Erbach in alten Ansichten

Erbach in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Schäfer
Gemeente
:   Erbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3065-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erbach in alten Ansichten'

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VORWORT

Es ist dem Verlag 'Europäische Bibliothek' zu danken, daß er sich schon seit einigen Jahren mit der Aufgabe befaßt, im Stadt- oder Straßenbild Vergangenes durch bildliche Darstellung und Text in Erinnerung zu rufen und damit der Nachwelt zu erhalten. Viele Bände, die unter dem Titel 'In alten Ansichten' erschienen sind, können als Beweis für das Interesse gewertet werden, das dieser Buchreihe zukommt.

Alte Akten längst vergangener Zeiten geben manchmal in spärlichen Aufzeichnungen Kunde über bauliche oder andere das Ortsbild beeinflußende Maßnahmen. Von historischen Gebäuden sind Zeichnungen oder Gemälde keine Seltenheit, sie unterliegen meist auch keiner Veränderung und geben als historisches Erbe jeder Stadt ihr besonderes Gepräge. Diese Bauwerke bleiben als Denkmale der Vergangenheit unverändert und sind deswegen auch nicht Bestandteil dieser Bildreihe.

Anders verhält es sich mit Änderungen an Straßen, Platzen und Häusern, die im Laufe der Zeit aus irgendwelchen Gründen eintraten und auch ab und zu in ihrer Bedeutung einen wesentlichen Wandel in Struktur, städtebaulicher Gestaltung U.S.W. herbeiführten. Fotos, Zeichnungen und Texte dieses Bandes

wollen einen Vergleich zwischen damals und heute ermöglichen und sagen: 'Es war einmal'. Sie wollen aber auch da oder dort darstellen, daß architektonische oder städtebauliche Überlegungen in Verbindung mit Verkehrsbedfufnissen, technischen Fortschritten, aber auch der Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse Bauweisen, Größenordnungen und Ausstattungen beeinflußten.

Dieser Band erfaßt entsprechend den Vorstellungen des Verlages ungefähr die Zeit zwischen 1880-1930 und vermittelt dadurch einen Überblick über Wachstum und Entwicklung unserer Kreisstadt in dieser Epoche, schließt aber auch die Erwähnung anderer Ereignisse und Besonderheiten nicht grundsätzlich aus.

Es ist das Verdienst des um unsere Heimat bemühten Herrn Friedrich Schäfer, sich mit großer Hingabe der Beschaffung der für diesen Band erforderlichen Bilder zu unterziehen und diese textlich zu erläutern.

Möge dieser Band für Alt und Jung ein Stück Heirnatgeschichte sein und eine gute Aufnahme finden.

J. Stellwag, Stadtamtrnann i.R. Erbach

's is moi Hoimatstädtche Erbach, Demm zu Ehrn moi Lied erschallt; Nit der Woiort dort im Rhoigau, Naa, ich maan im Oudewald.

Ganz vun Berge rings umschlosse, Leit's im lieblich schäine Dal, Vun de Mimling braat dorchflosse, Mit Forelle ohne Zahl.

Uff de Berge dunkle Wälder, Reich an Wilbert aller Art; Zwische safdig griene Wiese Wie e Klanod leit's verwahrt.

Die Bewohner, gsund un dichdig, Sinn nit hinnerm Mond dehamm, Hell im Kopp, un scharfe Sinne,

Niemols bei der Áiwet lahm.

Freiiich sinn do aa noch Annern Dumme gibt's ja iwwerahl -

ERBACH

Grouße Städt, wie Darmstadt, Frankfort.

Hewwe sicher aa er Dal.

Nit for Rickschritt, stäits for Fortschritt Sinn mer all; elektrisch Licht

Un e gudi Wasserleitung Hemmer lengscht schunn oigericht.

Mit Kunzerte un Theater Is ja freilich nit viel lous; Parkedierte Stuwwebeede

Findt ma hier im Schloß nor blous.

Werd e Leitnant vun der Garde Aus Berlin zu uns versetzt,

E verwehnder Herr Assesser Die sinn erscht ja nit ergetzt.

Schimbe uns woll gar noch 'Drecknescht', Was doch werrlich net der Fall.

Misse se uns dann verlosse, Sterwe se vor Haamwäih ball.

Greta Bickelhaupt

1. Erbach führt seinen Namen von dem aus dem Dreiseetal kommenden Erdbach. Er verschwindet im benachbarten Dorf-Erbach in der Erde, tritt bei Stockheim aus einem Kalkfelsen wieder zu Tage. Unmittelbar danach treibt er eine Mühle und ergießt sich bald darauf in die Mümling. Urkundlich wird die Burg Erbach zum erstenmal 1303 genannt. Nach Überlieferung aus dem Jahre 1829 bestand Erbach damals aus 184 Häuser mit 1934 Einwohnern.

2. Die wohl älteste Ansicht Erbachs vom Schöllenberg auf einer Postkarte, die am 25. Februar 1906 geschrieben wurde. Es stand noch nicht das Krankenhaus (1900), ebenso ist die Bahnlinie ErbachEberbach noch nicht gebaut (1882). Rechts im Vordergrund der Viehhof mit einem der Seen.

3. Immer wieder stoßen wir bei der Geschichte der Stadt und des Kreises Erbach auf die Persönlichkeit des Grafen Franz, der am 29. Oktober 1754 geboren wurde. Seine Mutter, eine feinsinnige Frau, sorgte für eine vielseitige Ausbildung ihres Sohnes. Nach 6jähriger Abwesenheit, in der er viele Länder und Höfe besuchte, kehrte er heim und übernahm die Regierung seines Landes. Er versuchte seine Erfahrungen und Kenntnisse seinen Untertanen zu verrnitteln, Dies in der Landwirtschaft und vor allem in der Elfenbeinschnitzerei, die er hier einführte. Werke von ihrn sind noch im hiesigen Elfenbeinmuseum zu sehen. Am 12. Juli 1806 verlor er die Hoheitsrechte über sein Land, da dieses dem neugebildeten Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde. Am 3. März 1823 verstarb er 69jährig - inmitten seiner Sammlungen.

4. Hofansicht des Schlosses um 1880. Urkundlich ist die Burg Erbach zum erstenmal im Jahre 1303 genannt. 1321 kommen Burg, Stadt und Dorf-Erbach nebeneinander vor. Wahrscheinlich war es Schenk Gerhard 1., der die Burg um die Wende des 12. zum 13. Jahrhundert als Schutz- und.Trutzburg auf einer Mümlinginsel erbaute, an der Stelle, an der das jetzige Schloß steht. Graf Georg Il. hat wohl den mittelalterlichen Pallas des Schlosses in einen Renaissancebau umgewandelt. Er baute auch im Jahre 1571 den grofsen Torbau, den heutigen Archivbau. Der älteste Teil ist der noch gut erhaltene Bergfried, der wohl um das Jahr 1200 entstanden sein mag. Schenk Erasmus setzte ihm im Jahre 1497 den hohen Schieferhelm mit den drei Treppengiebeln auf.

5. Am 13. Juni 1622 erschien eine Anzahl Kroaten vor Erbach welche auf eigene Faust plünderten, die Leute mißhandelten, ihnen Rindvieh und Pferde wegtrieben und drei Häuser in Brand steckten. Am nächsten Tag kamen sie mit Verstärkung wieder, fielen über Stadt und Schloßtor her, hieben das Vortor des Schlosses ein und hatten schon die Angeln des zweiten Tores am Archivbau losgemacht, als es dem Grafen Ludwig I. (der Ritter) gelang, den Angriff mit seinen Leuten abzuschlagen. Dem Grafen allein hatten die Kroaten 65 Stück Schweizervieh und drei Schafherden, der Bevölkerung fast alles Vieh weggenommen. Noch bis ins vorige Jahrhundert hinein hat man auf den Johannistag (24. Juni) das Kroatenfest in Erbach gefeiert in dankbarer Erinnerung an die abgewendete Gefahr.

6. Graf Eberhard XIV. erbaute 1545 auf seine Kosten das Rathans. Graf Georg lIl. vollendete 1594 den Rathausbau und gab dem entstandenen.Städtclbogen ein hübsches Portal. Der Unterbau hatte eine kleine Halle mit zwei Torbogen die wohl als Gerichtshalle gedient haben mag. Auf unserem Bilde sind sie geschlossen; der linke mit Mauerwerk, in dem sich eine Tür befindet, der rechte mit einem Tor. Links befand sich das Ortsgefängnis, im Volksmund 'Duweckel' genannt, rechts ein Raum zum Eichen der Gewichte, Hohl- und Längenmaße. Zwischen den beiden Torbögen auf der Außenseite unter der Jahreszahl 1593 befindet sich heute noch das Halseisen mit dem PrangerDas Dachreiterchen stammt aus dem Jahre 1754 und mußte unterdessen erneuert werden. Das darin aufgehängte Glöckchen wurde geläutet, wenn sich die Burgerschaft zu wichtigen Anlässen versammeln sollte.

7. Der reizvollste Teil unseres Städtchens ist ohne Zweifel das schon irn Jahre 1321 urkundlich genannte 'Städtel'. Im Mirtelalter waren dort die Wohnungen der sechs Burgmannen des Grafen. Es war mit einer Mauer versehen, die von den Burgmannen verteidigt werden mußte. Zur Versorgung der Burgmannen waren darin auch Bäcker, Metzger, Wagner, Schuster, und so weiter ansässig. Unsere Postkarte aus dem Jahre 1926 zeigt irn Hintergrund den Städtelbogen und die Rückseite des 1593 erbauten Rathauses, links daneben das Heim'sche Haus in dem heute die Jugendrnusikschule untergebracht ist, nachdem man es abriß und in Fachwerk wieder aufbaute. Links im Vordergrund der Eingang der evangelischen Kirche.

8. Unser Bild könnte eine Theaterkulisse sein, in Wirklichkeit ist es der Blick vom StädteIbogen nach dem Färber-Haus, Links im Bild das alte Wirtshaus 'Zum Bären', ihm gegenüber das Unger'sche Haus. Im Vordergrund das Färber-Haus, das Geburts- und Sterbehaus unserer Mundartdichterin Greta Bickelhaupt, und vor ihm der altertümliche Brunnen aus dem Jahre 1743, der jährlich zu Pfingsten geschmückt wird. Rechts sehen wir noch die aufstrebende Mauer der evangelischen Kirche. Die Aufnahme dürfte um 1910 gemacht worden sein.

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