Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Die beiden in den [ahren 1985 und 1991 erschienenen Bände 'Ebersberg in alten Ansichten' haben bei allen Ebersberger Bevölkerungsschichten so guten Anklang gefunden. daß sich Verlag und Autor entschlossen, einen dritten Band mit weiteren 77 historischen, zeit- und kulturgeschichtlich überaus interessanten Bildern mit ausführlichen Begleittexten herauszugeben. Wie im Einleitungstext des zweiten Bandes schon vermerkt, ist leider in zunehmendem Maße festzustellen, daß sich das Gesicht der heutigen Stadt, des früheren idyllischen Marktes im Osten der Landeshauptstadt München, rapide, meist aber nicht zu seinem Vcrteil. ändert. Anstelle von oft sogar jahrhundertealter Bausubstanz entstehen heute bis auf einige wenige Ausnahmen, vielfach ohne Rücksichtnahme auf das historisch gewachsene Umfeld, nüchterne Zweckbauten, die vom äußersten Norden bis zum tiefsten Süden gleich ausschauen, anstelle von klar gegliederten Gebäuden. Vielleicht tragen die Bilder in diesem Buch mit alten Ebersberger Ansichten, wie auch die in den vorangegangenen zwei Bänden, dazu bei, sich auf die Tradition des alten, in über tausend [ahren gewachsenen Marktes Ebersberg zu besinnen.

Auch in diesem Band sind außer alten, historischen Bauten kulturelle sowie zeitgeschichtliche Ereignisse abgebildet und beschrieben. So steht gleichsam im Mittelpunkt und am Beginn die weithin bekannte Stiftskirche Sankt Sebastian mit ihrer einst

berühmten Wallfahrt zum Pestheiligen. Daß sich im spätromanischen Turm dieses Heiligtums aber auch noch eine von ganzen zwei in Bayern noch im Betrieb befindlichen, schmiedeeisernen Barockuhren befindet, wissen nur noch die wenigsten unter uns. Über die Schilderung des Rathausbrandes im Iahre 1925. der Geschichte der Mariensäule und einigen alten Schulfotos, zeigen die alten Ansichten unter anderem das Haus 'Zum Baderpoid1' und das 'Armenhaus', den Vorgängerbau unseres heutigen Kreiskrankenhauses. Vom 'Pischkalter' zum Bau des Schwimmbades, der Elektrifizierung Ebersbergs, der 'Nonnenkatastrophe' und dem Bahnbau, der kargen Zeit des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden Revolutionszeit sowie dem Ebersberger 'Freiwilligen Arbeitsdienst' ist in diesem Band die Rede. An Persönlichkeiten und Künstler finden die Koloratursopranistin und Kunstrnalerin EIsa Plach, die Gründerin des Ebersberger Kindergartens Franziska Lechner, die überaus verdienstvollen Bürgermeister JosefMüller und Otto Meyer, die Gutsbesitzersfamilie Rosa und Hermann Schmederer, der bayerische Kritiker, Übersetzer und Essayist Josef Hofmiller sowie der Steinmetzmeister und FotografJosefMaier Erwähnung.Ansichten von der ehedem um Ebersberg im vorigen Iahrhundert getragenen Tracht, von Theaterspielen der rührigen Ebersberger Vereine sowie Ortsbilder von Egglburg und Oberndorf runden die Palette alter Ansichten ab.

Auch dieser Band hätte ohne die Mithilfe zahlreicher Ebersberger, die mich bei der Beschaffung alter Fotos und deren Identi fizierung unterstützt und beraten haben, nicht erscheinen können. Leider sind in der Zwischenzeit viele davon, rneist hochbetagt, verstorben. Zu besonderem Dank bin ich verpflichtet:

Rosa-Luise Königsdorfer, Irmgard und Franz Otter, Richardis Blum, Traudl Voith, Maria Birkmaier, Maria Streibl, Luise Praller, Pauline Hettinger, den Schwestern der 'Kongregation der Töchter der Göttlichen Liebe' in Edling, Geistl. Rat [ohann Baptist Grabmeier, Josef Larasser, Karl Bösl, Josef Lodermair, Rudolf Schalter, Hans Pichler, [ohann Georg, Manfred Bergmeister, FritzWallner, Reinhard Lûken, Otto Grasser und Gallus Bichlmaier. Der Stadt Ebersberg mit 1. BürgermeisterWalter Brilrnayer und der pfarrei Ebersberg mit Pfarrer Pater JosefKöniger danke ich für die Benützung der jeweiligen Archive. Auch diesmal stammen wohl wieder einige Bilder van JosefMaier, dem damals unermüdlichen Ebersberger Fotoreporter, sowie von Felix Durner, die urn die Jahrhundertwende mit ihrer Plattenkamera unterwegs waren. Auch ihnen sei posthum herzlichst gedankt.

Ostern 1995, Markus Krammer (Kreisheimatpfleger)

1 Um die Iahrhundeitwende entstand dieses Foto, das die Kirche von Ebersberg von Süden her zeigt. josef Maier versall das Bild für seine Postkarte mit einern hübschen Jugendstilrahmen. Gerade dieseAnsicht zeigt den markanten, in den Untergeschossen spätromanischen Turm mit der klassizistischen Haube am eindruckvollsten. In diesem Turm befindet sich heute noch das alte, aus der Frühbarockzeit stammende, schmiedeeiserne Uhrwerk. Es ist gottseidank nicht, wie viele solcher kunstvoller Denkmäler der Technik, in den fünfziger und sechziger Iahren der ElektronikEuphorie zum Opfer gefallen und durch quarz- und später funkgesteuerte Uhren ersetzt worden. Durch diesen Umstand gibt es heute nur noch in der Gegend des Bodensees ein derartiges Kunstwerk, das, wie in Ebersberg, im Original noch den Bürgern die Stunde schlägt.

2 Das aus der Mitte des 1 7. [ahrhunderts stammende Uhrwerk im Turm der Pfarrkirche von Ebersberg war ursprünglich als Waaguhr mit Spindelhemmung gebaut. Gemäß der Inschrift am Rahmen hat irn Auftrag der Malteser ein 'Jo. Martin Ultzt: Die Uhr durchaus Verändert: und zum langen Perpentikel gemacht in München: 1784.' Das schmiedeeiserne Kunstwerk ist ohne den Zieraufsatz 11 S cm hoch, 6S cm breit und 200 cm lang. Es besteht aus dem Gangwerk mit einem etwa vier Meter langen Perpentikel und den beidseitig angeordneten Viertelstun den- und Stundenschlagwerken. Früher mußten die drei zentnerschweren Gewichte der Uhr täglich mit Handkurbeln aufgezogen werden. Seit dem Iahre 196 6 besorgen dies vollautomatisch drei Seilwindenmotore. Auch dieser neuerliche Umbau der Uhr fand seinen Niederschlag am

Uhrrahmen mit folgenden Zeilen: 'Uhr vor dem Ausserbetnebsetzen gerettet und gänzlich restauriert, Fritz Reinhardt/Markus Krammer, 1966-1967.'

3 In der Pfarrkirche Sankt Sebastian nehmen an den Chorwänden eine ganze Reihe von Barockfresken Bezug aufWundertaten des Pestheiligen. Unter anderem ist die Brandkatastrophe vom Iahre 1305 dargestellt, der Kirche und Konventsgebäude zum Opfer fielen. Während die Benediktinermönche die Vesper sangen, hatte arn Sankt - FlorlansTag der wahnsinnig gewordene Mönch Konrad den verheerenden Brand gelegt. Alles versank in Schutt und Asche. Wie ein Chronist vermeldet, konnten nur noch die Reliquie des heiligen Sebastian und eine Sebastiansskulptur aus dem Feuer gerettet werden. Noch bis in die fünfziger Iahre unseres Iahrhunderts herauf stand die im Bild gezeigte, von den zahlreichen Pilgern hochverehrte, gotische Figur im Presbyterium der Kirche auf einem schmiedeeisernen Podest. Darunter brannten seit Iahrhunderteu

Opferkerzen, durch die das Schnitzwerk stark verrußte. Durch die dunkleTönung der Sebastiansfigur vermuteten Mönche und Pilger über die Iahrhunderte hinweg, daß dies die Skulptur gewesen sei, die im Iahre 1305 unversehrt aus dem Feuer geborgen werden konnte.

4 Aus der Mitte des 19. Iahrhunderts starnrnt dieses Andachtsbild, auf dem der ehedem vielbesuchte Wallfahrtsort zum Pestpatron, dem heiligen Sebastian, von Osten abgebildet ist. Über den Sandberg herauf sieht man einen Pilgerzug mit vielen Wallfahrern, die beim Ebersberger Kirchenpatron Schutz und Schirm gegen die Pest und jähen Tod suchten. Über den Wolken schwebt der Heilige, den nach der Legende der römische Kaiser Diokletian wegen seines Bekenntnisses zum christlichen Glauben an einen Baum binden und mit Pfeilen beschießen ließ. Sebastian aber überstand diese Marter. Daraufhin ließ ihn der Kaiser von seinen Schergen mit Knüppeln erschlagen und den Leichnam in die Cloaca Maxima werfen, wo die sterblichen Ûberreste durch eine Frau namens Lucina geborgen und in Catacurnbas bestattet werden konnten.

Papst Darriasus ließ im Iahre 367 an dieser Stelle eine der sieben Hauptkirchen Roms, San Sebastiano, erbauen.

5 Vom 16. bis 18. Oktober 1931 feierten die Ebersberger das tausendjährige Iubilàum der Wallfahrt zum heiligen Sebastian. Im Iahre 93 1 hatte nämlich der Augustinerpropst Hunfried vom Papst Staphan VIII. als wertvollste Reliquie die Hirnschale des Pestheiligen mit nach Hause bekommen. Bald darauf wurde es Branch, den Wallfahrern geweihten Wein aus der Reliquie zu reichen. Seit dem 17. Jahrhundert bis heute heraufkönnen Wallfahrer kleine, mit der Hirnschale berührte Bleipfeile zum Schutz gegen alle Widerwärtigkeiten des Lebens mit nach Hause nehmen. Zum tausendjährigen Wallfahrtsjubiläum gab es an drei Tagen hindurch auch Prozessionen durch den Markt, wie auf dem Bild zu sehen ist. Angeführt von den Ministranten und Pagen in Rokokokleidern, tragen Geistliche, gefolgt von zahlreichen Gläubigen, die gotische Silberbü-

ste nut der Reliquie des Pestpatrons gerade über die Steghart straße in den Marienplatz.

6 Nach dem groBen Brand im Iahre 1781 lieBen die Malteser die Kirche neu wölben und dabei auch eine neue Turmhaube errichten, die mit Legschindeln gedeckt wurde. Im Laufe von gut einhundert jahren aber wurde dieses Dach schadhaft und undicht, sodaß man sich 1895 entschloB, das Schindeldach gegen Kupferblech zu ersetzen.Aus einem bei der letzten Renovierung im Turm gefundenen Zettel geht hervor, daß das für den heutigen Betrachter fast haarsträubend fahrlässig ausgeführte Gerüst vom Zimmermeister Otto GeiBer, Zimmerpolier Franz Schmid und dem Zimmergesellen August Mai aus München sowie den Zimmergesellen Sebastian Schuster und Lorenz Zahnweh aus Ebersberg hergestellt wurde. Die Dachdeckung erfolgte durch die Münchener 'Hofkupferschmied meister Schubert/Ragalla' . Das Aufsetzen des vom königlichen

Bauarnts-Assessor Hof geplanten Turmkreuzes erforderte schon schwindelfreie Handwerker, wie auf dem Bild zu sehen ist.

7 Kurz nachdem Pfarrer Martin Guggetzer die Pfarrei irn Jahre 1913 übernommen hatte, bestellte er beim Münchener Bildhauer Sebastian Osterrieder eine Krippe. Osterrieder zählte damals zu einem der profiltertesten Krippenkünstler im bayerischen Raum. Um die Figuren und das Umfeld möglichst naturgetreu darstellen zu können, bereiste Osterrieder im Iahre 1905 den Orient, um dort Land und Leute, Landschaft und Volksleben studieren zu können. Der Bildhauer schuf in der Folgezeit unter anderem Krippen für Kirchen in Linz, Passau, Rom, Luxemburg, Cleveland und Ohio. Auch in vielen Münchner Kirchen und im Diözesanmuseum in Freising sind Krippen Osterrieders zu bewundern. Die Ebersberger Krippe aber war 'nach dem Modell der Krippe die seinerzeit für Kaiser Wilhelm 11. gefertigt worden ist' entstanden. DI. Anton Pöllin-

ger, ehemaliger Chef chirurg im Ebersberger Krankenhaus, malte

1 974 für das hiesige Kripperl ein neues Panorama und stellte es im romanischen Turmuntergeschoß der Kirche auf, wo es heute noch steht. Nach dem Tode Pöllingers übernahm seine Frau Augusta die Aufstellung und Betreuung der Ebersberger Krippe, die ein Kleinod der Krippenbaukunst darstellt.

8 Dieses Anwesen an der Münchnerstraße 8 trug einst den Hausnamen 'beim Spielberger' . Das ehedem zum Kloster gehörige Bauernhaus ist bis in das 15. [ahrhundert zurückzuverfolgen. Nach einer Klosterurkunde vom Iahre 1430 übergaben die Brüder Hans, Vincent und otr ' die Spielberger' Haus und Hofstatt vor dem 'nidern Tor' zu Ebersberg dem Ebersberger Kastner. Urn 1500 hieß die Gegend um dieses Anwesen ' auf dem Spillberg' . Erst im Iahre 1842 erfolgte die Ablösung des Spieiberger-Anwesens vom Grundobereigentum der Pfarrkirche von Ebersberg. Gegenüber dieses Hauses befindet sich das Rauchwagner-Anwesen (heute Gärtnerei Sebastian Weber), das ebenfalls bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückzuverfolgen ist. Urn 1633 befand sich an der nach München führenden Straße aufHöhe der Rauchwag-

ner- und Spielberger-Anwesen eine Hofmarkschranke.

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