Emsdetten in alten Ansichten

Emsdetten in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Glandorf
Gemeente
:   Emsdetten
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2943-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsdetten in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Herbst 1983 veranstaltete eine Gruppe engagierter Bürger und Fachleute eine Fotoausstellung, die Leben und Werk des niederländischen Architekten Johannes Franziskus Klomp (1865-1946) widerspiegelte, der nicht zuletzt auch in Emsdetten durch seine Bauten Zeichen gesetzt hat. Mehrere tausend Bürger besuchten die Ausstellung, und es bestätigte sich, daß Baugeschichte auch innerhalb unserer 'Stadtrnauern' auf lebhaftes Interesse stößt. Ganz besonders aber belegt dies das eindrucksvolle Buch über die Dorfgeschichte in Bildern 'Mien aolle Detten', welches seinerzeit von Hans Lohaus herausgegeben wurde. Innerhalb kürzester Zeit war die erste Auflage vergriffen.

Der Verlag 'Europäische Bibliothek' in Zaltbommel (Niederlande) hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einer großangelegten Buchreihe die Straßen, Plätze und Gebäude sowie das Gemeinschaftsleben unserer Vorfahren aus einem gewissen Abschnitt unserer Geschichte - seit Beginn der Fotografie der Nachwelt zu erhalten. Die Nachbardörfer und -städte sind in dieser europäischen Buchreihe schon vertreten. Für das Buch 'Emsdetten in alten Ansichten' wurden Bilder gewählt, wie sie sich auf alten Postkarten und Fotos darstellen. Jahrelang sammelte der Buchhändler August Holländer für den Heimatverein all diese Dokumente, die noch durch Fotos des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege und des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster ergänzt wurden.

Holländer war ein sachkundiger Forscher, der sich um die Kultur- und Heimatpflege große Verdienste erworben hat. Viele heimatkundliche Abhandlungen und eine große Anzahl Fotos aus und um Emsdetten stammen von ihm. Weitere Fotos von Hans Eick, Felix Haverkamp und Josef Möller

ermöglichten zusammen mit Informationen von Hans Lohaus diesen Bildband, der auch nur dadurch zustanden kommen konnte, daß viele Bürger alte Postkarten und Fotos bereitstellten. Der Band erreicht jedoch nur dann seine volle Aussagekraft, wenn seine Dokumente in die geschichtliche Entwicklung der Stadt eingeordnet werden.

'In das Licht der Geschichte tritt der Ort im Jahre 1178, als er mit 'Thetteri' erstmals urkundlich erwähnt wird. Der Ortskern war um eine Kirche entstanden, die zwei bis drei J ahrhunderte zuvor errichtet worden war. Rund 120 Einwohner zählte 'Detten super Emesam', das heißt 'Detten am Ufer der Ems', mit seinen umliegenden sieben Bauernschaften im 15. Jahrhundert.

Inzwischen hatte der Ort nicht nur seinen Namen in 'Embsdetten', sondern auch seinen Landesherrn gewechselt, Die Grafen von Tecklenburg wurden von den Fürstbischöfen zu Münster abgelöst, 1587 wurde der Ort von den Spaniern und 1599 von den Holländern geplündert. Der 'tolle Christian' stattete 'Embsdetten' 1623 einen 'brandschatzenden' Besuch ab, Ende des 17. Jahrhunderts wurden 42 Häuser durch einen Großbrand vernichtet.

Dabei waren die Untertanen des Fürstbischofs zu Münster so arm wie eine Kirchenmaus, denn der magere Sandboden war landwirtschaftlich wenig ergiebig, So wurden die meisten Einwohner gezwungen, einem Hausgewerbe nachzugehen. Mit dem Wannenmachereisen und dem Weberschiff - dem heraldischen Symbolen im heutigen Stadtwappen - schufen sich die 'ernsigen' Anrainer der Ems Erwerbsquellen, die den Familien durch zusätzliche Einnahmen ein besseres Leben ermöglichten und dem Landesherrn mehr Steuergroschen einbrachten. Daher war der Kirchenfürst und Landesherr zu

Münster auch gerne bereit, seinen lieben 'Embsdettenern' für das Handwerk der Wannenmacherei eine Monopolstellung innerhalb seines Fürstbistums einzuräumen; nur Einheimische durften dieses Handwerk ausüben.

Noch zur Gründerzeit, als Emsdetten sich bereits zu einem Industrieort zu entwickeln begann, wurde das Handwerk von über 60 Familien ausgeübt. Mit der Wannenmacherei allein hätte Emsdetten wohl kaum Aufstiegsmöglichkeiten gehabt, dazu waren die 'Absatzmärkte' für dieses Produkt zu gering. Jedoch die findigen Bewohner verstanden es - damals wie auch nach dem Zweiten Weltkrieg -, sich ein 'zweites Bein' anzuschaffen: die Handweberei. Hanf und Flachs wurden zu den 'Lebensfasern' der Emsdettener Weber.

Diese Entwicklung vollzog sich noch recht gemächlich unter der Schirmherrschaft der geistlichen Landesherren. Mit der Säkularisierung im Jahre 1803 begann für Emsdetten ein sehr turbulentes Jahrzehnt. Bis 1806 wurde der Ort dem Fürstentum Rheina-Wolbeck zugeschlagen. Von 1806 bis 1810 war Emsdetten bergisch unter Joachim Murat, Großherzog zu Berg von Napoleons Gnaden. Danach gehörte es zum französischen Lippedepartement, und 1815 wurden die Emsdettener 'Mußpreußen'.

Die industrielle Revolution ging auch an Emsdetten nicht vcrbei. 1856 wurde der erste mechanische Webstuhl aufgestellt. Im gleichen Jahre fand das verträumte Dörfchen - von Wallhecken, Brook (Wald) und Venn (Torfrnoor) umgeben, Landschaftsforrnen, die auch heute noch für Emsdetten charakteristisch sind - mit der Einweihung der Bahnlinie Münster-Eruden Anschluß an die große Welt.

Aus den Hauswebern wurden Unternehmer, die ihre Betriebe nach kaufmännischen Gesichtspunkten führten, Emsdetten

wurde zum Jutezentrum Deutschlands. Bei der Stadtwerdung im Jahre 1938 surrten in Emsdetten 21 522 Spindeln, klapperten 1 817 Webstühle, und die Einwohnerzahl war von 4 000 im Jahre 1860 auf mehr als 17 000 gestiegen,' schreibt Dr. Hans Günther Auch in seiner 'Kleinen Stadtgeschichte Emsdetten'.

Neben der Wirtschaftsstruktur hat sich schließlich auch das Stadtbild von Emsdetten stark verändert.

Fotos:

Westfälisches Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster

Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

Eick, Hans, Emsdetten

Haverkamp, Felix, Emsdetten

Holländer, August, Emsdetten

Möller, Josef, Emsdetten

Quellennachweise:

Auch, Hans Günther, Kleine Stadtgeschichte Emsdetten Eick-Wienhausen, Helga, Emsdetten - eine Stadt erinnert sich

Lohaus, Hans, Mien aolle Detten, 1982

Stadt Emsdetten, Sanierung Stadtkern Emsdetten, August 1972

Heimatbund Emsdetten, Heimat-Jahrbuch 192411925 Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Roets, Beatrijs,lnventarisierung der Bau- und Kunstdenkmale

1. Seit 1972 erfährt die Innenstadt eine durchgreifende städtebauliche Umgestaltung, bei der viele Beispiele als Zeugen der Stadtbaugeschichte der Spitzhacke zum Opfer fielen und wobei neben den wenigen Baudenkmalen die übrige erhaltenswerte Bausubstanz im Wesentlichen unberücksichtigt blieb. Inwieweit sich nun der Ersatz in Maßstab, Gliederung und Material dem über Jahrzehnte behutsam gewachsenen Bestand anpaßt und eingliedert, soll an dieser Stelle keine kritische Würdigung erfahren. Möge dieses Buch den Leser dazu veranlassen, sich mit der Geschichte der Stadt noch stärker zu beschäftigen. Aus der Erkenntnis heraus entsteht ein wacher Bürgersinn, der im Bewußtsein des Alten das Neue wertet,

2. Emsdetten 1848, nach einem Stahlstich von Esselbrügge. Adolf (1813-1856) und Friedrich Esselbrügge, zwei aus Burgsteinfurt stammende Brüder, die eine große Zahl von Stahlstichen westfälischer Städte und Dörfer angefertigt haben, zeigen die Silhouette des Dorfes Emsdetten, wobei auf dem Acker im Vordergrund heute etwa die Herz-Jesu-Kirche steht, Nicht ein Architekt oder Städteplaner hat unsere Heimatstadt am Reißbrett entworfen. sie hat sich weitgehend entwiekelt nach den örtlichen Gegebenheiten: Siedlungen brauchen Wasser. Denken wir an die Ems, den Mühlenbach oder die legendäre 'Sient-Flot", von der vielleicht das 'Sandufer' seinen Namen herleitet. Der Sandhove war jener alte Bauernhof, auf dessen Gründen etwa vor 1 100 Jahren Dettens erstes Kirchlein erbaut wurde.

3. Die meisten Fabrikantenvillen in Emsdetten entstanden zur Zeit der höchsten Blüte der Textilindustrie, um die letzte Jahrhundertwende. Dem historisierenden Geschmack der Zeit entsprechend, suchte man das Erscheinungsbild dieser repräsentativen Wohnbauten durch die Verwendung vergangener Baustile zu bereichern. Dazu wurden häufig bekannte Architekten von auswärts herangezogen, wie auch der Holländer Johannes Franziskus Klomp (1865-1946) mit einem Büro in Dortmund, der den Auftrag zum Bau der Villa Schaub am Sandufer erhielt, Zur gleichen Zeit errichtete er gerade eines der bemerkenswertesten Bauwerke des Historismus itI Deutschland, nämlich die Antonius-Basilika in Rheine. Unser Foto, welches neben anderen auch die heute noch lebende Tochter des Erbauers, Frau Dr. Maria Schaub, zeigt, wurde vom Architekten selbst etwa um 1910 aufgenommen.

4. Frau Dr. Maria Schaub, Tochter des Bauherrn, schreibt im April 1981: Unser Vater hatte zunächst den Entwurf einem hiesigen Architekten ûbergeben, der aber so unmoglicb ausfiel, daß icn beauftragt wurde, die Adresse von Herrn Klomp ausfindig zu machen. Das gelang mir, und bei seinem Besuch lernte ich ihn auch persänttch kennen. Die Holzschnitzereien sind von einem Schnitzer, der als 'Lebensldnglicher' in der Haftanstalt sein Handwerk erlernte. Wegen 'guter Führung' vorzeitig entlassen, erschien er mit Proben seines Konnens auf der Baustelle und bat um Arbeit. Da auch die finanzielle Seite der Angelegenheit sehr gûnstig war und es sicb baulich sehr gut noch verwirklichen ließ, gerieten der Architekt und Vater in solche Begeisterung, daß er sofort mit der Arbeit beginnen konnte. Nach Fertigstellung der Arbeiten ist er im hiesigen Krankenhaus gestorben. Der Kunsthistoriker Professor Dr. Mummenhoff schreibt hierzu: Im Inneren kehren die Kriterien des Außenbaues im differenzierten und hochst sorgfältig geplanten Treppenhaus wieder. Treppe und Wandverkleidungen sind aus Holz. Geländer, ein Teil der Türen und die Stützpfosten zeigen spätgotische Formen. Die reichen F1achschnitzereien an Simsen und Rahmen haben gotische Grundgestalt, sind aber im Bewegungsduktus auch vom Jugendstil beeinflußt. Ein besonderes Schmuckstück ist der Rahmen vor einer Kaminnische mit Hausspruch und Bauinschrift von Mai 1905.

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5. In ihrem Sachverständigengutachten schreibt Frau Professor Dr. Kristiana Hartmann zur Villa Schaub: Die Villa Schaub am Sandufer 5 in Emsdetten ist ein anschauliches Beispiel einer 'Landhaus- Villa' des frûhen 20. Jahrhunderts. Der zweigeschossige Bau besteht räumlicn aus einer ineinandergreifenden Kombination von stereometrischen [wûrfelformigen] Körpern. Der dunkelgraue Putzbau ist entsprechend dieser Assemblage von proportional aufeinander bezogenen Raumteilen duren eine lebendig gestaffelte steile Dachlandschaft mit Giebeln, Erkern, Turmaufsätzen und Dachreitern bedeekt. Die dreieckigen nach Osten und Süden bliekenden Giebelfelder werden durch ornamentiertes sienabraunes Fachwerk gegliedert. Die Schmuckfreudigkeit der Anlage zeigt sich darûber hinaus in der Art und Form der gegossenen, in Ockertönen gehaltenen Fensterrahmen (fränkisches Steinkreuzfenster nachahmend) und in der ebenfalls gegossenen Balustergalerie.

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6. Das Villengebäude besteht aus einem würfelförmigen unterkellerten Baukern zu zwei Geschossen. Ausbauten hinter dem Eingang und auf der Rückseite, ein Erkerturm an der Straßenfront, sowie Vorbau und Veranda zum ehemaligen Garten hin verleihen dern Haus ein gewollt malerisch verunklärtes Aussehen. Das Walmdach ist mit zwei unterschiedlich aufgebauten Fachwerkgiebeln, Dachhäusern und verzierten Schornsteinen an dem malerischen Umriß beteiligt. In Erkerturmhaube und überdachtem Vorbau kulminiert der 'romantische' Eindruck dieser Bauschöpfung, mithin ist die Diagonalansicht hier die Hauptschauseite. Die Einzelheiten des Wandaufbaucs, Steinkreuzfenster, 'Iränkisches' Fachwerk, Balustergalerie des Balkons und Rundbogenfenster an der Veranda darunter sind bewußt zur Erzielung eines 'altdeutschen' Gesamteindrucks angewandt.

7. Der Bliek in die alte Frauenstraße zeigt links den Giebel der ehemaligen Hollefeldschen Besitzung, bis 1984 Verwaltungsgebäude der Firma Lechtreck, ganz rechts das Haus des Buchbinders Ludwig Hagemann, in dem vor dem Abbruch bis 1981 Erieh Fauth ein Bürornaschinen- und Schreibwarengeschäft betrieb. Dahinter rechts die Gasse zum alten Josefstift, den ehemaligen Fabrikräumen der Firma Th. Hollefeld & Söhne/Wilmers, Hinter den Bäumen das 'Alte Amt', zunächst Lagerhaus der Firma Hollefeld. Es wurde 1878 von der Gemeinde erworben, zum Amtshaus umgebaut und bis 1905 als Dienstgebäude und Wohnung des Amtmanns genutzt. Später war das Bankhaus Ohm Hernekamp & Co hier untergebracht, 1910 wurde es Amtskasse, die Wohnräume bezog der neue Rendant Joh. Judith mit seiner Familie. 1938 ließ man das Gebäude abbrechen. Das dahinterliegende neue Amtsgebäude wurde 1906 bezogen. Im Erdgeschoß befand sieh die Polizeiverwaltung, im Obergeschoß waren Diensträume und die Wohnung des Amtmanns untergebracht. Ganz hinten im Bild die Besitzung Stroetmann.

8. Im Bild ist das St.-losef-Stift als gemeinnützige und caritative Anstalt zu sehen. Träger des Hauses ist ein Kuratorium. Das St-Josef-Stift wurde im Jahre 1905 durch den Ortspfarrer im Verein mit einigen Fabrikherren gegründet. Das Kuratorium ließ die Gebäudeteile der ehemaligen Fabrik Hollefeld & Söhne erneuern und 1905 ein Arbeiterinnenheim daraus entstehen. Mit dem Haus waren eine Töchterschule, ein Kindergarten sowie eine Koch- und Handarbeitsschule verbunden. Fabrikant Stephan Schilgen schenkte dem Heim einen drei Morgen großen Garten, der hinter dem 'Alten Amt' und dem neuen Amtsgebäude von 1906 lag.

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