Erkner in alten Ansichten Band 2

Erkner in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Bernd Rühle
Gemeente
:   Erkner
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6407-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erkner in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Steinzeitliche Funde und eine größere Siedlung der Bronzezeit an der Wuhlhorster Straße, sowie ein dazugehöriges Gräberfeld auf dem Gelände des ehemaligen Kurparks, sind Zeugnisse der Anfänge menschlicher Aufenthalte auf dem heutigen Gemeindegebiet von Erkner. Als Wohnstätte eines Fischers wird der Ort 1579 im Rüdersdorfer Kirchenbuch erstmals urkundlich erwähnt: 'Mittwochs post. conversionis Pauli hat Hans der Fischer im Arckenow taufen lassen und ist genannt Maria.' Die kleine Fischersiedlung, 'Arckenow' genannt, lag zwischen dem Flakensee und dem Dämeritzsee an der Archenow, dem heutigen Flakenfließ. Kirchlich wurde sie vom Rüdersdorfer pfarrer betreut, verwaltungsmäßig gehörte sie zum 1. Rüdersdorfer Heidedistrikt, wie die großen Waldgebiete an Spree und Löcknitz früher bezeichnet wurden. Die kleine Ansiedlung vergrößerte sich, als sich Fischer, Holzhauer, Ziegelstreicher und Heideläufer hier an den Ufern der Archenow niederließen. Während für das 17. Jahrhundert nur spärliche Überlieferungen vorliegen, beginnen die historischen Quellen im 18. Jahrhundert reichlicher zu fließen. 1712 wurden da, wo die neueröffnete Postlinie von Berlin nach

Frankfurt/ Oder das heutige Flakenfließ überquerte, eine Posthalterei und ein Krug eingerichtet. Diese Straße führte an einer ausgedehnten, etwa 1 500 Bäume umfassenden Maulbeerplantage auf dem Erkner, der heutigen Friedrichstraße, vorbei, die 1752 aufWeisung König Friedrichs H. durch den Quartiermeister John des Ziethenschen Husarenregiments angelegt wurde und weiteTeile des heutigen Ortszentrums bedeckte. Letzter Besitzer war Carl Eduard Beust. Von dieser Anlage hat sich nur noch ein Baum erhalten.

1748 hatte der preußische König 'auf dem Buchhorst bei dem Erkner' (das ist der heutige Ortsteil Neuseeland) im Zuge der sogenannten Binnenkolonisierung die drei pfälzer Bauern Nerschbach, Keller und Schneider angesiedelt, deren Hofstellen sich im wesentlichen bis in die Gegenwart erhalten haben. Schulze der damals entstehenden

Siedelstellen des 1. Rüdersdorfer Heidedistrikts war der Bauer Nerschbach; letzter Inhaber der Schulzenwürde und zugleich erster Gemeindevorsteher nach der Verwaltungsreform von 1872 war der Bauer Heinrich Catholy

Die Gemeinde, die sich ab 1889 'Erkner ' nannte, bestand seit dieser Zeit aus den Ortsteilen Erkner, Alte Hausstelle, Schönschornstein, Hohenbinde, Woltersdorfer Schleuse (bis 1884) und Buchhorst (seit 1888 'Neuseeland') , wozu später noch Neu-Buchhorst und Karutzhöhe hinzukamen. Die pfälzer Kolonisten nutzten die sandigen Hochflächen des 'Buchhorst' und des späteren 'pfälzer Buchhorst' als Ackerflächen, die dazwischen liegenden heutigen Spreewiesen dienten zur Futtergewinnung. Die Wiesen werden durch den zirka 2 km langen 'Bretterschen Graben', eine Verbindung zwischen Spree und Dämeritzsee, entwässert. Die weit verstreut liegenden Wohnplätze erschwerten das räumliche und verwaltungsmäßige Zusammenwachsen des Gemeindeterritoriums. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts tagten die Gemeindeverordneten in derWohnstube des Schulzen in 'Buchhorst bei Erkner'. Es war, wie Gerhart Hauptmann 1885 feststellte, 'ein Menschenwesen, das sich seit einem halben Jahrtausend unverändert erhalten hatte'. Die 1822 einsetzenden Bemühungen um eine Schule hatten erst 1854 mit der Erbauung des ersten Schulhauses wirklichen Erfolg, und erst seit 1897 gibt es eine evangelische Kirche im Ort.

Die gewerbliche Struktur des Gebietes war zunächst noch sehr einfach: drei Erbbauern, einige Büdner, Holzarbeiter und Fischer; nur wenige Handwerker waren ansässig. Lediglich die Berufsgruppe der Schiffer stieg bis auf 3 8 Familien an. Sie bestimmten jahrzehntelang das Gewerbeprofil des Ortes, bis sie durch das volle Einsetzen der industriellen Revolution verdrängt wurden.

Die ländlich-kleingewerbliche Struktur löste sich auf, als am 23. Oktober 1842 die Berlin-Frankfurter, später Niederschlesisch-

Märkische Eisenbahn eröffnet wurde und Iulius Rütgers 1861/62 seine Teerproduktenfabrik anlegte, die erste industrielle Steinkohlenteerdestillation Europas, Grundstock der späteren Rütgerswerke; und als schließlich die Berliner die Schönheit der Landschaft im Osten Berlins entdeckten und in Scharen nach Erkner, vor allem aber nach Woltersdorfer Schleuse und nach Grünheide, hinausfuhren. Infolgedessen und gefördert durch die Berlin-Nähe, ließen sich mehr und mehr 'Renticrs', Gewerbetreibende und Kaufleute hier nieder. Die Flächen 'auf dem Erkner', im heutigen Ortszentrum, wurden parzelliert und bebaut, Straßen gepflastert, eine Gasanstalt errichtet; Post, Feuerwehr und Schulneubau und anderes mehr kamen hinzu, die Einwohnerzahl vergrößerte sich von 260 im Jahre 1805 auf3 300um 1905.

Der Reiz des Ortes bestand in seiner Lage und Umgebung. Mehrere bedeutende Persönlichkeiten wußten das zu schätzen: Der bekannte Klavierbauer und international geschätzte Konzertflügelhersteller Carl Bechstein (1826-1900) besaß hier umfangreichen Grundbesitz; 1889 ließ er sich eine stattliche Villa, das heutige Rathaus, als Sommersitz errichten. Bekannte Komponisten und Musiker waren hier häufig zu Gast, zum Beispiel Eugen d' Albert, Hans von Bülow und viele andere. Von 1885 bis 1889 wohnte der junge Gerhart Hauptmann mit seiner Frau in der 'Lassenschen Villa' (heute Gerhart-Hauptmann-Museum); hier wurden seine Söhne Ivo, Klaus und Eekart geboren, hier entstanden die ersten Werke von Bedeutung: die Novellen 'Fasching' und 'BahnwärterThiel', das erste Drama 'Vor Sonnenaufgang' sowie die Gedichtsammlung 'Das bunte Buch'. Hauptmann bekannte später, daß diese Jahre in Erkner die vier Ecksteine seines Lebenswerkes gewesen sind.

Sehr viel später, aber dafür länger, wohnte in Erkner-Hohenbinde von 1919 bis 1935 der Mitbegründer der wissenschaftlichen deutschen Ur- und Frühgeschichtsforschung und Grabungsmethodik prof Dr.

Albert Kiekebusch (1870-1935). Nicht nur diese bekarmten Persönlichkeiten hatten sich zeitweise in Erkner niedergelassen; auch Künstler entdeckten die Schönheit der märkischen Landschaft bei Erkner: so fand der Maler Walt er Leistikow im Löcknitztal zwischen Erkner und Grünheide reizvolle Motive für einige seiner 'rnärkischsten' Bilder, und der Maler und Grafiker Fidus (Hugo Höppener, 18681948) lebte und wirkte im nahen Woltersdorf und entnahm der Landschaft um Woltersdorf und Erkner viele Eindrücke, die er für seine damals wegweisenden Buchillustrationen und viele seiner Bilder verwendete.

Bedeutsamer für die Ortsentwicklung war es jedoch, daß seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Maße Ausflügler, Zeltler, Wanderer und WassersportIer Erkner und seine wald- und wasserreiche Umgebung zur Erholung nutzten; über zwanzig Gaststätten bemühten sich um ihre Gunst. In dieser Zeit der wachsenden Touristenströme (Fontane hat sie in seiner 'Semnonenvisiori' humorvoll geschildert) nannte sich Erkner kurze Zeit 'Lullkurort', wovon heute noch Reste des ehemaligen Kurparks und die Straße 'Am Kurpark' zeugen.

Dieser Entwicklung entsprechend begann der Ort nun auch äußerlich ansehnlicher zu werden: stattliche Häuser säumten die Straßen im Zentrum; ringsum wuchsen Kleinhaussiedlungen, und langsam schob sich der Ort in die waldreiche Umgebung hinein.

Am 8. März 1944 wurde das Ortszentrum von Erkner durch einen amerikanischen Luftangriff nahezu vollständig zerstört, und auch in den übrigen Ortsteilen gab es zum Teil erhebliche Schäden. Eine durchgehende Neubebauung erfolgte erst ab 1978/79.

Gruß aus Erk ner

1 Die Landschaft.

Als Erkner am Ende des 19. Jahrhunderts var allem für Berliner Ausflügler zu einem Begriff zu werden begann, da war der Grund dafür weniger der Ort, der bis 1889 immer noch die umständliche Bezeichnung 'Gemeinde im 1. Rüdersdarfer Heidedistrikt' trug, sondern hauptsächlich die umgebende Wald- und Seenlandschaft, von der Wilhelm Bölsche einmal

sagte: ' ... derWald, ab und zu durchbrachen vom blauen und weißen Spiegel eines flachen Schilfsees, zu dem der Ufersand gelb wie Dukatengold niederquoll, und aus dessen Maarboden die Ruderstange das Sumpfgas wie Selterswasserperlen stieß. Wacholder und Heidelbeeren und dürres Farnkraut .. .' Bald kamen die Berliner in Scharen und entdeckten diese 'ErknerLandschaft' mit ihren Seen und Wäldern.

2 Erkner - Bliek über den Flakensee zu den Kranichsbergen.

Eine der reizvollsten Ansichten, die sich dem Wanderer von der Erkner-Landschaft bieten, ist der Blick vom Erkneraner Ufer über den See bis zu den Kranichsbergen bei Woltersdorf (etwa 100 m hoch) mit dem Aussichtsturm, von dem man, wie Bruno Wille einmal sagte, 'weit über die blauenden Forsten bei Erkner blickt' . An diesem See, und zwar in unmittelbarer Nähe des

heutigen Erkner, vermutet man die erste Fischersiedlung 'Arckenow' , die 1 579 erstmals urkundlich erwähnt wird.

3 Blick über die Löcknitz zum Wupatzsee.

Die Begradigung des ehemals gewundenen Laufs der Löcknitz ließ zwischen dem Fluß und dem stillen Wupatzsee nur einen äußerst schmalen Landstreifen übrig, der wie ein Damm wirkt. Später überbrückte man den neuen Löcknitzkanal mit einem schmalen Steg, den man nach dem bekannten Maler 'WalterLeistikow -Steg' nannte und auf dem der Wanderer zugleich im

Zuge des Leistikow-Weges das romantische Löcknitz-Tal ausgiebig kennenlernen kann.

4 Wanderer.

Hier eineAbbildung von Wanderern auf dem Walter-LeistikowWeg.

5 Die alte Löcknitz.

Der Sage nach entstand das sich früher in vielen Windungen dahinschlängelnde Flußbett durch die vergeblichen Versuche desTeufels Großmutter, mit dem Pflug eine gerade Furche zu ziehen. Schon vor der Jahrhundertwende wurde das romantische Flußtal mit seinem Wechsel von stillen Wiesen und Wäldern zu einem Eldorado für Spaziergänger, Radler und

Wassersportler, und seit 1902 fuhren auch die ersten, nochrecht bescheidenen Motorboote (Dampfer), während seit 1910 die Löcknitz für den fahrplanmäßigen Dampferverkehr zwischen Erkner und Alt Buchhorst genutzt wurde.

6 Die Löcknitz.

Stille Winkel der Mark.

7 Am Karutzsee.

Der Karutzsee liegt im Südosten Erkners am Rand des Spreetales in einem idyllischen Winkel direkt unterhalb einer von weiten Wäldern bestandenen Hochfläche, die hier das Spreetal begrenzt. Im Hintergrund des Bildes schimmern durch die Bäume die Häuser der hier 1930 erbauten Erwerbslosensiedlung 'Karurzhóhe' hindurch, eines Ortsteils von Erkner. An den

sanften Abhängen der dem Ort Erkner zugewandten Nordseite des Sees lagen etwa im 16. Jahrhundert Weingärten, nicht weit davon ein bronzezeitliches Gräberfeld und ab der Jahrhundertwende der ehemalige Kurpark.

8 Schiffahrt auf der Löcknitz.

Das Bild zeigt einen Teil der Löcknitz mit Schiffs- und Sportbootstypen, die bis in die dreißiger [ahre hier und auf vielen Gewässern der Mark Brandenburg in Gebrauch waren. Am jenseitigen Ufer ist ein Lastkahn festgemacht, wie er von den Lastschiffern verwendet wurde, von denen es zwischen 1870 und 1880 etwa 39 in Erkner gab. Durch die Veränderungen

im allgemeinen Transportwesen verschwand dieses Gewerbe bald völlig; an seine Stelle traten fünfBootswerften und Bootsstände, die dem zunehmenden Sportbootbetrieb auf den Gewässern dienten (z. B. Dochan in der Seestraße und Gräbert in der Wiesenstraße).

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