Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5260-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Der im Jahre 1985 erschienene erste Band der Reihe 'Ebersberg in alten Ansichten' hat, was die Resonanz anbelangt, bei der älteren, als auch bei der jüngeren Generation guten Anklang gefunden. Diesern ersten Band folgt nun ein zweiter, der weitere 77 historische Bilder aus vergangenen Zeiten mit entsprechenden Begleittexten enthält.

Für die heutigen Ebersberger ist nicht nur die reiche Geschichte des Ortes interessant, angefangen von den ersten Funden rund urn Ebersberg aus der jüngeren Phase der Jungsteinzeit, bis zum Bau der ersten Burg unter Graf Sieghart in den Jahren 876-880, und die weiteren. teils tutbulenten Ereignisse während der Klosterzeit bis zur Auflösung des Malteser-Ordens im Jahre 1808 heraut, sondern vor allem auch die wechselvolle Geschichte des Markres im 19. und 20. Jahrhundert. Sie zeigt viele interessante Aspekte, vor allem irn kultutellen und kornmunalen Bereich.

Leider muß man heute in zunehrnendem Maße feststellen, daß sich das Gesicht der heutigen Stadt, des früheren idyllischen Marktes im Osten von München, rapide ändert, meist aber nicht zu seinem Vcrteil. Alte historische Bauten, die oft seit Jahrhunderten einen alten Hausnamen tragen. werden rigoros entkernt oder gar abge-

brochen und müssen vielfach nüchternen Zweckbauten weichen, In früheren Zeiten konnte man bei Ortsführungen auf die Geschichte der einzelnen Häuser rnit ihren alten Hansnamen hinweisen, Heute muß man die Erzählung meist nur noch mit 'hier stand einmal...' beginnen. Freilich ist heute der Siedlungsdruck am Rande der Großstadt München um ein vielfaohes größer, als um die Jahrhundertwende, und die hohen Grundstückspreise zwingen oft zu rationeller, verdichteter und nüchtemer Bauweise. Oftmals werden dadurch aber auch Grundstücke, auf denen früher ein kleines Einfamilienhaus stand, unter äußerster Ausnutzung der geltenden Baugesetze voll beplant. Es entstehen dann meist ohne Rücksichtnahrne auf einen entsprechenden Garten und Freiraum auf dernselben Grundstück mindestens zwei oder drei Reihenhäuser, oder ein größeres Mehrfarnilienhaus.

Wie bei einigen Bildern im ersten Band dieser Reihe, so sind auch diesmal wieder Fotos dabei, die uns zeigen, daß man in früheren Zeiten überwiegend Geschrnack bei der Baugestaltung, dem Bau-Umfeld, als auch in der Gestaltung des Ortsbildes bewies. Im vorliegenden Band sind außer historischen Banten auch kulturelle und sonstige Ereignisse abgebildet und beschrieben , wie zum

Beispiel Theateraufführungen hiesiger Vereine, einer Wittelsbacher-Feier und der Besuch des Prinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig HL, der Bahnbau nach Wasserburg. Schulfotos aus den Jahren 1919 und 1920, eine Isengaufeier, Ereignisse im Markt während des Ersten Weltkrieges, Aufstellung von Turner- und Kriegerdenkmal, Kurzbeschreibung des weltberühmten Sängers Heinrich Vogl und der Maler Eisa Plach und Josef Brendie mit ihren Werken, Darstellung Ebersberger Handwerker, Vorstellung Ebersberger Persönlichkeiten, wie des Bierbrauers Benno Scharl, des Forstbiologen Pater Candid Huber, des Arztes und Forsehers Dr. Rudolf Jupitz, des ehedem obersten bayerischen Feuerwehrmannes und Bürgermeisters Josef Haggenmiller, des Distrikts-Ingenieurs Emil von Scala, des Mitbegründers der Welttierschutzbewegung Ignaz Perner sowie des Aßlkofener Reicbstags- und Landtagsabgeordneten Balthasar Ranner. Alte Gaststätten, wie der 'Sornrnerkeller' , 'Eber am Berg', 'Jägerwirt' und die 'Gass' werden vorgestellt. Aber auch Vereine, Kapellen und Kuriositäten sind im verliegenden Band abgebildet und beschrieben.

Ohne die Mithilfe zahlreicher Ebersberger, die mich bei der Beschaffung alter Fotos und deren Identifizierung

tatkräftig unterstützt und beraten haben, hätte auch dieser Band nicht erscheinen können. Ich bin deshalb besouders zu Dank verpflichtet, meinem inzwischen leider verstorbenen Schwiegervater Josef Larasser, der sich mit hingebungsvollem Interesse den alten Fotografien gewidmet hat. Ferner danke ich Maria Birkmaier, Rosa-Luise Königsdorfer, Karl Bösl, Rita Denk, Josef Fichter, Pauline Hettinger, Gisela Jupitz, Jakob Kolbersberger, Josef Lang, Josef Lodermair, Katharina Lohmeier, Richardis Blum, Anna Portenlänger , Luise Praller, Rudolf Scholter, Amalie Spötzl, Maria Streibl, Dr. Remig Streibl, Walburga Waltl, Rudolf Weigl, und noch vielen anderen Persönlichkeiten.

Wie bei den Abbildungen im ersten Band, so dürfte auch diesmal eine ganze Reihe historischer Bilder im Original wohl vom Ebersberger Steinmetzmeister und Fotografen Josef Maier stammen, der viele historische Momente des Markres über Jahrzehnte binweg mit Kunstverstand und Sachkenntnis festgehalten har. Posthum sei auch ihm auf das herzlichste gedankt.

Markus Krammer (Kreisheimatpfleger )

1. Diese Zeichnung, um 1910 angefertigt nach einem Gemälde in der Sebastianskapelle, zeigt das Kloster Ebersberg von Osten gesehen, um das Jahr 1670. Deutlich ist darauf der nach drei Seiten natürlich geschützte Bergsporn zu erkennen, auf dem bis zum Jahre 1037 außer einer Kirche auch die Burg der Grafen von Ebersberg stand. Erst Abt Burkhard (1184-1201) verlegte die Konventsgebäude von der Südseite der Kirche auf die geräumigere Nordseite. Auf der Abbildung sind auch noch die beiden, am Chor angebauten St.-Ignatius- und Marienkapellen sowie der östliche Klostertrakt zu erkennen, die beim Brand im Jahre 1781 ein Raub der Flammen wurden. Die Straße beim sogenannten Frieslberg hinauf ziehen Wallfahrer, die zum Pesrpatron St. Sebastian pilgern. Der Hügel im Vordergrund trägt den Namen 'Roßkopf , auf dessen Spitze damals ein Kreuz stand, zu dem ein Weg mit Kreuzwegstationen führte.

2. Der Benediktinerabt Sigrnund Kulbingor ließ während seiner Zeit als Vorsteher des Konvents in Ebersberg (1580-1584) dieses Relief aus Sollnhofcner Stein anfertigen, Es zeigt den Abt im Festtagsornat auf einern Kissen kniend mit gefalteten Händeu, den Bliek zum Gekreuzigten auf dem Kalvarienberg, und zum Grab Christi mit dern auferstandenen Heiland gerichtet. Interessant ist für uns auch die im Hintergrund dargestelire Westseite der Klosterkirche Sankt Sebastian mit perspektivisch zwar falsch angeordneten Langhaus, Chor und seitlich angebauten Kapellen. Auch die damals vom Mönchschor in den Klostergarten führende Wendeltreppe , in alten Aufzeichnungen 'die Schnecke ' genannt, ist darauf deutlich zu erkennen. Auf dem 'Roßkopf", östlich der Kirche, standen zu der Zeit, nach dern Vorbild des Kalvarienberges, drei Kreuze.

3. Die älteste Wallfahrtsstätte irn Landkreis, und zugleich bis ins ausgehende Mittelalter herauf die bedeutendste Wallfahrt in ganz Südbayern, war die zum heiligen Sebastian nach Ebersberg. Im Jahre 931 war es, als der Augustinerpropst Hunfried von einer Reise nach Rom zurückkehrte und wertvolle Reliquien, darunter die Hirnschale des heiligen Sebastian mit nach Ebersberg brachte. Im Laufe der Jahrhunderte zogen zahlreiche Pilger nach Ebersberg, um beim Patron gegen die Pest und jähen Tod Schutz und Schirm zu erflehen. Dabei war es Brauch, aus der Hirnschale des Heiligen den Wallfahrern geweihten Wein zu trinken zu geben. Heute noch werden kleine Bleipfeile, die mit der Reliquie berührt werden, den Pilgern mitgegeben. In früherer Zeit war das Cranium im Altar eingelassen. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts ließ der Benediktinerabt Eekhard eine aus Silber getriebene Büste anfertigcn, in dessen abnehmbarem Fürstenhut die wertvolle Reliquie verwahrt wird. Diese Silberbüste zählt heute zu den besten spätmittelaJterlichen Silberschmiedearbeiten Bayerns.

4. Die nach dem Dreißigjährigen Krieg in großem Ausmaße wieder auflebende Wallfahrt zum heiligen Sebastian nach Ebersberg, und die reichen Votivgaben und Schenkungen an das Kloster, waren der Grund dafür, daß die Jesuiten in den Jahren 1668-1670 nach den Plänen des Jesuiten-Laienbruders Heinrich Maier aus München, anstelle der oberen Sakristei und des darüberliegenden Raumes der Klosterbibliothek die Sebastianskapelle errichten ließen. Der lichterfüllte, dreijochige, tonnengewölbte Raum ist überreich mit Barockstukkaturen in Form von schweren Fruchtgehängen, Bändern und Blattranken, geometrischen Figuren sowie Bogen, Köchern und Pfeilen, letztere als Attribut des heiligen Sebastian, ausgestattet. Im Marmoraltar ist in einern Boulleschrein die Sebastiansbüste untergebracht. Daß die Kapelle auch als Schatzkammer Verwendung fand, zeigen uns die zwischen den Pilastern eingebauten, und ebenfalls mit reichen Barockschnitzereien versehenen Glasschränke.

5. Dieses Foto des Ebersberger Marienplatzes entstand um das Jahr 1895. Anlaß war ein vom Ebersberger Disrrikts-Ingenieur Emil von Scala ausgerichtetes Kinderfest zu dem die Buben und Mädchen eigens kostümiert waren. Die Kirche war noch zum Teil eingerüstet, da man kurz vorher Putzarbeiten am Langhausgiebel ausgeführt, und das Legschindeldach der für Ebersberg so markanten Turmhaube gegen ein Kupferblechdach ausgetauscht hatte. Das Anwesen beim 'Torschneider' vor der Kirche, hatte damals noch an beiden Seiten Treppengiebel.

6. So sah die alte Ebersberger Mariensäule um 1895 aus. Anläßlich eines vom Ebersberger Distrikts-Ingenieur Emil von Scala inszenierten Kinderfestes ist der Obelisk umringt von Mädchen und Buben, wobei letztere als Kopfbedeckung flache Strohhüte tragen. Über die Entstehungsgeschichte dieser, mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefaßten, gemauerten Säule, gab eine in ihr eingelassene Rotmarmor-Schrifttafel Auskunft. Darauf stand zu lesen: 'DEN lETZ LEBENDEN UND IN ZUKUNFT ZUM TRÖSTLICHEN WIDERSTAND IN FEUERS NÖTHEN ZU ERHALTUNG DER ORTSREINLICHKEIT UND ZUM NUZLICHEN GEBRAUCH DEN GESCHÄTZTEN UNTERTHANEN DER HERSCHAFT EBERSBERG ERRICHTET VON SEINER EXZELLENZ FREIHERN VON FLACHSLANDEN MALTESER ORDENS GESANDTER UND STATTHALTER DES BAIERISCHEN GROSPRIORATS AO: 1785.'

7. Wie im Band 1. der Reihe 'Ebersberg in alten Ansichten' bereits verrnerkt, brach am 23. Juli 1925 im Dach des Rathauses Feuer aus. Obwohl die örtliche Feuerwehr sofort mit Löschmaßnahrnen begann, konrite der verheerende Brand wegen Wassermangels erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Wegen Einsturzgefahr mußte zudern die Giebelrnauer eingerissen werden. Am darauffolgenden Tag trat in den Vorrnittagsstunden der Gemeinderat unter Burgermeister loser Müller zusammen, um über den Wiederaufbau des Rathauses zu beraten. Man entschloß sich, den Bau in der alten historischen Form wieder erstehen zu lassen. Die anfallenden Maurerarbeiten führte Baumeister Hans Otter aus. Der Ebersberger Zimrnermeistcr Georg Wil helm erstellte den neuen Dachstuhl und stand selbst mit seinen Gesellen. wie auf dem Bild zu sehen ist, auf schwindelnder Höhe im Gebälk des Dachstuhles.

8. Ganz Ebersberg hatte ein Festkleid angelegt, als am 24. Februar 1919 die 'Kriegerheimkehrfeier' begangen wurde. Alle Anwesen, an denen der Festzug vorbeiführte, waren dazu mit Girlanden und Schleifen geschmückt. So auch das hier abgebildete sogenannte Kooperatorenhaus, an dessen Stelle heute die Kreissparkasse steht. Dieses Gebäude zählte einst zu den ältesten des Markres Ebersberg. Hier wohnten jahrhundertelang die vom Kloster eingesetzten Pfarrvikare für Ebersberg und Oberndorf. Vom 9. Jahrhundert bis zum Jahre 1807 herauf stand ja anstelle des heutigen Neuwirts die alte, dem heiligen Valentin geweihte Pfarrkirche. Sicherlich stand dazu neben der Kirene ein Holzhaus, in dem die Priester, in der Frühzeit auch der Presbyter der Urpfarrei Eggelburg, ihre Wohnung hatten.

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