Erlangen in alten Ansichten Band 2

Erlangen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Klaus Fröba
Gemeente
:   Erlangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6222-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erlangen in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Geschichte der Stadt

Im 5. und 6. [ahrhundert nach Christi entstand im Mündungswinkel zwischen Schwabach und Regnitz eine vorfrànkisch, alemannische Siedlung mit der Bezeichnung 'Erlwang'. Dieser Vorläufer des heutigen Namens der Stadt wurde geprägt durch die Beschaffenheit des Landstrichs. 'Erlwang' bedeutet soviel wie: mit Erlen bewachsene, abhängige Seitenfläche eines Berges.

Urkundlich wird der Kirchweiler Erlwang erstmals als 'Villa Erlangen' im Iahre 1002 erwähnt. Aus ihm entwiekelt sich am Ostufer der Regnitz das Dorf'Großenerlangen'.

1361 verkauft der Bischof von Bamberg dieses Dorf an Kaiser Karl IV: Als Kreuzungspunkt der großen Nord-Süd-Straße im Regnitztal mit einer wichtigen Ost- West-Verbindung, war dieses Dorf für die deutschen Kaiser, die zugleich böhmische Kónige waren, von strategischer Bedeutung. Unter Karl IV: wird die Siedlung zu einer mittelalterlichen Stützpunktstadt ausgebaut und bekommt 1367 das Stadtrecht zugesprochen.

Durch Hussiteneinfälle und Markgrafenkriege wird die Stadt im 15. Iahrhundert stark geschädigt und in ihrer Entwicklung gehemmt.

Im Zeitalter der Reformation entscheiden sich die Erlanger für die Lehre Martin Luthers. Dieser Schritt führt im Dreißigjähri-

gen Krieg zum Untergang der Stadt. Die katholische, kaiserliche Soldateska zerstört Erlangen völlig.

Eine Wiederbelebung erfolgt durch die Ansiedlung der Hugenotten ab dem [ahre 1686. Durch ihr hochentwickeltes Handwerk auf den Gebieten der Handschuh-, Strumpf- und Hutfabrikationen beeinflussen sie den wirtschaftlichen Aufschwung und somit die Entwicklung Erlangens in [ener Zeit entscheidend.

Im Zuge ihrer Ansiedlung entsteht die auf dem Reißbrett entworfene Barockstadt 'Christian Erlang' neben der nunmehrigen Altstadt.

Mit der Übersiedlung der Bayreuther Universität wird Erlangen 1 743 Hochschulstadt. Berühmt geworden ist die Alma Mater vor allem durch ihre Theologische Fakultät, der so bekannte Persönlichkeiten wie Franz Delitzsch, Gottfried Thomasius, Johann Chr. Konrad Hofmann, und in jüngerer Zeit Paul Althaus und Friedrich Baumgärtel, angehörten. Mit elfFakultäten, zwanzig Kliniken, 78 Instituten, 230 Lehrstühlen und mehr als 6 500 Beschäftigten (Stand: 1984) nimmt die FriedrichAlexander-Universität heute neben der Landesuniversität München den zweiten Platz in Bayern ein.

Das heraufziehende Zeitalter der Industrialisierung brachte der

Stadt den Anschluß an den Donau-Main-Kanal 1843, sowie die Anbindung an das Eisenbahnnetz (1844). Der Aufbau der Industrie vollzieht sich im Rahmen des Durchschnitts deutscher Mittelstädte und beschränkt sich im wesentlichen auf die Anlagen der Spinner-, Gerber- und Bierbrauereien. 1947 erfolgt die Übersiedlung der Siemens-Schuckert-Werke von Berlin nach Erlangen und läßt die Stadt weiter nach Süden und Westen wachsen. 1974 wird Erlangen die 7. Großstadt Bayerns und zählt heute rund 103000 Einwohner.

Danksagung. Der Autor dankt an dieser Stelle den zahlreichen Erlanger Bürgern, die für dieses Büchlein Bildmaterial zurVerfügung stellten. Herzlichen Dank auch dem weit über Erlangen hinaus bekarmten Grafiker Det1efLöwen, der mit großem Sachverstand zum Gelingen des Bandes beigetragen hat. An der Qualität manch alter Aufnahmen hat natürlich auch der 'Zahn der Zeit' seine Spuren hinterlassen und einige muß man sogar mit der Lupe betrachten - zum Zwecke der Dokumentation waren diese Fotos jedoch unentbehrlich.

Klaus Fröba

1 NichtamtlichesWappen der Stadt Erlangen. Entwurf von Michael Baierlacher aus dem [ahr 1905. Die Beschreibung des amtlichen Stadtwappens lautet: 'Das Erlanger Stadtwappen zeigt unten das Wappen der von Kaiser Karl IV in den 13 60er [ahren gegründeten Altstadt (nördlich des Martin-Luther- Platzes), oben das der 1686 errichteten Neustadt (Bereich Schloßplatz, Hugenottenplatz, Bohlenplatz) als Doppelschild und Ehewappen des Markgrafenpaares Chnstian Ernst und Elisabeth Sophie von Preußen. Die Kombination der drei Schilde erfolgte 1707 für die Gesamtstadt Erlangen als sechste Residenz des Fürstentums Brandenburg-Bayreuth.

Links oben: der brandenburgisehe Adler mit geviertetem Zollernschild auf der Brust. Rechts oben: der preußische Adler mit den Buchstaben E.S. Unten: Ein Böhmischer Löwe mit Doppelschweif und Krone über gefugter Zinnenmauer.' Amtlich wird von der Stadt heute ein 'rundlich' gestaltetes Wappen verwender, in welchem sich drei Schilde befinden.

2 Im Iahre 1904, als Erlangen erst etwa 20 000 Einwohner zählte, entstand diese Ansichtskarte, die den Bliek auf die Gesamtstadt vom Burgberg aus zeigt. 'Erlangen liegt in einer sehr schonen Ebene, man hat eine weite Aussicht über grüne Wiesen und Felder.' Dies schrieb 1793 Ludwig Tieek, der Dichter der deutschen Romantik, der an der hiesigen Universität studierte. 'Erlangen liegt an dem kleinen Fluß Schwabach, hat sehr schone Häuser und scheint in kurzer Zeit eine sehr hübsche Stadt zu werden' (aus des Herrn de Blainville Reisen, um 1705). 'Wer Dich nicht liebt, der kennt Dich nicht I Wie Deine Dichter sangen I Ein jedes Haus

trägt Dein Gesicht I Du liebliches Erlangen' (Willi Hilpert). 'Die Stadt ist überaus freundlich und es gefàllt mir hier mit einem Wort sehr gut.' Dies schrieb kein geringerer als der spätere Begründer der

Historischen Rechtsschule Carl Friedrich von Savigny 1806 in einem Brief an den Mythologen Friedrich Creuzer.

3 Nicht nur in Werbeprospekten und sonstigen Schriften hat man anno dazumal für Erlangen Reklame gemacht, auch auf Ansichtskarten wurde 'die fränkische Universitätsstadt' angepriesen. 'Das Stadtbild mit der regelmäßigen Anlage seiner Straßen und Plätze und dem Stil seiner Kirchen und Gebäude verrät deutlich den Ursprung des heutigen Erlangen in der Zopfzeit. Den Charakter der Stadt bestimmt vorwiegend die Universität und die zahlreichen Institute, die in den letzten [ahrzehnten nach neuzeitlichen Anforderungen gebaut und modern eingerichtet wurden,' So warb 1906 der damalige 'Frerndenverkehrs- Verein' für Erlangen.

Auf der Karte, abgestempelt im Kriegsjahr 1943, sind allein sieben Motive abgebildet, die sich im Schloßgarten befinden. 'Uberhaupt ist ganz Erlangen ein erfreulicher Ort' (C.F. von Savigny am 18. Juli

1806 in einem Brief an den deutschen Dichter der Romantik, Clemens Bretano).

4 Diese sehr seltene Ansichtskarte vom jahr j 902 zeigt die Restauration 'Zum Kapuziner' in der Burgbergstraße 35 (ab 1948Welsweg 2). Die Schankerlaubnis erhielt mit Datum vom 20. März 1902 der Obermüller JosephAnglhuber. Nur sieben Iahre bestand die Gastwirtschaft. In dieser Zeit, also bis zur Schließung 1909, wechselte sie nicht weniger als zehnmal den Pachter, Erhalten ist noch die mehrstöckige, mansardengeschmückte Villa 'im etwas verspielten Stil der Zeit mit einem kunstvoll geschnitzten Balkon, an dessen drei Außenseiten drei Holzreliefs angebracht sind: ein Kapuzinermönch, ein Mönchskopf und eine Kapelle' (Heinz

Martius, Der Erlanger Burgberg im Wandel der Zeit, 1988). Das Haus befindet sich seit Iahren in einem baulich nicht gerade guten Zustand. Hier fehlen freilich wie auch bei einigen anderen

Häusern des Ensembles 'We1sweg' die 'Finanzen' für eine Renovierung.

'ResfauratioD z. Kal>uziner: 'Burgbergsfrasse 35.

5 'Der Burgberg. imAusläufer der Marloffsteiner Höhe und vom Rathsberg durch eine buchtartige, stille Senke getrennt, erstreckt sich von seinem Westabfall als eine schmale Landzunge 1 Yz Kilometer nach Osten, wo sich seine Abhänge an den Südabhang der ihn ûberschneidenden Höhe zwischen Rathsberg und Marloffstein anlehnen. Mitten auf seinen Scheitel ist eine Straße gelegt, an der in der Osthälfte hübsche Villen stehen. Andere Villen sind in den nach Süden liegenden Gärten gebaut, zwischen denen verschiedene Fußwege zur Höhe hinaufführen' (Stadtführer von Erlangen. 1909). In seinem Bestand war der Burgberg im

Laufe der Zeit mehr als gefährdet, besonders 1972, als ein Bauträger den 'Grûnen Hügel' - wie die Erlanger zum Burgberg sagen - mit Terrassenwohnungen 'verschönem' wollte. Eine weit-

sichtige Stadtverwaltung lehnte diesen an Idiotie grenzenden Plan ab und wies den Erlanger Hausberg als Erholungsgebiet aus. Die Bebauung des Burgbergs begann in den frühen 1860er [ahren,

völlig zum Stillstand gekommen ist sie jedoch auch heute nicht.

éRLfNGéN. BURG8ëRG

6 Mit der Einweihung und Inbetriebnahme des Waldkrankenhauses 'Sankt Marien' arn 30.April1959 mit zunächst 180 Betten wurde in Erlangen neben den Universitätskliniken eine zweite, aus der klinischen Versorgung der Stadt Erlangen nicht mehr wegzudenkende Eimichtung geschaffen. DasWaldkrankenhaus ging 1945 aus dem Marienhospital in der Spardorfer Straße 32 (jetzt Alten- und Pflegeheim) hervor, einem Haus, das bis 1937 der Akademischen Studentenverbindung Fridericiana gehörte und später als NSV-Schwesternheim eingerichtet worden war. 1969 wurde arn Waldkrankenhaus in der Rathsberger Straße einAnbau

für eine Orthopädische Klinik errichtet. Das größte Projekt für die Kongregation der Sankt - Pranziskus-Schwestern als Krankenhausträger stellt der jetzige Erweiterungsbau dar, der am 23. September

1989 mit insgesamt 398 Betten in Betrieb genommen werden konnte.

7 Von 1903 stammt diese Ansichtskarte von der Windmühle. Das Anwesen 'Windmühle' bestand aus dem großen Wirtshaus an der Straße nach Bamberg kurz vor dem Ludwig- Donau - Main- Kanal auf der linken Seite und dem am Ausläufer des Burgbergs gegenüber aufsteigenden und terrassenförmig angelegten Wirtsgarten. Dazu gehörte noch der 'Philosophenstein' , der vom Wirtsgarten aus nach rechts zu erreichen war und auf der Höhe einen steinernen Tisch und ebensolche Bänke aufwies. Weil dort um

1 820 der Philosoph Schelling, der Dichter Platen und andere erhabene Geister sich getroffen und Gespräche geführt haben, hieß er der

'Philosophenstein' . 1939 wurde die Windmühle von der Stadt Erlangen erworben, weil die Straße wegen der Eisenbabnüberführung erhöht werden mußte und damit das Gasthaus von Straße und

Er angen, Wi::>c!m(;hJc.

Burgberg abgeschnitten wurde und nicht mehr bestehen konnte.

8 Fûr das Kanaldenkrnal arn westlichen Rand des Burgbergs war bereits im Juli

1842 mit dem Sockelbau begonnen worden; doch erst nach Vollendung des LudwigDonau-Main-Kanals bis Kelheim konnte der plastische Schmuck auf zwei Kanalschiffen am 26. August 1845 hierher befördert werden. Nach Aufstellung auf dem Sockel fand dann am 1 5. Juli 1846 die Enthüllung statt. Der Entwurf zum Kanaldenkmal stammt von dem Hauptvertreter des Münchner Klassizismus Leo von Klenze (17841864). Modelliert hat es der Bildhauer Ludwig Schwanthal er. Als Kuriosum sei bemerkt, daß man aus Anlaß der Enthüllung des Denkmals

1846 nicht nur, wie verständlich, Medaillen herausgab, sondern auch Schnupfiabakdosen mit der Ansicht des Denkmals, Bierglaszinndeckel und Behälter für Schreibrnaterialien, Briefbeschwerer ete.

Die beiden liegenden Figuren stellen den Main und die Donau dar. Stehende Figur links: jungfräuliche Gestalt mit Füllhorn und Merkurstab. Rechte stehende Figur: Jüngling mit einem Steuerruder.

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