Eisfeld in alten Ansichten Band 4 / Aus Stadt und Amt Eisfeld

Eisfeld in alten Ansichten Band 4 / Aus Stadt und Amt Eisfeld

Auteur
:   Renate Gauß
Gemeente
:   Eisfeld in alten Ansichten
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6406-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eisfeld in alten Ansichten Band 4 / Aus Stadt und Amt Eisfeld'

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Einleitung

Wenn wir den vorangegangenen drei Bänden 'Eisfeld in alten Ansichten' noch einen vierten folgen lassen, so erfüllen wir die Wünsche von Lesern und Betrachtern, die sich Eisfeld und der südthüringisch-fränkischen Landschaft verbunden fühlen. Leider ist es nicht möglich, allen zu danken, die zum Gelingen der' Ansichten' beigetragen haben, aber stellvertretend für sie möchten wir Herrn Professor Dr. Hans-Dieter Mierau, Würzburg, nennen, der uns einen großen Teil der vorliegenden Fotografien zur Verfügung stellte. Eine Reihe von Ansichten stammt aus dem Archiv des Museums 'Otto Ludwig' Eisfeld, dessen Leitung wir ebenfalls zu Dank verpflichtet sind. Allerdings soll unser Blick mehr als bisher über Eisfelds Stadtgrenzen hinausgehen in dem Bemühen, auch das Umland zu erfassen, freilich ohne Anspruch aufVollständigkeit zu erheben. Damit werden wir der Rolle unserer kleinen Stadt gerecht, die über Jahrhunderte der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt der Region zwischen oberer Werra und Schleuse gewesen ist, als Stützpunkt feudaler Macht und kirchlicher Verwaltung, als Marktort an der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Erfurt oder vom 'Wald' über das 'Marterle' nach Hildburghausen, als Standort bodenständiger Gewerbe, die das Leder, den Flachs und die Wolle verarbeiteten, und nicht zuletzt als ein kleines industrielles Zentrum des Wald- und Vorwaldgebietes. Als 1890 die Kleinbahn Eisfeld-Unterneu-

brunn als Nebenstrecke derWerrabahn in Betrieb genommen wurde, im Volksmund das 'Crûnderlc' oder 'Bimberle', und 1911 noch die Strecke Eisfeld-Sonneberg folgte, kamen täglich Hunderte von Männern und Frauen zur Arbeit in die Porzellanfabrik, in die Spielwarenbetriebe, später auch in die Metall- und Textilfirmen. Was aber die Glashütten, die Sägewerke und Kistenfabriken im Waldgebiet an Roh- und Brennstoffen benötigten, ging wie ihre Erzeugnisse als Bahnfracht hin und her, mitten durch die Dörfer im 'Crund', und zahllos sind die Geschichten und Anekdoten, die noch heute von der Kleinbahn und den 'Bahnern' in fröhlicher Runde erzählt werden. So hat zu allen Zeiten ein lebendiger Austausch zwischen Eisfeld und seinem Hinterland stattgefunden, und wenn die Leute vom 'Wald' etwas Dringendes zu besorgen hatten, zum Gericht, zum 'Dokter' oder in die Apotheke mußten, dann gingen sie 'nei die Stoodt' oder nach' Asfall'.

Von Haus zu Haus gingen die Hausierer 'aus der Schnett' oben vom Simmersberg und boten ihre Holzwaren an, Bürsten, Schneidbrettchen und 'Zwirbel' ( Quirle) in allen Abmessungen bis hin zum großen 'Klóßquirl' für die Thüringer Klöße, die sonntags aufkeinem Familientisch zum Mittagessen fehlen durften. Auch die kleinen, mit bunten Blumen bemalten Schnetter Kästchen und Truhen wurden von Hausfrauen als Behältnis für den Nähbedarf gern gekauft. Die 'Butterfra' aus

Brünn oder Crock wanderte bei Wind und Wetter in die Stadt und belieferte die kleinen Läden oder bürgerliche Haushaltungen mit Milch, Butter, Quark und Eiern aus der eigenen Landwirtschaft, bescheiden und dunkel gekleidet mit Kopftuch, [acke und Schürze, an den Füßen die selbstgefertigten 'Bädatschen' aus Schafwolle, die für den Winter noch mit Wollflocken gefüttert waren, die 'Zöbelsocken' oder 'Flockendumpen'. Die Crocker Eier aber, so hieß es im Volksmund, hätten 'zwä Dööter', zwei Dotter, seien sie doch besonders groß und ein wenig teuerer als die landesüblichen Hühnereier. Zu einem beliebten Treffpunkt der Leute aus Stadt und Land entwickelte sich der Eisfelder 'Säumarkt' auf dem Neumarkt in der Altstadt, der 1826 von Bürgermeister Wilhelm Härtel ins Leben gerufen wurde. Hier kaufte und verkaufte man seine Ferkel für die Aufzucht, aber auch Futter, Getreide, Obst und Gemüse, alles das, was auf den kargen Böden und bei dem rauhen Klima auf dem 'Wald' nicht gedeihen wollte. Nur die 'Ardäplel' gediehen auf den steinigen Äckern einigermaßen und sicherten den 'Wäldlern' in Notzeiten das Überleben. Die Eisfelder kauften ihre Winterkartoffeln gern von den Bauern in Heid oder Herbartswind, wo die leichten Sandböden besonders schmackhafte Knollen hervorbrachten.

Erst allmählich, im Laufe des 19. Jahrhunderts, begann sich das einheimische Bürgertum der Schönheit dieser Landschaft bewußt zu werden, zunächst im romantisch-schwärmerischen Sinn der Dichterworte von Otto Ludwig 'Hcimat, was liegt in diesen zwei kleinen Silben ... Im Gedanken Heimat umarmen sich all unsere guten Engel...', dann jedoch durchaus in der

Erkenntnis, daß Waldesluft und Wanderlust der Gesundheit nützen und das Geschäft beleben.

Unter den zahlreichen Vereinen, die in Eisfeld und Umgebung Geselligkeit, Sport, Gesang, Musik und Heimatpflege auf ihre Fahnen geschrieben hatten, erfreute sich besonders der Thüringer- Wald-Verein einer großen Anhängerschar. Wanderungen zur Lauterburg und in die Rosenau bei Coburg, nach Hirschendorf und Hinterrod oder zur 'richtigen' und zur 'falschen' Werraquelle bei Fehrenbach beziehungsweise bei Siegmundsburg gehörten zum Programm, und 1901 gelang nach großen Anstrengungen und finanziellen Opfern der Bau des Bleßturmes mit der Aussichtskanzel in über 866 m Höhe. Die Fotografen eroberten mit schwerer Ausrüstung das schwierige Terrain und versuchten, die fototechnischen Möglichkeiten durch grafische Umsetzung zu ergänzen, so bei unserem Panorarnabild aus den zwanziger [ahren mit der Unterschrift 'Eisfeld (Thür.) aus der Vogelschau'. Hier wird mit Eisfeld als zentralem Motivein landschaftlicher Ausschnitt aus dem südlichen Teil des Mittelgebirges und seinem Vorland dargeboten, der das Territorium des ehemaligen Amtes Eisfeld bis hinauf zum Rennsteig umfaßt. Dieses Amt, hervorgegangen aus der mittelalterlichen Cent Eisfeld, reichte südlich der Stadt an das Amt Lauter und ging im Osten am Bleßmassiv an die schwarzburgische Grenze, im Norden bis an die 'wilde' Schleuse, den Grenzfluß gegen die hennebergischen, später preußischen Gebiete um Schleusingen. In Allzunah erreichte die Grenze ihren nördlichsten Punkt, bog entlang der 'I andwehr' bei Waldau um und erreichte über Schwarzbach und

Goßmannsrad mit dem Thomasberg wieder die Eisfelder Flur. Wer von Süden her, aus dem Coburger Land, über die Langen Berge und die Rottenbacher Höhe in Richtung Eisfeld wandert, hat von der Höhe herab gewissermaßen den Einstieg in die nordwärts zum Mittelgebirge ansteigende wundervolle Landschaft vor Augen, den sogenannten Eisfeld-Blick an der bayerisch-thüringischen Grenze. Eingebettet in die sanfte Mulde des Werratales, liegt die kleine Stadt mit Kirche und Schloßturm vor uns, im Hintergrund schwing, bewegt die eindrucksvolle Kulisse des südlichen Thüringer Waldes, im Hirschbachgrund sieht man die Häuser von Hirschendorf und darüber die Gemarkung der Gemeinde Hinterrad. Es ist eine geschichtsträchtige Gegend, noch in Sichtweite der Gleichberge und ihrer vorgeschichtlichen Wallanlagen, in karolingischer Zeit kolonisiert von fränkischen Bauern und Edelleuten, aber auch slawischen Siedlern, deren Nachkommen immer weiter ins Gebirge vordrangen. Ein Grund dafür war die Suche nach Bodenschätzen, von denen sich zum Beispiel Eisenerze im Hirschendorfer Grund und am Aralsberg, Kupfer am Priemäusel, im Tannengrund und am Burebach sowie Schwefel am Zeupelsberg und unterhalb von Gießübel fanden. Der Bergbau verlor jedoch im 17. Jahrhundert völlig an Bedeutung, wie auch das Hüttenwesen. Die Eisfelder Saigerhütte, die seit ihrer Gründung 1479 graße Mengen mansfeldischen und böhmischen Kupfererzes verarbeitet hatte und neben der Messingdrahthütte in Unterneubrunn auch die Messen in Nürnberg mit Kupfer sowie die sächsischen Münzstätten mit Silber beliefert hatte, wurde 1641 während des Dreißigjährigen

Krieges zerstört. Lediglich die Flurnamen 'Hüttengärten' und 'Hüttengasse' sowie Reste von Schlacken zeugen von der ausgedehnten Anlage. Kurzzeitig wurde 1710 auf dem Gelände eine Glashütte betrieben.

Tradition hat im Waldgebiet auch die Glasmacherei die nach den mittelalterlichen Wanderglashütten mit der Gründung der ersten thüringischen Dorfglashütte 1 S 2S in Langenbach bei Waldau bodenständig wurde. Über die Glashütten Fehrenbach, gegründet 1 S 64, und Lauscha, 1 S 97, verbreitete sich die Glasmacherei bis in den Frankenwald. Wesentliche wirtschaftliche Impulse auch für den Eisfelder Raum sind von dem Glasmeister Gotthelf Greiner aus Limbach (1732-1797) ausgegangen, der als Nacherfinder des Porzellans und als einer der Begründer der thüringischen Porzellanindustrie in die Geschichte einging. Für die Porzellanmanufakturen Limbach, Kloster Veilsdorf und Rauenstein sind auch Einwohner von Stadt und Amt Eisfeld als Porzellanmaler tätig gewesen, unter ihnen Elias DresseI, Schöpfer des Limbacher Haartrachtenservices. Auch in Schnett und Friedrichshöhe wurde die Porzellanmalerei ausgeübt. Nach der Hinwendung zu technischen Massenartikeln aus Preßporzellan in der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts förderte die Porzellanfabrik Kloster Veilsdorf mit ihren Zweigwerken in Brattendorf (1889) und Eisfeld (1897) den schnellen Durchbruch der Elektrotechnik. Daran hatten auch Hunderte von Familien im Waldgebiet Anteil, die Heimarbeit für die Veilsdorfer Fabrik leisteten.

Der Holzreichtum der Wälder und die Wasserkraft der Gebirgsbäche, einschließlich der Quellbäche der Werra, sind

seit jeher die wichtigste Existenzgrundlage vieler Menschen in Stadt und Amt Eisfeld gewesen. Köhler und Harzscharrer, Pechsieder, Holzmacher, Schindler, Löffler, Büttner und Drechsler sowie Schnitzer, Schreiner, Stellmacher und Zimmerleute verarbeiteten die natürlichen Rohstoffe des Waldes, oft gegen den Widerstand der städtischen Zünfte, die in den Dorfhandwerkern nur 'Stórer ' und 'Pfuscher' sahen. Im 18. [ahrhundert gründeten sich auch im Herzogtum Sachsen-Hildburghausen mehrere Landinnungen, so 1774 die Landinnung der Schreiner im Amt Eisfeld, der vor allem die Meister in Schnett und Heubach angehörten. In Schnett entwickelte sich die Herstellung bemalterTruhen und Möbel für den Bedarfländlicher und kleinbürgerlicher Haushalte mit weitreichenden Absatzverbindungen nach Hessen und Franken hinein. In über- und Unterneubrunn gab es regelmäßig Märkte für Böttcherwaren und andere Holzartikel aus dem Waldgebiet, und in Crock und überwind fertigte man landwirtschaftliches Gerät und die schön geschnitzten Stirnjoche für Kuhgespanne. Hinterrod, Waffenrod und Crock lieferten Holzpferdchen und Kasperköpfe für Verlagsgeschäfte in Sonneberg und Eisfeld, während in Schwarzenbrunn und Sachsendorf die Geschirre und anderes Zubehör gefertigt wurden. Die Stadt Eisfeld, wo zahlreiche Familien als Bossierer auch Spielzeug aus Papier-maché fertigten oder ihren Broterwerb in den ortsansässigen Puppenfabriken fanden, war um 1900 ein Teil des Sonneberger Spielzeuglandes geworden. Dazu gehörten auch die zahlreichen Märbelmühlen, die zum Teil aus Mahl- und Ölmühlen hervorgegangen waren und in denen der einheimische Kalkstein zu

'Màrbeln' (= Murmeln) verarbeitet wurde. Seit Beginn des 20. Iahrhunderts ging man jedoch dazu über, diese Spielkugeln aus Ton herzustellen, ein weitaus preiswerteres Verfahren, so daß die Märbelmühlen nach und nach stillgelegt werden mußten. Ebenso erging es den zahlreichen Eisenhämmern, die einst für Huf- und Nagelschmiede arbeiteten, den Schneidmühlen und Sägewerken, die im romantischen Bibergrund das Holz zu Brettern, Dielen und Bohlen schnitten, den Loh- und Walkmühlen, die allesamt der aufkommenden Industrie unterlagen. Sie verfielen oder sind wie die Rote Mühle bei Biberschlag als Baudenkmal erhalten geblieben.

So ergeben die' Ansichten aus Stadt und Amt Eisfeld' einen kleinen Exkurs durch die Geschichte dieser kleinen Region im südlichen Thüringer Wald und dem Gebirgsvorland und zeigen ein wenig von der landschaftlichen Schönheit dieser Region.

EISFELD [Thür.] und Umgebung a. d. Vogelschau

1 'Aus derVogelschau' blicken wir auf das Eisfelder Land zwischen oberer Werra und Schleuse, ein Panoramabild aus den zwanziger [ahren, das nach fotografischer Vorlage im Atelier Feller, Isny, gestaltet wurde. Es umfaßt in etwa das ehemalige Amt Eisfeld, das als Verwaltungs-sprengel aus der mittelalterlichen Cent hervorging und erst nach der Bildung des Landkreises Hildburghausen 1868 aufgelöst wurde. Es lebte jedoch als Amtsgerichtsbezirk mit geringfügigen Änderungen bis 1952 fort. Eisfeld war als eine der ältesten Siedlungen des südlichen Vorwaldgebietes der weltliche und geistliche Mittelpunkt des Umlandes, erstmals um 802 n. Chr. erwähnt. Im Schnittpunkt alter Verkehrswege entwickelte sich die bäuerliche Siedlung

'Asifeld' zum Marktort und zur Stadt 'Esefeld' (1316) und erhielt unter Graf Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen von König Ludwig d. Bayer das Stadtrecht. 1374 gingen Stadt und Amt Eisfeld in den Besitz der Wettiner, der Markgrafen von Meißen, über, wurden Teil der 'sächsischen Ortslande in Francken'. 1642 des Herzogtums Sachsen-Gotha, 1680 des Herzogtums Sachsen-Hildburg-hausen, das 1826 in dem Herzogtum Sachsen-Meiningen und mit diesem 1920 in den FreistaatThüringen aufging.

2 Der Maler und Fotograf Hanns Glaser wußte sehr wohl, welch dankbares Motiv er mit seiner Kamera einfing: Der Blick aufEisfeld von Süden her, die Stadt mit Kirche und Schloß zwischen den Bäumen, dahinter das Birkenbühl und der Hirschbachgrund, wo die ersten Häuser von Hirschendorf sichtbar werden. Darüber erheben sich die südlichen Berge des Thüringer Waldes mit dem Burgberg und dem Gehege, dazwischen die Hochfläche bei Hinterrad. Als nach dem

Zweiten Weltkrieg die innerdeutsche Grenze dicht hinter Eisfeld verlief, trafen sich am 'Eisfeld-Blick' auf der Höhe oberhalb des Dorfes Rottenbach manche der im Westen Deutschlands lebenden Eisfelder, um über den Grenzzaun hinweg in das Eisfelder Land zu schauen, das einst ihre Heimat war. Unser Foto ist von einer anderen Stelle aus aufgenommen worden.

3 Wir sind dem unbekannten Fotografen dankbar, der uns eine der ältesten Ansichten von Eisfeld überliefert hat, gilt doch das Original der Radierung als verschollen: 'Prospect von Eisfeld, an der Werra von der Seite gegen Norden. Joh. Friedr. Beer nach der Natur gezeichnet 1758 als Rothgerber. Joh. Pet. Beer radirt zu Franckfurt alm 1802.' Die Ansicht zeigt die für Eisfeld typische Zweiteilung in die von der Werra durchflossene Altstadt mit dem 'Lügentürmle' als Teil des HirschendorferTores

und oben, auf der Hochfläche zwischen Schloß und Kirche, die Neustadt, umgeben von der zwischen 1664 und 1673 wiederaufgebauten Stadtmauer mitToren und Türmen. Nicht nur Kirche und Schloß, auch das Rathaus zeigt sich turmbewehrt. Im Hintergrund sind der ummauerte Friedhof, darüber die Richtstätte mit dem Galgen auf dem Galgenberg zu sehen. Der Brand von 1822 und der Abbruch derTore haben dieses Bild stark verändert.

4 Generationen von Fußgängern, Kuhgespannen und pferdefuhrwerken hatten dieses Bild vor Augen, wenn sie mühsam die ungepflasterte landstraße über den Cracker Berg erklommen hatten und sich, im Schatten der Chausseebäume, der Stadt näherten. Eisfeld lag nun vor ihnen, malerisch dargeboten, wie hier auf der Postkarte vom Verlag Max Hopf, doch weit genug entfernt, um die alltäglichen

'Schónheitsfehler' des Kleinstadtmilieus vor achtzig, neunzig [ahren nicht wahrzunehmen.

5 Wie diese Luftaufnahme zeigt, ist Eisfeld in den zwanziger [ahren gewachsen. Die ersten Wohnhäuser in der Wiesenstraße sind bezogen, die Gärten noch kahl. Die Puppenfabrik Eduard Seifert, erbaut 1927 in der Georgstraße, steht schon. 1937 zogen hier die Bruhn -Werke ein, die Rüstungsgüter fabrizierten. Über die Stadt hinweg mit ihrem alten Kern

zwischen Kirche und Schloß erfaßt die Kamera auch den Hang des Stelzner Berges, wo der Bau von Wohnhäusern begonnen hat.

6 Mitten im Feld, auf der großen Ackerf1äche des Stelzner Berges, muß Hanns Glaser an einem schönen Spätsommertag gestanden haben, als er den Blick auf seine Heimatstadt fotografierte, ein Motiv, das er auch mehrfach gezeichnet und gemalt hat. Noch ist der untere Hang nicht bebaut. In westlicher Richtung, über die Getreidepuppen hinweg, über die Ziegeldächer der Scheunen am Oberen Tor, kommt mit Schloß und Kirche das Städtchen ins Bild, im Hintergrund sieht man die Waldungen des Thomasberges.

7 Ein Frühlingsblick ist es, den uns Hanns Glaser mit seiner Kamera geschenkt hat. Der Weg am 'Rangele', der an der Kastnersmühle vorbei zur Hirschendorfer Straße führt, erlaubt zu dieser frühen [ahreszeit eine ungehinderte Sicht hinauf zum Schloß und - in verkürzter Perspektive - bis zur Kirche. Ganz rechts ist noch das alte, schiefergraue 'Lügentürmle' zu sehen.

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