Ellwangen in alten Ansichten

Ellwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans-Helmut Dieterich und Dr. Hans Pfeifer
Gemeente
:   Ellwangen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2976-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ellwangen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Geschichte der Stadt Ellwangen

Die geschichtliche Entwicklung Ellwangens ist eng verbunden mit dem 764 gegründeten Benediktinerkloster. Ob es bereits vor dieser Klostergründung eine ältere, gleichnamige dörfliche Siedlung am Fuß des Buchenbergs gegeben hat, ist von der Geschichtsschreibung unterschiedlich beantwortet worden. Vergleicht man jedoch die in die Lebensbeschreibung des Klostergründers Hariolf eingeflochtenen Lokalangaben mit der Topographie, so ergibt sich mit großer Wahrscheinlichkeit, daß ein Ort Elchenwang oder Elehenfanc vor dem Kloster bestanden hat, Jedenfalls bestand bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts Ellwangen aus zwei Teilen. Das war einmal der ummauerte Klosterbezirk auf dem Klosterhügel mit Kirche, Klausur und Wirtschaftsgebäuden. Südlich dieser befestigten Anlage lag die dörfliche Siedlung mit einer Kirche. Um 1138 setzt nun die entscheidende Entwicklung zur Stadtbildung ein. Damals wurde offensichtlich die südliche Mauer des Klosterbereichs abgerissen, der Graben aufgeschüttet und der Wall teilweise zur Straße (heute Spitalstraße) gemacht. Dadurch konnte der nördliche Teil der weltlichen Siedlung in diese Anlage miteinbezogen werden.

Der Stadtkern hat eine ovale Urnrißform. Die Klosterkirche auf dem Hügel bildet den überragenden Mittelpunkt. Die Häuserreihen sind halbkreisförmig, konzentriert auf die Klosterkirche ausgerichtet. Von ihr gehen, radial ausstrahlend, die Gassen und Straßen aus und führen in die Siedlung hinein. Die Stadt Ellwangen erweist sich demnach ganz deutlich als bewußte Schöpfung. Die ganze Stadtanlage ist im

Grundriß und Aufbau auf das Gotteshaus, den geistigreligiösen Mittelpunkt hin orientiert.

Die Gründungsanlage war relativ klein, daher wurde sie in kurzer Zeit bebaut. Eine Erweiterung war daher bald notwendig. Und so wurde das Dorf um die Marienkirche mit der bisherigen Stadt vereinigt, Diese zweite Phase der Entwicklung der Stadtanlage erfolgte wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die jetzige Gesamtsiedlung wurde durch eine neue Stadtmauer geschützt, die sich in ihrem Verlauf wohl mit der heute noch in Teilen sichtbaren mittelalterlichen Ummauerungslinie deckt. Außerhalb der bis 1800 weitgehend erhaltenen Stadtbefestigung lagen später der 'Schöne Graben', der 'Sebastiansgraben' und der 'Mühlgraben', Bis ins 19. Jahrhundert besaß die Stadt drei große Tore: das Steintor im Süden, das Jagsttor im Nordwesten und das Obere oder Schloßtor im Osten. Trotz zahlreicher Kloster- und Stadtbrände blieb die Gründungsstruktur der Stadtanlage erhalten.

Als civitas, als eine Stadt im rechtlichen Sinn, wird Ellwangen in den Klosterannalen zum Jahre 1201, in einer Urkunde erstmals 1229 erwähnt. Stadtherr war der Abt, nach der Umwandlung des Klosters in ein Chorherrnstift der Fürstpropst. Den Bürgern ist es nie gelungen, ihre Stadt aus der Herrschaft der Äbte oder Pröpste zu befreien und die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen. Ellwangens Schicksal war, fürstliche Residenzstadt in der Abtei- und Propsteizeit zu bleiben.

Die Blüteperiode des Klosters Ellwangen während der Stauferzeit hat auch das Stadtbild geprägt. Abt Kuno erbaute

auf dem Schloßberg die erste Burg, die künftighin die Residenz des Abtes wurde, die zugleich aber auch dem Kloster und der Stadt zum Schutz dierite. Die heute als städtebaulicher Mittelpunkt und Wahrzeichen der Stadt erscheinende spätromanische Klosterkirche wurde zwischen 1182 und 1233 errichtet. Dieses Gotteshaus stellt den besonderen Beitrag Ellwangens zur Architektur dieser Zeit dar. Hier wurde zum ersten Mal auf schwäbischem Boden das Prinzip der flachen Holzdecke durch das der gewölbten Kuppeln abgelöst. So wurde diese dreischiffige Pfeilerbasilika der 'bedeutendste unter den wenig zahlreichen romanischen Gewölbebauten Schwabens' (Dehio),

Nach einer Phase des inneren und äußeren Niedergangs wurde das Benediktinerkloster umgewandelt in ein Chorherrenstift mit einem Stiftskapitel und einem Fürstpropst an der Spitze. Diese rechtliche Umwandlung der geistlichen Institution blieb nicht ohne Auswirkungen auf das Stadtbild. Zwischen den bürgerlichen Giebelhäusern entstanden nun die machtigen, mit Madonnenstatuen geschmückten Kurienhäuser der Stiftsherren, die sich wie im Kranz um die Stiftskirche gruppieren. Die auf Repräsentation bedachten Fürstpröpste aus den einflußreichsten Familien der Reichskirche (Wittelsbach, Schönborn) bauten im 17./18. Jahrhundert die Stadt zur vornehmen Fürstenresidenz aus. Durch sie und die Jesuiten kam die kleine Stadt in Verbindung mit der großen Welt des Barock. Und so erlebte die Kunst in Ellwangen ihre reichste Blüte in dem Jahrhundert zwischen 1650 und 1750. Durch die Vielzahl markanter Bauten und eine erstaunliche Fülle beachtlicher Kunstwerke erhielt Ellwangen damals so recht

eigentlich Gewand und Gestalt einer geistlichen Fürstenresidenz.

Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Stadt brachte die Säkularisation 1802/03. Ellwangen kam an das Herzogtum, spätere Königreich Württemberg. Von 1811 bis 1918 hatte Ellwangen den Rang einer 'Guten Stadt' des Königreichs mit dem Recht, einen eigenen Abgeordneten in den Landtag zu wählen. Von König Friedrich zunächst als Sitz des neuen katholischen Landesbisturns vorgesehen, erhielt die Stadt 1812 Generalvikariat, Priesterseminar und eine katholisch-theologische Universität. Doch wurden diese Einrichtungen bald nach Rottenburg und Tübingen verlegt, und Ellwangen wurde mit Verwaltungsinstanzen abgefunden. Allerdings wurden im Laufe der folgenden anderthalb Jahrhunderte immer wieder wichtige staatliche Institutionen von Ellwangen abgezogen. Das frühere jahrhundertealte Regierungszentrum und der kirchliche und kulturelle Mittelpunkt büßten mehr und mehr an Bedeutung ein,

Eine entscheidende Veränderung der Situation wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeleitet. Um den Altstadtkern wurden neue Wohnsiedlungen geschaffen, durch die Ansiedlung industrieller und gewerblicher Betriebe konnten zusätzliche Arbeitsplätze angeboten werden. Für die Weiterentwicklung der Stadt war es von entscheidender Bedeutung, als sich anfangs der siebziger Jahre die benachbarten Gemeinden mit ihr vereinigten. Dadurch erhielt die Stadt die Chance und die Grundlagen, der ihr durch Lage und Tradition zukommenden Funktion als Virngrundmetropole gerecht zu werden.

1. Die um 1900 entstandene Aufnahme zeigt das Gebäude, in dem die Königliche Kreisregierung ihren Sitz hatte. Ellwangen war von 1817 bis 1924 Zentrum der Verwaltung des Regierungsbezirks Jagstkreis, dessen Grenzen sich bis heute in etwa in denen des Landgerichtsbezirks Ellwangen wiederspiegeln. Die Aufhebung der Kreisregierungen durch Verordnung der Württembergischen Staatsregierung vom 10. März 1924 bedeutete für die Stadt einen herben Verlust an Bedeutung und Ansehen.

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2. Diese südliche Choransicht der Ellwanger Stiftskirche stammt aus dem Jahre 1897 und ist sicherlich eine Seltenheit schon deshalb, weil auf ihr noch der alte gußeiserne Brunnen mit seiner Brunnensäule aus Stein zu sehen ist, der wie die Brunnen am Landgericht, am Haus Zimmerle und am Palais Adelmann im Jahre 1899 abgebrochen wurde. Der Grund für diese bedauerliche Maßnahme soll gewesen sein, daß die Ellwanger sich nur ungern daran gewöhnen mochten, das Wasser nicht mehr den Brunnen, sondern der neuen, kurz vor 1900 errichteten städtischen Wasserleitung zu entnehmen.

3. Häusergruppe am Marktplatz. Madonnengeschmückte Stiftsherrnhäuser umsäumen den Kirch- und Marktplatz des ehemaligen Chorherrnstifts. Sie wurden nach der Säkularisation Amtsgebäude weltlicher Behörden. Das linke Gebäude war bis 1938 Dienstsitz des Oberamts Ellwangen; das mittlere beherbergte das Forstamt, heute ist es Polizeigebäude. Rechts davon steht das evangelische Pfarrhaus.

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4. Häuserreihe südlich des Marktplatzes. Südlich des heutigen Marktplatzes erstreckt sich im Oval eine stattliche Häuserreihe; es sind meist ehemalige Stiftsherrnkurien und Amtshäuser aus der Zeit der Fürstpropstei. Im Haus Theodor Richter wohnte früher der fürstpröpstliche Amman. Das Hotel 'Goldener Adler' gehört zu den ältesten nachweisbaren Gasthöfen der Stadt. Der Platz innerhalb der Baumreihe bis zur Basilika, der heutige Marktplatz, war bis 1802 Stiftsfriedhof, auf dem eine Magdalenen- und Peter-undPauls-Kapelle standen.

5. 'Rose', 'Kreuz' und 'Bären' präsentieren sich gediegen und schmuck dem Betrachter, sinnfälliges Zeichen dafür, daß auch um 1900 gute Gaststätten ihren Besitzern zu soliden Lebensverhältnissen verhalfen.

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~ 6. 'Krone', 'Sonne', 'Kreuz' und 'Rose' luden vor dem Zweiten Weltkrieg in trautem Nebeneinander Fremde und Einheirnische zu Gast. Die 'Sonne', vor 1932 noch Gasthaus 'Zum Bären' wurde bei der Beschießung Ellwangens im April 1945 zerstört.

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Josef Baumgärtner Weinhandlung.

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7. Dem Kronenbergle beim Schwurgericht gab das Weinrestaurant 'Zur Krone' seinen Namen. Das Gebäude wurde im Jahre 1957 abgebrochen und wich wie sein Nachbar, die 'Sonne', dem Sparkassengebäude.

8. Am Schnittpunkt bedeutender Fernstraßen in der Innenstadt gelegen war die 'Alte Post' eines der stattlichsten weltlichen Gebäude Ellwangens. Noch steht auf der Abbildung der alte Röhrenbrunnen vor dem Haus, der damals kurz vor 1900 dem Verkehr noch keineswegs hinderlich war. Die 'Alte Post', ursprünglich 'Schwarzer Adler' benannt, war schon im 18. Jahrhundert ein renommierter Gasthof, in dem auch Joharm Wolfgang von Goethe, aus der Schweiz kommend, vom 3.-4. November 1797 übernachtete. Die Bemalung der Fassade, in die dieses Ereignis Eingang gefunden hat, schuf der Kunstmaler Kolb 1895/96.

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