Erp in alten Ansichten Band 1

Erp in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Rainer Strätz
Gemeente
:   Erp
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5454-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erp in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das Dorf Erp, heute ein Teil der Stadt Erfstadt, hat eine lange Geschichte. Die fruchtbaren Böden der Zülpicher Börde boten schon früh Menschen eine Nahrungs- und Lebensgrundlage. Zahlreiche Bodenfunde beweisen, daß Erp schon in vorrömischer und vor allem römischer Zeit besiedelt war. Im Mittelalter bis zur Neuzeit gehörte es als kurkölnisches Lehen zur Herrschaft der Grafen von Schleiden-Manderscheid-Blankenheim. Es war ein stattliches Bauerndorf mit zahlreichen großen Höfen, die zum Teil bis heute weiterbestehen. Nach der Französischen Revolution gehörte Erp wie das gesamte linke Rheinland seit 1794 zwanzig Jahre lang zu Frankreich. In dieser Zeit entstand die Bürgermeisterei ('Mairie') Erp mit den Einzelgemeinden Erp, Dorweiier und Pingsheim. Nachdem die Bürgermeisterei bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in der Bürgermeisterei Lechenich aufgegangen war, verlor auch die weiter fortbestehende Einzelgemeinde Erp 1969 mit der Bildung der Stadt Erfstadt ihre Selbständigkeit.

Von der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung wurde Erp nur am Rande erfaßt. Es gab zeitweilig eine Schuhfabrik, eine größere Molkerei, ansonsten blieb die Landwirtschaft bis in unsere Tage vorherrschend. Allerdings arbeiteten auch zahlreiche Erper etwa seit der Jahrhundertwende in den Braunkohlegruben, und ein gutes halbes Jahrhundert besaß der Ort durch die Euskirchener Kreisbahn auch einen Bahnanschluß.

Leider ist die Geschichte Erps im einzelnen bisher nur wenig bekannt und erforscht. Neben einem Aufsatz von WeItersl von 1955 und dem 1969 erschienenen Standardbuch von Albert Esse? gibt es so gut wie keine Darstellungen zur Erper Geschichte. Vor allem wissen wir, sofern und soweit wir uns nicht selbst erinnern können, nur sehr wenig gerade über die neuere und neueste Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. An diesen Tatbestand knüpfte ein Arbeitskreis zur Erper Dorfgeschichte an, der 1991192 in drei aufeinanderfolgenden Semestern von der Volkshochschule Erfstadt durchgeführt wurde und aus dem dieser kleine Bildband hervorgegangen ist. Den Anstoß zu diesem Kurs gab Margret Jüssen, örtliche Vorsitzende der Katholischen Landvolkbewegung, die über lange Jahre viele historische Fotos von Erp gesammelt hatte und diese ebenso wie die Erinnerungen der alten Leute irgendwie gesichert wissen wollte. In dem Kurs haben wir uns zunächst, soweit möglich, einen Überblick über die Erper Geschichte verschafft, viele Erinnerungen an gute und schlechte Zeiten ausgetauscht, und vor allem haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großem Engagement viele Hundert Fotos gesammelt, geordnet und verzeichnet. Eine ganz kleine Auswahl von Fotos aus der Zeit zwischen 1880 und 1930 wurde in dieses Büchlein aufgenommen. Es kann selbstverständlich nicht die so sehr wünschenswerte wissenschaftliche und heimatkundliche Beschäftigung mit der Erper

Geschichte ersetzen. Im Gegenteil: Es soll dazu anregen, sich weiter verstärkt mit der Erper Vergangenheit zu befassen , insbesondere die noch vorhandenen Quellen zu erhalten und zu sichern. Und hoffentlich wird es möglichst vielen Leserinnen und Lesern, alten Erpern ebenso wie zugezogenen Bewohnern in Erp und in Erftstadt, eine kleine Freude bereiten.

1) H. Welters: Erp, ein alter Dorfplan erziihlt, in: Heimatblätter des Kreises Euskirchen 1955.

2) A. Esser: Die Geschichte des Dorfes Erp. Hrsg. von der Gemeinde Erp, Erp 1969.

1. Ansichtskarte 'Gruß aus Erp - Markt mit Kriegerdenkmal' (vor 1914).

Von links: Haus Kaeder (heute Luxemburger Straße 23), Haus Happe (Nr. 25) und Jüssen (Nr. 27). Haus und Gastwirtschaft Jüssen sind zwar in der Zwischenzeit vergrößert worden, der Torbogen. die Fensteranordnung im Erdgeschoß und der Haupteingang sind aber ohne Schwierigkeiten wiederzuerkennen. Die beiden Häuser davor haben sich stärker verändert.

Wer etwas verkaufen wollte, mußte schon damals werben, sei es für Kaffee oder für 'Drogen', wobei es sich dabei lediglich um diejenigen Waren handelte, die in einer Drogerie zu kaufen waren.

Das Kriegerdenkmal wurde im Jahr 1911 dem Zeitgeist folgend so errichtet wie in Hunderten anderer Städte und Dörfer auch; die Einweihung war am 16. Juli 1911. Der Spruch, der den Namen gefallener Soldaten (aus den Kriegen 1866 und 1870/71) folgte: ' ... den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung', stand so oder ähnlich leider auf allen in dieser Zeit errichteten Gedenksteinen.

Das kleine Gebäude am rechten Bildrand, das so wirkt, als ob es auf dem Bürgersteig stünde , ist das 'Wachhäuschen'. Dort wurden früher verhaftete Personen festgehalten, bis sie nach Lechenich oder Euskirchen überstellt wurden. So mancher Zeeher wird dort auch seinen Rausch ausgeschlafen haben. Heute steht das Wachhäuschen unter Denkmalschutz. Zusätzlich zu einem Polizisten und einem Nachtwächter taten damals Feldhüter Dienst, die Ackerdiebstahl und Wilddieberei unterbinden sollten. Trotzdem verirrten sich immer wieder Kaninchen und andere schmackhafte Tiere in bestimmte Erper Bratpfannen und Kochtöpfe. Die Adressen kannte jeder - und verriet keiner.

Gruß aus Erp - m,HKt mil Kr icqer ö en k.nal

2. Ansichtskarte 'Marktstraße': Bliek in Richtung Lechenicb (um 1930).

Rechts das damalige Gasthaus Everhard Happe, die heutige Gaststätte Dominik. Das Haus ist inzwischen im Mittelteil des ersten Stocks vergrößert worden, aber die Fenster im Erdgeschoß und besonders die Eingangstreppe mit dem schmiedeeisernen Geländer sind heute noch genauso zu sehen wie auf dem Bild. Auch die drei Höfe auf der linken Straßenseite haben solche Aufgänge zur Eingangstür hinauf; zwei sind erhalten.

Leider sind die meisten der mächtigen Bäume verschwunden, die den Ortsausgang Richtung Lechenich gesäumt haben. Auch die Benzinzapfsäule am rechten Bildrand steht natürlich schon lange nicht mehr.

Die Luxemburger Straße hat ihren Namen erst durch die kommunale Neugliederung erhalten, als viele Bezeichnungen geändert werden mußten, die in mehreren Ortsteilen der neuen Stadt Erftstadt vorhanden waren. Die älteren Erper sagen aber heute noch 'Markt' oder 'am Markt' für den Teil von der Kirche bis zum Ortsausgang in Richtung Lechenich. 'Kirchstraße' hieß das Stück von der Kirche bis zur Einmündung der Wahlengasse. Mit der Biegung begann die 'Greisengasse' in Richtung Ortsausgang nach Zülpich/Weiler in der Ebene.

.... af' ?

3. Wirtschaft und Lebensmittelhandlung Kindgen in der Kirchstraße.

Vor der Eingangstür: Adelheid Kindgen geborene Schmitz (11. November 1838 - 20. Februar 1917) mit Enkelkind Adelheid (Henke) und Sohn Fritz.

Das Haus hat sich inzwischen so stark verändert, daß es kaum wiederzuerkennen ist. Die Kirchstraße war der Teil der heutigen Luxemburger Straße von der Kirche bis zur Einmündung der Wahlengasse. Danach steigt die Straße (die von dort an Greisengasse hieß) leicht an, führte vom 'Unterdorf' ins 'Oberdorf'. Der Anstieg beginnt schon in der Kirchstraße, wie die Kellerfenster erkennen lassen.

Am ersten Stock sind rechts an der Hauswand die Elektroleitungen mit ihren Porzellanisolierungen zu sehen.

4. Ansichtskarte 'Zülpicher Straße' im Oberdorf (etwa 1930).

In der Bildmitte sind auf der linken Straßenseite die Häuser Josef Rhiem, Wilhelm Schlösser, Wilhelm Dreschmann, Matthias Schlösser, Johann Anton Gey (siehe Bild NI. 26), Konrad Maus und Michael Rüth zu erkennen, auf der rechten Seite das Haus Franz Voihs. Links vom Aufnahmeort stand damals das Klostergebäude (siehe Bild NI. 9).

Durch das Dorf und über die Zülpicher Straße lief der Verkehr von Köln in Richtung Eifel, in den zwanziger Jahren wahrscheinlich noch recht überschaubar, aber später eine erhebliche Belastung, die erst die Umgehungsstraße Ende der sechziger Jahre aufhob.

Die Stadt Zülpich, etwa 13 Kilometer von Erp entfernt, geht auf ein römisches Heerlager ('Tolbiacum') zurück. Von dort lief eine schnurgerade Straße nach Köln, die dicht an Erp vorbeiführt (die 'Römerstraße' am Hexenberg). Von daher ist erklärlich, daß auf Erper Gebiet Gräber, Vasen, Münzen und andere Gegenstände aus der Römerzeit entdeckt wurden.

Zwischen Erp und Zülpich liegt Weiler in der Ebene, ein kleines Dorf, das zur Erper Pfarre gehört. Auf dem Weg dorthin befinden sich in einem kleinen Waldstück unmittelbar neben der Straße ein alter jüdischer Friedhof, dessen Grabsteine teilweise noch zu lesen sind.

5. Bliek in die Flußstraße Richtung Herrig (um 1930).

Im Haus ganz rechts führte die Familie Schmidt ein Kolonialwarengeschäft; vor dem Haus ist ein Durchgang in Richtung Molkerei. Das Haus steht zwar noch, ist aber nicht mehr bewohnt. Das Haus daneben wurde damals von Familie Dümbgen bewohnt und später von Josef Berk erworben und als 'Arbeiterwohnung' des Hofes Berk genutzt.

Arbeiterwohnungen gehörten zu einem Hof und wurden von einem der verheirateten Arbeiter und seiner Familie bewohnt. Oft war dies der Melker, während die meist ledigen Knechte ein Zimmer auf dem Hof hatten und auf dem Hof beköstigt wurden. Dieses Haus ist heute verschwunden.

Es folgt das Haupthaus des Hofes Berk, das ebenso wie alle folgenden Gebäude in den Umrissen so unverändert ist, daß es sicht lohnt, mit dem Foto in der Hand auf den Aufnahmeort zu gehen und die Ansichten zu vergleichen. Manchmal scheint die Zeit wirklich stehenzubleiben ...

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