Erlangen in alten Ansichten Band 1

Erlangen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Klaus Fröba
Gemeente
:   Erlangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3339-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erlangen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Als die früheste Ansiedlung im Erlanger Raum gilt das vorfränkische 'Erlwang', das um 500 nach Christi als suebisch-alernannische Siedlung am Südabhang des Burgberges lag. Von da aus geht in der Folgezeit die Ausdehnung fast ausschließlich in südlicher Richtung. Im 7. Jahrhundert finden wir einen bereits von Franken angelegten Königshof (curia) dicht an der Schwabach, heute Bayreutherstraße (Haus Nr. 8). Unmittelbar neben dieser curia entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das kleine Ackerbürgerdorf 'Erlang'. Der Ortsname taucht im Jahre 1002 zum ersten Mal auf. Kaiser Karl V. kauft das Dorf 1361 vom Hochstift Bamberg für 2 225 Pfund Heller, weil er an dieser Kreuzung wichtiger Fernstraßen einen Stützpunkt brauchte. Über die Stadterhebung liegen keine Dokumente vor, aber es fand sich eine Urkunde des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, der am 12. Januar 1367 'den Bürgern und Leuten zu Erlang' Weiderechte im Sebalder Reichswald einräumte. Die Formulierung 'Bürger' läßt den Schluß zu, daß Erlangen zu diesem Zeitpunkt bereits 'Stadt' war. 1402 ging Erlangen an die Hohenzollern über, und zwar bis 1415 an den Burggrafen von Nürnberg, danach bis 1791 an den brandenburgischen Markgrafen in Franken und 1792 bis zum Jahr 1806 an das Königreich Preußen, bis es schließlich - nach vierjähriger französischer Besatzung - 1810 an die Krone Bayerns kam.

1528 nahm die Stadt die Reformation Martin Luthers an; die von Bamberg und Würzburg betriebene Gegenreformation hatte hier keinen Erfolg, Während des

Dreißigjährigen Kriegs wurden die Altstadt und die Veste 1632 und 1640 von der damaligen Festung Forchheim aus völlig zerstört. Der bald danach in Angriff genommene Wiederaufbau war 1655 beendet; erst um diese Zeit herum wurde die alte Einwohnerzahl von etwa 500 wieder erreicht und stieg bis 1686 auf ungefähr 800.

Die Bedeutung der Stadt wuchs, als Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth 1686 aus Frankreich vertriebene Hugenotten nach Erlangen holte. Noch heute zeugen die schnurgeraden Straßen und rechteckigen Plätze in der in jenem Jahr angelegten 'Neustadt Christian Erlang' von dieser Zeit. Markgraf Friedrich, der mit der Schwester Friedrich des Großen, Wilhelmine, verheiratet war, gründete 1743 die Universität, die aber in ihrer Geschichte meist provinziellen Zuschnitt hatte, wenn man von der lutherischen Theologie absieht. Ehe Erlangen eine Universität erhielt, gab es in der Stadt an höheren Bildungsanstalten seit 1701 die 'Ritterakademie', auf welcher der junge Adel für Verwaltung und Hofdienst ausgebildet wurde. Für bürgerliche Schüler bestand seit 1716 das 'Seminarium', aus dem das Gymnasium Fridericianum hervorging.

Erlangens Sternstunde kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Entschluß der Firma Siemens, die Hauptverwaltung von Berlin in das verträumte, von den Bomben verschonte Städtchen zu verlegen, nachdem Nürnberg, das auch zur Wahl gestanden hatte, wegen der Kriegszerstörungen ausgeschieden war. Dazu ergoß sich aus dem Osten ein Strom von

Flüchtlingen über die Stadt. Die Alma mater wurde zu einer Art Auffang-Universität für viele Gelehrte aus Breslau und Königsberg. Erlangen hat den unschätzbaren Vorzug, daß sich in seinen Mauern eine einzigartige Synthese zwischen Industrie und Universität vollzogen hat, von denen der eine Teil den anderen weitgebend befruchtet.

Lassen wir zum Ausklang unserer geschichtlichen Betrachtungen noch die erfolgreiche Schriftstellerin Agnes Sapper (geb. 1852 in München, gest. 1929 in Würzburg) zu Wort kommen, die uns in einer ihrer zahlreichen Erzählungen ein ziemlich zutreffendes Bild der Stadt aus dem frühen 20. Jahrhundert vermittelt: ... Die bayerische Universitätsstadt Erlangen liegt in Mittelfranken, demienigen Kreise des Königreiches, in dem die protestantische Bevëlkerung vorherrsch t. So ist auch auf dieser Universität die theologische Fakultät von jeher bedeutend gewesen. Die kleine bescheidene Stadt läßt Muse zu fleißigen Studten. Daneben entwiekelt sich dort auch ein fröhliches Burschenleben sowie ein traulicher Verkehr zwischen den Professorenfamilien. Viele bedeutende Namen klingen zu uns aus dieser Stadt, Von den Zeitgenossen Pfaffs, die dort gelebt und mit denen er in Beriihrung war, wollen wir nur einige nennen: Schelling, Rilckert, Platen, Raumer - Namen, die keinem gebildeten Deutschen fremd klingen. Fûhrt uns heute unser Weg nach Erlangen und sind wir begierig, den Ort zu sehen, in dem so viele geistig bedeutende Menschen sich entwiekelten oder anderen zur Entwicklung halfen. so wundern wir uns über die stille

Stadt mit den auffallend kleinen Häusern; nur wenig von modernem Leben und Treiben tritt uns da entgegen, Ruhe herrscht in den weiten Straßen und auf den großen Plätzen. Manche der Einwohnerzahl nach kleinere Städte machen durch höhere Häuser, engere Straßen und allerlei laute Gewerbe einen belebteren Eindruck als Erlangen, gar nicht zu reden von manch anderen Universitätss täd ten, in denen Fremdenverkehr mit Hotelomnibus, Automobilen und eleganten Gefährten der Stadt ein vornehmes Gepräge verleihen. Davon ist in Erlangen nichts zu sehen. Zwar wûrden die Großeltern der jetzigen jungen Generation staunen über die Reinlichkeit der kanalisierten Straßen, in denen zu ihrer Zeit trübe Lachen vor den Häusern standen, staunen über die nächtliche Beleuchtung, die ihre kleinen Handlaternen in die Rumpelkammern verwiesen hat, manches Häuserviertel wäre ihnen vollständig unbekannt, die neuen Universitätsgebëude; die sorgfältig gepflegten Anlagen und schönen Brunnen wiirden ihre Bewunderung erregen. A ber dennoch, im Vergleiche mit andern war und ist Erlangen eine einfache Stadt, sie gab und gibt noch den Beweis, daß der menschliche Geist, der in einer so kleinen Schale eingeschlossen ist, auch keine große, stattliche Behausung braucht. Manche mögen ungiinstig über die kleine Universitätsstadt urteilen und ste langweilig nennen, aber es wird immer auch solche geben, denen sie lieb ist und sinnbildlicn erscheint für einen in sicb gekehrten deutschen Gelehrten ... (aus: Agnes Sapper, 'Frau Pauline Brater', Verlag C.H. Beek, 1910).

1. Den Grundstein für das Stadtschloß hatte im Juli 1700 der Erbprinz und spätere Markgraf Georg Wilhelm von Bayreuth gelegt. 1814 brannte der Bau völlig aus und diente nach der Instandsetzung 1821·1825 bis 1913 als Universitätsbibliothek. Heute sind dort die Hochschulleitung und Teile der Verwaltung untergebracht. Die städtebauliche Funktion des Schlosses offenbarte sich ebenso in der Ausstrahlung auf das Gefûge des Marktplatzes wie in der spiegelbildlichen Anlage (ehemaliges Schloßparterre) im einst ausgedehnten Hofgarten.

2. Das Anwesen Hauptstraße 47 mit dem Brandenburger Adler war das erste Haus, das in der Neustadt Christian Erlang gebaut wurde, Hier wohnte vorübergehend der berühmte Kirchenhistoriker Albert Hauck (geb. 1845, gest. 1918). Von 1786 bis 1933 im Besitz der Familie Kindler, nannten es die Erlanger schlicht das 'Kindler-Haus'. Nach dem Abbruch des Hauses (1966) für einen Geschäftsneubau wurde der in Sandstein gearbeitete Adler an dem zur Altstadt gehörigen Haus Hauptstraße 55 (Eingang zum Altstadtmarkt) angebracht.

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Marktplatz.

3. Das Herz der Stadt schlägt in der Mitte - am Marktplatz. Er ist ein Teil des Erlanger Lebens, und er verbindet die Stadt mit dem Land. Köstliche Erdbeeren und Kirschen, feiner Spargel und herzhafter Meerrettich, gedeihen als Sonderkulturen auf Feldern rund um Erlangen, das teilhat an solchem Reichtum des fränkischen 'Gottesgarrens', Redegewandte Bauersfrauen und Händler, immer zu einem guten Scherz aufgelegt, bringen die Produkte ihres Fleißes zum Marktplatz. Viele von ihnen tragen farbenfrohe Trachten und bekennen sieh dadurch stolz zu einer ausgeprägten Tradition, die der fränkischen Wesensart eigen ist.

4. Hier ein Bliek in die nördliche Richtung der Hauptstraße vom Luitpoldplatz (Hugenottenplatz) aus. Wenn in Erlangen ein Platzregen kam, sahen die Pflastersteine aus wie frischgewaschene Gesichter. Die Straße war die Hauptader der Stadt. An den Ecken zur einmündenden Hauptstraße stehen mansardentragende Richthäuser,

5. Man stellte sich gerne in Positur, wenn ein Fotografkam und umständlich seinen Apparat aufbaute, um einen idyllischen Winkeloder eine Häusergruppe im Bild festzuhalten. Links sehen wir ein sogenanntes Richthaus am Schloßplatz. Rechts zur Apfelstraße befindet sich ein Geschäft mit Schild 'Rasir-Frisir und Haarschneid-Cabinett Konrad Dietz'.

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6. Im Palmshäuschen am Burgberg, 1955 abgebrochen, soll sich der Buchhändler Johann Philipp Palm (1766-1806) vor der Ergreifung durch Napoleon versteekt gehalten haben, Wegen des Vertriebs der Schrift 'Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung' setzte der sich selbst gekrönte Kaiser seine Häscher auf Palm an. Durch eine Ijst nach Nürnberg geloekt, wurde Palm von Napoleons Schergen verhaftet und 1806 in Braunau erschossen.

7. Verwinkelte, schrnale Gassen, abschüssig, mit Kopfsteinpflastern, erinnern noch heute an eine fast dörfliche Kleinstadtidylle. Ein Bild friedlich-stillen Lebens bot in der Abenddämmerung die Westliche Stadtmauerstraße mit Bliek zur Altstädter (Dreifaltigkeits-) Kirche.

8. Im Jahre 1877 eröffnete der Universitätsmechaniker Erwin Moritz Reiniger (1854-1909) im Hause Schloßplatz 3 eine Werkstatt, in welcher er Batterien und Induktionsapparate für den Bedarf der Universität anfertigte. Durch die Verbindung von Siemens & Halske mit den 'Vereinigten physikalischmedizinischen Werkstätten Reiniger, Gebbert und Schall' entstanden die Siernens-Reiniger-Werke, die vor dem Zweiten Weltkrieg allein in Erlangen etwa 2 000 Personen beschäftigten.

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