Eschach in alten Ansichten

Eschach in alten Ansichten

Auteur
:   Beate Falk-Reule
Gemeente
:   Eschach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3465-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eschach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Zeit frißt in ihrem Lauf Dich - wie alle Dinge auf,

sagt uns treffend eine alte Spruchweisheit. Und doch kann Vergangenes in alten Bildern und Schilderungen wieder lebendig werden, sofern es nur einmal festgehalten wurde. Diese Erkenntnis mag den Ravensburger Buchdrucker Josef ZittreIl (1877-1949) bewogen haben, in den 1920er bis 1940er Jahren unter anderem eine fotografische Sammlung über die Gemeinde Eschach anzulegen.

Neben einigen zeittypischen Motiven sammelte der begeisterte Hobbyfotograf auch Portraits und Ansichten aus der Zeit der Jahrhundertwende, so daß ein Querschnitt des dörflichen Lebens über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren entstand. Querschnitt heißt Alltägliches wie Besonderes, wobei Feste und Feiern stets mehr unsere Aufmerksamkeit erregen als die tägliche Arbeit oder die gewohnte Umgebung. Deshalb ist es im Hinblick auf die Motivaus-

wahl kein Nachteil gewesen, daß Zittrell als Fremder bzw. Städter hier ländliches Leben vor 50 bis 80 Jahren dokumentierte.

Das vorliegende Bändchen kann nur eine interessante Auswahl der zahlreichen Fotos bieten, und natürlich sind nicht alle 39 Ortsteile gleich erschöpfend dokumentiert. Hatte Weißenau seine Einwohnerzahl zwischen den Jahren 1885 und 1928 von 347 auf 1 179 Einwohnern mehr als verdreifacht, wobei 1912 von insgesamt 933 Einwohnern 469 Anstaltsinsassen waren, sanken in anderen Ortsteilen die Einwohnerzahlen wie zum Beispiel in Obersulgen.

In Weißenau war mit seinem Bahnhaltepunkt, der Bleicherei und der Heilanstalt ein Strukturwandel eingetreten, der viele Veränderungen mit sich brachte. Auch in der Landwirtschaft blieb es in jenem Zeitabschnitt nicht beim Alten. Der seit jeher betriebene Weinbau wurde um 1900 endgültig zugunsten des Obstbaus verdrängt. Zahlreiche Torkel

mußten als nutzlose Überbleibsel weichen.

In einer Chronik von Oberhofen ist uns der Hergang bei der Weinlese überliefert. Es wird berichtet: Zur Kirchweih im Oktober wurde gewimmelt. Das war ein Festtag für jung und alt. Die Frauen und Mädchen hatten zu dieser Arbeit neue Schürzen an, während die Männer neue Hosen trugen. Es hatte jeder eine Pistole bei sich und da wurde geschossen was die Rohre hielten. Es waren Stände aufgestellt, wo man Würste, Schweizerkäse und Zigarren haben konnte. Während die Frauen und Mädchen die Trauben abschnitten, trugen die Männer die Trauben in einer Bütte in den Torkel. Nach dem Wimmeln wurden die in den Standen befindlichen Trauben festgestampft, um sie noch gähren zu lassen. Dann kam das Torkeln. Vorher schon war die Reihenfolge, in der die einzelnen Rebbesitzer den Torkel benutzen durften, ausgewürfelt worden. Die Traubenmaische mußte zum Preßvorgang drei- bis viermal umgeschaufelt werden und wurde zuletzt mit

sauberen Stiefeln getreten. Dieser letzte Abdruck hieß 'Stiefelwein' und fand als Hausgetränk seine Verwendung.

Heute müssen wir zum 'Törggelen' nach Südtirol fahren, nicht ahnend, daß wir auf altem Kulturboden des Weinbaus leben.

Den Lesern wünsche ich viel Freude beim Stöbern, Entdecken und Wiederentdecken in diesem Büchlein. Danken möchte ich all denen, die zum Zustandebringen des Bändchens beigetragen haben: Herrn Dr. Eitel für die Zurverfügungstellung der Sammlung ZittreIl aus dem Stadtarchiv Ravensburg; der ürtsverwaltung Eschach für die unkonventionelle Benutzung ihres Archivs; Frau Kahl für die Schreibarbeit; allen Eschachern, die mir aus der alten Zeit Auskunft erteilt haben und nicht zuletzt meinem Mann Reiner Falk, der mich mit Rat und Tat unterstützt hat.

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1. Der 1840 erbaute Hof des Eschacher Schultheißen Konrad Lupberger (1839-1857) in Oberhofen an der Tettnanger Straße 176. Von 1851 bis 1870 gleichzeitig Landtagsabgeordneter des Oberamts Ravensburg und überamtspfleger , war er der bedeutendste Schultheiß der Gemeinde Eschach im letzten Jahrhundert. Im Jahr 1861 verkaufte Lupberger den Hof an seinen Nachfolger Schultheiß Josef Geiger (1857-1864). Beide Schultheißen benutzten ihren Hof jeweils als Amtslokal. Das Gebäude steht heute nicht mehr.

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2. Severin Brugger (geboren am 13. Oktober 1821, gestorben am 18. Juni 1916) war der sechste Schultheiß der Gemeinde Eschach (Amtszeit 1876-1895). Seit dem Jahr 1848 Domänenpächter auf dem Rahlenhof, wurde er 1867 in den Eschacher Gemeinderat gewählt, womit der gebürtige Ittenhausener gleichzeitig das Bürgerrecht erlangte. Nach seiner anschließenden neunzehnjährigen Amtszeit als Schultheiß zog er 1895 nach Ravensburg. Im Jahr 1899 wurde er Ehrenbürger der Gemeinde Eschach, nicht zuletzt aufgrund seiner besonderen Verdienste im Obstbau. Am 26. Juni 1899 konnte Severin Brugger mit seiner Frau Walburga geborene Nesensohn Goldene Hochzeit feiern. Das Festessen fand abends um sechs Uhr im katholischen Gesellenhaus in Ravensburg statt.

Zur goldenen Hochzeit

des

Schultheissen SEVERIN BRUGGER

und seiner Jubelbraut

WALBURGA, geb. Nesensohn

am 26. Juni 1899.

3. Zu diesem Anlaß dichtete die Tochter, Marie Brugger, eine Festhymne auf das Jubelpaar.

FESTHYMNE.

(Melodie: Grosur Gott wir lobet: D~h.)

GROSSER Gott, Dir danken wir Preisen Deine Gnadenfülle, Die dem Jubelpaore hier Niedereebickt Dein hoil'gor WiI1c!

[:Herr der Welten allezeit, Diesem Paar gib Dein Geleit'!:]

Durch des Lebens wildes lIleer Heffend ist das Paar gesteuert, Ging das Ruder manchmal schwer:

Frommer Sinn har angefeuerr, [:Herr der Welten allezeit, Diesem Paar gib Dein Ge leir'I i]

Gold'ne Blätter flechten wir:

Genbegnadere zu schmücken. Mög des Himmels schönste Zier Einst das Jubelpaar beglücken!

[:Herr der Welten allezeit, Diesem Paar gib Dein Geleit' !:]

M(J~ BT/J.ggtr.

4. Im Jahr 1876 erbaute sich der im selben Jahr neu gewählte Schultheiß der Gemeinde Eschach, Severin Brugger, in Oberhofen ein Wohnhaus, in dem er neben den erforderlichen Amtsgeschäften noch einen 'Kramladen' betrieb. Mit der Niederlegung seines Amtes 1895 kaufte die Gesamtgemeinde Eschach das Gebäude, das seither als Rathaus genutzt wird. Bis 1932 war es auch gleichzeitig Wohnsitz des jeweiligen Amtsinhabers.

5. Die Küferei Franz Bühl in Oberhofen, heute Martinistraße. Das Gebäude wurde 1837 als Scheuer erbaut, doch bereits im Jahre 1849 zum Wohngebäude umgebaut. 1912 richtete Franz Bühl seine Küfereiwerkstätte darin ein. Daneben (nicht auf dem Bild) stand das 1903 abgebrochene mittelalterliche Leprosorium (Siechenhaus).

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6. Neujahrsgruß aus Eschach, 1899.

7. Klassenfoto der Jahrgänger 1912/13 in Obereschach. Links der LehrerFranz Hatzing, rechts außen Vikar Huber. Das Schulhaus in Obereschach wurde 1844 neu erbaut. Der Anbau auf der linken Seite erfolgte in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1914-1919. Das Gebäude wird heute als Kindergarten genutzt,

8. Das heutige Bräuhaus in Obereschach war zwischen 1904 und 1922 im Besitz der Bierbrauerswitwe Wilhelmine Martin, bis 1922 ihr Sohn Wilhelm die Gastwirtschaft und Brauerei fortführen konnte. Das Anwesen soll früher zur Pfarrstelle Obereschach gehört haben.

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