Eisenberg in alten Ansichten

Eisenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Heinz Janowski
Gemeente
:   Eisenberg
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6405-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eisenberg in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Stadt Eisenberg liegt in einer hügeligen Landschaft, die gekennzeichnet ist durch Wälder, Wiesen, Felder, Täler und Höhen und somit - wenn man sich ihr auf der A 9 von Leipzig her nähert - den Eindruck vermittelt, jetzt in Thüringen zu sein.

Die Lage der Stadt ist recht kurios, liegt sie doch sowohl im Tal als auch auf einem Hügel. Dieser Eindruck wird besonders deutlich, wenn man von Norden, vom Etzdorfer Berg, auf die Stadt blickt. Doch auch von Süden her erkennt man diese Hügellage sehr gut. Einen weiteren schönen Blick auf die gesamte Stadt hat man von Nordwesten, vom Rand der Beuche, einer bewaldetenAnhöhe oberhalb der Autobahn. Diese landschaftlich reizvolle Lage hat wahrscheinlich keine Rolle gespielt als diese Gegend erstmals besiedelt wurde. Archäologische Funde belegen, daß die Besiedlung bis in die Altsteinzeit zurück reicht. Viele Hinweise deuten daraufhin, daß es vor der eigentlichen Gründung der Stadt Eisenberg eine slawische Siedlung mit dem Namen Donitzschkau gegeben hat.

Die Gründung der 'neuen' Stadt Eisenberg - und hier gehen die Meinungen der Chronisten auseinander - könnte schon in kurzem Abstand nach Donitzschkau, etwa im 6. Jahrhundert erfolgt sein. Die erste urkundliche Erwähnung stammt allerdings erst aus dem Jahre 1196 - der Grund für die 800-Jahrfeier im Iahre 1996. Dietrich, Graf zu Weißenfels, verleiht in dieser Urkunde alle Zehnten von Eisenberger Weinbergen (Ysenberch) an das Kloster Altzella. Im Iahre 1219 wird durch Dietrich den Bedrängten das Zisterziensernonnenkloster von Zwickau nach Eisenberg verlegt. Die Stadtrechte müssen dann schon bald gefolgt sein. Die erste urkundliche Erwähnung städtischer Privilegien erfolgt im Jahre 1274. In diesem Iahr erhält die Stadt auch das erste Brauprivileg.

Die Entstehung des Namens Eisenberg ist unter Geschichtsforschern ziemlich umstritten. Während einige Chronisten den Namen von einem Ritter Iso ableiten, gehen andere davon aus, daß er mit der

Gewinnung von Eisen zu tun hat. Das Vorhandensein von Eisenstein in der Gegend soll aus Namen wie 'Rauda' , slawisch 'ruda' für Eisenstein, belegt sein. Diese Erklärung mag vielleicht schlüssig sein, gesichert ist jedenfalls keiner der Erklärungsversuche.

Die weitere Geschichte Eisenbergs: bis 1425 gehört die Stadt den Markgrafen zu Meißen und den Landgrafen von Thüringen. Es folgen wechselnde Zugehörigkeiten: bis 1554 ist es kursächsisch, dann ab 1592 weimarisch, 1603 altenburgisch, 1672 gehört es zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg. Nach dem Tode Herzog Ernst 1. wurden viele kleine Herzogtümer als Folge der Erbteilung geschaffen. Sohn Christian nahm 1675 Eisenberg als Residenz und es entstand aus den Ämtern Eisenberg, Camburg, Ronneburg und Roda das kleine Herzogtum Sachsen -Eisenberg. Dieses existierte nur bis 1707, nach dem Tod Christians fiel Eisenberg wieder an Gotha, von 1826 bis 1920 an Sachsen-Altenburg. Seit 1920 gehört es zum Land Thüringen.

Die Regierungszeit Christians hat Eisenberg das Schloß und die sehenswerte barocke Schloßkirche als Erbe hinterlassen.

Das 19. Jahrhundert und die erstenjahrzehnte des 20. Jahrhunderts haben Eisenberg zu einer Industriestadt gemacht, die geprägt wurde durch die Herstellung von Wurst- und Fleischwaren, Pianos und Cembalos, Etuis, Schamotte und Porzellan sowie durch die holzverarbeitende Industrie. Einige dieser Industriezweige sind noch heute in Eisenberg zu finden, ihre Blüte war jedoch zu Beginn des Jahrhunderts. In diese Zeit fällt auch die Blüte desVereinswesens in der Stadt. So gab es zum Beispiel sehr aktiveTurn- und Sportvereine, den sehr alten Schützenverein, den Mandolinenverein, den Kaninchenzüchterverein und viele andere mehr. Aus diesem Grund findet sich in diesem Album auch eine Reihe von Bildern aus diesem Bereich.

Das Bild der Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte und der letzten Jahrzehnte in vielen Bereichen verändert und im Zuge der Sanierungs-

arbeiten werden sich noch weitere Veränderungen ergeben. Vieles ist noch gut erkennbar, manches ist in jüngster Zeit nach vierzig Jahren der Vernachlässigung wieder sehr schön restauriert und herausgeputzt worden. Das Marktensemble mit Rathaus, Mohrenbrunnen und Klötznerschem Haus erstrahlt in neuem Glanz, die Gestaltung des Platzes mit pflaster und historischen Straßenlaternen gibt dem Markt sein historisches Flair zurück.

Vieles hat sich aber auch baulich so verändert, daß es für viele jüngere Bewohner Eisenbergs schwer ist, sich vorzustellen, wie es im 'alten' Eisenberg einmal ausgesehen hat. 'Eisenberg wie es keiner mehr kermt' könnte auch das Motto dieses Albums lauten, das alte Ansichten aus verschiedenen Epochen Eisenberger Geschichte zeigt. Ich hoffe, daß es sowohl jungen wie auch älteren Eisenbergern Vergnügen bereitet, in diesem Bildband zu blättern!

Widmen möchte ich dieses Album dem Eisenberger Amateurfotografen und Heimatfreund Heinz Peter, der im Jahre

1 993 verstor ben ist und schon zu seinen Lebzeiten eine Bilderchronik Eisenbergs geplant hatte. Das hier vorgelegte Bildmaterial stammt größtenteils aus seiner in vielen Jahren angelegten Sammlung, die er der Nachwelt zugänglich machen wollte.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herrn Paul Köhler, der weiteres Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat und mir mit Wissen und Rat zur Seite gestanden hat. Dank auch an Frau Gertrud Hedwig, die ebenfalls Bilder zu diesem Band beigesteuert hat.

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1 Die Postkarte aus der Zeit der Jahrhundertwende zeigt den südlichen Teil des Marktplatzes. Mitten auf dem Marktplatz steht das Rathaus mit den zwei ungleichen Türmen. Die Hauptfront weist die typischen Merkmale der Renaissance auf Wahrscheinlich wurde der Anfang des Baus gleich nach 1 274 gemacht, nachdem die Stadt das Schultheißenamt verliehen bekam. Der östliche Teil entstand um 1579, in den [ahren 1592/93 wurde dieser nach Westen erweitert. 1702 erhielt der Turm bei seiner Erhöhung die geschwungene Haube. Über dem Rathausportal befindet sich ein Wappenstein, auf dem sich die [ahreszahl I 579 befindet. Zu beiden Seiten findet man acht Buchstabengruppen. Es sind dies die Abkürzungen der Namen

der Stadtoberen dieses [ahres. Der kleinere Turm stammt aus dem [ahre 1 703. Die Wetterfahne auf dem großen Turm trägt die [ahreszahl 1888, in diesem [ahre wurde das Rathaus renoviert. Der östliche Eingang führte in den Ratskeller, wahrscheinlich Eisenbergs älteste Gaststätte. Rechts vom Rathaus sieht man die Stadtkirche St. Peter und das Klötznersche Haus, das jetzt Stadtmuseum ist. Im Vordergrund rechts ist die Germania zu sehen.

2 Diese Luftaufnahme aus den dreißiger [ahren läßt die in der Einleitung beschriebene Lage Eisenbergs gut erkennen. Links ist der Schützenplatz mit Café Dietzmann zu sehen, rechts das auffällige Gebäude der Schillerschule. Im Vordergrund erkennt man sehr deutlich die ehemalige Porzellanfabrik Kalk, die mittlerweile völlig abgerissen wurde. Etwa in der Mitte des Bildes zum oberen Rand hin ist das Marktensemble zu erkennen.

3 Diese Detailaufnahme aus den dreißiger [ahren zeigt deutlich die Anlage des Marktplatzes: das Rathaus steht fast diagonal im quadratischen Platz, dahinter die Stadtkirche, daneben das Klötznersche Haus. Links hinter dem Rathaus wird der Mohrenbrunnen durch die Bäume verdeckt. Deutlich zu sehen sind die Superintendentur, rechts daneben das zweite Haus, das frühere sogenannte 'Braune Haus', das in der Nazizeit die Parteizentrale

der NSDAP war und nach dem Krieg die Kreisleitung der SED beherbergte. Jetzt wird es als Bürohaus genutzt.

4 Diese Postkarte bietet eine interessante Perspektive: deutlich sind die beiden verschieden großen Rathaustürme zu sehen. Links kann man das Haus an der Ecke Markt/Schloßgasse gut erkennen. Es fállt durch seinen schönen, geschweiften Renaissancegiebel auf. Das Haus wurde 1573 erbaut und war im Besitz des Stadtschultheißen Sebastian Schlagk. Später gehörte es dem Kaufmann Balthasar, der einen Kolonialwarenladen betrieb, und noch später war es das Kaufhaus Hundertmark. In jüngster Zeit war es Konsumverkaufsstelle.

5 Auf diesem alten Foto sind die Eisenberger Ratsherren und Stadtverordneten des [ahres 1919 verewigt. Von links nach rechts sind zu sehen: 1. Schmidt, Knopfe, Metius, Glück, Honigmann, Manig, Götz, OUo Randhahn (Vorsteher), Pönisch, Weissbrod, Stolze (Bürgermeister), Dr. Schulze, Kellberg, Erler,

Dr. E. Kaempfe, Reichenbach, Sanitätsrat Dr. Hesse, Peipelmann und Sperrhake.

6 Im [ahre 1886 wurde auf dem Markt die Germania als Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen aus Eisenberg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 errichtet. Es stand sechzig Iahre an seinem Platz vor der ehemaligen Buchhandlung Bauer. Auf dem großen und dem kleinen Schild waren die Wappen der Stadt und der (nicht historischen) Grafschaft Eisenberg zu sehen. Rings um den Sockel standen die Namen der Gefallenen. Geschaffen wurde das Denkmal von Alexander Schmidt aus Meißen. Im [ahre 1946 wurde das Denkmal von übereifrigen Kommunisten zerstört. Heute ist nur noch das Fundament mit einer Blumenschale zu sehen.

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7 Dieses sehr alte Foto wurde aufgenommen anläßlich des 2SjährigenJubiläums der Freiwilligen Feuerwehr im [ahre 1887. Im Hintergrund des Marktes sieht man einige interessante Häuser: in der Mitte erkennt man das Café Pfau, die spätere Buchhandlung Bauer. Erbaut wurde dieses Haus in der Mitte des 18. Jahrhunderts vom Prinzen [ohann Adolph von SachsenGotha. Im [ahre 1 81 3 beherbergte dieses Haus einen prominenten Gast, den russischen Zaren Alexander 1., der im Zusammenhang mit dem napoleonischen Krieg in der Gegend weilte. Auf der rechten Seite befindet sich die Stadtapotheke, die Anfang des 16. Jahrhunderts eingerichtet wurde. Um die Apotheke rankt sich eine kleine Geschichte: es gab früher zwei Apotheken, eine Stadt-und eine Hofapotheke, die miteinander konkurrierten. Als der Hofapotheker starb und der Stadtapotheker dessen Witwe heiratete, waren die Probleme

gelöst. Das Haus neben der Apotheke gehörte dem Klempnermeister Knopfe, das sich anschließende Haus dem Lebensmittelhändler Mackrodt. Das Eckhaus wurde Ende des 19. [ahrhunderts neu gebaut, weil das alte beim großen Brand der Marktgasse 1893 abgebrannt war.

Diesem Brand fielen damals zehn Häuser zum Opfer und viele Menschen wurden obdachlos.

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8 Das Bild zeigt recht gut den Übergang vom Marktplatz in den Steinweg. Links sind die bereits beschriebenen Häuser des Marktes zu erkennen. Das Eckhaus auf der rechten Seite ist das Gaeblersche Haus, ein Patrizierhaus, das einen ähnlichen Giebel hatte wie das ehemalige Kaufhaus Hundertmark schräg gegenüber. Einer Inschrift im Hausflur zufolge dürfte das Haus 1604 gebaut worden sein.

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