Elsterwerda in alten Ansichten

Elsterwerda in alten Ansichten

Auteur
:   Eberhard Matthes
Gemeente
:   Elsterwerda
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5344-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Elsterwerda in alten Ansichten'

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Kirc~e.

VORWORT

Die Vergangenheit zu kennen, um die Zukunft zu meistern, ist Anliegen dieser Schrift. Dieses kleine Büchlein umfaßt die Zeit vom letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Dezennium unseres Jahrhunderts in der Stadt EIsterwerda.

Alte Postkarten und Bilder sollen uns längst Vergangenes nacherleben lassen.

Das kleine Ackerbürgerstädtchen entwickelte sich in diesen Jahren zur Industriestadt und überflügelte die Kreisstadt Liebenwerda und die Klosterstadt Mühlberg. Eine günstige Verkehrslage, aber auch Unternehmergeist der Bewohner brachten den Wandel in die neue Zeit. Dazu mag auch beigetragen haben, daß ein Lehrerseminar im alten Schloß seine Pforten öffnete.

Handwerker gründeten Betriebe, die bald mittlere Fabriken wurden. Die alte traditionsreiche Stadtschule, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Privatschule und, nach dem das Lehrerseminar eingegangen war, eine Oberrealschule vermittelten einen hohen Stand der Bildung. Vergessen aber seien auch nicht die zahlreichen Vereine, die Schützengilde und die Kunstgemeinde, die den Gerneinsinn förderten.

Seit Alters her aber waren die Diakone, Pfarrer und die Superintendenten diejenigen, die Freud und Leid ihrer Gemeinde teilten und eine rechte Lebenseinstellung verruittelten.

EINLEITUNG

Elsterwerda liegt im Magdeburg-Breslauer Urstromtal an der Einrnündung der Pulsnitz in die Schwarze Elster. Bis zum Jahre 1815 gehörte die Stadt zum Königreich Sachsen, wurde dann preußisch und gehört heute zum Land Brandenburg. Im Jahre 1961 konnte die Stadt das 750jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung feiern.

Wie bei den meisten Gemeinden des Heimatgebietes ist aus der Entstehungs- und Gründungszeit des Ortes keine zuverlässige Nachricht überrnittelt. Auch über die Verleihung des Stadtreehts ist nichts bekannt. Gewiß ist nur, daß Elsterwerda und die Kirche bereits 1211 bestanden haben, denn die älteste Urkunde vom 14. März 1211 hat an vierter Stelle Rudolfus, Priester zu Elsterwerda, unterschrieben. Im wesentlichen stammen die ältesten Nachrichten aus der Schrift 'Erneuertes Elsterwerdisches Stadtbuch' von 1711 und von der handschriftlichen 'Chronik des Diaconus Hammer'von 1727.

Ein Reiseschriftsteller aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts schrieb über den Ort: 'Dieses Städtlein führt im Wappen drei Lilien nebst einer Elster. Seinen Namen hat es wahrscheinlich von dem vorbeifließenden schwarzen Elsterstrome erhalten. Es hat auch dieses Städtchen außer einer schönen Kirche, ein Pfarrhaus, eine Diakonatswohnung, zwei Schulhäuser , neun Brauhäuser , einen zum Kammergut gehörigen Gasthof 'Zum Rautenkranz' und einen Gasthof 'Zum Weißen Roß", und sodann noch 121 mehrenteils brauberechtigte Bürgerhäuser,'

Bis zum Jahre 1727 war Elsterwerda 'Vasallenstädtchen' der Geschlechter von Köckritz, von Maltitz, von Rohr und von Löwendahl. So gehörte im Jahre 1640 die halbe Stadt dern Bernhard von Rohr auf Schloß Elsterwerda, die andere Hälfte war Erasmus von Maltitz untertan, der auf Krauschütz saß. Das Ackerbürgerstädrchen lag mit seinen Winkelgassen um die Kirche St. Catharina und dem we-

nig geräumigen Markt gedrängt. Um 1700 zählte es etwa 120 Häuser und 825 Einwohner, von denen 67 brauberechtigt waren.

Jenseits der Schwarzen Elster erhebt sich auf einem flachen Hügel das Schloß, das zu seiner heutigen Gestalt im Jahre 1736 erweitert und erneuert wurde.

Drei Tore und eine Pforte schlossen das Städtlein des Nachts von allem Verkehr ab, obwohl es nie eine Stadtmauer gegeben hat. Die Schwarze Elster floß in zahlreichen Armen und Fließen um die Stadt herurn und gab sicheren Schutz.

Feldbau, Viehzucht, Fisch- und Krebsfang waren die Nahrungsquellen der Bürger und sicherten einen bescheidenen Wohlstand. Das Handwerk war bis in das 18. Jahrhundert hinein nur von geringer Bedeutung,

Als Holz und Stroh im wesentlichen das einzige Baumaterial waren, wurde Elsterwerda oft von verheerenden Bränden heimgesucht; ebenso hatte die Stadt unter Überschwemmungen durch die Schwarze Elster zu leiden. Die Chronik vermeldet besenders große Brände in den Jahren 1621, 1696 und 1721, wodurch die Bevölkerung in arge Not gestürzt wurde. Als im 18. Jahrhundert Stadt und Herrschaft vom sächsischen Kurfürsten käuflich erworben worden waren, gelangte das gewerbliche Leben zu größerer Bedeutung. Vor allem waren es die Leineweberei, die Lohgerberei und die Grautöpfcrei, die in der Stadt besonders berrieben wurden.

Mitte des 18. Jahrhunderts erlangte aber die Holzflößerei besendere Bedeutung. Kursachsens Residenz Dresden und die Errichtung der Porzellanrnanufaktur in Meißen benötigten Bau- und Feuerholz. Das Erzgebirge war schon ausgebeutet - das böhrnische Holz wurde immer teurer -, aber in den Forsten um Liebenwerda, Finsterwalde und im Schraden verkam hiebfreies Holz. So 'intendierte' August der Starke den Auftrag, die Elster und die Eibe durch einen Ka-

nal 'zusammenzuziehen'. Der Elsterwerda-GrödelerFloßkanal wurde 1748 fertiggestellt. Nun wurde auf dem Floßgraben aus der Liebenwerdischen und Finsterwaldischen Heide und auf dem Hauptschradengraben und dem Vierengraben Stammholz bis zum Holzhof bei Elsterwerda geflößt, das dann in Scheiten auf Kähnen nach Meißen bzw. in die Residenzstadt Dresden getreidelt wurde.

Im Jahre 1829 hatte Elsterwerda 128 Häuser und 1 116 Einwohner. Nach wie vor waren Ackerbau und Viehzucht die Haupterwerbszweige. Irnmerhin nahrn die Zahl der Handwerker stetig zu, die oft neben ihrem Handwerk noch die Landwirtschaft betrieben. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe der Handwerker steilten die Schuhmacher mit 27 und die Schneider mit 16 Meistern. Es gab: 1 Stadtmusikus, 3 Sattler, 4 Seiler, 2 Nadler, 1 Seifensieder, 2 Gastwirte , 3 Weißbäcker, 8 Fleischhauer, 2 Lohgerber, 2 Kürschner, 3 Tischler, 3 Wagner und 4 Hufschmiede.

Ausgangs des 19. Jahrhunderts verlor Elsterwerda in zunehmenden Maße seinen Charakter als Ackerbürgerstädtchen. Als im Jahre 1874 Elsterwerda Station der KohlfurtFalkenberger und ein Jahr darauf der wichtigen Strecke Berlin-Dresden wurde, setzte bald der industrielle Aufschwung ein,

In Elsterwerda und Biehla wurde einst auch Wein angebaut. Auf den beiden Hügeln über Biehla und auf dem Kalkberg an der Straße nach Mückenberg, deren Südseiten dem EIstertal zugekehrt sind, wuchs ein Wein, der laut Chronik besser als der Senttenberger gewesen sein soll. Trotzdem aber verkündet ein altes Wort:

Biehler Wein und Hoider Most, ziehn den Mund von West nach Ost.

1. Im Jahre 1288 wurde die Burg von Elsterwerda erstmalig erwähnt. Es kann aber angenommen werden, daß sie bereits im 11. Jahrhundert zur Deckung des Elsterüberganges erbaut worden ist. Mit dem Schloß Saathain (1140), das in alten Urkunden als 'Castrum Sathim' bezeichnet ist, dienten beide Burgen als vorgeschobene Stützpunkte der Burgwarte Boritz und Strehla. Im Jahre 1326 war die Burg Lehnbesitz des Meißner Markgrafen Heinrich von Köckritz. Bis 1512 blieb die Familie von Köckritz auf Schloß Elsterwerda. Danach waren der Herzog von Sachsen, die Adelsfamilien von Maltitz, von Rohr und der Freiherr von Loewendahl Besitzer. 1727 kamen dann Schloß und Gut sowie Krauschütz und Kotschka an König August den Starken. Dieser machte aus dem Besitz ein Kammergut.

2. König August der Starke hatte am 20. März 1727 das Schloß Elsterwerda bei einer gerichtlichen Versteigerung gekauft. Im gleichen Jahr schenkte er den Besitz seiner Schwiegertochter, der Gemahlin König August lIl. Sie ließ nach Entwürfen des Landesbaumeisters Daniel Pöppelmann an den Mittelbau des Schlosses zwei Flügel anbauen. Später (1737) kamen noch das Rokokotürmchen und die Freitreppe zum Luststück hinzu. Die Bauausführung lag in den Händen Johann Christoph Knöfels. Mit dem Park war ein Ensemble geschaffen worden, dem auch Friedrich der Große seine Bewunderung nicht versagte. Nach dem Wiener Kongreß wurde das Schloß preußischer Staatsbesitz. Gäste im Schloß waren König Friedrich Wilhelm I. mit seinem Sohn, dem späteren Friedrich 1I. (dem Großen), und der Graf von Artois, der spätere König Kar! X. von Frankreich. Auch Napoleon und Blücher, der 'Marschall Vorwärts' der Befreiungskriege, haben im Schloß geweilt.

3. Die evangelische Kirche St. Catharina dürfte in ihren Grundzügen ein Neubau aus dem 15. Jahrhundert sein. die Strebepfeiler, die wir heute noch sehen, deuten darauf hin, daß die Kirche ursprünglich überwölbt war. Dieses Gewölbe ist sehr wahrscheinlich bei einern Brand im Dreißigjährigen Krieg eingestürzt und später durch eine flache Decke ersetzt worden. Der quadratische Turm erhielt 1718 ein oktogonales Glockengeschoß, Schweifhaube und Zwiebel. Der Kanzelaltar stammt aus der Mirte des 18. Jahrhunderts, Der Taufstein wurde etwa 1520-1530 geschalfen. Dieses achteckige Taufboeken mit gekreuztern Maßwerk trägt am Schaft drei Lilien des Geschlechtes derer von Köckritz. 'Im Jahre 1838 wurde die Gottesakkermauer von dem Maurermeister Weigelt aus Dobrilugk zu bauen angefangen. WeigeIt war aber seiner "diesfallsigen" Verpflichtung nicht nachgekommen. So wurden die Arbeiten neu ausgeschrieben, so daß im Jahre 1841 die Fertigstellung bis auf das Thor in der Chronik vermeldet werden konnte.' 1903 wurden am Turm der Kirche zwei Aufgänge zu den Emporen angebaut.

4. Bis zum Jahre 1928 konnte man in Elsterwerda einen kleinen Knabenchor sehen, der an Sonn- und Festtagen durch die Straßen zog. Angetan waren die Knaben mit einem schwarzen Urnhang. und sie trugen einen halbhohen schwarzen Hut (Zylinder). Diese Kurrende mit ihrem vcrwiegend kirchlichem Charakter war eine Einrichtung aus dem Jahre 1771. Die Knaben sangen vor den Häusern geistliche Lieder und Arien. In zahlreichen Bildern hat sie der heimische Maler Professor Hans Nadler immer wieder dargestellt. Als 'nicht mehr zeitgemäß' wurde diese Einrichtung im März 1928 aufgehoben.

5. Eines der ältesten Gebäude ist das Hotel 'Zum Rautenkranz'. Es ist die Wohn- und Feuerstätte Nr. 13. Im Stadtbuch von 1711 heißt es: 'Sie liegt Ecke Landstraße und Kirchgäßchen bei der Pfarre. Man nennt sie des Hauptmanns Haus, weil es der Hauptmann von Rohr bewohnt hat. Anjetzo zum Churfürstlichen Kammergute gehörig und ein Gasthof zum Rautenkranz genannt.' 1604 wird als einer der vorherigen Besitzer der Magister Steinmauer genannt.

6. Am 28. Februar 1820 wurde der bisher zur Domäne Krauschütz gehörige Gasthof 'Zum Rautenkranz' in Erbpacht gegeben. Hier auf dem Bild das Innere des Gasthofes. Diese Aufnahme, wie auch Bild 5, stammt aus den zwanziger Jahren. Besitzer war zu der Zeit Wilhelm Thiele.

7. Das Rathaus, ehemalige Posthalterei von Mittag, wurde 1897 erstmals von Maurermeister Friedrich Jage erweitert und mit einern Ecktürrnchen versehen. 1912 wurde es nochmals umgebaut. Es wurden zwei völlig neue Eingänge geschaffen und noch drei Türmchen aufgesetzt. Ebenso wurde ein neuer Sitzungssaal geschaffen, den der Dresdner Kunstmaler Baranowsky ausgestattet hatte.

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