der berühmteste Wallfahrtsort in Südbayern. 1446 wurde durch Abt Eekhard die Sebastiansbruderschaft ins Leben gerufen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte die Wallfahrt einen neuen Aufschwung. Könige und Fürsten und ganze Städte pilgerten nach Ebersberg, wo ihnen aus der in Silber gefaßten Hirnschale des Heiligen geweihter Wein gereicht wurde. Vom 16.-18.0ktober 1931 feierten die Ebersberger das 1 OOOjährige Sebastiansjubiläum, währenddem an drei Tagen hindurch, wie auf dem Bild zu sehen ist, unter Beteiligung einer ungeheuren Volksmenge Prozessionen durchgeführt wurden.

8. Noch bis vor einigen Jahren eröffneten pagenähnlich gekleidete Buben die Fronleichnamsprozession in Ebersberg. Eine Tradition, die wohl schon Jahrhunderte zurückgeht.

Das abgebildete linke Foto zeigt links: Hans Kießling, rnitte: Heinzlmeier, rechts: Max Königsbauer, oben: Max Hingerl, die irn Oktober 1931 die Prozessionen anläßlich des 1000jährigen SebastiansJubiläums anführten.

Auf dem rechten Bild sind die drei Altinger-Buben zu sehen, die um 1900 die kostbaren Gewänder tragen durften. Der jeweils mittlere Knabe trug ein goldbesticktes Kostüm aus der Rokokozeit. In der Rechten hält er einen Kreuzesstab mit Sebastianspfeilen, dem Attribut des Heiligen, und in der Linken einen wundervoll getriebenen Metallschild auf dem das Martyrium des Heiligen dargestellt ist.

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