Elsterberg in alten Ansichten

Elsterberg in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Heinz Zierdt
Gemeente
:   Elsterberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5531-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Elsterberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Geschichte und Volkskunde fanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Zeit des besinnlichen Biedermeiers, zu ihren Wurzeln zurück. Aber es dauerte noch einige Jahre, ehe ein Politikum, nämlich die Gründung des deutschen Kaiserreichs, allgemeines Interesse für die Vergangenheit auch im Vogtland hervorbrachte, waren doch Dinge und Ereignisse der damaligen feudalen Ära allzu gegenwärtig und riefen doch besonders verfallene oder in Verfall begriffene und daher ungepflegte Bauwerke sichtbar zu persönlichern Einsatz auf. Ein Trachtenboom setzte ein, und so schafften es die 'armen' Elsterberger. Gewinn in mancher Hinsicht zu erzielen: mit periodischen Festlichkeiten Geld zu verdienen, die Folklore zu fördern und, besonders zwischen 1880 und dern Beginn des Ersten Weltkriegs, die Restaurierung der Burgruine ein gutes Stück voran zu bringen. Zwischen dieser Kriegszeit und dem Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand nur ein einziges Ruinen- und Heimatfest 1928 statt, und das leitete ausgerechnet den Beginn der Rezession, der Weltwirtschaftskrise, ein.

Somit grenzt unser Buch die Zeit von ungefähr 1880 bis 1930 bild- und textmäßig ein. Ein Geschichtswerk jedoch soll es nicht sein und werden. Für solchen Zweck nehme man sich Paul Reinhard Beierleins dreibändige Arbeit 'Geschichte der Stadt EIsterberg' zu Hand, und darin erfährt man, daß der Ort 1998 sein 800jähriges Bestehen feiern kann.

Natürlich kam auch ich nicht an manchen Kriterien so ganz fehlerfrei vorbei, denn es mangelte meist an genauen Zeitangaben zu den Bildern. Hier mußte ich mich speziell an bekannte Bau- oder Abrißzeiten von Gebäuden halten und konnte somit Eingrenzungen vornehmen.

Längst sind nicht alle Jahresbände der 'Elsterberger Nachrichten' von 1875 bis 1945 durchgesehen, die zu verbesserten und zeiteingrenzenden Ergebnissen hätten führen können. Es bedurfte irn Sommer 1992 ebenfalls langwieriger Nachforschungen, um einen ersten Teil vom zerstreuten Bildmaterial zu sammeln und zu reproduzieren.

Neben vielen Privatpersonen EIsterbergs gilt mein besonderer Dank Herrn Bürgermeister Volker Jenennchen von der Stadtverwaltung und Herrn Manfred Hedler vom Vogtländischen Heimatverein EIsterberg für freundlichst zur Verfügung gestelltes Bildmaterial. Der größte Wunsch des Verfassers aber wäre es auch im Interesse der späteren Leser, wenn sie sich und andere Heimatfreunde bereit fänden, in ihren Schränken und Schatullen einmal gezielt nach alten und neueren Postkarten und Fotos zum Thema dieses Buches zu suchen und diese dankenswerterweise als Leihgabe für eine Reproduktion zur Verfügung stellten.

ethn. Karl-Heinz Zierdt

1. Dieses vermutlich älteste Foto der Stadt EIsterberg entstand um 1858-1860 und zeigt den Ort zwanzig Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand vom 30. Mai 1840. Der Neubau der Sankt-Laurentius-Kirche wurde am 30. November 1845 geweiht. Im Hintergrund zeigt die Ruine der Burg Elsterberg. niemals Lobdeburg genannt, noch die oft fälschlich als Bergfriedrest gedeutete Giebelwand des Palashauptbaues. Ein Bergfried existierte nachweisbar nicht. Er hätte über 100 m hoch sein rnüssen, um die Anhöhen von Hain und Burgleite zu überragen.

2. Ein optimistisches Stadtbild um 1880. Die Häuser zeigen zum größten Teil frischen Putz oder helle Farbgebung. Das weist einmal auf gewachsenen Wohlstand des einst ärmlichen Ackerbürgerstädtchens mit etwa 3 625 Einwohnern hin. Zum anderen brachten die fünf Milliarden Franken der Reparationszahlung Frankreichs nach dem Krieg mit dem östlichen Nachbarn einen allgemeinen Aufschwung, dem bald die Industrialisierung folgte. Links sieht man die im Jahre 1900 abgetragene überdachte Hausbrücke über die Weiße Elster im Zuge der Reichenbacher Straße. Rechts neben der Kirche die 1872 um das dritte Stockwerk erhöhte 'alte' Bürgerschule. Ganz rechts sind die noch ungepflegten Mauerreste der Burgruine zu sehen.

Edea.r Sebmidt, Dresden - Budepeat,

3279

3. Die Burgruine EIsterberg um 1900 von Nordwesten aus Richtung Greiz und Bahnhofstraße gesehen. Nach Westen zeigt der massive Bau des Palas, nach Norden weist die sogenannte schiefe Wand, links die 1894 erbaute Turnhalle im Gelände der Vorburg, rechts der Hoteltrakt des 'Burgkeller'. Darunter, am Berghang, befand sich ein FelsenkeIler über der Schloßwiese , der heute wahrscheinlich zugeschüttet ist. Es sei hier kurz bemerkt, daß nur die Erbauer der Burg und ersten Besitzer von der Lobdeburg bei Jena stammten, sich anfangs 'von Lovedeburg zu Elsterberg' nannten und 1394 ausstarben.

4. Im Jahre 1932 hatte sich die Stadtansicht nur insoweit verändert, als daß die 'schiefe Wand' bereits sechs Jahre vorher eingestürzt war. Die hohen Bäume des Schloßholzes, ein Lärchenwald, waren der Säge zum Opfer gefallen. Der natürliche, allerdings stark verschmutzte Flußlauf der Elster steht vor der Regulierung, denn fast jährliche Überschwemmungen bedrohten immer wieder die tief gelegenen Stadtteile.

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¤lsterberg i. V.

5. Im Jahre 1901 sah die Burgruine stark verfallen aus. Der Besitzer, Rittergutsinhaber Adler aus Coschütz, verkaufte sie im Jahre 1909 an die Stadtgemeinde Elsterberg. Erst danach wurde mit deren Unterstützung die dringend notwendige Restaurierung fortgesetzt, die bereits 1882 begonnen hatte. Überschüsse aus den meist in vierjährigem Turnus durchgeführten Ruinen- und Heimatfesten verwendete man dazu. Die beiden Häuser mit Krüppelwalmdach setzten die seit etwa 1780 begonnene Bebauung des Schloßberges nach dem Fall der Stadtmauer und der Zuschüttung des Trockengrabens um die Ringmauer der Burg fort.

6. Das Innere der Burgruine im Jahre 1902. Links die Mauerreste der alten Burgkapelle, deren Fensterbänke noch heute, ebenso wie die Eingangsstufe ins Heiligtum, erhalten sind. Hier huldigten im Sommer 1860 die EIsterberger dem sächsischen König Joharm bei seinem Besuch. Die Gebäude nahmen einst das gesamte Plateau ein, seine Räumlichkeiten konnten nur durch den Aufstieg in Laubengängen erreicht werden. Auf dem schmalen und engen Terrain des Burghofes steht heute noch die 1872 gesetzte Friedenseiche. In der Mitte sind die Trümmer des einst mächtigen Palas und der Rüstkammer sichtbar, sowie die damals noch aufrecht stehende 'schiefe Wand'. Zwischen ihr und der Eiche befindet sich der angeblich 26 m tief gewesene Brunnen, der 1932 nur einen (!) Meter tief ausgegraben wurde.

7. Hier wird die früher dominierende Stellung von Burg und Herrschaft über das Gemeinwesen sichtbar. Auch wie hier im Jahre 1908 zeigen die Ruinen des Palas noch heute die gleiche Höhe von 19 Metern. Einst durch ein Fachwerkgeschoß mit übersteilem, hohem Dach zu imposanter Höhe aufragend, dürfte die Gesamtvorderfront zwischen 37 und 38 m hoch gewesen sein. Die Wiedererrichtung der Kellergewölbe nach dem Ersten Weltkrieg in den Jahren 1920-1922 war eine Arbeitsbeschaffungsrnaßnahrne und half vielen Kriegsheimkehrem zu Lohn und Brot.

Ruine EIsterbera : EinaanQ mit dem erneuerten Wartturm.

8. Bis kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges, um 1912, lagen sämtliche fünf Verteidigungstürme der Außenmauer in Trümmern. 1913 bauten Stadt und Verein drei der fünf teils bewohnten Rundbauten wieder auf und versahen sie mit Dächern. Auf diesern Foto sind beide Torschutztürme zu sehen, Turm 1 ist bereits erneuert , Turm 2 steht noch als Fragment. Zusammen mit dem Turm 5 wurden sie später für Jugendherbergszwecke als Wanderherberge, Gaststätte und Lagerraum genutzt.

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