Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Stadt Eberswalde liegt am Nordrand des steil abfallenden, bewaldeten Barnirns, 13 bis 53 Meter über dem Meeresspiegel am Finow-Kanal, in der Mark Brandenburg. Die Geschichte der Stadt reicht nach gesicherten Überlieferungen bis in die Zeit der Besitznahme durch die brandenburgischen Askanier zurück. Es war die Zeit Ottos Il. (I184-l205). Die Burg Eberswalde und Freienwalde (Bismarckturm) wird erwähnt. Unter ihrem Schutz entstanden die beiden Dörfer Ebersberg mit dem Mittelpunkt des Kirchbergs unterhalb der Burg und J acobsdorf mit dem Mittelpunkt der Heiliggeistkirche nahe dem Finowübergang. Das Jahr 1254 wird von den ältesten Chroniken angegeben. Bis 1877 hieß Eberswalde Neustadt-Eberswalde. Im Jahre 1652 lag Eberswalde in Schutt und Asche; der älteste bekannteste Stich von Eberswalde von Matthäus Merian dem Älteren zeigt, wie die kleine Festung Eberswalde etwa 1627 ausgesehen hat. Zur Zeit unserer Betrachtungen war Eberswalde eine Stadt im Preußischen Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Oberbarnim. Es liegt außer am Finowkanal an der Bahnstrecke Berlin-Stettin, von welcher hier eine Zweigbahn nach Wrietzen abzweigt. Eberswalde ist Sitz eines Amtsgerichts und hat zwei evangelische

Kirchen: die Maria Magdalenenkirche von 1250, die 1874-1876 restauriert wurde und die 1894 eingeweihte St.-Johanniskirche, außerdem die 1876 erbaute St.-Peter-und-Paulskirche (katholisch) sowie die Forstakademie, Höhere Bürgerschulen, Gymnasium, Oberrealschule, Lyzeum sowie eine Synagoge. Weitere Einrichtungen waren eine Landesanstalt, Patenthufnagelfabrik (die einzige seinerzeit auf dem Continent), Dachpappenfabrikation, Reichsbahnausbesserungswerk, Eisengießerei, Bierbrauerei, Große Mahlmühle, mehrere Dampfsägemühlen und ziegeleien, Schiffahrt, Handel mit Holz, Getreide und Steinkohlen, Friedrich der Große zog 1747 Messerschmiede aus Ruhla im Thüringer Wald hinzu; dieser Industriezweig ist inzwischen erloschen. Nahe von Eberswalde sind bedeutende Papierfabriken Spechthausen und Wolfswinkel sowie ein Kupferhammer und ein Eisenwerk. In Eisenspalterei befindet sich das Kampferwerk der Schering A.G. Der größte Betrieb Eberswaldes begann jedoch 1902 Am Alsenplatz 3 als technisches Industriebüro durch Ingenieur Robert Ardelt sen. Es wurde 1904 in die Eisenbahnstraße 38 verlegt und schließlich 1912 zur Heegermühlerstraße. Die vier Söhne des Firmengründers verhalfen dem

Werk zu Weltruf, das um Grundstücke am Schwarzen Weg und am Eisenhammerweg noch vergrößert wurde. Befaßt mit dem 'Vernieten von Dampfkesseln und anderen Blechgefäßen' sowie mit der 'Herstellung eiserner Baukonstruktionen' wandte man sich bald dem Kranbau (für Wilhelmshaven wurde der größte in Deutschland gebaute Turmwippkran für 30 To. Tragfähigkeit hergestellt), Gießereimaschinen, Diesellokomotiven, Gußeisen, Aluminiumgießerei und so weiter. Auch bei dem Schiffshebewerk Niederfinow werden wir die Ardeltwerke in vorliegendem Album maßgeblich beteiligt sehen. Eine eigene Siedlung für Betriebsangehörige wurde im Osten der Stadt angelegt, ferner ein Gemeinschaftshaus und eine Sportanlage. Vor dem Krieg waren etwa 8 000 Beschäftigte bei den Ardeltwerken tätig.

Die Geschichte dieser bedeutenden märkischen Stadt läßt sich unmöglich in einer nur kurz bemeßenen Einleitung zu einem Postkartenbildband schildern. Bevor wir unseren Rundgang durch die Stadt beginnen, möchten wir wissenschaftlich interessierten Lesern von dem vorgeschichtlichen Goldfund (um 1000 vor Christus) in Finow 1913 berichten: er enthielt ein Deckelgefäß aus der nordischen Bronzezeit, das aus

Ton war, angefüllt mit Gebrauchsgegenständen und Schmucksachen, acht verzierten Trinkschalen, Halbfabrikaten, Rohmaterialien und Barren aus Gold. Gesamtgewicht betrug 2.54 kg. 1945 ging es im Berliner Zoo-Bunker verloren.

An Hand der vorhandenen alten Bilder unternehmen wir verschiedene Rundgänge durch Stadt und Umgebung, nehmen an einigen Veranstaltungen teil, ohne auf die chronologische Reihenfolge achten zu können. Vieles auf diesen alten Bildern ist unwiederbringlich verloren gegangen. Aus der teilweise früheren 'Pensionärsstadt' ist eine in der sozialen Struktur verändert gewordene arbeitsame, tätige Kreisstadt im Bezirk Frankfurt/Oder der DDR geworden. 1939 gab es 40 600 Einwohner, 1967 33 800, dazu ein Landkreis mit 79800 Einwohnern. Inzwischen feierte Eberswalde sein siebenhundertjähriges Stadtjubiläum. Die Industrie wurde bedeutend angekurbelt, die wir vorstehend aufzählten; bei Lichterfelde entstand eine Schweinegroßmästerei, in Britz ein Fleischkombinat. Die Vororte Westend, Nordend, Ostend wurden durch O-Buslinien verbunden.

1. Der Aussichtsturm, von den Eberswaldern 'Bleistift' genannt, wurde 1896 als 'Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm' eingeweiht. Die Idee hatte der Stadtälteste Paul Radack, Baumeister war Paul Ahrend. Innen war eine Gedenkhalle und ein Freskenbild 'Begrüßung der ersten Ruhlaer Messerschmiede'. Daneben war ein Miniaturteich mit Wasserfall. Der Turm lag auf 'Thieles Höhe' oder 'Thielcs Träne' im Walde, benannt nach dem Stadtkämmerer Thiele, der die schönen Anlagen geschaffen hatte. Die Jugendherberge kam 1934 dazu. Der Turm wurde bei Kriegsende gesprengt.

2. Wir besteigen den Aussichtsturm, um uns den ersten Überblick über Eberswalde zu verschaffen. Rechts sehen wir - alles überragend - den mächtigen Turm der evangelischen Maria-MagdalenenKirche. In der Mitte liegt der Mundtshof, eines der mächtigsten Häuser der Stadt, mit zwei grünen runden Kuppeln; er liegt am Dreiecksplatz. Links befindet sich der mächtige viereckige Bau der neuen Forstakademie an der Schicklerstraße. Durch den Wald rechts im Hintergrund geht es in Richtung Britz und Golzow.

3. Vom Aussichtsturm aus gehen wil durch die Donopstraße rechts die Moltkestraße bergauf und gelangen zu der Moltketreppe. Diese wurde 1905 fertiggestellt. Vorn ist der Brunnen und das Bassin sichtbar. Das Wasser fließt aus einem Eberkopf. Links und rechts der Treppe erkennen wil die beiden Obelisken. Die Treppe führte zum Alten Turnplatz. Links und rechts von ihr war Mischwald, Auf der breiten, glatten Treppe konnten die Kinder wunderbar herunterrutschen! In halber Höhe der Treppe gelangte man nach rechts zu einem Aussichtsrondeel, von dem aus man einen Bliek über die Stadt genießen konnte.

Çruss aus éberswa/oe /fioltkesirasse

4. Oben auf der Moltketreppe angelangt, sehen wir uns um - es ist im Jahr der Einweihung der Moltketreppe 1905 - und haben den Bliek auf Moltkestraße. Links wohnte General von Donop, zu dessem 70. Geburtstag Generalfeldmarschall von Mackensen als Gratulant kam. Links ragt der Turm der St.-Johanniskirche über die Häuser, Damals war die Moltkestraße gerade mit Rotdornbäumen bepflanzt, die später als große Bäume sich mit roten Blüten schmückten.

Eberswalde - Lulher-Flatz

5. Von der Moltketreppe gelangen wir sogleich zum Lutherplatz, der früher 'Platz am Kniebusch' hieß und später 'Platz an der Luthereiche', Am Luthertag 1892 wurde unter der Luthereiche ein Gedenkstein mit Broncetafe! enthüllt. Die Luthereiche wurde bei Anlage der Moltketreppe (1905) etwas nach rechts versetzt, sodaß die Moltkestraße auf sie zu verlief. Hinter dem Lutherplatz war hier oben ein Turnplatz vom Handwerkerverein eingerichtet worden, und zwar 1849 und ab April 1850 benutzt, Später wurde ein 'Wunderkreis' angelegt. Dieser diente zum Sport treiben. Den Mittelpunkt bildete eine Eiche, die später im Garten des Hauses Danckelmannstraße 17 stand.

6. Wir begeben uns nun von dem alten Turnplatz zu den nahe gelegenen 'Flamrn-Anlagen' am Waldrand. Zeitlich gesehen liegen diese Bilder natürlich weit auseinander. Stadtgartenbauinspektor Walter Flamm hatte diese großzügige Schmuckanlage geschaffen, der mit 42 Jahren durch Kraftfahrunfall früh verstarb. In der Mitte der Anlage eine vierstufige, breite Treppe, die zu steingefaßten B1umenrabatten führte, in deren Zentrum eine Figur auf einem Sockel sich befand.

7. Durch die Schützenstraße gehen wir hinunter zur Brunnenstraße und stehen vor der Villa 'Marchen', die in griechisch-jonischem Stil erbaut von dem Artist und Gastwirt Joharm Friedrich Dictus, Besitzer des Gasthauses 'Zur Goldenen Sonne' an der Zugbrücke, 1833 vollendet wurde. Er hatte 1826 das große Gelande, das vorher Bankier Schickler gehörte sowie den Familien Raumer und Schiele, gekauft. Damals stand hier eine Kammmühle an dem Teich von Schicklers. Es entstand ein kunstvoller Park mit Wasserfall, Springbrunnen, Bildwerken, diversen Postamenten, ein herrlicher Neptunbrunnen sowie Brückenanlagen und geschichtlichen Statuen. Früher sah man hier im Garten bisweilen eine Frau herumgehen, die als Mann gekleidet war und Pfeife rauchte.

Außen erkennen wir die große Freitreppe, innen war ein großer Saal.

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8. Infolge der Bildgröße machen wir einen kurzen Absteeher zu dem Lyzeum, das seit 1908 seinen Namen trug. Vorher hieß es Städtische Höhere Mädchenschule. 1907 wurde ein zweites Stockwerk auf den westlichen Seitenflügel gesetzt und 1913 wurde eine neue Aula gebaut. Die drei letzten Direktoren waren Georg Wenzel (1890-1917), DI. Otto Wendt (1917-1938) und Dr. Erich Noack (ab 1939). Seit 1928 ist das Lyzeum in die alte Bürgerschule I in der Düppelstraße umgezogen. Diese war 1892 gebaut worden. Die Allgemeine Berufsschule wurde in der Jägerstraße eingerichtet. Neben dern Lyzeum besteht die Buchhandlung von Hans Langewiesche, die Generationen von Schülern mit Schulbüchern und anderem belieferte und die damals schon Dichtervorlesungen veranstaltete; und gegenüber befmdet sich das Fotohaus von C.H. Habermann.

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